Angler Charles Jardine am Avon, ein weltberühmter Fluss

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Angeln am Avon, einem Fluss in England, bietet eine reiche Vielfalt an Fisch- und Angelmöglichkeiten, wir begleiten Angler Charles Jardine

Angler Charles Jardine. Das Flussbett wird von einem Labyrinth aus Wasserkrähenfuß gesäumt. Inmitten des Krauts steigen Forellen und Äschen auf, die sich an Nymphen und großen Rohkrebsen laben. Der Avon ist ein wahres Paradies für Fliegenfischer.

Angler Charles Jardine am Avon, ein weltberühmter Fluss

Der Avon ist unter Anglern weltberühmt. Im Oberflächenfilm des Upper Avon in Wiltshire schlüpfen die Insekten wie am Fließband. Die Forellen stehen dicht unter der Oberfläche und saugen mit schöner Regelmäßigkeit ein Insekt nach dem anderen ein.

Viele Angler, die diese hervorragenden Bedingungen zum Fliegenfischen erstmals sehen, bringen in den ersten paar Minuten vor lauter Aufregung nur ein ungläubiges Stottern heraus: „B… B… Bachforellen!“

Charles Jardine jedoch beobachtet gespannt sein Vorfach, der erfahrene Kalkbach-Angler zeigt sich nicht übermäßig beeindruckt. Mit einem Insektennetz in der Hand geht er langsam zum Ufer. Einen Moment lang wird sein Schritt schneller, und es kostet ihn sichtlich Überwindung, wieder langsamer zu gehen. Schließlich ist seine Aufregung offenkundig. Verlegen lächelnd gibt Angler Charles Jardine zu, wie begeistert er ist.

Angler Charles Jardine am Avon, ein weltberühmter Fluss

Sein Vorfach fiel einem unglücklich gewachsenen Ast zum Opfer. Außer Bäumen fängt Charles Jardine schon seit seinem sechsten Lebensjahr auch Forellen und gehört zu den angesehensten Fliegenfischern Europas. Er arbeitet als Zeichner, Autor und Lehrer für Fliegenfischer.

 

10:30 Uhr Nymphe stromauf

Ein gutes Stück unterhalb seiner eigentlichen Angelstelle zieht er das Insektennetz durchs Wasser und entdeckt unzählige dunkle Eintagsfliegen-Nymphen (Dark-Olive-Nymph) und Bachflohkrebse. Angler Charles Jardine knüpft eine selbstgemachte „Dark-Olive“ ans Ende des 9 ft (2,7 m) langen Vorfachs und wirft aus kniender Position stromauf. „Man sollte versuchen, nicht direkt oberhalb einer steigenden Forelle einzuwerfen“, sagt Angler Charles Jardine. „Die Schnur könnte über dem Fisch landen und ihn verängstigen. Es ist besser, aus einem Winkel einzuwerfen.“

Beim siebten Wurf bleibt das Vorfach in der Strömung stehen und lässt auf einen Biß schließen. Charles hebt die Rute sofort an, um den Haken zu setzen. Eine Äsche von 50 g Gewicht flieht zum anderen Ufer. Mit hochgehaltener Rute gibt Charles etwas Schnur, hält jedoch die Spannung zwischen Rute und Fisch aufrecht. Schon bald führt er die Äsche in den bereitstehenden Unterfangkescher.

Charles dazu: „Forellen und Äschen können selbst die dünnsten Vorfachspitzen noch sehen. Sie nehmen die Fliege nur, weil sie sie für Nahrung halten. Mit einem leichten, weichen Vorfach bewegt sie sich am natürlichsten.“

Angler Charles Jardine am Avon, ein weltberühmter Fluss

Damit ihn die Fische nicht sehen können, angelt Angler Charles Jardine fast nie im Stehen direkt am Ufer, sondern lässt sich auf die Knie nieder.

 

 

10:45 Uhr Auf allen Vieren

Angler Charles Jardine kriecht auf allen Vieren ein paar Meter stromauf und versteckt sich hinter hohem, abgestorbenem Gras. Er hat es auf einen Fisch an der gegenüberliegenden Fluss Seite abgesehen. „Mit dem ersten Wurf hat man die beste Chance“, flüstert er. „Lässt man allerdings die Schnur aufs Wasser klatschen, flüchtet die Forelle vor lauter Angst gleich in den nächsten Fluss.“

Natürlich landet die WF5-Schwimmschnur sanft auf dem Wasser, kommt die Fliege genau vor der Forelle auf und schwimmt direkt auf sie zu. Perfekt. „Verdammt“, ärgert sich Angler Charles Jardine, als die Forelle die Fliege einfach ignoriert. „Denkt wohl, sie ist etwas Besonderes.“ Voller Trotz ersetzt Charles die dunkle Eintagsfliegen-Nymphe durch eine „Adams“ Größe 16.

Unterdessen hat der Fisch ohne Unterlass aufsteigende Insekten aus dem Oberflächenfilm aufgenommen. „Ich glaube, es ist eine Forelle; wenn eine Äsche steigt, blubbert es irgendwie stärker“, flüstert er. Dann erfolgt der zweite Wurf mit seiner 81/2-ft-Rute (2,5 m). Die Fliege läuft durchs Oberwasser, wird von etwas Unsichtbarem aus dem Oberflächenfilm weggesogen. Drei Sekunden später schlägt Angler Charles Jardine an.

Angler Charles Jardine am Avon, ein weltberühmter Fluss

Eine entschlossene Bachforelle schlägt an der Wasseroberfläche wie wild um sich und versucht mit aller Gewalt, den Haken abzuschütteln. Es ist noch längst nicht klar, wer als Sieger hervorgehen wird, und Angler Charles Jardine hat schon ärgste Befürchtungen, dass auch diese Bachforelle sich losreißen wird.

 

11:15 Uhr Wer zuletzt lacht…

„Ha!“ ruft er triumphierend, als seine Rute sich vor dem Fisch verneigt. Doch die Forelle will sich nicht geschlagen geben und rast auf das Krautbett zu. „Ha!“ kann man nun auch sie fast hören, als sie den Wasserkrähenfuß erreicht. Angler Charles Jardine gibt ihr Schnur. Die Forelle plätschert eine Weile im Kraut hin und her. Dann nimmt Charles wieder Fühlung auf und führt den Fisch stromab.

Wenig später ist die Bachforelle im Unterfangkescher. Schlürf! Wieder saugt ein Fisch die Fliege ein, und die Schnur rast von der Rolle, als die 700 g schwere Äsche stromab schießt. Angler Charles Jardine lockt den Fisch sogar noch weiter stromab.

„Es ist nur logisch, dem Fisch die Flucht stromab schmackhaft zu machen, wenn man stromauf angelt. So werden die weiter oben fressenden Fische nicht vergrämt.” Die Äsche unternimmt noch zwei lange Fluchten, bevor sie ans Ufer geführt werden kann.

Angler Charles Jardine am Avon, ein weltberühmter Fluss

Je höher man die Rute hält, desto besser lassen sich Fluchten auch noch in allerletzter Sekunde abfangen. Bei Forellen von einem Gewicht mit mehr als 1 kg holt Charles die Schnur ein und drillt den Fisch über die Rolle.

 

12:00 Uhr Fachgesimpel

Angler Charles Jardine rückt mit einem 91er Blanc de Blancs heraus, und dazu gibt es Sandwiches mit Putenbrust und Tomate. In Ruhe unterhalten wir uns ein paar Minuten.

Das Gespräch dreht sich um die Bedeutung der Tarnung beim Angeln. „Es ist bestimmt nicht verkehrt, wenn man Rute, Rolle, Vorfächer und sonstiges Gerät im Wagen lässt“, findet Charles. „Mit kleinen Zweigen markiert man die Standplätze der steigenden Fische ein paar Meter vom Fluss entfernt. Kehrt man dann mit der Rute zurück, muss man nicht so nahe ans Wasser heran.“ Passend zu unserem Fluss abschnittträgt Charles eine Kombination aus hellen und dunklen Kleidungsstücken.

Er beschließt, direkt unter der Wasseroberfläche zu fischen und befestigt eine Abwandlung der „Red Spot Shrimp“ Größe 12. Der Körper der Fliege wird dank „Crystal Hair“ fast transparent. Als ein mit allen Wassern gewaschener Fliegenbinder hat Angler Charles Jardine ein Stück von einem durchsichtigen Gummihandschuh für den Rücken der Bachflohkrebs-Imitation benutzt, wodurch sie dem natürlichen Vorbild noch ähnlicher wird.

Nach einem quer über den Fluss stromauf ausgeführten Wurf beobachtet er das dickere, gut eingefettete Vorfachstück und die ersten Meter der Fliegenschnur. Inmitten einiger Binsen steigt ein Fisch am anderen Ufer.

Mit einem Bogenwurf erzeugt Angler Charles Jardine einen in Richtung stromauf gebogenen Schnurbauch. Die Bach-flohkrebs-Imitation treibt mit der Strömung und verleitet die Forelle zum Biß. Er schlägt schnell an, und schon wieder schießt eine Avon-Forelle mit einer solchen Kraft davon, dass sie sich losreißt. Einige Würfe später erfolgt ein Biß von einer Bachforelle. Diesmal gewinnt Charles.

Die Sonne bricht durch, doch den Forellen ist nicht nach Fressen zumute. „Sinnlos, sich über ausbleibende Fänge aufzuregen“, sagt Angler Charles Jardine. „Entspannen wir uns und genießen den Tag.“ In der Nachmittagshitze schlüpfen kaum noch Insekten.

Insektenarten mit aufgestellten Flügeln wie z. B. Eintagsfliegen verlieren viel Körperfeuchtigkeit, wenn sie bei großer Hitze schlüpfen. Die zweite Häutung wird dann viel schwieriger.

Ideale Schlüpf Bedingungen liegen vor, wenn ein wolkenverhangener Himmel die Sonne verdeckt. Manche Arten mit aufgestellten Flügeln schlüpfen am liebsten nachts oder während der Kühle am Abend und in den frühen Morgenstunden.

Angler Charles Jardine am Avon, ein weltberühmter Fluss

Der Kampf ist entschieden. Ein sichtlich zufriedener Charles zeigt eine der berühmten Kalkbach-Bachforellen aus dem Avon vor, die eine seiner selbstgebundenen Abwandlungen der „Red Spot Shrimp“ genommen hat.

 

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15:00 Uhr Lebendige Imitation

Charles knüpft eine „Elk Hair Caddis“ Größe 12 (eine Köcherfliegen-Imitation) an, fettet das Vorfach ein und wirft stromauf. Als die Fliege sich direkt vor ihm befindet, hebt er die Rute leicht an, stoppt, hebt sie wieder an. Unregelmäßig schlittert die Köcherfliege über die Oberfläche, eine wirkungsvolle Methode, um einer künstlichen Trockenfliege Leben zu verleihen. Doch die Fische regen sich nicht.

Charles wirft seine Abwandlung der „Red Spot Shrimp“ aus und lässt sie treiben, treiben und treiben. Er fischt direkt am Fluss Grund, wo sich die Fische gerade aufhalten, und korrigiert häufig die Schnurlage. Die Bachflohkrebs-Imitation zeigt, was sie wert ist. Nicht lange und Charles landet die nächste Bachforelle.

Obwohl es kaum Insekten gibt, finden wir eine Flussbiegung mit tiefem Wasser und unterspültem Ufer, die verdächtig nach Forellen ausschaut. Charles beugt sich nieder und setzt zum Wurf an. Beim zweiten Wurf bleibt das Vorfach plötzlich stehen. Er schlägt an und meterweise schießt die Schnur durch seine Finger. „Was es auch sein mag, der Fisch ist groß“, sagt er.

Zwei Minuten später weiß er immer noch nicht, was er an der Angel hat. Der Fisch kommt einfach nicht an die Oberfläche. Da er eine sehr dünne Vorfachspitze verwendet, hütet sich Charles, den Fisch zu forcieren. Er soll sich draußen im tiefen Wasser verausgaben. Nach weiteren zwei Minuten kommt der Fisch nach oben. „Eine Regenbogenforelle!“ ruft Charles ungläubig. „Vermutlich irgendwo abgehauen.“ Insgesamt dauert es sechs Minuten, bis dieser Fisch mit 900 g Gewicht gelandet ist.

Angler Charles Jardine am Avon, ein weltberühmter Fluss

Diese Bachforelle erfreut jedes Anglerherz. Auch wenn Meisterangler Charles Jardine seine Begeisterung nicht immer gleich zeigen möchte, kann er doch nicht verbergen, wie sehr er sich freut.

 

17:00 Uhr Der Nimmersatt

Die Insekten schlüpfen wieder. Charles angelt noch eine halbe Stunde an der tiefen Biegung, wo er drei Bachforellen und noch eine Äsche fängt, und entschließt sich dann, sein Glück an einem der benachbarten Seen zu versuchen. Schon jetzt kann man diesen Angel tag als hervorragend bezeichnen: sechs Bachforellen, eine Regenbogenforelle und drei Äschen.

Doch Charles hat noch nicht genug und will jetzt unbedingt zum See. Es kann ihm gar nicht schnell genug gehen. Und wieder lächelt er, weil er seine Aufregung nicht verbergen kann.

Angler Charles Jardine am Avon, ein weltberühmter Fluss

Auch diese Regenbogenforelle von 900 g konnte der Bachflohkrebs-Imitation nicht widerstehen. Bei plötzlich einsetzendem Hochwasser kommt es immer wieder vor, dass Regenbogenforellen aus Zuchtteichen entkommen und in den Avon gelangen.

 

Am Kalkbach

„Für Kalkbäche braucht man eine 81/2-ft-Rute, eine Schwimmschnur Nr.5 sowie „Elk Hair“, „Adams“, „Red Spot Shrimp“, „Killer Bug“, „Beacon Beige“ und „Caddis“ in verschiedenen Größen und etwa drei bis vier Stunden Wurfunterricht.“

Angler Charles Jardine am Avon, ein weltberühmter Fluss

Von den sieben Forellen, die Charles gefangen hat, waren alle in der Gewichtsklasse von 0,45-1,1 kg. Allerdings wurden an diesem Abschnitt des Avon auch schon häufig Bachforellen von 1,8 kg gefangen.

 

Nicht zu viele Knoten

Bei feinen Vorfachspitzen verliert man mit jedem Knoten etwas Tragkraft des Vorfachs. Nimmt man einen „Double Grinner“- Knoten oder einen Schlaufenknoten mit vier Windungen – sie erhalten etwa 70-80 % der Tragkraft der Schnur – um eine 0,12er Vorfachspitze an einem 0,16er Endabschnitt eines verjüngten Vorfachs anzuknüpfen, verringert sich die Tragkraft des Vorfachs um 250 g. Forciert man den Drill zu früh, reißt die Schnur.

Angler Charles Jardine am Avon, ein weltberühmter Fluss

Und wieder drillt Angler Charles Jardine einen Fisch, den er vom Kraut fernhalten muss. Im Frühsommer wuchert der Wasserkrähenfuß noch nicht im Avon.

 

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