3 Tage Jagd auf den Snook, sie erinnern ein wenig an Hechte

Der Snook ist nicht gerade für seine Wildheit berühmt, doch John Watson hat, die 3 Tage Jagd auf den Snook, ganz andere Erfahrungen gemacht

3 Tage Jagd auf den Snook. Seit meiner letzten Reise nach Florida geisterte mir der flachköpfige Meeresräuber mit seinem langgestreckten Körper und dem bösartigen Gesichtsausdruck durch den Kopf. Nicht etwa, weil ich die Fluchten und Kapriolen eines fliehenden Snook schon einmal erlebt hätte; im Gegenteil, weil ich zahllose Stunden und eine Menge hart verdienter Dollar mit der erfolglosen Jagd auf diesen Fisch vergeudet hatte.

3 Tage Jagd auf den Snook, sie erinnern ein wenig an Hechte

3 Tage Jagd auf den Snook, sie erinnern ein wenig an Hechte

Diesmal sollte alles anders werden. Die Erfahrungen, die ich auf meiner letzten Reise gesammelt hatte, gaben mir Zuversicht, und mein Führer versicherte mir, dass Ende Mai die Jahreszeit für den Snook sei. Drei Tage hatte ich Zeit. Mein erster Snook konnte nur noch wenige Stunden entfernt sein.

 

3 Tage Jagd auf den Snook. Deprimierender Anfang

Der erste Tag war ein Fiasko. Weder der Snook noch irgendein anderer Fisch interessierten sich für meinen Köder. Am zweiten Tag nahm dann tatsächlich ein Snook den Köder, verfehlte allerdings den Haken. Am dritten Angeltag hatte ich meine letzte Chance. Also änderte ich nach einigen Stunden meine Taktik und band einen Wobbler an die Schnur.

Kurze Zeit später passierte es: ein Wurf, ein großes Wirbeln und eine unglaubliche Flucht. Alles, was ich über den Fisch gehört hatte, bestätigte sich in diesem Moment.  Über die nächsten Minuten möchte ich gar nicht viel sagen. Außer vielleicht, dass der Fisch schließlich geschlagen an der Oberfläche lag, mein Führer und ich uns bei der Landung ins Gehege kamen, der Fisch den Haken abschütteln konnte … und davonraste. Sollte ich wieder ohne jeden Erfolg drei Tage und dazu einen Haufen Geld investiert haben? Irgendwie musste ich dem Glück nachhelfen.

3 Tage Jagd auf den Snook, sie erinnern ein wenig an Hechte

3 Tage Jagd auf den Snook. Meeräschen sind ein hervorragender Snook-Köder. Auch der Mojarra , der aussieht wie ein Meerbrassen, ist eine gute Alternative. Kunstköder wie beispielsweise Wobbler und Jigs sind ebenfalls ausgezeichnet geeignet.

 

Tipp Was ist ein Snook?

Snooks sind schnelle Räuber, erinnern ein wenig an Hechte. Der Name kommt vom holländischen Wort snoek (Hecht). Der Fisch wird bis 18 kg schwer, doch bereits mit 4,5 kg ist es ein guter Fisch. Er lebt in flachen tropischen und subtropischen Meeren, besonders vor Amerika.

3 Tage Jagd auf den Snook. Letzte Hoffnung Landungsbrücke

Ich besorgte mir etwas Brotkrume und begab mich hinunter an die Bootsanlegestelle, wo ich eine kleine Meeräsche fing, die ich als Köder benutzen wollte. Dann machte ich mich auf den Weg zu einer einsamen Landungsbrücke, an der ich schon mehrmals vorbeigekommen war. Der Snook liebt solche Stellen. Sie eignen sich bestens für Überfälle auf Beutefische.

Das Wasser war nur etwa 60 cm tief, und ich musste mich ganz still verhalten. Die Meeräsche hatte ich bereits angeködert, und so schlich ich vor-sichtig zum Ende der Mole hin. Ein einziger lauter Schritt, und ich hätte hier das Snook-Angeln gleich vergessen können! Zehn Schritte vor dem Ende der Landungsbrücke machte ich Halt.

Ich passte auf, dass die Rutenspitze nur ganz wenig über den Rand hinausragte, und ließ die Meeräsche ins Wasser ab. Kaum hatte der Köderfisch die Oberfläche berührt, als er auch schon mit einem riesigen Wirbel von einem Snook verschlungen wurde, der aus seinem mit Rankenfußkrebsen bedeckten Versteck herausgeschossen war. Erst nach 30 m verlangsamte sich die Flucht des Fisches.

3 Tage Jagd auf den Snook, sie erinnern ein wenig an Hechte

3 Tage Jagd auf den Snook. Diese hölzerne Landungs-brücke bescherte John den ersten Snook, allerdings bei ruhigeren Verhältnissen. Der Snook liebt derartige Bauten, wo er gut versteckt auf Beutefische lauern kann.

Im nächsten Moment raste er dann in eine andere Richtung davon. Immerhin kam er nicht in die Nähe der Landungsbrücke zurück. Das Tempo, mit dem die Schnur aus der Spule verschwand, war beeindruckend. Nach drei Fluchten war ich ganz außer Atem. Dem Snook ging es nicht anders. Mit offenem Maul lag sein großer silberner Kopf nun an der Oberfläche, so dass ich ihn sicher an die Landungsbrücke heranführen konnte. Ich sprang hinunter ins flache Wasser, um einen weiteren Fehler am Netz zu vermeiden. Ein schönes Specimen-Exemplar von 5,9 kg!

3 Tage Jagd auf den Snook, sie erinnern ein wenig an Hechte

3 Tage Jagd auf den Snook. John Watson mit seinem 5,9 kg schweren Snook. Charakteristisch sind der flache Kopf und die dunkle Seitenlinie. Ihr verdankt der Fisch seinen englischen Spitznamen „Linesider“.

 

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