Wie man mit Hechten richtig umgeht, Verletzungen vermeiden

Viele Angler haben Angst, einen Hecht anzufassen, hier erfahren Sie wie man mit Hechten richtig umgeht und Verletzungen vermeiden kann

Wie man mit Hechten richtig umgeht wie man Verletzungen an untermaßigen Hechten und an seinen eigenen Fingern vermeiden kann, zeigt der international bekannte Hechtexperte Neville Fickling.

Wie man mit Hechten richtig umgeht

Wie man mit Hechten richtig umgeht. Hechte müssen sorgfältig behandelt werden, besonders wenn die Platzverhältnisse beengt sind, wie etwa auf einem Boot. Deshalb ist eine lange Arterienklemme unerlässlich, doch Neville empfiehlt zusätzlich auch einen Handschuh und eine Abhakmatte.

Die meisten Süßwasserfische sehen eigentlich recht harmlos aus. Beim Hecht ist das jedoch anders. Als Raubfisch hat er ein großes Maul und scharfe Zähne er wirkt gefährlich. Ob ein Hecht nun wirklich für den Angler gefährlich werden kann, hängt davon ab, wie vorsichtig man ihn behandelt. Wenn der Angler behutsam mit dem Hecht umgeht, vermeidet er dadurch Verletzungen am Fisch und an sich selbst. Trotz seiner Größe und seines zähen Aussehens ist der Hecht einer der empfindlichsten Süßwasserfische.

Wichtig ist es deshalb, dass untermaßige Hechte unverletzt zurückgesetzt werden. Doch leider es kommt nur allzu oft vor, dass zurückgesetzte Hechte wenige Tage später tot aufgefunden werden.

 

Wie man mit Hechten richtig umgeht, Arbeitsfläche vorbereiten

Da sitzt man also am Ufer, wartet auf den ersten Biss und hat die Ruten in Reichweite. Ganz gleich, welchen Bissanzeiger man verwendet, er muss zuverlässig sein, und der Anschlag muss gesetzt werden, sobald der Hecht den Köder genommen hat. Wenn der Drill erst einmal begonnen hat, bleibt keine Zeit mehr, um sich über die Versorgung des Fangs Gedanken zu machen. Sämtliche Vorbereitungen müssen bereits vorher getroffen sein.

Wie man mit Hechten richtig umgeht, als erstes taucht man einen großen Unterfangkescher direkt vor dem eigenen Standplatz ins Wasser. Wichtig ist, dass das Netz engmaschig ist und keine Knoten aufweist.

Als nächstes sucht man sich direkt hinter dem eigenen Standplatz eine grasbewachsene Uferstelle mit weichem Untergrund aus. Wenn man kein geeignetes Plätzchen findet, kann man auch eine Karpfenlösematte („Abhakmatte“) oder einen Karpfensack an einer geeigneten Stelle hinter sich auf den Boden legen. Wie wichtig eine gute Arbeitsfläche ist, merkt man beispielsweise, wenn man vom Boot aus oder an einem sehr schwierigen Ufer angelt, etwa von der Betonmauer einer Talsperre.

Ein harter Boden kann schwere Abschürfungen, den Verlust von Schuppen und schlimmstenfalls eine Art Gehirnerschütterung beim Hecht bewirken. Wenn sich der Hecht am Ufer wehrt und mit dem Kopf auf einen harten Untergrund schlägt, verringern sich seine Überlebenschancen erheblich. Denn Hechte sind keineswegs so zäh, wie sie aussehen.

Gleich neben der Arbeitsfläche hält man die anderen Geräte bereit: einen Arbeitshandschuh aus Gummi, eine lange Arterienklemme, eine Waage und einen Wiegesack.

Der Drill ist gut verlaufen, und der Hecht befindet sich im Kescher. Als erstes muss nun das Drahtvorfach am Karabinerwirbel ausgehängt werden, sofern man einen solchen verwendet hat, um die Hauptschnur mit dem Drahtvorfach zu verbinden. Auf diese Weise hat man beide Hände zum Halten des Keschers frei und kann sich zur Arbeitsfläche begeben.

 

Wie man mit Hechten richtig umgeht, Tipp Den Untermaßigen eine Chance lassen!

Die modernen britischen Hechtangel-Methoden, die in der Angel-Praxis ausführlich beschrieben werden, sind extrem erfolgreich. Auch in Deutschland finden sie immer mehr Anhänger. Leider lassen immer noch viele Angler „traditionell“ den Hecht so lange schlucken, bis der Haken unlösbar tief im Magensack sitzt (die „Zigarettenlänge“). Es gibt aber auch immer mehr junge Hecht-Experten, die mit britischen Rigs fischen.

Bei diesen Rigs schlägt man sehr schnell nach dem Biss an, und der Haken sitzt fast immer vorn im Maul. Untermaßige Hechte können also zurückgesetzt werden, ohne größeren Schaden zu nehmen. Wir können hier nur empfehlen, Köder nicht lange schlucken zu lassen. Untermaßige Hechte haben sonst keine Chance!

Wie man mit Hechten richtig umgeht

Wie man mit Hechten richtig umgeht. Damit der Hecht den Kopf anhebt und das Maul öffnet, steckt man den Zeigefinger in den V-förmigen Schlitz, den die beiden Kiemendeckel an der Unterseite des Kiefers bilden.

 

 

Wie man mit Hechten richtig umgeht, nach dem Keschern

Den Kescher hält man direkt über dem Hecht fest, damit sich der Rahmen nicht zu sehr verbiegt. Dann lässt man den Kescher auf die Arbeitsfläche hinab und kniet sich neben dem Hecht auf den Boden. Falls er sich wehrt, muss man ihn sanft festhalten. Manchmal beruhigt sich der Hecht, wenn man seine Augen mit einem Karpfensack bedeckt.

Um den Haken lösen zu können, muss man Zugang zum Hechtmaul bekommen. Hier heißt es nun aufpassen. Der Fisch greift zwar den Angler nicht an, hat aber doch einige scharfe Zähne im Maul. Wenn Anglerhand und Hechtzähne sich zu nahe kommen, sind blutige Schnittwunden zu erwarten.

Doch das kann man vermeiden, wenn man vorsichtig genug zu Werke geht. Wichtig ist, dass man niemals mit den Fingern in das Hechtmaul greift, dafür hat man schließlich die Arterienklemme! Man zieht den Handschuh über und steckt den Zeigefinger in den V-förmigen Schlitz, den die beiden Kiemendeckel direkt unter dem Unterkiefer bilden. Wenn man nun den Kopf des Hechts anhebt, öffnet er das Maul.

Wie man mit Hechten richtig umgeht, ganz sanft

Neville ist sich sicher, dass der Hecht sich um so weniger wehrt, je sanfter man ihn behandelt. Wenn man ihn auf der Abhakmatte ruhig festhält, geht alles wesentlich einfacher.

Wie man mit Hechten richtig umgeht, Tipp Abhakmatten

Neben der üblichen Hechtausrüstung – Ruten, Rollen, Vorfächer, Schnapp Angel ist eine Abhakmatte unerlässlich. Wenn der Kampf des Hechts zu Ende ist, muss er auf eine weiche Matte gelegt und möglichst rasch ab geködert werden. Zur Herstellung eigener Matten kann man Schaumstoffstücke verwenden, doch die im Handel erhältlichen Matten sind meist besser geeignet, weil sie kein Wasser und keinen Fischschleim aufnehmen und leichter zu reinigen sind.

Wie man mit Hechten richtig umgeht

Nun kann man den Haken mit der Arterienklemme lösen. Falls der Hecht zu springen versucht, und damit muss man immer rechnen, wenn er die Muskeln anspannt, nimmt man den Finger wieder aus dem Kiemenschlitz und drückt den Hecht sanft zu Boden. Je behutsamer man ihn hält, desto weniger wehrt er sich. Wer mit Drillingen ohne Widerhaken angelt, hat mit dem Hakenlösen keine Probleme, allerdings braucht er Hilfe.

Man bittet einen anderen Angler, das Vorfach festzuhalten, und entfernt den oberen Drilling mit einer langen Arterienklemme. Nur muss man dabei aufpassen, dass sich der erste Drilling nicht wieder im Hechtmaul festsetzt, während man sich um den zweiten kümmert! Für tiefsitzende Haken gibt es im Fachhandel besondere Hakenlöser für Drillinge (z. B. von „Ehmanns“), die ein ab ködern des Hechts erleichtern.

 

Wie man mit Hechten richtig umgeht, Wiegen und fotografieren

Sobald der Haken gelöst ist, kann man den Hecht in einem Karpfensack (oder auch im Kescher) wiegen. Wer möchte, kann den Fisch nach dem Wiegen auch fotografieren lassen. Einen großen Hecht zu halten, ist für einen unerfahrenen Angler manchmal noch etwas schwierig. Man stützt den Fisch mit einer Hand am Kopf ab und mit der anderen Hand direkt vor der Afterflosse.

Den Hecht darf man niemals im Stehen halten; wenn man ihn aus einer solchen Höhe fallen lässt, kann der Fisch schwer verletzt werden. Um den Hecht für die Kamera zu halten, muss man in die Knie gehen. Wehrt er sich, drückt man ihn fest an die Brust. Wenn er zu aktiv wird, muss man ihn allerdings wieder auf die Arbeitsfläche legen.

Wie man mit Hechten richtig umgeht

Wie man mit Hechten richtig umgeht. Neville folgt seinen eigenen Ratschlägen. Er hält den großen Unterfangkescher direkt über dem Hecht fest, damit das Netz nicht zu stark beansprucht wird

Wie man mit Hechten richtig umgeht

Wie man mit Hechten richtig umgeht. Und geht für das Foto in die Knie, damit sich der Hecht nicht verletzt, falls er auf den Boden fällt.

Wie man mit Hechten richtig umgeht

Wie man mit Hechten richtig umgeht. Einen Hecht bei Nacht ab zu ködern, ist schon etwas schwieriger als tagsüber. Das Einlegen des Fingers in den V-förmigen Schlitz am Unterkiefer und das Anheben des Kopfes wollen gelernt sein. Unerfahrene Angler sollten dies erst einmal bei Tag üben.

 

Tipp Nevilles Ratschläge, wie man mit Hechten richtig umgeht

  • Den Hecht möglichst sanft anfassen. Er schlägt dann nicht so wild um sich.
  • Den Fisch im Wiegesack tragen. Man kann ihn so leichter handhaben.
  • Den Umgang mit der Arterienklemme üben, bevor man sie erstmals verwendet.
  • Möglichst zu zweit Angeln gehen, um sich gegenseitig unterstützen zu können.
  • Nicht ohne Handschuhe, Arterienklemme, Matte und Hakenlöser zum Hechtangeln gehen.
  • Nicht zu lange mit dem Fisch aufrecht stehen. Fällt er zu Boden, verletzt er sich schwer.
  • Den Hecht niemals zu lange an Land lassen. Kleine Hechte schnell zurücksetzen.
  • Waage nicht erst aufbauen, wenn der Fisch gefangen ist. Immer gut vorbereitet sein!

Einen Hecht zurückzusetzen ist keine schwierige Sache. Dabei erweist sich der Wiegesack als nützlich, um den Fisch wieder zur Uferkante zu tragen. Wenn man den Fisch gerade und parallel zum Wasser hält, erholt er sich schnell und schwimmt davon.

Falls der Fisch erschöpft ist, stützt man ihn leicht am Bauch ab, bis er wieder bei Kräften ist. Das Abhaken gestaltet sich immer leichter, wenn man zu zweit ist, gerade beim Umgang. mit Draht Vorfächern. Der Fisch sollte nicht länger als fünf Minuten am Ufer bleiben. Kleinere Hechte muss man noch schneller ihrem Element wieder übergeben.

Wie man mit Hechten richtig umgeht

Wie man mit Hechten richtig umgeht. Der britische Meisterangler John Wilson setzt seine Hechte so schnell wie möglich zurück. Das ist in England üblich. Er trägt einen Schutzhandschuh und hält den Hecht unter dem Kopf und direkt vor der Afterflosse fest.

 

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