Angler-Image So verbessern Sie Ruf Müllbilanz u. Miteinander

Teile die Seite, wenn sie dir gefällt. Danke

Angler Allen Edwards zeigt. Kein Müll, richtiger Fischumsatz und mehr! Entdecken Sie 7 Tipps für verantwortungsvolle Angeln und besseres Image

Zuletzt aktualisiert am 24. März 2026

Warum das Image des Anglers heute wichtiger ist denn je

Rund 3,4 Millionen Menschen gehen in Deutschland regelmäßig angeln. Damit zählt das Angeln zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten des Landes. Und dennoch ist das öffentliche Bild des Anglers gespalten. Naturschützer, Spaziergänger und Medien verbinden Angeln oft mit Umweltverschmutzung, Tierleid und rücksichtslosem Verhalten am Ufer.

Dieses Bild ist in den meisten Fällen ungerecht. Doch es ist real. Es beeinflusst Gesetzgebung, Angelverbote und den gesellschaftlichen Rückhalt für unseren Sport. Wer angelt, trägt deshalb Mitverantwortung für das Ansehen der gesamten Angelgemeinschaft.

Dieser Artikel zeigt dir, wie du das Image des Anglers aktiv verbessern kannst. Mit konkreten Verhaltensregeln, einem aktuellen Blick auf die gesellschaftliche Debatte und einem Ranking der wirkungsvollsten Maßnahmen.

Angler-Image So verbessern Sie Ruf Müllbilanz u. Miteinander

Rangliste der 10 wirkungsvollsten Maßnahmen für ein besseres Angler-Image

Diese Rangliste basiert auf Erfahrungen, Studien zu Naturnutzerkonflikten und den Empfehlungen britischer und deutscher Angelverbände.

Rang Maßnahme Wirkung Aufwand
1 Müll komplett mitnehmen Sehr hoch Sehr gering
2 Angelschnur fachgerecht entsorgen Sehr hoch Gering
3 Fische schonend behandeln und zurücksetzen Sehr hoch Mittel
4 Uferpflanzen schützen Hoch Gering
5 Anderen Naturnutzern freundlich begegnen Hoch Gering
6 Auf soziale Medien setzen Hoch Mittel
7 Angelverbände aktiv unterstützen Hoch Mittel
8 Jugendliche und Einsteiger begleiten Sehr hoch langfristig Hoch
9 Setzkescher nur artgerecht verwenden Mittel Gering
10 Regelkenntnisse auffrischen und weitergeben Mittel Gering

Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Anglern in Deutschland

Das Bild des einsamen Männleins mit Angelrute hat sich gewandelt. Angeln ist heute vielfältiger, jünger und weiblicher als je zuvor. Laut aktuellen Erhebungen des Deutschen Angelfischerverbandes hat sich der Frauenanteil unter Anglern in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Auch junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren greifen wieder häufiger zur Rute.

Trotzdem kämpft das Angeln mit einem strukturellen Imageproblem. Die Gründe liegen nicht nur im Verhalten einzelner Angler, sondern auch in der medialen Darstellung und in gesellschaftlichen Debatten über Tierschutz und Naturnutzung.

Was Nichtangler über Angler denken

Umfragen zeigen immer wieder ähnliche Muster. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung sieht das Angeln kritisch. Häufige Vorwürfe sind Tierleid durch Angelhaken, Müll am Ufer, Störungen empfindlicher Ökosysteme und rücksichtsloses Verhalten gegenüber anderen Erholungssuchenden.

Ein kleinerer, aber lauterer Teil der Bevölkerung lehnt das Angeln grundsätzlich ab und bezeichnet es als veraltete Freizeitpraxis ohne gesellschaftliche Berechtigung. Diese Stimmen werden durch soziale Medien verstärkt und finden Gehör in politischen Debatten.

Was Angler wirklich leisten

Was in dieser Debatte oft untergeht, ist der enorme Beitrag der Angelgemeinschaft zum Gewässerschutz. Angelvereine pachten und pflegen Gewässer, finanzieren Fischbesatz, engagieren sich bei Gewässerrenaturierungen und melden Umweltverschmutzungen. Allein die deutschen Angelfischerverbände investieren jährlich viele Millionen Euro in den aktiven Gewässerschutz.

Angler kennen ihre Gewässer oft besser als jede Behörde. Sie bemerken Veränderungen in Fischbeständen, Wasserqualität und Uferzustand als erste und können als frühes Warnsystem für ökologische Schäden wirken.

Dieses Potenzial kommt in der öffentlichen Wahrnehmung viel zu selten an. Das ist eines der zentralen Probleme, an dem gearbeitet werden muss.


Angler-Image So verbessern Sie Ruf Müllbilanz u. Miteinander

Eine Drossel hat sich in einem weggeworfenen Stück Angelschnur verfangen und starb

 

Gefährliche Angelschnur und was du konkret tun kannst

Eine der häufigsten Gefahren für Wildtiere an Gewässern ist weggeworfene oder verlorene Angelschnur. Dünne Nylonschnüre sind für Vögel, Kleinsäuger und Fische nahezu unsichtbar. Sie können sich um Beine, Flügel oder den gesamten Körper wickeln und zu qualvollen Verletzungen führen.

Das Problem entsteht nicht immer durch Leichtfertigkeit. Schnüre reißen, verheddern sich in Ästen und landen im Wasser oder am Ufer. Wer mit zu dünnen Schnüren fischt, riskiert Schnurbrüche und verliert damit nicht nur den Fisch, sondern auch Schnurstücke, Haken und Montagen in der Natur.

Die zehn häufigsten Fehler beim Umgang mit Angelschnur

  1. Alte Schnur einfach ins Gras oder ins Gebüsch werfen
  2. Verheddertes Material in der Natur zurücklassen
  3. Schnüre mit viel zu geringer Tragkraft für die Zielfischart verwenden
  4. Keine Schere oder Schnursammler dabei haben
  5. Abgeschnittene Schnurenden auf dem Boden liegenlassen
  6. Schnurreste ins Wasser werfen statt einzupacken
  7. Montagen nach Verhängern einfach abreißen und liegen lassen
  8. Keine Reserveschnur dabei haben, wodurch gerissene Schnur notdürftig zusammengeknotet wird
  9. Billigschnüre verwenden, die schneller breiden und brüchig werden
  10. Fremde Schnurreste am Ufer ignorieren statt mitzunehmen

Was wirklich hilft

Kaufe dir einen kleinen Schnursammler oder eine leere Filmdose als Behälter für Schnurreste. Das kostet nichts und löst das Problem vollständig. Viele moderne Angelboxen haben bereits eingebaute Schnurhalterungen für abgeschnittene Reste.

Noch wichtiger ist die Schnurwahl selbst. Verwende immer eine Schnur mit ausreichender Tragkraft für deine Zielfischart. Ein Schnurbruch ist nicht nur für das Tier schädlich, das mit Haken und Montage davon schwimmt. Er ist auch eine Umweltverschmutzung, die du vermeiden kannst.


Angler-Image So verbessern Sie Ruf Müllbilanz u. Miteinander

Allen Edwards ist Angler und Journalist in Großbritannien. In dem großen Angellexikon „Collins Encyclopedia of Angling“, schrieb er den Teil über das Friedfischangeln. Er ist auch einer der Autoren des Angelbuchs für Anfänger „Fishing for Beginners“

 

Der richtige Umgang mit dem Fisch

Kein anderes Thema wird in der öffentlichen Debatte über das Angeln so emotional diskutiert wie der Umgang mit dem gefangenen Fisch. Tierschutzorganisationen und eine wachsende Zahl von Naturschützern beobachten das Verhalten am Wasser sehr kritisch. Wer hier schlampt, schadet nicht nur dem Fisch, sondern dem gesamten Image des Angelns.

Die Grundregeln für tierschutzgerechtes Angeln im Überblick

Der Fisch sollte so kurz wie möglich aus dem Wasser gehalten werden. Alles, was länger als 30 Sekunden dauert, ist zu lang. Wer Fotos machen möchte, sollte kamera- und handybereit sein, bevor der Fisch aus dem Wasser kommt, nicht danach.

Nasse Hände oder ein nasses Tuch sind beim Anfassen des Fisches Pflicht. Trockene Hände beschädigen die Schleimhaut des Fisches und erhöhen das Risiko von Infektionskrankheiten erheblich.

Haken sollten immer mit einem geeigneten Hakenlöser entfernt werden. Wer mit bloßen Fingern an einem tief verschluckten Haken herumreißt, verletzt den Fisch schwer. Moderne Hakenentferner kosten wenige Euro und sollten zur Grundausstattung jedes Anglers gehören.

Setzkescher richtig einsetzen und wann man ihn weglässt

Der Setzkescher ist eines der umstrittensten Werkzeuge beim Angeln. Richtig eingesetzt, hält er Fische kurzzeitig und schonend. Falsch eingesetzt, wird er zur Quelle von Stress, Verletzungen und sogar zum Tod des Fisches.

Die wichtigsten Regeln beim Setzkeschergebrauch im Überblick

Setzkescher sollten immer vollständig im Wasser liegen, nicht halb herausgezogen am Ufer hängen. Das Netz muss lang genug sein, damit die Fische aufrecht stehen können. Überfüllung ist eine der häufigsten Ursachen für Fischverluste im Setzkescher.

Barben, Karpfen und andere empfindliche Arten sollten grundsätzlich nicht in den Setzkescher. Sie reagieren auf Einengung besonders stressempfindlich. Wer diese Arten fängt, sollte sie sofort zurücksetzen.

Im Wettkampfangeln gehören Setzkescher zur Pflichtausrüstung. Hier ist besondere Sorgfalt gefordert. Wenn das Ergebnis gezählt ist, kommen die Fische sofort zurück ins Wasser.

Catch and Release als Standard

Die Praxis des Zurücksetzens von Fischen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Das ist positiv für Fischbestände und für das Image des Angelsports. Catch and Release sollte aber kein Deckmantel sein für schlechte Technik. Ein schlecht behandelter Fisch, der halbherzig zurückgesetzt wird, überlebt die nächste Stunde oft nicht.

Wer Fische zurücksetzt, sollte sie ausreichend lange im Wasser halten und erst loslassen, wenn der Fisch sich stabilisiert hat und selbstständig davonschwimmt. Bei erschöpften Fischen kann das mehrere Minuten dauern.


Angler-Image So verbessern Sie Ruf Müllbilanz u. Miteinander

An diesem herrlichen Angel See wurde aus einem Stück weggeworfener Angelschnur eine Todesfalle. Selbst viel kürzere Enden von Angelschnur können leicht zu Todesfallen werden

 

Müll am Ufer als größter Imagekiller

Wenn eine Gruppe von Spaziergängern einen Angelplatz mit leeren Dosen, Plastiktüten, Wurmerdebehältern und alten Schnurresten vorfindet, dann prägt sich dieses Bild. Es prägt sich tief ins Gedächtnis ein und wird beim nächsten Gespräch über Angeln reproduziert.

Dabei braucht es keine großen Aktionen. Es braucht nur einen kleinen Müllbeutel im Rucksack. Wer am Ende des Angeltages sein Gepäck zusammenpackt und dabei auch jeden Bonbonwickel, jede Bierdose und jedes Schnurende mitnimmt, leistet einen konkreten Beitrag zur Verbesserung des Angler-Images.

Was am häufigsten zurückgelassen wird

Leere Getränkedosen sind das sichtbarste Problem. Gerade Dosen mit scharfen Kanten nach dem Öffnen sind gefährlich für Tiere, die auf der Suche nach Futterresten in die Dose kriechen oder schlüpfen und sich dabei schwer verletzen können.

Aber auch scheinbar harmloser Müll ist ein Problem. Plastikverpackungen von Ködern, Styroporbecher, Essensreste und Papier verwandeln sich nach wenigen Regentagen in schwer entfernbaren Schmutz. Wer diesen Müll am Ufer lässt, bestätigt jedes Vorurteil.

Fremden Müll mitsammeln

Noch wirkungsvoller ist das Aufsammeln von fremdem Müll. Wer sieht, dass ein anderer Angler Reste hinterlassen hat, und diese einfach einpackt, macht mehr für das Angler-Image als jede Werbekampagne.

In Großbritannien ist diese Praxis seit vielen Jahren Teil der Angelkultur. Britische Angler sind oft mit einem Müllbeutel unterwegs und sammeln am Ende des Tages den Bereich um ihren Angelplatz auf, unabhängig davon, wer den Müll verursacht hat. Das ist ein vorbildliches Verhalten, das in Deutschland häufiger praktiziert werden sollte.


Angler-Image So verbessern Sie Ruf Müllbilanz u. Miteinander

Unter dem Angelschirm sitzt Meisterangler Tom Pickering, Großbritanniens bester Matchangler und Einzelweltmeister des Jahres 1989. Pickering steht ganz oben auf der Liste von Allen Edwards als einer der rücksichtsvollsten und verantwortungsvollsten Angler

 

Uferpflanzen schützen und warum das mehr bringt als du denkst

Das Zertrampeln von Uferpflanzen gehört zu den weniger offensichtlichen, aber langfristig schädlichen Verhaltensweisen am Wasser. Angler neigen dazu, sich einen möglichst freien Bereich am Ufer zu schaffen. Röhrichte, Seggenbestände und Hochstauden werden niedergetreten oder abgemäht, um einen bequemen Zugang zum Wasser zu schaffen.

Was dabei zerstört wird, ist mehr als nur Pflanzenmaterial. Ufervegetation ist Laichhabitat für Fische, Brutgebiet für Wasservögel, Deckungsraum für Frösche und Kleinfische und ein natürlicher Filter für das Gewässer. Wer diese Strukturen regelmäßig zerstört, arbeitet direkt gegen den Fischbestand, den er zu befischen hofft.

Hinzu kommt ein praktischer Aspekt, der häufig übersehen wird. Ein Angler, der sich hinter Schilf oder Hochstauden verbirgt, wird von den Fischen schlechter wahrgenommen. Forellen, Karpfen und andere scheue Fischarten reagieren sehr empfindlich auf Bewegung und Schatten am Ufer. Wer im Deckungsschutz der Ufervegetation fischt, fängt oft deutlich mehr als der Angler, der auf freigetrampeltem Boden offen am Wasser steht.

Das Schützen von Uferpflanzen ist also nicht nur ein ökologisches Gebot, sondern auch eine effektive Fangstrategie.


Angler-Image So verbessern Sie Ruf Müllbilanz u. Miteinander

Leere Mais- und Frühstücksfleischdosen, ein Plastikbeutel: Wenn Sie am Ufer die Abfälle anderer Angler finden, dann räumen Sie diese Abfälle weg. Die scharfen Kanten der Dosen können viele Tiere, die nach Nahrungsresten in der Dose suchen, ernsthaft verletzen

 

Soziale Medien als Chance für das Angler-Image

Kaum ein Bereich hat das Image des Angelns in den vergangenen Jahren stärker beeinflusst als die sozialen Medien. Instagram, YouTube, TikTok und Facebook haben eine völlig neue Öffentlichkeit für den Angelsport geschaffen.

Das ist eine Chance und ein Risiko zugleich.

Was gute Angelinhalte in sozialen Medien leisten

Wenn ein junger Angler ein Video postet, in dem er einen Karpfen vorbildlich behandelt, schonend hält und sorgfältig zurücksetzt, dann sehen das möglicherweise zehntausende Menschen. Wenn er dabei erklärt, warum er das so macht, und dabei ruhig und freundlich wirkt, dann trägt er mehr zum positiven Angler-Image bei als zehn Vereinsbroschüren zusammen.

Angelinhalte, die Natur und Gewässer liebevoll darstellen, die zeigen, wie viel Wissen und Geduld dieser Sport erfordert, und die das Erleben am Wasser in den Vordergrund stellen, gewinnen immer neue Fans. Viele dieser Fans kommen aus Bevölkerungsgruppen, die dem Angeln bisher skeptisch gegenüberstanden.

Was du vermeiden solltest

Fotos und Videos, die Fische auf trockenem Boden zeigen, die Hände in den Kiemen zeigen, oder die Fänge in einer Weise präsentieren, die nach Trophäenschau aussieht, tun dem Image des Anglers erheblichen Schaden.

Ebenso problematisch sind aggressive Reaktionen auf kritische Kommentare. Wer auf tierrechtliche Kritik mit Beleidigungen oder Abwimmeln reagiert, verliert die Diskussion, auch wenn er inhaltlich im Recht ist. Ein ruhiges, sachliches und freundliches Auftreten in sozialen Medien ist eine der wirkungsvollsten Formen der Öffentlichkeitsarbeit.

Der Hashtag als Werkzeug

Wer in sozialen Medien aktiv ist, sollte Begriffe wie Gewässerschutz, Catch and Release, Naturschutz und Fischwasser verwenden. So werden Beiträge auch von Menschen gefunden, die nicht aktiv nach Angelinhalten suchen, aber an Natur und Umwelt interessiert sind. Das verbreitert die Reichweite und öffnet neue Zielgruppen für eine positive Darstellung des Angelsports.


Angler-Image So verbessern Sie Ruf Müllbilanz u. Miteinander

Angeln im Rhein

 

Was britische Angler uns seit Jahrzehnten voraushaben

Allen Edwards, Angler, Journalist und Autor des Standardwerks über Friedfischangeln in der Collins Encyclopedia of Angling, hat schon in den 1990er Jahren darauf hingewiesen, dass Angeln ohne Verantwortungsbewusstsein keine Zukunft hat.

Edwards arbeitete jahrelang für die ACA, die Anglers Cooperative Association in Großbritannien. Diese Vereinigung wurde gegründet, um gegen Gewässerverschmutzung zu kämpfen und die Interessen der Angler als Naturschutzverbund zu vertreten. Allein im Sommer 1990 leitete die ACA 43 Strafverfahren gegen Umweltverschmutzer ein. Die überwiegende Mehrheit dieser Verfahren wurde gewonnen.

Das Modell der ACA zeigt, was möglich ist, wenn Angler organisiert auftreten. Sie sind nicht Verursacher von Umweltproblemen, sondern deren entschiedenste Bekämpfer. Dieses Selbstverständnis ist der Kern eines positiven Angler-Images.

Tom Pickering, mehrfacher Weltmeister und einer der erfolgreichsten Wettkampfangler Großbritanniens, bringt es auf einen einfachen Punkt. Wer mit Freude angelt und diese Freude auf andere überträgt, macht die Sache richtig. Für andere, für die Natur und für sich selbst.


Angelverbände und was sie wirklich leisten

In Deutschland sind rund 700.000 Angler in Vereinen organisiert, die dem Deutschen Angelfischerverband oder dem Verband Deutscher Sportfischer angehören. Diese Verbände sind nicht nur Lobbyorganisationen für den Angelsport. Sie sind aktive Naturschutzorganisationen.

Angelvereine pachten Gewässer und übernehmen damit Verantwortung für deren Zustand. Sie organisieren Gewässerpflege, Renaturierungsmaßnahmen, Fischbesatz und Monitoring der Wasserqualität. Sie bilden Jugendliche aus, vergeben Prüfungen und stellen sicher, dass neue Angler mit dem nötigen Regelwissen ans Wasser gehen.

Wer als Angler in einem Verein aktiv ist und diese Arbeit nach außen trägt, tut mehr für das Image des Angelsports als jede Einzelaktion am Wasser.

Was du konkret tun kannst

Wenn du in einem Angelverein bist, engagiere dich bei einer Gewässerpflegeaktion. Das sind oft halbtägige Veranstaltungen, bei denen Uferbereiche gesäubert, Strukturen verbessert und invasive Pflanzen entfernt werden. Wenn du dabei ein kurzes Video oder ein paar Fotos machst und diese in sozialen Medien teilst, kombinierst du direkte Naturschutzarbeit mit wirkungsvoller Öffentlichkeitsarbeit.

Wenn du noch keinem Verein angehörst, ist der Beitritt einer der wirkungsvollsten Schritte, die du als Angler unternehmen kannst. Du stärkst die politische Vertretung der Angelgemeinschaft, profitierst von organisierten Gewässern und wirst Teil einer Gemeinschaft, die gemeinsam mehr bewirken kann als jeder Einzelne.


Angler-Image So verbessern Sie Ruf Müllbilanz u. Miteinander

Angeln in Ägypten. Rotes Meer

 

Angler und Erholungssuchende am gleichen Ufer

Ein zunehmend wichtiges Konfliktfeld entsteht am Wasser zwischen Anglern und anderen Erholungssuchenden. Spaziergänger, Jogger, Hundehalter, Stand-Up-Paddler und Badende nutzen dieselben Uferbereiche, manchmal mit direkt entgegengesetzten Interessen.

Angler brauchen Ruhe und Bewegungsarmut. Andere Erholungssuchende wollen bewegen, spielen, lärmen und genießen. Diese Konflikte lassen sich nicht immer vollständig auflösen, aber sie lassen sich erheblich entschärfen, wenn Angler freundlich und gelassen auftreten.

Dos and Don’ts im Kontakt mit anderen Erholungssuchenden

Wer einen herannahenden Spaziergänger mit einem freundlichen Gruß begrüßt, wird selten Ärger bekommen. Wer dagegen mit Blicken und Gesten signalisiert, dass jeder Besucher eine Störung ist, erzeugt unnötige Feindseligkeiten.

Wenn jemand fragt, was du angelst, erkläre es kurz und freundlich. Die meisten Menschen sind neugierig, nicht feindlich gesinnt. Ein kurzes Gespräch über Fischarten, Methoden und Naturschutz kann Vorurteile abbauen, die sonst jahrelang bestehen bleiben.

Konflikte mit Hundehaltern entstehen oft, wenn Köder, Haken oder Schnurreste in Reichweite eines Hundes liegen. Bring alles außer Reichweite, bevor es zum Problem wird. Das schützt das Tier und vermeidet einen Konflikt, der das Angler-Image in der Erinnerung der Beteiligten dauerhaft beschädigt.


Angler-Image So verbessern Sie Ruf Müllbilanz u. Miteinander

Angeln in Norwegen, Insel Tysnes

 

Invasive Arten und die Verantwortung des Anglers

Ein Thema, das in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend Gewicht bekommt, ist die Ausbreitung invasiver Arten durch den Menschen. Angelköder und Fischbesatz sind zwei der häufigsten Eintrittspforten für nicht heimische Arten.

Das Aussetzen von Fischen in Gewässer ohne Genehmigung ist in Deutschland verboten. Es ist auch ökologisch schädlich. Koi-Karpfen, Forellenimporte aus anderen Gewässern oder die Nutzung lebender Köder ohne Herkunftsnachweis können Krankheitserreger und invasive Arten einschleppen, die einheimische Fischbestände gefährden.

Was du konkret beachten solltest

Kaufe Köder nur bei seriösen Händlern mit nachvollziehbarer Herkunft. Setze niemals Fische aus einem Gewässer in ein anderes aus, auch wenn es sich um heimische Arten handelt. Melde unbekannte oder auffällige Tierarten an die zuständige Fischereibehörde oder an deinen Angelverein.

Dieser verantwortungsvolle Umgang mit biologischer Vielfalt ist nicht nur gesetzlich geboten, er ist auch ein starkes Signal nach außen. Angler, die aktiv dazu beitragen, Gewässer biologisch intakt zu halten, können zu Recht Anerkennung als Naturschützer beanspruchen.


Angelregeln kennen und aktiv weitergeben

Eine erschreckend hohe Zahl von Anglern kennt die gesetzlichen Regelungen nicht ausreichend. Schonzeiten werden ignoriert, Mindestmaße werden nicht eingehalten, Gewässerregeln werden übersehen. Das schadet nicht nur dem Fischbestand. Es schadet dem Image aller Angler.

Das Ablegen des Fischereiprüfungsscheins in Deutschland ist eine der strengsten Einstiegsvoraussetzungen für einen Freizeitsport weltweit. Der Prüfungsinhalt umfasst Fischkunde, Gewässerkunde, Naturschutz, Tierschutz und Rechtskunde. Dieses Wissen regelmäßig aufzufrischen und an Einsteiger weiterzugeben, ist eine der nachhaltigsten Investitionen in das Angler-Image.

Wie du Regelwissen wirkungsvoll weitergibst

Wenn du einen Einsteiger am Wasser begleitest, sprich aktiv über Schonzeiten und Mindestmaße. Zeige, wie man ein Fischbestimmungsbuch benutzt. Erkläre, warum bestimmte Regeln existieren und was sie für den Fischbestand bedeuten.

Wer als erfahrener Angler Wissen weitergibt, stärkt die Gemeinschaft und sorgt dafür, dass das Angeln in Zukunft von Menschen praktiziert wird, die es richtig machen. Das ist der vielleicht wichtigste Beitrag zum langfristigen Angler-Image.


Jugendarbeit als Fundament für die Zukunft

Kein anderer Faktor wird das Image des Angelsports langfristig stärker prägen als die Qualität der Nachwuchsarbeit. Wer heute Kinder und Jugendliche ans Wasser bringt, verantwortungsvoll, naturverbunden und mit Freude, der formt die Angler von morgen.

Angelvereine mit aktiver Jugendarbeit sind keine Seltenheit in Deutschland. Viele Vereine bieten Schnupperkurse, Jugendfischen und Begleitprogramme für Einsteiger an. Diese Arbeit verdient mehr Unterstützung und mehr öffentliche Sichtbarkeit.

Wenn du als Elternteil, Großelternteil oder Vereinsmitglied junge Menschen ans Angeln heranführst, investiere in das Naturerlebnis genauso wie in das Fischen selbst. Zeige, wie man Insekten bestimmt, Vogelstimmen erkennt und eine Gewässerkarte liest. Wer das Angeln als ganzheitliches Naturerlebnis kennenlernt, wird als Erwachsener ein Angler sein, der diese Natur schützt.


Angler-Image So verbessern Sie Ruf Müllbilanz u. Miteinander

Mann beim Fliegenfischen am Oak Creek in Sedona, Arizona, im Winter

 

Praktische Checkliste für einen Image-bewussten Angeltag

Vor dem Aufbruch

Ein kleiner Müllbeutel im Angelrucksack, den du am Ende des Tages gefüllt nach Hause bringst, ist die einfachste und wirkungsvollste Maßnahme, die du ergreifen kannst. Dazu kommt ein Schnursammler für abgeschnittene Schnurreste und ein Hakenlöser für tierschutzgerechtes Hakenentfernen.

Überprüfe deine Schnurwahl. Wenn du eine Schnur verwendest, die der Zielfischart angemessen ist, vermeidest du Schnurbrüche und die damit verbundenen Gefahren für Tiere.

Am Wasser

Grüße andere Erholungssuchende freundlich. Hinterlasse deinen Angelplatz sauberer als du ihn vorgefunden hast. Vermeide es, Ufervegetation niederzutrampeln. Halte Fische kurz, nass und ruhig.

Wenn du Fische fotografierst, halte sie dicht über dem Wasser, nicht in die Höhe gestreckt. Das wirkt für den Außenstehenden respektvoller und ist für den Fisch sicherer.

Nach dem Angeln

Nimm alles mit, was du mitgebracht hast, und zusätzlich alle Schnurreste und Verpackungen, die du am Angelplatz findest. Lass deinen Platz so zurück, dass der nächste Spaziergänger keinen Hinweis findet, dass hier jemand geangelt hat.

Wenn du besondere Beobachtungen gemacht hast, ob auffällig viele kranke Fische, verdächtige Wasserverfärbungen oder unbekannte Tierarten, melde das an deinen Angelverein oder an die zuständige Behörde. Angler als Frühwarnsystem für Gewässerprobleme ist ein Image, das sich bezahlt macht.


Angler-Image So verbessern Sie Ruf Müllbilanz u. Miteinander

Fliegenfischen am Fluss Sava Bohinjka, Slowenien

 

Fazit und Ausblick

Das Image des Anglers lässt sich verbessern. Es ist keine Frage der Kommunikation oder des Marketings. Es ist eine Frage des Verhaltens. Jeder einzelne Angler trägt täglich zur Wahrnehmung bei, die andere Menschen von diesem Sport haben.

Die Beispiele aus Großbritannien zeigen, dass eine Anglegemeinschaft, die sich als aktive Naturschutzgemeinschaft versteht, Anerkennung gewinnen kann. Das erfordert keine großen Kampagnen. Es erfordert konsequentes, alltägliches Handeln an jedem Gewässer, an jedem Tag.

Müll mitnehmen. Fische schonend behandeln. Uferpflanzen schützen. Anderen freundlich begegnen. Regeln kennen und weitergeben. Das sind keine heroischen Gesten. Das sind Selbstverständlichkeiten, die zusammen das Bild des Anglers in der Gesellschaft formen.

Die Zukunft des Angelns hängt davon ab, wie gut diese Selbstverständlichkeiten zum Standard werden. Jeder Angler ist Teil dieser Entwicklung, ob er will oder nicht. Mach dich zu einem positiven Teil davon.


Glossar der wichtigsten Begriffe

ACA bezeichnet die Anglers Cooperative Association in Großbritannien, eine der ältesten und erfolgreichsten Angelschutzvereinigungen der Welt.

Catch and Release bezeichnet das Zurücksetzen gefangener Fische nach dem Fang, ohne sie zu entnehmen.

Invasive Art bezeichnet eine nicht heimische Tier- oder Pflanzenart, die durch menschliches Handeln in ein Ökosystem gelangt und dort einheimische Arten verdrängt.

Mindestmaß bezeichnet die gesetzlich festgelegte Mindestlänge einer Fischart, ab der sie entnommen werden darf.

Schonzeit bezeichnet den gesetzlich festgelegten Zeitraum, in dem eine Fischart nicht gefangen werden darf.

Setzkescher bezeichnet ein Netzgerät, in dem gefangene Fische vorübergehend im Wasser gehalten werden.

Angler-Image So verbessern Sie Ruf Müllbilanz u. Miteinander

Angler Infografik

 

Weitere Seiten die Sie interessieren könnten
  1. Angeln in Schweden. Die besten Seen, Regeln und Tipps
  2. Lachsfang am Binnensee. Bezwinge aggressive Sebago-Lachse!
  3. Schleppangeln. ULTIMATIVER Guide für Monster-Feroxforellen!
  4. Angeln in Lappland | Die 7 besten Angelreviere am Polarkreis
  5. Angeln in Belgien. 30kg Brassen mit Weltmeister Vanden-Eynde