Meister-Angler Ivan Marks in Mallory Park

Ivan Marks ist eine Legende, er gehörte zu den berühmten britischen Anglern und zeigt seine Angel-Tricks in Mallory Park

Meister-Angler Ivan Marks, jedes Jahr werden in Großbritannien, wo die modernen Angelmethoden ihren Ursprung haben, neue Angelteiche angelegt, die mit tausenden von kleinen Karpfen bestückt sind. Eine dieser Anlagen liegt in Mallory Park in Leicestershire, im Nordwesten Englands. Engländer, die hier ein Match fischen, brauchen literweise Maden zum Anfüttern. Um uns die Möglichkeiten eines Freizeitanglers aufzuzeigen, ist Meister-Angler Ivan Marks nur mit einem Liter weißer und roter Maden, einer Dose Mais und einer kleinen Tüte Grundfutter gekommen.

Meister-Angler Ivan Marks

Meister-Angler Ivan Marks

In der Welt der Match-Fischer ist  Meister-Angler Ivan Marks zu einem Begriff geworden. Früher oft in der englischen Nationalmannschaft zu sehen, fischt er jetzt für die Mannschaft der berühmten Barnsley Blacks. Wenn man im Mallory Park fischt, braucht man eine große Menge Köder zum Anfüttern, aber um uns sein Können zu beweisen, kam Ivan mit lediglich einem Liter Maden und etwas Mais.

 

Es ist heiß

An diesem heißen, windstillen Vormittag entschloss sich Ivan für den größeren der beiden Seen. Er ist 3 000 Quadratmeter groß und dicht mit Karpfen (bis ca. 3 kg) besetzt. Brasse, Plötze, Schlei, Barsch und Gründling gibt es auch. Zunächst mit gemischten Gefühlen blicken wir auf das Wasser: Kaum eine Welle ist auf der spiegelglatten Oberfläche zu sehen, und viele Karpfen stehen bewegungslos am Rand. Einige Bugwellen zeigen, dass doch Karpfen unterwegs sind. Werden sie aber bei dieser Hitze Futter nehmen?

Ivan war überzeugt, dass sie fressen, doch man müsste etwas nachhelfen. Er entschied sich für die lange Kopfrute mit verkürzter Schnur. Das erlaubt eine sehr gezielte Präsentation des Köders. Um uns einen Gefallen zu tun, stimmt er einem ersten Versuch mit kurzer Matchrute und Waggler-Pose zu.

 

11:15 Uhr Kurze Pose

Weil er die lange Rute später noch fischen möchte, angelt Ivan zunächst in einem Umkreis von 10 m. Da die Wassertiefe im ganzen See nur zwischen 0,9 bis 1,2 m liegt und Ivan mit einem Anbiss beim Absinken des Köders rechnet, nimmt er einen kurzen (15 cm) Waggler mit Antenne, der mit zwei AAA-Schroten festgeklemmt wird und zusätzlich fünf gleichmäßig verteilte 10er- Schrote trägt. Karpfen sind kräftig. Also entscheidet er sich für eine 1,4-kg- Hauptschnur und ein Vorfach von 0,8 kg Tragkraft. Dazu nimmt er einen extra starken Haken der Größe 20, weil Maden der Köder sind.

Meister-Angler Ivan Marks

Wenn das Wetter so ruhig ist wie hier, und man die Angelrutenspitze nicht dicht über dem Wasser halten muss, nimmt Meister-Angler Ivan Marks keine Rutenablage, sondern er setzt sich einfach auf den Rutengriff und hält die Angelrute zwischen den Knien. Versuchen Sie dies nur, wenn Ihre Sitzkiepe weich gepolstert ist, sonst geht dabei möglicherweise die Rute kaputt.

11:30 Uhr Tiefe ausloten

Die Wassertiefe misst Meister-Angler Ivan Marks mit Bleischroten, weil das viel ruhiger als mit dem Senkblei geht. Dazu klemmt er ein SSG-Schrot (1,6 g) auf den Haken. In 10 m Entfernung stellt er eine Tiefe von 90 cm fest. Ivan arbeitet mit einer einzelnen roten Made, die auf Grund liegt.

11:35 Uhr Anfüttern

Nach Ivans Plan sollen lose Maden Karpfen anlocken. Also schießt er mit dem Katapult etwa alle 20 Sekunden sechs Maden ins Wasser. Gelegentlich wirft er eine Handvoll Mais nach. Aber aufgrund der Hitze rechnet Ivan damit, dass die Karpfen schon an der Oberfläche beißen. Deshalb gibt er einige Maden in die Mais Dose. Durch den Mais Saft schwellen die Maden an und schwimmen.

12:00 Uhr Keine Bisse

Trotz der Dauerfütterung hat Meister-Angler Ivan Marks noch keinen einzigen Biss und von Fischen im Wasser keine Spur: keine Luftblasen, keine Schnurbisse, nichts. Und die Sonne wird immer heißer.

12:10 Uhr Die Pose wackelt

Ivans Pose taucht kurz unter, das erste Zeichen, dass Fische in der Nähe sind. Die Maden am Haken wurden nicht angerührt, es war also nur ein Schnurbiss. Ivan stellt seine Montage tiefer ein, damit etwa 30 cm Vorfach auf dem Boden liegen, aber trotzdem beißt kein Fisch. Er stellt also den Waggler etwas flacher ein und bringt drei der 10er-Schrote dicht unter die Pose, die übrigen zwei Schrote bleiben unten an der Schnur, damit die Maden langsamer sinken können und so einen Anbiss schon in der Sinkphase provozieren. Er ködert jetzt wieder nur eine Made an.

Meister-Angler Ivan Marks

Meister-Angler Ivan Marks zeigt, wie die lange Kopfrute am bequemsten zu halten ist. Dazu benutzt er den Oberschenkel als Drehpunkt und drückt auf den Endknauf, um das Gegengewicht zu halten.

12:15 Uhr Posen Bewegungen

Die Pose macht jetzt regelmäßige Bewegungen. Fische sind also da, es handelt sich aber immer nur um Schnurbisse.

Meister-Angler Ivan Marks

Meister-Angler Ivan Marks zeigt eine seiner Posen für die Montage an der langen Kopfrute. Das ist ein kleines Balsa-Floß mit einer Nylon-Antenne und einer Draht-Achse. Dieses kleine Floß trägt nur drei Schrote Nr. 8. Mit einer solchen Mini-Pose ist es möglich, an der langen Kopfrute den Köder unverdächtig zu präsentieren.

12:35 Uhr Kreuzende Karpfen

An der Wasseroberfläche kurvt ein kleiner Karpfen durch die Angelstelle. Meister-Angler Ivan Marks ködert ein paar schwimmende Maden an und wirft sie dem Karpfen vor die Nase, aber alles umsonst.

12:40 Uhr Kleiner Brassen

Die zuckende Pose zeigt, dass das ständige Anfüttern die Aufmerksamkeit der Fische geweckt hat. Plötzlich schießt die Pose nach unten: Es ist nur ein kleiner Brassen von 140 g.

Meister-Angler Ivan Marks

Meister-Angler Ivan Marks entfernt behutsam den Haken aus dem 1,4 kg schweren Karpfen. Durch vorsichtigen Gebrauch des Hakenlösers kann er den Fisch, ohne ihn zu verletzen, wieder ins Wasser zurückzusetzen.

 

13:00 Uhr Die Zitterspitze

Meister-Angler Ivan Marks fängt einen zweiten Brassen von 280 g. Aber eigentlich will er ja Karpfen fangen. Wäre seine Methode richtig gewesen, müsste er bereits mindestens einen Karpfen gefangen haben. Deshalb legt er die Posenrute weg und nimmt eine 3,5 m lange Legerrute mit weicher Zitterspitze. Hauptschnur und Vorfachstärke bleiben. Das Rig ist ein einfacher Paternoster-Arm mit drei SSG-Schroten. Das Vorfach ist 1,2 m lang, damit Bisse beim Absinken und am Grund gespürt werden.

Meister-Angler Ivan Marks

Meister-Angler Ivan Marks hält die verkürzte Spitze der Kopfrute in der Hand, während er den Karpfen drillt. Er wartet so lange, bis der Karpfen sich im Kampf gegen den Gummizug ermüdet hat. An englischen Gewässern gehören die extra-langen Setzkescher übrigens zur Angelei dazu.

13:20 Uhr Bald im Netz

Immer mehr Karpfen wirbeln im Wasser herum. Ivan überlegt gerade, doch die Kopfrute zu nehmen, da biegt sich die Zitterspitze rund, und ein 450 g schwerer Karpfen landet im Kescher.

13:25 Uhr Die lange Kopfrute

Jetzt ist Meister-Angler Ivan Marks mehr denn je davon überzeugt, dass an diesem Tag die lange Kopfrute am besten geeignet ist. Er nimmt eine 10 m Rute, die im Spitzenteil ein innen geführtes Gummiband hat, das als Schock-Absorber arbeitet. Die Hauptschnur ist 1,5 m lang und am Kopf der Rute befestigt. Die leichte Pose ist aus Balsaholz und trägt vier 8er Bleischrote. Weil das Gummi Fluchten ab puffert, kann er ein dünnes Vorfach (0,7 kg Tragkraft) nehmen.

Die Hakengröße bleibt 20. Durch die 1,5 m kurze Hauptschnur zwischen Rutenkopf und Pose ist es möglich, den beköderten Haken an verschiedenen Stellen behutsam herunterzulassen, ohne immer auswerfen zu müssen. So wird das ständige Platschen vermieden, das Fische erschrecken kann. Dadurch kann er gelegentlich auch den Köder anheben und mit Zuck Bewegungen Karpfen zum Biss reizen.

Meister-Angler Ivan Marks

Das Geheimnis, richtig zu Keschern: sich Zeit lassen, nichts überstürzen, ruhig und cool bleiben.

 

Die Rute der Wahl

Für die unterschiedlichen Angelmethoden mit der Pose (Waggler oder Stick-Pose) nehmen einige Angler unterschiedliche Angelruten. Ivans Empfehlung ist aber eine einzige Rute, mit der man am besten zurechtkommt. Er selbst verwendet eine 3,9 m Rute mit ein gespließter Vollkohlefaserspitze für alle Arten der Posen Angelei, weil er damit groß geworden ist. Andere ziehen eine 3,6 m Angelrute vor. Ruten mit eingespließter Vollkohlefaserspitze ermöglichen, besonders dünne Schnüre sicher zu fischen.

 

 

13:45 Uhr Fische verführt

Meister-Angler Ivan Marks hatte recht. Das bessere Präsentieren des Köders an der langen Kopfrute bringt Brassen, Barsche, Plötzen, Gründlinge und einen zweiten, 450 g schweren Karpfen an den Haken. Alle Köder wurden auf Grund genommen.

14:30 Uhr Drei „Apfelsinen“

Meister-Angler Ivan Marks will zur schweren Taktik greifen, um große Karpfen zu locken. Die Taktik, lose Maden und Mais anzufüttern, hat nicht funktioniert, weil es keinen Biss beim Absinken des Köders gab. Weil er jetzt nichts mehr zu verlieren hat, setzt er Grundfutter mit einer gehörigen Portion Maden und Mais an, formt es zu drei apfelsinengroßen Bällen, die er hineinwirft. Er wartet zehn Minuten, bis die Karpfen sich am Grundfutter gesammelt haben.

Meister-Angler Ivan Marks

Eine „Apfelsine“ in Nahaufnahme. Das ist ein großer Ball Grundfutter, vollgestopft mit Maden und Mais. Als seine Taktik mit losem Anfüttern nicht zog, entschloss sich Ivan für diese schwere Taktik und hatte nach drei „Apfelsinen“ die gewünschten Bisse.

14:45 Uhr Ausgedehnt

Meister-Angler Ivan Marks hat es geschafft! Mit dem ersten Wurf fängt er einen großen Karpfen, der den Gummi bis zur Grenze dehnt. Er hält die Rute hoch und lässt den Fisch gegen den Gummizug ermüden. Erst als sich das Gummiband wieder in die Spitze zurückzieht, fängt er an, die unteren Teile der Rute abzubauen, bis sie so kurz ist, dass er den 1,4 kg schweren- Karpfen Keschern kann.

Meister-Angler Ivan Marks

15:10 Uhr Falsch gehakt

Nach dieser Unruhe wird das Wasser eine Weile ruhig. Aber dann sind die Karpfen wieder da, sie stöbern im Grundfutter und schwimmen ständig gegen die Schnur. Ivan hebt die Rute an, um den Köder ein wenig zu bewegen.

 

15:20 Uhr Golfbälle

Meister-Angler Ivan Marks fängt an, golfballgroße Portionen Grundfutter ins Wasser zu werfen. Nach kurzer Zeit hat er einen 800 g schweren Brassen am Haken. Darauf folgt, nach einem heftigen Drill, ein 1,8 kg schwerer Karpfen. Danach fängt er eine 280 g Schleie und eine Reihe von Brassen, bis er um etwa 16 Uhr Feierabend macht.

Meister-Angler Ivan Marks

Am Ende hatte Ivan eine gemischte Beute bestehend aus vier Karpfen, einigen Brassen, einer Schleie, einigen Plötzen und Gründlingen. Alles wurde mit ganz normalen Ködern und Anfuttermitteln gefangen, die der Freizeitangler auch nimmt.

 

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