Die Karausche zäh und unverwüstlich

Von Anglern wird die Karausche sehr unterschiedlich eingeschätzt. Früher trug diese Fischart den Spitznamen „Schneider-“ oder „Bauernkarpfen“.

Die Karausche überlebt auch unter den denkbar schlechtesten Bedingungen z.B. in zugefrorenen Teichen. Von Anglern wird die Karausche sehr unterschiedlich eingeschätzt. Früher trug diese Fischart den Spitznamen „Schneider-“ oder „Bauernkarpfen“. Wer sich keinen Karpfen leisten konnte, der hatte noch die Karausche, die man fast in jedem Tümpel, Moorloch oder Sumpf finden kann.

Die Karausche zäh und unverwüstlich

Die Karausche zäh und unverwüstlich

Als Angeln mit lebendem Köderfisch noch erlaubt war, wurde die Karausche oft als Hechtköder genommen, denn sie galt als besonders zäh. Wer heute als Spezialist auf Karauschen fischt, hat sie schätzen gelernt. Denn kapitale Karauschen sind schwer zu fangen. Die Karausche unterscheidet sich vom Karpfen durch ihren kleineren Kopf und das Fehlen von Barteln. Das Auge hat eine silberfarbene Regenbogenhaut. Vor der Schwanzflosse findet man besonders bei jungen Fischen einen dunklen Fleck.

 

Rekord-Karauschen

  • R. Schneider überlistete 1992 im Baggersee Esch mit einem Tau Wurm eine Karausche von 3,4 kg.
  • 200 g weniger wog eine Karausche, die 1991 mit Boilie von G. Hock gefangen wurde.
  • Der österreichische Rekord, gefangen 1986 im Altarm Altenwörth: 1,2 kg.

 

Vorkommen

Die Karausche kommt fast in ganz Europa vor. Sie lebt in stehenden Gewässern und bevorzugt dichtbewachsene Teiche mit schlammigem Grund.

Seitdem die Specimen-Hunter diese Fischart entdeckt haben, ist das Ansehen der Karausche gestiegen. Wer ein exzellentes Karauschen Gewässer kennt, wird es kaum preisgeben. Traditionell liegen die besten Karauschen Gewässer im Osten Deutschlands, weil dort die Karausche als Speisefisch geschätzt wird und deshalb in viele Gewässer eingesetzt wurde. Große Karauschen werden auch im Brackwasser der Ostsee gefangen.

 

Überlebenskünstler

Die Karausche ist ein äußerst anpassungsfähiger kleiner Fisch und kann selbst im kleinsten Tümpel überleben. Am besten gedeiht sie dort, wo kein anderer Fisch überleben kann: in dicht bewachsenen, sumpfigen Gewässern mit weichem, schlammigem Grund. Karauschen sind zäh und unverwüstlich. Den strengsten Winter und die längste Trockenperiode überstehen sie in einer Art Schlafzustand. In Teichen, die fast ausgetrocknet waren, hat man Karauschen gefunden, die zwischen Binsenwurzeln lebten.

 

 

Im Winter können sie vom Eis eingeschlossen, im Schlamm oder in flachen Sümpfen tief eingegraben überleben; so-bald das Eis taut, erwachen sie zu neuem Leben. Karauschen kommen außerordentlich lange mit sehr wenig Sauerstoff aus. Unter solchen Bedingungen bleiben sie zwergwüchsig und er-reichen nur eine Länge von 10-12 cm. In großen Seen mit reichhaltigem Nahrungsangebot wer-den Karauschen jedoch sehr kräftig und können bis zu fünf Pfund schwer werden.

 

Nicht wählerisch

Karauschen fressen in der Jugend ausschließlich planktonartige Krebstierchen. Mit zunehmender Größe erweitert sich ihr Speiseplan, und sie fressen schließlich die meisten Insektenlarven, Schnecken, Krebstiere und viele Pflanzenarten. Solche unproblematischen Fressgewohnheiten sind von Vorteil, wenn der Fisch in kleinen Teichen mit begrenztem Nahrungs-Angebot überleben muss. Karauschen werden mit drei bis vier Jahren geschlechtsreif und laichen im Mai und Juni in den Uferbereichen von Teichen und Seen. Die wunderschönen goldfarbenen Eier haften an feinblättrigen Pflanzen oder auch an dünnen Baumwurzeln, die ins Wasser reichen.

Die Brut schlüpft nach einer Woche, doch die Jungfische bleiben noch zwei bis drei Tage an der Pflanze haften, bis sie den Rest ihres Dottersacks aufgebraucht haben und davonschwimmen. In den ersten Lebenswochen bilden Karauschen kleine Schwärme und leben am Rand von Krautbetten und unter Seerosenfeldern. Bei Wintereinbruch lösen sich diese Gruppen auf.

 

Hybridformen

Karauschen kreuzen sich mit Wildkarpfen (man nennt diese Hybriden dann Karschkarpfen) und mit ihren nahen Verwandten, den Goldfischen. Karschkarpfen sind leicht zu erkennen, da sie wie die Karauschen  einen kleinen Kopf haben, aber wie die Schuppenkarpfen mit einer, zwei oder manchmal auch mit drei kleinen Barteln ausgestattet sind. Aus bislang unbekannten Gründen sind fast alle Karpfen Karauschen Hybriden männlichen Geschlechts.

Die Karausche zäh und unverwüstlich

Die Karausche ist bekannt für ihre zaghaften Bisse. Zum Fang dieses goldfarbenen Fisches verwendet man leichtes Geschirr.

 

Hier findet man Karauschen

Die Karausche zäh und unverwüstlich

 

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