Dornhai, Schillerlocke, Angeln, Vorkommen, Köder

Da der Dornhai sandigen und schlammigen Meeresgrund bevorzugt, sollte man ihm möglichst mit leichtem bis mittlerem Angelgerät zu Leibe rücken

Der Dornhai kommt in der Nordsee recht häufig vor und gehört neben dem Groß- und dem Kleingefleckten Katzenhai zur Gruppe der Kleinhaie. In der Deutschen Bucht ist er nicht stark vertreten. Während der letzten Jahre ist der Bestand an Dornhaien infolge gewerblicher Überfischung stark zurückgegangen. Unzählige Dornhaie werden in Netzen oder an Langleinen gefangen. Geräuchert verkauft man sie unter wohlklingenden Namen („Schillerlocke“) oder verarbeitet sie zu Fischmehl. Da der Dornhai riesige Schwärme bildet und ausdauernd kämpft, ist er bei Anglern sehr beliebt. Es hat jedoch den Anschein, als würden große Fänge mit der Angel bald der Vergangenheit angehören.

Dornhai, Angeln, Vorkommen, Köder

Vorkommen

Der Hai ist rings um die britischen Inseln sehr häufig. Die meisten findet man entlang der Südküste, im Ärmelkanal und in der Irischen See, sowie im Bereich der Shetland-Inseln. In deutschen Gewässern ist er selten.

Ein passender Name

Den Dornhai kann man leicht von anderen Haien unterscheiden: An der Vorderseite beider Rückenflossen trägt er je einen recht langen Dorn. Diese Stacheln sind äußerst scharf und können schwere, nur langsam verheilende Verletzungen verursachen. Beim Umgang mit Dornhaien ist daher größte Vorsicht geboten. Die obere Hälfte des Körpers ist dunkelgrau gefärbt; seitlich und am Rücken finden sich eine Anzahl unregelmäßig verteilter weißer Punkte.

Der Bauch ist etwas heller. Die Nase des Hais läuft spitz zu. Er hat große Augen und fünf mittelgroße Kiemenspalten. Der schlanke Fisch erreicht eine Länge von maximal 1,20 m; die meisten Exemplare sind jedoch nicht länger als ein Meter. Die Weibchen werden größer als die Männchen und können mehr als 9 kg wiegen. Beim Fischen vom Boot fängt man meistens Exemplare, die zwischen 9 und 11 Pfund wiegen.

Dornhaie halten sich meist in einer Tiefe von 10-100 m direkt am Meeresboden auf; kurz darüber bleiben sie jedoch, wenn der Untergrund sandig oder schlammig ist. Mit Schleppnetzen wurden Dornhaie sogar in Tiefen um 950 m, aber auch direkt an der Oberfläche gefangen.

Dornhai

Dieser prächtige Dornhai von 4,5 kg wurde vom Boot aus gefangen. Der lange schlanke Körper ist typisch für alle Hai Arten

 

 

Eine lebendgebärende Art

Dornhaie gebären lebende Junge. Die Eier im Mutterleib haben einen großen, von einer dünnen Membrane umgebenen Dottersack, der mit dem Heranwachsen der Brut zerplatzt. Die bis zu zehn Jungfische sind bei der Geburt zwischen 20 und 30 cm lang. Die Anzahl und die Länge der Jungen sind von der Größe der Mutter abhängig.

Mit einer Länge von 75-80 cm werden die Weibchen fortpflanzungsfähig, die Männchen mit 55-60 cm. Da die Weibchen fast ihre maximale Größe erreichen müssen, bis sie geschlechtsreif sind, und sie die Brut lange austragen müssen, wachsen Dornhai-Bestände nur langsam nach.

Zu Beginn dieses Jahrhunderts war der Dorn Hai wegen seiner großen, ölhaltigen Leber begehrt. Viele Fischer aber sahen in ihm nur den Schädling, da große, auf Raubzug befindliche Rudel ihre Netze beschädigten und sich über die Fische hermachten.

Die Überfischung der Meere in jüngerer Zeit durch die gewerbliche Fischerei hat ihren Tribut gefordert. Daher ist heute eine sorgfältige Überwachung nötig, um den Bestand an Dornhaien  zu erhalten.

 

Dornhaie aufspüren

Dornhai

Dornhai-Reviere

Vom Boot aus

Im Ärmelkanal, vor Folkestone, Kent;

Goodwin Sands, vor Ramsgate, Kent;

Llantwit Major und Porthkerry, vor South Glamorgan, Südwales;

Nab Tower, vor der Isle of Wight;

The Needles, vor der Isle of Wight.

 

Vom Ufer aus

Atherfield Bay, Isle of Wight;

Chesil Beach, Dorset;

Loch Etive, Strathclyde, Schottland.

 

Angelgerät

Da der Dornhai sandigen und schlammigen Meeresgrund bevorzugt, sollte man ihm möglichst mit leichtem bis mittlerem Gerät zu Leibe rücken. In den oberen und mittleren Wasserschichten kann man damit gut fischen. Wer tiefer fischt, braucht allerdings Meeresangelgerät der 15- bis 30-lb-Klasse. Tintenfische scheinen als Köder besonders fängig zu sein.

Vom Ufer deutscher Küsten aus werden Dornhaie nur höchst selten gefangen, aber mit einer ganz normalen Ausrüstung zum Brandungsangeln ist man auch für diesen Glücksfall ausreichend gewappnet.

 

Rekord-Dornhaie

Vom Boot. Rekordhalter ist P.R. Barrett mit einem Fisch von 9,622 kg, den er 1977 vor Porthieven, Cornwall (England), fing. Den irischen Rekord hält John Murnane mit einem Exemplar von 8,5 kg, gefangen 1977 vor Bantry. In Wales wird der Rekord von C. Clayton aus Conway gehalten, dem 1980 der Fang eines Exemplars von 8,1 kg gelang.

Vom Ufer. Diesen Rekord hält R. Legg, dem 1964 in Chesil Beach, Dorset (England), ein Exemplar von 7,611 kg an die Angel ging.

 

Weitere Fischarten

1 Finte und Maifisch auch Alse genannt, zwei seltene Fische

2 Renken, Felchen oder Maränen, die verschiedenen Arten

3 Elritze, der winzige Fisch lebt in sauberen Bächen

4 Dorsch, Lebenszyklus, Vorkommen, Reviere