Bitterling, einer der kleinen Mitglieder der Karpfenfamilie

Der Bitterling gehört zu den interessantesten Fischen, die in unseren Gewässern vorkommen, und braucht Malermuscheln, um sich fortzupflanzen

Der Bitterling ist eines der kleineren Mitglieder der Karpfenfamilie. Er ist in Europa weit verbreitet und kommt vom Kaspischen Meer bis zum Norden Skandinaviens vor. Auf den Britischen Inseln, die nicht zu seinem Lebensraum gehörten, wurde er von Aquarianern eingesetzt. Der Bitterling lebt in langsam fließenden Flüssen und einer Reihe von stehenden Gewässern. Er braucht Wasser, das nicht all zu sehr verschmutzt ist und gilt deshalb als Indikator für ein gutes Gewässer.

Bitterling

Vorkommen

Der Bitterling fehlt nur im Norden Skandinaviens, im Süden Spaniens und Italiens. In Großbritannien und Irland ist er
nur wenig verbreitet. Dort wurde er von Aquarianern ausgesetzt.

 

Kleiner Karpfen

Im Gegensatz zu vielen anderen karpfenartigen Fischen ist der Bitterling fast unverwechselbar: Er hat einen hohen Rücken, einen schmalen Kopf und ein kleines Maul. Vergleichbar wäre er mit einer kleinen Karausche.

Aber der Bitterling hat silberne Schuppen und weniger Strahlen in der Rückenflosse (8 – 10 gegenüber 14 – 21 bei der Karausche). Die Schuppen, 32 bis 40 Stück von der Schwanzflosse bis zum Kopf, sind recht groß.

Die Poren der Seitenlinie sind, wie bei vielen Fischen der Karpfenfamilie, nur an den ersten fünf oder sechs Schuppen hinter dem Kopf als kleine Löcher sichtbar.

Männliche und weibliche Fische haben einen bläulichen Strich am Körperende. In der Laichzeit wirkt dieser Strich irisierend. Der Milchner entwickelt einen rosafarbenen Bauch und rötliche Flossen.

Bitterling

 

 

Ungewöhnliche Verbindung

Der Bitterling braucht die Malermuschel zur Fortpflanzung. Im Frühjahr entwickelt der Rogner hinter der Afteröffnung eine 5 bis 6 cm lange Legeröhre. Das Männchen sucht sich im Frühjahr eine Muschel, und lockt ein Weibchen in ihre Nähe. Das Weibchen legt mit seiner Legeröhre die Eier auf die Kiemenblätter der Muschel. Danach gibt das Männchen die Milch über die Atemöffnung der Muschel. Die Milch wird von der Muschel eingesaugt und befruchtet die Eier.

Das Weibchen wiederholt den Legevorgang, bis es alle 40 – 100 Eier in mehreren Muscheln abgelegt hat. Die Jungfische schlüpfen nach zwei bis drei Wochen.

Bitterling

Ein Bitterlingspärchen kurz vor der Paarung. Sie stehen vor einer Malermuschel, in die der Rogner mit der Legeröhre die Eier ablegt

 

Seltene Kinderstube

Diese faszinierende Brutpflege, in der ein völlig fremdes Lebewesen „Kinderschwester“ für die Jungfische spielt, hat viele Vorteile für den Bitterling. Die Eier liegen sicher im Inneren der Muschel. Sie werden immer von frischem Wasser umspült, und falls das Gewässer auszutrocknen droht, bewegt sich die Muschel in tieferes Wasser.

Auch die Muschel zieht Vorteile aus dieser Partnerschaft: Die Larven der Muschel haften sich an die Körper der Bitterlinge, entwickeln sich dort und werden von den Fischen verbreitet. Die ungewöhnliche Zusammenarbeit zweier verschiedener Lebewesen in der Natur wird Symbiose genannt.

Bitterling

Der Bitterling-Milchner befruchtet die Eier in der Muschel, indem er seine Milch über die Atemöffnung der Muschel fließen lässt. Die Eier entwickeln sich in der Muschel.

 

Die Ernährung

Die Bitterlinge fressen kleine Insektenlarven, Würmer und Krebstierchen. Sie nehmen auch pflanzliche Nahrung zu sich, meist Algen. Weil sie Pflanzen fressen, können sie auch in Teichen überleben, wenn das Nahrungsangebot an Fischnährtierchen kleiner wird.

 

So fängt man den Bitterling

Der Bitterling ist so klein, dass er kaum beangelt wird. Manche Angler fangen ihn, wenn sie anderen Fischen nachstellen. Gezielt sollte man ihn nur in Gewässern befischen, in denen er häufig vorkommt. Ein guter Köder ist die Zuckmückenlarve, in der Nähe vom Kraut angeboten. Im Frühjahr kann man ihn in seinem prächtigen Hochzeitskleid fangen.

 

Weitere Fischarten

1 Döbel, Angeln, Ernährung, Vorkommen, Köder

2 Conger – auch Meeraal – ein gieriger Raubfisch

3 Brassen – der Wühler am Gewässerboden

4 Blauhai – bei uns nur ein seltener Sommergast