Aromatisierte Köder zum Angeln, Schmackhafte Zusätze

Der Fischereibiologe und begeisterte Angler Dr. Bruno Broughton erklärt hier, weshalb Fische auf aromatisierte Köder zum Angeln reagieren

Wenn die Fische das nächste Mal so richtig beißfaul sind, könnten Aromatisierte Köder zum Angeln Abhilfe schaffen. Der Geruchssinn ist für die Fische sehr wichtig, weil sie in Wasser, das durch aufgewirbelten Schlamm getrübt ist, so gut wie nichts sehen. So verlassen sich viele Fischarten stark auf ihren Geschmacks- und Geruchssinn, um sich zu orientieren, wenn sie Nahrung suchen oder vor Raubfischen fliehen.

Aromatisierte Köder zum Angeln

Aromatisierte Köder zum Angeln

Die Sensoren an Fühlern, Barteln und in den Riechöffnungen nehmen die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen und Geruchsspuren wahr. Der für diese Sinnesfunktionen zuständige Gehirnbereich ist vergleichsweise groß. Seit vielen Jahren machen sich Angler die Tatsache zunutze, dass Fische ihre Nahrung mit Hilfe des Geruchssinns aufspüren. Schon unsere Vorfahren haben auf alle möglichen Köderzusätze wie Anis, Vanille, Teer und sogar Spucke geschworen.

Heutzutage versehen insbesondere Großkarpfenangler ihre Köder mit den verschiedensten natürlichen und künstlichen Geruchs- und Geschmacksrichtungen. Lockfuttermischungen enthalten die unterschiedlichsten Aromastoffe. Manche sind den Fischen aus der Natur vertraut, wie etwa Regenwurmextrakte und Fischöl. Andere wiederum (z. B. Ahorncreme, Kiwi oder Knoblauch) sind fremde Eindringlinge in die Welt der Fische.

Anscheinend lernen manche Fische, bestimmte Köder und Aromen mit Angelhaken in Verbindung zu bringen. Dann zeigen oftmals neue Duftrichtungen die gewünschte Wirkung, wo die bisher verwendeten Aromen erfolglos geblieben sind. Im Handel gibt es auch verschiedene Appetitanreger aus unterschiedlichen Aminosäuren und anderen organischen Stoffen. Diese Mittel sollen den Fisch in Freßlaune versetzen, ohne jedoch einen bestimmten Geschmack direkt nachzuahmen. Wie so oft, sind auch hier die Meinungen über die entsprechenden Zusätze und über deren Wirksamkeit geteilt.

Aromatisierte Köder zum Angeln, Schmackhafte Zusätze

Dr. Bruno Broughton mit einer dicken Schleie, gefangen mit einem gesüßten, mit Erdbeeraroma behandelten Boilie. Schleien haben einen ausgezeichneten Geruchssinn und scheinen gut auf Köder mit Fruchtaroma zu reagieren.

 

Wer mag was?

Karpfen mögen süßliche Köder in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Erdbeere, Ahorncreme, die meisten Milchproduktaromen, Tutti Frutti, Krabben, Hummer, Blauschimmelkäse und viele würzige Geschmacksrichtungen.

Schleien sind ganz wild auf Honig und Zucker. Auch auf Erdbeere, Mango und andere Weichobstsorten sowie Meeresfrüchte und Ahorncreme.

Rotaugen mögen Milch-und Fleischaromen, insbesondere aber Anis.

Brassen bevorzugen süßliche Aromen, wie etwa Vanille, Kokosnuss und Ahorncreme.

Barben stehen einerseits auf deftige und nach Fleisch duftende Köder, aber auch auf Hanf.

 

Aromatisierte Köder zum Angeln. Duftende Köder

Aromatisierte Köder zum Angeln, Schmackhafte Zusätze

Im Handel erhältlich sind pulverförmige (2) und flüssige Aromastoffe (5, 8, 9 und 12) für Teig, aufgetaute Köder, Boilies, Maden oder Lockfutter. Grundfutter (4) sind mit allen möglichen Pulvern und Essenzen versetzt. Lebensmittelaromen sind häufig billiger und zeigen gute Erfolge. Trockene Gewürze (1, 6 und 7) und Lebensmittelessenzen (10 und 11) eignen sich für Grundköder, loses Futter und beliebige Hakenköder. Honig (3) ist ein gutes Süßmittel.

 

 

Aromatisierte Köder zum Angeln. Tipp

Ein mit Aromamittel getränktes Schwämmchen in Hakennähe kann die Fische zum Köder locken. Man befestigt das zuckerwürfelgroße Schwämmchen neben einem Swimfeeder oder dem Wirbel an einem Hechtvorfach.

Aromatisierte Köder zum Angeln, Schmackhafte Zusätze

Aromatisierte Köder zum Angeln. Nicht nur Boilies lassen sich aromatisieren. Hier wird gerade eine Kartoffel in Sirup getaucht, um ihre Attraktivität zu erhöhen.

 

Die Hände waschen

Obwohl es doch größtenteils auf die Geschicklichkeit ankommt, ist so mancher Angler überzeugt, dass saubere Hände sehr wichtig sind. Vielleicht werden dadurch unangenehme Gerüche vom Köder ferngehalten, die den Fisch abschrecken. Wer zu Hause Köder vorbereitet, sollte sich immer zuerst die Hände waschen und nochmals am Angelwasser vor dem Anködern oder Vermischen des Grundköders.

 

Handelsübliche Aromastoffe für Aromatisierte Köder zum Angeln

Dem Angler steht eine riesige Auswahl flüssiger synthetischer Aromastoffe zur Verfügung. Ursprünglich wurden sie nur bei bestimmten selbst hergestellten Karpfenködern verwendet, inzwischen werden sie auch zum Fang anderer Fischarten regelmäßig eingesetzt. Pulverförmige „Flavourings.“ sind zusammen mit losem Futter und Grundköder gut einsetzbar.

 

Do-it-yourself

Die meisten Aromastoffe werden mit einer entsprechenden Dosierungsanleitung verkauft. Gewöhnlich braucht man etwa einen Teelöffel (ca. 5 ml) pro Pfund Trockenköder oder loses Futter, manchmal auch nur wenige Tropfen. Wer Maden mit Duftstoffen behandeln möchte, sollte sie in einem Sieb von Mais- und Kleie Resten befreien und vor Beginn der Behandlung gründlich reinigen. Maden nehmen das Aroma besser auf, wenn ihre Haut sauber und trocken ist. Will man die Maden längere Zeit aufbewahren, ist es wichtig, dass man den Mais oder die Kleie wieder dazugibt.

Aromatisierte Köder zum Angeln, Schmackhafte Zusätze

Aromatisierte Köder zum Angeln. Lockfutter werden mit Zusatzstoffen geschmacklich verändert, die ein streng gehütetes Industriegeheimnis sind. Man kann jedoch auch ohne großen Aufwand seine eigenen Aromastoffe in gewöhnliche Brotkrume hineinmischen. Manchmal lohnt es sich, den Hakenköder zu aromatisieren, damit er sich von den anderen Ködern abhebt und für den Fisch interessanter wird.

 

Die schiere Vielfalt

Aber nicht nur speziell für die Angelei entwickelte Aromastoffe versprechen Erfolg. In jedem Supermarkt finden Sie Aromastoffe, die ganz normale Lebensmittelzusätze sind und die Sie unbedingt einmal beim Angeln ausprobieren sollten. Ihrer Experimentierfreude sind keine Grenzen gesetzt.

Zu den flüssigen Aromastoffen, die als fangerprobt gelten, zählen Honig, Milkshake-Aromen, Kuchenaroma und bestimmte Soßen sowie Tomatenketchup. Unter den Pulvern und Pasten gehören dazu Brühwürfel, Fertigsuppen, Currypulver, Zucker und Milchpulver.

Gemahlene Kurkuma ist besonders im Winter zum Behandeln von Maden beliebt. Neben dem Aromaeffekt zieht dieses. Gewürz auch Fett aus den Maden, wodurch sie schneller absinken. Außerdem scheint Kurkuma Juckreiz hervorzurufen, so dass die Maden sich verführerischer am Haken winden.

 

Nicht Zuviel, Aromatisierte Köder zum Angeln

Man darf nie vergessen, dass Fische für Gerüche und Aromen weit empfänglicher sind als Menschen. Manche Fische werden gar von intensiven Gerüchen abgeschreckt. Deshalb bei hochkonzentrierten flüssigen Aromastoffen die angegebene Menge nie überschreiten!

Aromatisierte Köder zum Angeln, Schmackhafte Zusätze

Aromatisierte Köder zum Angeln. Wie andere Grundfische auch haben Brassen große Nasenlöcher voll mit Geruchsrezeptoren. Auch haben Brassen in den Lippen und dem umliegenden Bereich Geschmackszellen, mit denen sie potentielles Futter erst einmal antesten. Die Barteln anderer Grundfische haben ähnliche Sensoren.

Aromatisierte Köder zum Angeln. Einfach eintauchen

Manchmal werden die Fische vom Hakenköder angelockt, weil er etwas anders riecht als der Grundköder oder die freien Gaben an der Angelstelle. Es genügt, wenn man den Köder vor dem Auswerfen in einen kleinen Behälter mit Aromamittel taucht.

 

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