Im Sommer an kleinen Flüssen, Graham Marsden gibt Tipps

Um im Sommer an kleinen Flüssen erfolgreich Angeln zu können, sollte man den Fluss kennen. Reden Sie mit Anglern, die sich dort auskennen.

Wie man im Sommer an kleinen Flüssen erfolgreich angelt? Graham Marsden verrät uns die besten Fangplätze dieser Gewässer. Auch kleinere Flüsse haben ihren Reiz. Wie Schlangen im Ufer gras winden sie sich durch die Landschaft.

Im Sommer an kleinen Flüssen

Im Sommer an kleinen Flüssen, Graham Marsden gibt Tipps

Manchmal so extrem, dass der Fluss in die entgegengesetzte Richtung fließt. Die Strömung trifft mit beträchtlicher Energie auf die Biegungen, natürlich ganz besonders, wenn der Fluss Hochwasser führt.

Im Sommer an kleinen Flüssen, Graham Marsden gibt Tipps

Im Sommer an kleinen Flüssen. Ein typischer kleiner Fluss mit einem urwaldartigen Uferbewuchs. Hier macht sich ein pfiffiger Angler eine Insel zunutze, um mitten in der Strömung zu fischen. Von der Insel aus ist es kein Problem, den Köder im etwas tieferen Wasser zu führen. Häufig zahlt es sich aus, tiefer aussehende Kanäle, Löcher, Lücken im Kraut und die Wasserbereiche um versunkene Bäume und Inseln etwas genauer in Augenschein zu nehmen.

 

Wechselnder Charakter

Durch die Strömung werden Ufer unterspült, Wurzeln freigelegt und Treibgut an überhängende Zweige gedrückt. Mit jedem Kubikmeter Wasser, der durch das Flussbett fließt, ändert sich der Charakter des Flusses.

So ist jede Angelstelle einzigartig, und der Angler kann an einem Vormittag vielleicht ein ganzes Dutzend grundverschiedener Angelplätze ausprobieren.

Im Sommer an kleinen Flüssen findet man außergewöhnlich viele verschiedene Fischarten: Aale, Rotaugen, Barsche, Hechte, Döbel, Hasel, Barben und vor allem in Flüssen mit sehr sauberem Wasser sogar Forellen und Äschen. Es wäre jedoch weit gefehlt anzunehmen, dass in einem kleinen Fluss auch nur kleine Fische vorkommen. In den meisten kleinen Flüssen gibt es Fische, die mindestens die Größe ihrer Verwandten in den größeren Flüssen erreichen.

Im Sommer an kleinen Flüssen

Im Sommer an kleinen Flüssen. Graham ködert einen Döbel ab, den er in einem kleinen Fluss gefangen hat. Dieser Fisch ließ sich mit einer Stickpose verführen. Eine sehr vielseitige Methode, die für viele Angelstellen an kleinen Flüssen geeignet ist.

Im Sommer an kleinen Flüssen

Im Sommer an kleinen Flüssen. Diese Angelstelle sieht wirklich interessant aus. Die Winterhochwasser haben die Ufer kräftig unterspült, so dass ein Baum ins Wasser gefallen ist. An seiner Unterseite hat sich Treibgut gesammelt, das Döbeln und Barben als Unterstand dient. Dieser Angler hat mit einer Quivertip-Rute eine Barbe aus ihrem Versteck gelockt.

Den Fluss kennenlernen

Um kleinere Flüsse kompetent beangeln zu können, muss man das Gewässer genau kennen. Am Anfang stehen Unterhaltungen mit Anglern, die sich dort schon auskennen. Dann schaut man sich das Flüsschen in Ruhe an und probiert hier und da mal eine Angeltaktik.

Bei niedrigem Wasserstand kann man an diesen Flüsschen die Fische sehen, was bei größeren, trüben Strömen meist unmöglich ist. Mit einer Polarisationsbrille kann man die Fische ausmachen und sogar die Art bestimmen, falls man nahe genug heranschleichen kann.

Wer sich lediglich am Ufer umsieht, sollte mehr auf die Besonderheiten des Gewässers als auf die Fische achten. Dann merkt man sich die Position von Krautbetten und anderen Hängern sowie fischverdächtige Stellen.

Beispielsweise Vertiefungen, wenn der Fluss über sandigen, kiesigen oder schlammigen Grund strömt. Dieses Wissen kommt dem Angler zugute, wenn der Fluss leichtes Hochwasser führt und das Wasser trübe ist. Zwar lässt sich dann oft am besten fischen, doch sind viele der sonst sichtbaren Merkmale verdeckt. Nichts ist schlimmer, als bei Hochwasser einen fremden Fluss zu beangeln. Bei getrübtem Wasser wird es schwierig, ohne auszuloten zwischen tiefen und flachen Stellen zu unterscheiden.

 

 

Für jeden etwas, im Sommer an kleinen Flüssen

An kleinen Flüssen findet man alle erdenklichen Angelstellen und unzählige Varianten zu jedem Typ dieser Angelbereiche. Tiefe Löcher und gleichmäßig fließende Abschnitte gibt es häufig an der Außenseite von Biegungen.

Hier findet man Rotaugen, Barsche, Hasel und Döbel. Im ruhigen Wasser an der Innenseite der Biegung stößt man auf Hechte, die nach einer leichten Beute Ausschau halten. Oftmals ist das Ufer an der Außenseite der Biegungen durch die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern so gefestigt, dass die Strömung es weit unterspülen kann, ohne dass es einstürzt.

Hier leben die größeren Döbel und dicke Aale. Das schnelle, flache Wasser ist im Sommer immer einen Versuch wert. Es ist sauerstoffreich und verkrautet und bietet den Fischen die nötige Deckung, die sie vor den Raubfischen schützt.

Besonders Barben lieben solche Stellen mit starkem Pflanzenwuchs. Wo überhängende Zweige ins Wasser ragen, sammelt sich Treibgut an: Äste, abgestorbene Pflanzenteile, Blätter und was sonst noch den Fluss hinuntertreiben mag (besonders bei Hochwasser).

 

Im Sommer an kleinen Flüssen. Der Weg zum Fluss

Suchen Sie auf einer Landkarte möglichst einen Fluss, der sich schlängelt, fahren Sie vor Ort und fragen Sie! So findet man Perlen wie die Bünzau im schleswig holsteinischen Naturpark Aukrug.

Im Sommer an kleinen Flüssen. Tipp Rechtzeitig weiterziehen

Angelstellen an kleinen Flüssen weisen zwar häufig ganze Schwärme auf, enthalten jedoch nur wenige große Fische. Hat man dort nun zwei oder drei Fische gefangen und die Bisse bleiben aus, sollte man weiterziehen. Kann man doch davon ausgehen, dass die nicht gefangenen Fische längst die Flucht ergriffen haben.

Im Sommer an kleinen Flüssen

Im Sommer an kleinen Flüssen. Swingender-Methoden sind gut für Wehrbecken. In Flugbereichen, wo man einen Köder durch Rauschen, Treibgutteppiche oder unterspülte Bereiche treiben lassen möchte, eignen sich einfache Link-Leger (Montage mit einem Seitenarm) mit SSG-Schrot. Top-Köder sind Würmer, Brot, Nacktschnecken und Caster.

Im Sommer an kleinen Flüssen

Im langsameren Wasser sind Rotaugen und Hasel eine leichte Beute für die dort im Uferkraut lauernden Hechte und Barsche.

Über den Fischen zieht sich ein Treibgutteppich zusammen. Vor allem Döbel lieben derartige Stellen. Ein Versuch mit schwimmender Brotkruste, die man direkt neben einem solchen Treibgutteppich anbietet, lohnt sich immer, besonders an Sommerabenden.

Wo die Strömung eine Biegung verlässt, bildet sich häufig ein gleichmäßig strömender Fluss abschnitt, der weiter unten allmählich in flacheres und schnelleres Wasser übergeht. Solche Stellen sind gut für Rotaugen und Döbel.

Wo das Wasser wieder flach wird, unmittelbar vor dem schnelleren Strömungsbereich, ist häufig mit Haseln zu rechnen.

Wehrgumpen sind gerade im Sommer für alle Fischarten hervorragende Stellen. Das liegt daran, dass das Wasser beim Sturz über den Wehrrand den eher abgestandenen Fluss mit Sauerstoff anreichert. Direkt unterhalb des Wehrs findet man Barben, während sich im ruhigeren Wasser weiter unten Döbel und Rotaugen aufhalten.

Hechte und Barsche bevölkern die langsameren Wirbel am Rand des Wehrbeckens, begeben sich zum Rauben aber auch gerne ins schnellere Wasser, wenn die Beute nicht zu ihnen kommt. Hasel findet man im schnelleren Wasser am Auslauf des Wehrbeckens.

Im Sommer an kleinen Flüssen

Im Sommer an kleinen Flüssen. Drei schöne Hasel sind kein sonderlich aufregender Fang für einen Vormittag. Doch an leichtem Geschirr können Hasel durchaus zeigen, was in ihnen steckt. An warmen Sommerabenden lassen sich Döbel und Hasel auch gut mit einer Trockenfliege fangen.

 

Wie man im Sommer an kleinen Flüssen die Fische fängt

Auch wenn an vielen kleineren Flüssen die Fischerei mit leichter Schnur und kleinen Haken die beste Methode ist, gibt es viele Flüsschen, die nur gegen schwereres Geschirr und größere Köder ihre besten Fische preisgeben.

Eine sehr gute Methode zum sommerlichen Döbel angeln besteht darin, eine Nacktschnecke an einer einfachen, freien Leine mit einem Haken der Größe 4 und einer Schnurstärke von ca. 0,20 mm (2,5 kg) anzubieten.

Dazu schleicht man sich an den Fluss heran, macht einen Döbel ausfindig und wirft ein kleines Stück oberhalb ein, so dass die Nacktschnecke an dem Fisch vorbeitaumelt. Sobald die Schuppen aufblitzen und die Nacktschnecke verschwindet, schlägt man an. Die Technik funktioniert auch gut mit großen Tauwürmern für Döbel und Barben.

Im Sommer an kleinen Flüssen, Graham Marsden gibt Tipps

Im Sommer an kleinen Flüssen. Dieser Angler freut sich mit Recht über eine 3,2 kg schwere Barbe, die er in einem kleinen Wehrbecken gefangen hat. Ihr stromlinienförmiger Körper und die großen Flossen machen die Barbe zu einem extrem kraftvollen Kämpfer.

 

Tipp Zauberwort Tarnung

Ein leicht ausgemachter Fisch kann auch den Angler sehen. Bei der Montage des Angelgeschirrs darf man nicht direkt am Ufer stehen und muss unter der Horizontlinie bleiben. Der Angelstelle nähert man sich unter Ausnutzung jeder Deckungsmöglichkeit. Eventuell muss der Angler auf allen Vieren kriechen. Die Kleidung sollte dunkel sein.

 

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