Fliegenfischen vom Stauseeufer, Saisonabhängige Taktiken

Um Stauseeforellen zu fangen, muss man nicht mit einem Boot hinausfahren, Fliegenfischen vom Stauseeufer kann man auch in Wurfweite

Fliegenfischen vom Stauseeufer, oft halten sie sich in Wurfweite auf und verspeisen dort Brutfische, Mückenlarven und auch Wasserkäfer. Mehr darüber vom Spezialisten für Stauseen Tom Saale.

Fliegenfischen vom Stauseeufer

Fliegenfischen vom Stauseeufer. Zu Saisonbeginn meiden Bach- und Regenbogenforellen das kalte Flachwasser in den Randbereichen, wo der Stausee nicht tiefer ist als 3 m.

Damit man das Fliegenfischen vom Stauseeufer in vollen Zügen genießen kann, braucht man das richtige Angelgerät, und man muss seine Angelstrategie der Jahreszeit anpassen. Eine 10-10 1/2 ft (3 -3,2 m) lange Kohlefaserfliegenrute (AFTMA Klasse 7- 8) reicht, um 25 m Schnur auszuwerfen und die weiter draußen stehenden Forellen zu erreichen.

Kürzere Ruten sind an Stauseen nicht zu empfehlen, weil dann die Hebelkraft fehlt, die beim Haken eines Fisches auf große Distanz von Vorteil ist. Das Auswerfen gestaltet sich mit Keulenschnüren einfacher als mit unverjüngten oder doppelt verjüngten Schnüren, weil sich das Gewicht in den ersten 3 m konzentriert. Schnüre der Klasse 7 oder 8 sind zum Uferangeln ideal.

Meistens nimmt man schwimmende Schnüre. Schnell sinkende und Hi-D-Schnüre mit Bleiseele bleiben dem Fischen im tiefen Wasser vorbehalten. Die Fliegenschnur wird an einer 75 m langen Rückschnur befestigt, anschließend wird mit einem Nadel- oder Nagelknoten ein 30 cm langes Übergangsstück aus 0,40 mm (11,3 kg) starker, steifer Monofilschnur an die Fliegenschnur geknüpft. Das Ende des Übergangsstücks bekommt eine Schlaufe, so dass man die Vorfächer schnell wechseln kann.

Fliegenfischen vom Stauseeufer

Fliegenfischen vom Stauseeufer. Darum geht es beim Uferfischen, das Wasser sorgfältig beobachten und interpretieren, die entsprechenden Fliegen auswählen, richtig auswerfen und schließlich die große Forelle sicher landen.

Vorsicht!

Beim Distanzwurf mit der Keulenschnur darf man nur das verdickte Stück in die Luft bringen. Beim Falten der Schnur in der Luft würde sonst die Beschichtung am Übergang vom unverjüngten zum verjüngten Abschnitt brüchig.

Mit Double-Grinner-Knoten

An Stauseen setzt man möglichst lange Vorfächer ein. Optimal ist die doppelte Rutenlänge, wobei das Vorfach zwei 10 cm lange Seitenarme (Springer) in Abständen von 1,2 m von der Vorfachspitze aufweisen kann. Die Gesamtlänge des Vorfachs sollte mindestens 5 m betragen. Häufig wird eine Nylonschnur von 2,7 kg Tragkraft verwendet. Der Angler sollte zum Anfertigen der Seitenarme den Double-Grinner- Knoten beherrschen. Schnurverwicklungen lassen sich vermeiden, wenn man die schwerste Fliege an die Spitze und die dickste Fliege an den oberen Seitenarm knüpft.

Fliegenfischen vom Stauseeufer

Fliegenfischen vom Stauseeufer. Diese schön gezeichnete Bachforelle stammt vom Ufer eines Stausees und wurde mit einer Nymphe der Größe 12 an einem langen Vorfach überlistet.

 

 

Fliegenfischen vom Stauseeufer, Saisonabhängige Taktiken

Selbstverständlich muss der Angler seine Vorgehensweise der Jahreszeit anpassen. Im April ist das Wasser noch kalt, die Forellen sind relativ träge. Locken nicht gerade schlüpfende Mücken an der Oberfläche, halten sich die Forellen in Grundnähe auf, wo sie sich mit einem langsam geführten, bebleiten schwarzen Streamer verführen lassen. Streamer wie die Viva, Tadpole oder Cat’s Whisker mit ihren beweglichen Marabuschwänzen oder -federn sind am besten.

Sitzt der Streamer an der Vorfachspitze, kann man eine Black-Buzzer-Nymphe an den mittleren Seitenarm und eine Black Zulu an den oberen Seitenarm binden. Für alle drei Fliegen eignen sich Haken der Größe 10. Der Angler wirft mit der schwimmenden Schnur aus und wartet, bis die Fliegen tief abgesunken sind. Dann werden sie langsam wieder eingeholt. Die Rutenspitze sollte sich etwa 20 cm über der Wasseroberfläche befinden, da-mit ein direkter Kontakt mit Schnur und Fliegen erhalten bleibt. Zu Saisonbeginn sind die besten Angelstellen vor den Staumauern und an sanft abfallenden Ufern mit etwa 3 m tiefem Wasser.

Der Doppelschwung beim Fliegenfischen vom Stauseeufer

Fliegenfischen vom Stauseeufer

  1. Soll viel Schnur hinausgeworfen werden, empfiehlt sich der Doppelschwung, eine Wurfmethode, mit der die Schnur um ein Vielfaches schneller wird. Zunächst hält der Angler die Rute parallel zur Wasseroberfläche. Mit der linken Hand ergreift er die Schnur. Es liegen etwa 10-15 m Schnur in einer geraden Linie auf dem Wasser.

Fliegenfischen vom Stauseeufer

  1. Der Angler behält die Schnur in der Hand, hebt die Rute rasch an und beschleunigt, wie bei einem normalen Wurf. Wichtig ist die linke Hand, sie befindet sich beim Hochziehen der Rute etwa in Kopfhöhe.

Fliegenfischen vom Stauseeufer

  1. Wenn das Griffteil der Rute beim Zurückschwingen in einem Winkel von ca. 90° zum Wasser steht, zieht der Angler die Fliegenschnur mit der linken Hand etwa 30 cm hinab. Dies ist der erste Zug.

Fliegenfischen vom Stauseeufer

Fliegenfischen vom Stauseeufer. Mit einer Hi-D-Schnur (extra schwere Leine mit Bleiseele) und kurzem Vorfach taucht und steigt die Booby, wodurch die beweglichen Marabufedern pulsieren.

Fliegenfischen vom Stauseeufer

Fliegenfischen vom Stauseeufer. An der Oberfläche treibende Brut-Imitationen kann man verführerisch abtauchen und wieder an die Oberfläche steigen lassen.

Bei Rückenwind hat das Fliegenfischen vom Stauseeufer wenig Sinn, weil dann das Wasser direkt vor dem Angler am kältesten ist. Besser ist es, wenn der Wind aus Richtung der schnurführenden Hand weht. Wer also mit der rechten Hand die Rute hält, sollte dort fischen, wo der Wind von links weht. Für tiefes Wasser ist eine schnell sinkende Schnur empfehlenswert.

Dazu bindet man mit einer Schlaufe ein 50 cm langes Nylonvorfach an ein 11,3 kg (0,45 mm) starkes Übergangs-stück. Das Vorfach sollte eine Tragkraft von 3,2 kg (0,22 mm) haben. An die Vorfachspitze knüpft man eine schwimmende Black Booby. Man wirft möglichst weit aus und wartet, bis die Schnur bis zum Grund abgesunken ist.

Nun kann man die Booby direkt über dem Grund bewegungslos schweben lassen und die Fliegenschnur dabei ständig zwischen den Fingern halten oder die Fliege langsam einholen.

Im Mai und Juni schlüpfen zahllose Mücken. Das Wasser erwärmt sich, und die Forellen werden aktiv. Jetzt lohnt sich ein Versuch mit einer Pheasant Tail oder Gold Ribbed Hare’s Ear an der Spitze und mit Nymphen an den Seitenarmen. Zeigen sich an der Wasseroberfläche ausgewachsene Stechmücken, knüpft man eine geflügelte Nassfliege an den oberen Seitenarm. Bei regelmäßig steigenden Forellen lässt ein eingefettetes Vorfach die Fliegen dicht unter der Wasseroberfläche verharren. Falls sich dort nichts tut, kann man es mit einer bebleiten Stickfly oder einer Montana-Nymphe an der Vorfachspitze probieren, diese Fliegen lässt man tief absinken und holt sie langsam wieder ein.

 

Tipp Unterricht, beim Fliegenfischen vom Stauseeufer

Auch wenn man sich das Werfen selbst beibringen kann, empfiehlt sich richtiger Wurfunterricht durch einen Experten. Eventuell auftretende Probleme lassen sich dann rechtzeitig ausbügeln, und man erhält wertvolle Hinweise. An vielen deutschen Angelgewässern gibt es einheimische Wurflehrer. Es ist ratsam, im Voraus zu buchen.

Fliegenfischen vom Stauseeufer

  1. Während des Rückschwungs streckt sich die Schnur allmählich. Der Angler bringt die linke Hand wieder in Kopfhöhe und wartet kurz.

Fliegenfischen vom Stauseeufer

  1. Dann zieht der Angler die Schnur beim Einsetzen des Vorschwungs mit der linken Hand etwa 60 cm nach unten. Dies ist der zweite Zug. Am besten prägt man sich die Bewegungen des abgebildeten Anglers genau ein, damit man es beim Üben des Wurfs leichter hat.

Fliegenfischen vom Stauseeufer

  1. Der Angler lässt die Fliegenschnur los und senkt die Rute hinab, so dass sie fast parallel zum Wasser ist. Die Schnur schießt mit einer engen Schlaufe hinaus, und das Vorfach legt sich auch in 25 m Entfernung noch einwandfrei aufs Wasser.

 

Fliegenfischen vom Stauseeufer. Tipp Aufgepasst!

Fliegenfischen vom Stauseeufer

Fliegenfischen vom Stauseeufer. Eine Nymphe bewegt sich im Wasser sehr langsam. Viele Angler holen die Schnur zu schnell ein. Besser ist es, die Fliege von Wind und Wellen treiben zu lassen. Dazu wirft man aus und lässt die schwimmende Schnur einen großen Bereich überstreichen. Man muss aufpassen: Die Bisse sind oft nur schwer zu erkennen.

Fliegenfischen vom Stauseeufer

Fliegenfischen vom Stauseeufer. Anfang Mai und Juni werden solch dicke Forellen nicht selten zur Beute des Uferanglers. Auf Distanzwürfe kann man deshalb zu dieser Jahreszeit meist verzichten.

 

Ende Juni, Anfang Juli schlüpfen die Köcherfliegen, vor allem abends. Die Forellen sind ganz wild auf sie. Zu den beliebtesten Köcher-fliegen-Imitationen gehören die lnvicta, Green Peter, Wickham’s Fancy und Fiery Brown. Mücken stehen nach wie vor auf dem Speiseplan der Forellen, und höchstwahrscheinlich lassen sie sich durch Imitationen von schlüpfenden Fliegen verführen, die an die Oberfläche steigen. „Trockenfliegen“-Muster wie der Shipman Buzzer oder Hopper sind einen Versuch wert. Beide müssen allerdings erst schwimmfähig gemacht werden. Die Fliegen müssen frei im Wasser treiben und sollen nicht eingeholt werden. Auch hier muss sichergestellt sein, dass das Vorfach absinkt. Wird die Fliege genommen, muss man einige Sekunden mit dem Anschlag warten.

Tipp Abstand halten beim Fliegenfischen vom Stauseeufer!

Zu anderen Anglern sollte man immer genügend Abstand einhalten. Als höflich gilt ein Abstand von mindestens 50 m. So kann man den anderen trotzdem noch beobachten.

Im August ist das Wasser an vielen Stellen für Forellen zu warm. Kühler ist das Wasser an dem Ufer, an dem der Angler mit Rückenwind. fischt. Deshalb sollte man bei der Wahl des Angelplatzes auf die Windrichtung achten. In der Hochsaison fressen Forellen häufig Weißfischbrut. Inmitten ufernaher Krautbetten jagen die Forellen mit lautem Klatschen in die Fischschwärme hinein. Dabei verlieren ein paar Brutfischchen das Bewusstsein und steigen an die Oberfläche, wo die Forellen sie sich schnappen.

Eine schwimmenden Ethafoam Fry (Brut-fisch-Imitation mit Schaumstoffkörper) ist dann ideal. Man wirft diese Fliege einfach in die Nähe der jagenden Forellen. Auf gar keinen Fall darf man die Fliege bewegen. Die Forelle nimmt sie wie eine Trockenfliege. Wichtig ist, dass man einige Sekunden mit dem Anschlag wartet, da der Fisch sonst in der Regel nicht richtig gehakt wird.

Je näher der Herbst rückt, desto mehr Schnaken werden aufs Wasser geweht. Für Forellen ein unwiderstehlicher Happen. Falls sich in unmittelbarer Ufernähe nicht viel tut, kann man sich den Wind zunutze machen, um eine schwimmende Schnakenimitation weit hinaustreiben zu lassen. Bekommt man einen Biss, darf man nicht sofort anschlagen, denn der Fisch muss die Fliege erst hinabziehen.

Fliegenfischen vom Stauseeufer

Fliegenfischen vom Stauseeufer. Ein verlockender Angelplatz in der Abenddämmerung: Die Bachforellen kommen auf der Jagd nach Barsch-und Rotaugenbrut

 

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