Städtische Kanäle – das Angelrevier vor der Haustür

Auch wenn viele Städtische Kanäle nicht gerade einen einladenden Eindruck machen – gibt es dort große Fische

Städtische Kanäle, wer weiß, wie man die guten Standplätze findet, wird an einem städtischen Kanal kapitale Fische fangen. Stellen Sie sich einmal den typischen Kanal einer Stadt vor. Der Anblick ist entmutigend: Die Ufer sind gemauert; es gibt kaum Wasserpflanzen, kaum überhängende Bäume und nur wenig verankerte Boote. Und dann gibt es auch noch kaum Anhaltspunkte, wo sich
Fische aufhalten könnten. Wo soll man in einem solchen Gewässer fischen?

Städtische Kanäle - das Angelrevier vor der Haustür

Städtische Kanäle

An vielen europäischen Kanälen werden heute Angelwettkämpfe ausgetragen. Für diese Gewässer sind lange Kopfruten von Vorteil.

 

Wie man sich ein Bild macht

Städtische Kanäle bieten Fischen eine Menge Standplätze und ein gutes Nahrungsangebot. Man muss nur auf einige Merkmale am Ufer achten und dann sorgfältig den Boden ausloten. So kann man sich ein sehr genaues Bild davon machen, wo sich die Fische aufhalten.

 

Städtische Kanäle, an der Oberfläche

Bevor man sich seinen Angelplatz sucht, sollte man etwas Detektivarbeit leisten. Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit, um bei einem Spaziergang die Wasseroberfläche zu beobachten.

Industrieabwasser ist oft ein großer Feind der Gewässer – aber man kann auch Abwasserrohre finden, die harmlos sind und Fische anlocken. Manche Unternehmen geben Kühlwasser ab, das nicht verschmutzt ist, nur ein bisschen erwärmt. Vor einem solchen Rohr versammeln sich immer Fische. Ein solches Abflussrohr kann über der Wasseroberfläche oder unter der Wasseroberfläche münden. An kalten Wintertagen sieht man meist Dampf an solchen Stellen aufsteigen.

Boote: Während des Sommers ist der Bootsverkehr oft zu stark. Er stört die Fische. Aber wenn im Winter Boote für mehrere Monate fest vertäut am Ufer liegen, suchen dort die Fische Schutz.

Spuren suchen: Oft findet man gute Angelplätze, wenn man nach heruntergetretenem Gras oder anderen Anzeichen sucht, die zeigen, dass dort ein beliebter Angelplatz ist. Kanalangler füttern viel an. Wo einmal angefüttert wurde, kommen die Fische immer wieder.

Brücken und Unrat: Es klingt zunächst seltsam, aber Unrat, den Menschen ins Wasser werfen, kann Fische anlocken. Es ist leider so, dass von Brücken und von Fußwegen oft Fahrräder oder anderer Müll ins Wasser geworfen wird. Taucher haben neben Brücken Dutzende von Fahrrädern und anderen Schrott gefunden. Solche Schrotthaufen können zum Stammplatz von Fischen werden.

 

 

Städtische Kanäle unter Wasser

Wenn Sie einen ansprechenden Angelplatz gefunden haben, müssen Sie als nächstes herausfinden, wie die Welt unter der Wasseroberfläche aussieht.

Städtische Kanäle Ausloten: Das sorgfältige Ausloten mit einem schweren Blei zeigt die Konturen des Kanalbettes. Eine lange Kopfrute ist dafür am besten, denn mit ihr kann man das Lot senkrecht ins Wasser lassen, ohne die Fische zu stören. Damit kann man auch sehr schnell eine große Strecke abloten. Man startet mit dem Loten etwa 1 m vom eigenen Ufer entfernt und tastet sich in Schritten von 40 cm bis zum anderen Ufer vor. Nützlich ist es, die Daten in eine grobe Skizze einzutragen.

Städtische Kanäle, Bootsverkehr: Ein Kanal, in dem ständig Boote fahren, hat eine Fahrrinne. Das Wasser in der Mitte des Kanals ist tiefer. Auf jeder Seite der Fahrrinne befindet sich eine flache Uferkante. Sie wird von der Schiffsschraube produziert, die den Boden immer wieder aufwirft. Wenn Sie sorgfältig gelotet haben, sollten Sie wissen, wo diese Kanten sind.

 

Städtische Kanäle, die Angelplätze

Im Sommer stehen die Fische an den Uferkanten, wo sie vom Bootsverkehr nicht gestört werden. Viele Städtische Kanäle haben auf einer Seite einen Fußweg. Meist kann man von dieser Seite bequem angeln. Im Kanal gibt es vier Bereiche, in denen sich die Fische aufhalten können. Meistens bevorzugen bestimmte Fischarten auch bestimmte Tiefen.

Flachwasser: Die Tiefe der einzelnen Kanäle variiert, aber viele Kanäle sind auf der Weg Seite recht flach. Hier leben Gründlinge, kleine Rotaugen und kleine Barsche.

Die Fahrrinne: Meistens beginnt die Fahrrinne in etwa 4 – 5 m Entfernung vom Ufer. Auf der Weg Seite, wo die meisten Angler sitzen, werden oft Fische angefüttert. Hier kann man Rotaugen, kleinere Brassen und vereinzelt auch größere Brassen fangen. Etwa 3 – 4 m vor dem gegenüberliegenden Ufer endet die Fahrrinne wieder mit einer kleinen Kante. Auch hier kann man Rotaugen fangen und größere Brassen.

Die entfernte Uferkante: An der gegenüberliegenden Uferkante wird das Wasser wieder flacher. Weil dieser Bereich vom Fußweg weit entfernt ist, werden die Fische dort nicht gestört. Karpfen, Schleien, große Rotaugen und Brassen suchen an diesem Ufer nach Nahrung.

Im Winter: Wenn die Temperatur fällt und weniger Boote fahren, dann stehen die Fische im tieferen, wärmeren Wasser der Kanalmitte.

Städtische Kanäle3

 

Städtische Kanäle, die Fische anlocken

Es gibt zwei Möglichkeiten, im städtischen Kanal anzufüttern:

1. Die „wenig-aber-oft-Methode“.

2. Die „Futterteppich-Methode“.

Wenig, aber oft: Wer im Sommer in der Fahrrinne oder am entfernten Ufer fischt, kann sehr gut mit losem Futter anfüttern. Mit Caster (Puppen von Fliegenmaden) und Hanf lockt man sehr gut Brassen, Rotaugen oder auch Schleien und Karpfen an. Caster werden knapp über dem Boden mit einem leichten Waggler gefischt. Mit Caster werden große Fische gefangen.

Auch wenn Städtische Kanäle in den Städten meist wenig Kraut haben, verhalten sich die Fische dort so wie in anderen Gewässern. Die Freßzeiten von Schleien und Karpfen liegen auch hier am Morgen und am Abend. Wenn Sie zu diesen Zeiten fischen, können Sie mit Ködern wie Brot, gequollenem Weizen oder Würmern Erfolg haben, aber stellen Sie sich auf eine längere Wartezeit ein. Fische, die in Kanälen an der Oberfläche kreuzen, fressen oft nicht. Man kann Sie trotzdem mit lose eingeworfenen Maden oder Brotflocken anlocken. Auch hier kann man mit Grundfutter anfüttern, um erst die Fische an der Oberfläche zu fangen, während sich unten die Großen um das Futter versammeln.

Der Futterteppich: Bei dieser Anfüttermethode wird ordentlich Grundfutter ausgelegt. Dann wartet man, bis die Fische kommen. Mit dieser Methode kann man an kalten, windigen Sommertagen oder im Winter Erfolg haben. Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten: Die kontinentale Methode, die britische Zuckmückenmethode und Zuckmücken mit Lehm.

Die kontinentale Methode: Es werden fünf oder sechs apfelsinengroße Bälle von Grundfutter eingeworfen. Im Grundfutter sind Zuckmückenlarven. Mit dieser Methode wird im Sommer an der entfernten Kante der Fahrrinne gefischt, im Winter direkt in der Fahrrinne. Es ist erstaunlich, dass man meistens sofort nach dem Bombardement mit dem Fischen beginnen
kann. Manchmal sieht es so aus, als würden die Fische allein von dem Platschen angelockt.

Die britische Zuckmückenmethode: Ein Plastikbecher wird auf die Spitze der Kopfrute gesteckt. Wenn Sie einen solchen Becher im Angelgeschäft nicht kaufen können, bohren Sie zwei Löcher durch die Seiten eines Yoghurtbechers und stecken ihn auf die Rutenspitze. In den Becher füllen sie Zuckmücken und kippen sie mit einer Drehbewegung direkt über dem Angelplatz aus. So kann man sehr gut anfüttern, speziell im Winter, wenn die Fische leicht durch einzuwerfendes Futter gestört werden.

Die Lehm- und Zuckmückenmethode: Wer Lehm oder Ton pulverisiert und mit Zuckmückenlarven vermischt, kann daraus kleine Anfutterbälle formen. Die Bälle sinken schnell und zerbrechen erst am Boden. Die Methode hat den Vorteil, dass sich die Zuckmücken nur auf einen kleinen Fleck am Grund des Gewässers konzentrieren. Außerdem können dann kleine Fische die Zuckmücken beim Absinken des Anfutterballs nicht fressen. Mit dieser Methode lassen sich große Brassen fangen. Ohne Zweifel sind Zuckmückenlarven der beste Köder, wenn Fische nur schwer anzulocken sind. Wichtig ist hierbei die genaue Präsentation. Eine Zuckmückenlarve, die sich am Haken kringelt, ist unattraktiv. Wenn man die Zuckmücke nach dem Anhaken in den Schwanz kneift, hängt sie gerade.

Städtische Kanäle

Städtische Kanäle

Der Fußweg eines städtischen Kanals im Sommer – das ist ein ideales Übungsrevier für junge Angler

Städtische Kanäle, Qual der Wahl

Viele Städtische Kanäle mit hervorragenden Angelmöglichkeiten fließen durch Deutschlands Städte. Kapitale Karpfen über 40 Pfund, Aale, Weißfische (besonders Brassen), aber auch Welse werden hier gefangen. Zu den Kanälen mit besonders großen Fischen gehören der Elbeseitenkanal (Magdeburg), der Mittellandkanal (Hannover), Rhein-Herne-Kanal (Essen), Schiffahrts-Kanal (Duisburg). In Hamburg braucht man für das Fischen an Kanälen nur den Fischereischein. Die größten Fänge bietet der Osterbek-Kanal: Brassen zum Teil in Rekord Größe und prächtige Aale. Kenner fangen in Kanälen 15-Pfund-Hechte. Für die Berliner Gewässer muss man außer einem Fischereischein auch einen (günstigen) Extra- Angelschein lösen. Hier locken besonders der Hohenzollern-, der Teltow-‚ und der Landwehrkanal.

 

Schweres Lotbtei

Mit der langen Kopfrute kann man ein wesentlich schwereres Lotblei benutzen, weil man mit dieser langen Rute das Blei sehr vorsichtig ins Wasser lassen kann. Die Fische werden so kaum gestört.

Vorteil des schweren Bleis: Man kann den Boden fühlen und bekommt gut ein Bild des Kanalgrundes.

 

Städtische Kanäle, gute Plätze

Wer mit feinem Angelgerät und raffinierten Anfüttermethoden fischt, kann fast überall am Kanal Fische fangen, besonders aber an guten Angelplätzen. Die findet man am besten kurz nach Sonnenaufgang, wenn die Fische an der Oberfläche aktiv sind. Suchen Sie dazu das Gewässer am Tag vor dem Angel Tag mit dem Fernglas ab.

 

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