Ein interessanter Fisch für Spezialisten ist der Gründling

Ein interessanter Fisch für Spezialisten ist der Gründling

Artikel von Angelstunde in Fischarten

Der schlanke, silbrigblaue Gründling ist ein Kleinfisch, der in fast jeder Art von Binnengewässern gedeiht, Kanäle, Flüsse oder künstliche Baggerseen

Der Gründling ist meist bekannt als ausgezeichneter Köderfisch. Doch es gibt auch Angler, die ihn hauptsächlich befischen. In manchen Angel-Wettbewerben bildet er häufig die Basis für den Turniersieg.

 

Ein interessanter Fisch für Spezialisten ist der Gründling



Der Gründling, ein Kleinfisch

Der Gründling ist ein schlankes, silbrig blaues Fischchen mit dunklen Flecken entlang der Flanken sowie schwarzen Tupfen an Schwanz und Rückenflosse. Die Schuppen sind groß, und entlang der Seitenlinie finden sich 40 bis 45 Stück davon. Er sieht einer kleinen Barbe sehr ähnlich, doch Gründlinge haben nur ein Paar Barteln, Barben haben zwei.

 

Ein interessanter Fisch für Spezialisten ist der Gründling

Im Vergleich mit den Händen sieht man auf diesem Bild ganz deutlich, wie klein der Gründling ist. Seine maximale Länge liegt gerade bei 20 cm.

Da Gründlinge am liebsten dicht am Boden lebende Insekten Larven fressen, fängt man sie am leichtesten mit der Stipprute und Würmern oder Maden als Köder, die man hart am Grund anbietet.

 

Nicht besonders wählerisch

Gründlinge gedeihen in Flüssen und Bächen mit Kiesgrund, sind jedoch auch in Kanälen zahlreich vertreten und werden auch in Seen angetroffen. Obwohl der Fisch in Baggerseen nicht sehr häufig vorkommt, wächst er dort besonders gut ab. Gründlinge leben und fressen in dichten Schwärmen. Im Sommer versammeln sie sich mit Vorliebe im Flachwasser, doch mit Beginn des Winters ziehen sie sich in tieferes, ruhigeres Wasser zurück, wo sie sich ausruhen und nur noch wenig fressen.

 

Wie man sich beim Anblick des abgeflachten Bauchs und der in den Maulwinkeln sitzenden Barteln denken kann, frisst der Gründling am liebsten bodenbewohnende Insektenlarven, Krebs– und Weichtiere. Er kann sein Maul röhrenartig ausstülpen und damit wirbellose Kleintiere einsaugen, die sich in den Kieszwischenräumen aufhalten – ein wenig wie ein Staubsauger.

 

Ein interessanter Fisch für Spezialisten ist der GründlingGründling ein Bodenbewohner

Gründlinge lassen sich gut an den beiden Barteln erkennen, von denen je eine im Maulwinkel sitzt. Diese Barteln weisen eindeutig darauf hin, dass der Gründling ein Bodenbewohner ist. Sie enthalten Geschmacksknospen, mit denen der Fisch Nahrung aufspürt und vor dem Fressen schmeckt.

 

 

 

 

 

Lebenszyklus

Der Gründling wird mit zwei bis drei Jahren geschlechtsreif. Er laicht von Mai bis Juni über Steinen und Kraut im flachen Wasser. Beim Männchen bilden sich an Kopf und Schultern kleine weiße Punkte (ein Laichausschlag), die er beim Paarungsspiel an den Flanken des Weibchens reibt – wahrscheinlich stimuliert der Milchner damit die Eiablage.

 


Das Weibchen braucht mehrere Tage, um 800 bis 3000 Eier in zwei oder drei Portionen abzulegen. Für einen so kleinen Fisch ist das eine riesige Anstrengung, und ausgewachsene Gründlinge laichen daher in der Regel nur zwei oder drei Jahre lang und sterben dann.

 

Schönwetterfisch

Die Brut schlüpft nach wenigen Wochen. Zahlenmäßig besonders starke Jahrgänge entstehen in heißen Sommern, da die Brut sich bei Wassertemperaturen von 12 °C oder mehr besonders rasch entwickelt. Das trifft übrigens auch auf Döbel in Flüssen und auf Schleien, Karpfen und Brassen in Seen zu.

 

Das jährliche Wachstum des Gründlings verläuft jedoch relativ langsam, verglichen mit Barben oder Rotaugen. Meist benötigen Gründlinge fünf Jahre, um eine Länge von 15 cm zu erreichen – nur ganz vereinzelt werden sie größer und leben länger.

 

Ein interessanter Fisch für Spezialisten ist der Gründling

Im Sommer halten sich Gründlinge am liebsten in flachen Gewässern mit mäßiger Strömung auf, wo sie sich vor allen Dingen von Weichtieren ernähren, die sie mit Hilfe der Geschmacksknospen in den Barteln gut aufspüren können. Im Winter hingegen fressen Gründlinge nur ganz wenig und ziehen sich in tiefere und ruhigere Gewässer zurück.

 

Wer hätte das gedacht!

In Frankreich ist der Gründling ein beliebter Speisefisch, während er in England zurückgesetzt wird, um vielleicht ein andermal an die Angel zu gehen. Im 19. Jahrhundert war dort das Gründlings Angeln von Stechkähnen aus an der Themse sehr beliebt. Kiesige Flachwasserbereiche wurden mit Rechen aufgewühlt, um den Fisch zur Nahrungssuche zu bewegen.

 

Rekord-Gründlinge

Gründlings-Rekorde gibt es nur für Großbritannien.

 

Den derzeitigen britischen Rekord hält M. J. Bowen mit einem Exemplar von 120 g, das er 1977 im Fischteich von Ebbw Vale, Wales, fing.

 

In Schottland liegt das Mindestgewicht für eine Rekord Meldung bei 112 g- ein Rekord, der wohl niemals aufgestellt wird, da der Fisch nördlich der englisch-schottischen Grenze äußerst selten ist.

 

Vorkommen

Gründlinge sind weit verbreitet und finden sich in zahlreichen Gewässern. Während sie im Sommer Flachwasser bevorzugen, ziehen sie im Winter in tieferes, ruhigeres Wasser.

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