Elritze, der winzige Fisch lebt in sauberen Bächen

In der Familie der Karpfenartigen nimmt die Elritze (5-6 cm lang) schon rein äußerlich eine Sonderstellung ein, ihr Leben spielt sich im Schwarm ab

Nur wenige Angler bekommen jemals Elritzen zu Gesicht, weil diese Fische in Bächen und im flachen Wasser leben, das normalerweise nur Spezialisten auf der Suche nach Bachforellen oder Döbeln untersuchen. Die Elritze, auch Pfrille genannt, ist in der Roten Liste als „stark gefährdet“ eingeordnet. In vielen Bundesländern, so z. B. in Hamburg und im Saarland, besteht ein ganzjähriges Fangverbot – auch mit der ehemals so beliebten Köderfisch-Flasche. Früher wurden tote Elritzen gern als Köderfische genommen.

Elritze, der winzige Fisch ist in kleinen sauberen Bächen häufig anzutreffen

 

 

 

 

 

 

 

Vorkommen

Elritzen bevorzugen flache Gewässer, vom Brackwasser der Ostsee bis hin zu Gebirgsbächen. Sie sind selbst in Höhen von über 2000 m noch zu finden.

 

Elritze – Sensibler Winzling

Der winzige Fisch (5-6 cm lang) ist in kleinen sauberen Bächen häufig anzutreffen. Er dient sogar als „Barometer“ für die Güte des Wassers – verschwinden die Fische aus einem Bach, hat sich die Wasserqualität sehr wahrscheinlich verschlechtert.

In der Familie der Karpfenartigen nimmt der Fisch schon rein äußerlich eine Sonderstellung ein. Sie hat einen schlanken Körper, einen kleinen, etwas gedrungenen Kopf und ein halbmondförmiges Maul mit dicken, fleischigen Lippen. Die Schuppen sind winzig. Der Bauch der Elritze ist fast das ganze Jahr über cremefarben, der Rücken und die Flanken sind olivbraun, und entlang der Flanken zieht sich eine Reihe dunkler Flecken.

Im späten Frühjahr verändert sich das Aussehen des Männchens: Am Hals bildet sich ein pechschwarzer Fleck, und der Bauch färbt sich leuchtend rot. Außerdem entsteht am Brustflossenansatz eine perl weiße Markierung.

Sie bewohnt überwiegend saubere und sauerstoffreiche Bäche, die sich im Sommer erwärmen. Sie kommt jedoch auch in Seen und bisweilen in größeren Flüssen vor, in die sie aus nahegelegenen Bachzuflüssen gelangt.

So kleine Fische können natürlich nur kleine Beutestückchen fressen. Wenn sie ausgewachsen sind, nehmen sie kleinere Insektenlarven und Kleinstkrebse, aber auch pflanzliche Nahrung und große Mengen von Kleinlebewesen wie Blattläuse und Spinnen zu sich, die von den umliegenden Wiesen und Uferpartien ins Wasser geweht werden.

Auch im Fischlexikon der Süßwasserfische zu finden

 

 

Elritze

Der winzige Fisch ist eine bevorzugte Beute für Döbel, Barsche, Eisvögel und Tauchenten. Früher wurde sie auch vom Menschen verzehrt.

 

Elritze – Laichen und Schwarmbildung

Das Laichgeschäft vollzieht sich im Frühsommer zwischen Mitte Mai und Mitte Juli. Dazu versammeln sich die Fische an flachen Kiesuntergründen, besonders im Morgengrauen und in der Abenddämmerung. Man erkennt die geschäftig umherschießenden kleinen Fische an den weißen Flecken am Brustflossenansatz der Männchen, die zu leuchten scheinen.

Die Eier bleiben meist an Steinen haften; die Jungen schlüpfen nach vier bis acht Tagen. Nach dem Schlüpfen sind die Brutfischchen etwa 5 mm lang. Die meisten Elritzen laichen im 3. Lebensjahr ab (nur wenige leben überhaupt länger), doch diejenigen, die in wärmeren Bächen frühzeitig schlüpfen, laichen bereits am Ende ihres ersten Lebensjahres ab.

Elritzen sind keine Einzelgänger; ihr Leben spielt sich im Schwarm ab. Wenn die Laichzeit naht, kann man sie beim Durchziehen der Flachwasserbereiche beobachten, wo sie in Massen das Flussbett ausfüllen.

Ein guter Geruchssinn

Der Geruchssinn dieses Fisches ist hervorragend entwickelt. Die Haut einer verletzten Elritze sondert eine Substanz ab, die andere Fische im Schwarm wenige Sekunden nach der Verletzung wahrnehmen. Sie reagieren darauf mit nervösem Umherschwimmen. Hält der Zustrom der „Schrecksubstanz“ an, wird der Schwarm von Angst ergriffen und flüchtet.

Elritze

Am Kopf des laichreifen Männchens bildet sich ein Laichausschlag aus kleinen weißen Perlen.

 

Elritze -Rekord-Elritze

Eigentlich sollte man annehmen, dass sich niemand um Rekordlisten für die kleine Elritze kümmert – heute schon gar nicht mehr, da dieser Fisch auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Allerdings gibt es – und wie sollte es auch anders sein – eine britische Rekordliste. Der offizielle Fangrekord für den winzigen Fisch liegt in Großbritannien bei 23 g. Diese Super- Elritze wurde im Jahre 1981 aus dem Fluß Calder in Lancashire, England, gefangen.

 

Weitere Fischarten

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4 Dornhai, Schillerlocke, Angeln, Vorkommen, Köder