Haken und Vorfächer zum Hechtangeln, Barrie Richards Tipps

Der erfahrene Hechtangler Barrie Richards gibt nützliche Tipps welche Haken und Vorfächer zum Hechtangeln am besten geeignet sind

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln. Um mit den scharfen Zähnen eines Hechts zurechtzukommen, braucht man das richtige Gerät. Heute können Angler aus einer Vielzahl von Haken und Drahtvorfächern wählen und sich daraus ihre eigenen Rigs basteln.

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln.

Drahtvorfächer

Auf Hechte darf man niemals ohne Drahtvorfach angeln. Man sollte es nicht für möglich halten, aber es gibt sogar erfahrene Angler, die das gelegentlich versuchen – und dabei riskieren, dass ein abgerissener Haken im Hechtmaul zurückbleibt. Draht für Vorfächer ist in zwei Sorten erhältlich.

Einfädiger Draht ist ziemlich steif und kann in Längen bis zu 15 cm zum Spinnangeln verwendet werden – zum Angeln mit Köderfischen ist er jedoch kaum geeignet.

Geflochtener Draht wird von vielen Anglern eingesetzt. Es gibt bis zu 49 fädige Ausführungen, die fein und weich sind, und dickere, die aus weniger Fäden bestehen. Barrie Richards bevorzugt dickeren Draht, weil dieser Draht nur selten Knicke bekommt und sich nicht kringelt, wenn die Haken daran entlang bewegt werden.

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln. Ein ordentlicher Hecht belastet das Rig stark. Niemals darf man ohne Drahtvorfach auf Hecht angeln! Leider gibt es immer noch Angler – auch erfahrene -, die das Hechtangeln ohne Drahtvorfach riskieren. Wenn ein Hecht die Schnur durchbeißt, bleiben die Drillinge im Maul zurück, und der Hecht geht unter Umständen jämmerlich ein.

 

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln. Kevlar

Kevlar mit Stahl ist eine neuere Sorte geflochtener „Drähte“. Barrie hat begonnen, es intensiv zu erproben und ist davon überzeugt, dass dieses Material für alle Formen des Hechtangelns gut geeignet ist.

 

Schnappangeln

Schnappangeln

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln. Dieses Schnappangel-Rig empfiehlt Barrie Richards – es enthält einen auf der Schnur gleitenden „Ryder“-Drilling. Dadurch lässt sich die Größe der Schnappangel dem verwendeten Köderfisch anpassen, und ein Haken kann immer noch fassen, selbst wenn der andere bereits am Knochen festhängt.

 

 

Das Material bietet einen besonderen Vorteil:

Man kann es knoten. Es empfiehlt sich der doppelt durchgesteckte Clinch-Knoten. Diesen sollte man mit etwas Sekundenkleber fixieren, doch auch mit den nicht geklebten Knoten gibt es kaum Probleme. Barrie verwendet derzeit sowohl die alten Stahl- als auch Kevlar/Stahlvorfächer, um die beiden Typen miteinander zu vergleichen. Er hat jedoch den Eindruck, dass keines der beiden Materialien für Knicke besonders anfällig ist.

Zubehör für das Herstellen von Vorfächern

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln. Eine Auswahl von Zubehör für das Herstellen von Vorfächern. Auf dem Bild sieht man einen 7-fädigen Draht (1) für Rigs zum Spinnfischen und zum Angeln mit Köderfisch; Klemmhülsen, „Crimps“ genannt (2); Wirbel (3); eine Zange ohne Rillen (4), die beim Festhalten nicht einschneidet.

 

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln.

Die Vorfächer

Manchmal schlenkert der Köderfisch beim Wurf zurück, so dass sich die Haken in der Hauptschnur verfangen. Bei einem Biss bekommt der Hecht die Hauptschnur ins Maul, und schon ist sie durchtrennt. Schließlich schwimmt er mit dem Haken im Maul davon.

 

Aus diesem Grund nehmen viele Angler lieber zwei Vorfächer als eines.

Das untere Vorfach trägt den oder die Haken und besorgt die eigentliche Arbeit. Das Vorfach darüber hat lediglich einen Karabinerwirbel am unteren Ende und einen gewöhnlichen Wirbel am oberen. Man könnte meinen, ein einziges langes Drahtvorfach wäre ebenso gut geeignet. Doch aus irgendeinem Grund wippt der Stahldraht trotzdem zurück – stoppen kann man das nur mit einem zweiten Vorfach.

 

Das obere Vorfach erfüllt einen einfachen, aber wichtigen Zweck:

Es verhindert, dass der Hecht die Schnur durchbeißt. Mit dem oberen Vorfach kann man dies ausschalten. Daher verwendet Barrie für alle Formen des Hechtangelns ein solches zweites Vorfach. Das Hakenvorfach sollte etwa 30 cm und das obere Vorfach 30-45 cm lang sein.

Haken mit Widerhaken

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln. Haken mit Widerhaken sind schwer zu lösen, besonders wenn der Hecht tief geschluckt hat. Die meisten Drillinge haben Widerhaken, und man sollte sie mit einer Zange flachdrücken, so dass man einen Kleinstwiderhaken erhält.

 

Beide Vorfächer müssen am oberen Ende mit einem Wirbel versehen werden.

Wenn man den herkömmlichen Stahldraht verwendet, muss man den Draht nicht zusammendrücken. Da er flexibel ist, kann man zwei oder drei Zentimeter Stahldraht durch den Wirbel fädeln und einige Male um das Vorfach wickeln. Mit Kevlar geht das noch einfacher. Man knüpft einfach einen doppelt durch das Wirbel Öhr geführten Clinch-Knoten. Dann befestigt man am unteren Ende des oberen Vorfachs einen Karabinerwirbel.

 

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln -Die Haken

Barrie hat eine Vorliebe für kleine Drillinge von Größe 10 bis 6. Die meisten britischen Hechtangler verwenden heutzutage widerhakenlose Schonhaken (übrigens setzen sie auch kapitale Hechte zurück). Doch Barrie, der schon seit vielen Jahren mit Schonhaken angelt, ist trotzdem nicht ganz von ihnen überzeugt. Gelegentlich, so behauptet er, können sie den Fisch verletzen, weil sie sich beim Drill ein wenig lösen und dabei am Hechtmaul reißen. Doch er teilt die Ansicht der meisten anderen Angler, die Widerhaken für wesentlich gefährlicher halten.

Als Kompromiss könnte sich Barrie Drillinge mit Kleinstwiderhaken („Micro-Barb“) vorstellen. Sie würden sich beim Drill nicht ohne weiteres lösen und sind dennoch leicht aus dem Hechtmaul zu entfernen. Derzeit gibt es kaum echte Schondrillinge zu kaufen, daher benutzt Barrie kleine Drillinge mit den kleinsten Widerhaken, die er bekommen kann, oder er drückt die Widerhaken mit einer Zange zusammen.

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln. Dieser Angler will mit Pose und einem ganzen kleinen (toten) Köderfisch angeln, und zwar an einem Schnappangel-Rig. Die Schnappangel weist einen Drilling und einen Einzelhaken auf, der an der Schwanzwurzel des Köderfisches befestigt wird. Er hält den Köderfisch fest. Diese Montage empfiehlt sich, weil der Hecht die Beute meist ganz schluckt – und je weniger Drillinge es gibt, desto weniger Hakenspitzen muss man lösen.

 

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln. Schnappangeln

Schnappangeln haben normalerweise zwei Drillinge, die fest eingehakt werden. Von Anglern wurden auch noch andere Rigs entwickelt. Bei einem dieser Rigs sitzt die Schnappangel näher am Schwanz des Köderfisches, damit ein Hecht, der den Köderfisch mit dem Kopf voraus schlucken will, nicht zu tief gehakt wird. Bei einem anderen Rig wird an der Basis des Vorfachs nur ein Einzelhaken verwendet, damit sich nicht mehr Haken als zum Fang erforderlich im Hechtmaul festsetzen.

 

Auch hier hat Barrie eine Alternative:

Es gibt nämlich keinen Grund, weshalb der obere Drilling in einem Schnappangel-Rig in einer festen Position sitzen muss. Mit einer Schnappangel fischt es sich leichter, wenn man den oberen Drilling verschieben kann. Mit herkömmlichem Stahldraht oder Kevlar ist das möglich, ohne dass man den Draht sonderlich verbiegen müsste. Um ein solches Rig zu basteln, muss man zunächst den oberen Wirbel anbinden. Als nächstes befestigt man einen „Ryder“-Drilling am Rig (er hat am oberen und unteren Ende ein Öhr). Nun führt man den Draht durch das obere Öhr, wobei man das Drahtvorfach nur einmal halb oder ganz um den Hakenschenkel wickelt und es dann durch das andere Öhr fädelt.

Anschließend schiebt man den Haken etwa 15 cm den Draht hinauf und bindet schließlich den Schwanzdrilling mit einem 2 cm langen Drahtstückchen oder, bei Kevlar, mit einem Clinch-Knoten fest. Nun kann man den Ryder-Drilling am Vorfach entlangbewegen, um es der Größe des Köderfisches anzupassen. Ein bewegliches Schnappangel-Rig läßt bei der Wahl der Köderfischgröße mehr Spielraum.

 

Zwei Methoden für das Anködern eines toten Herings.

Zwei Methoden für das Anködern eines toten Herings.

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln. Das obere Rig eignet sich zum Posenangeln mit einem Hering im freien Wasser. Der obere Drilling (Gr. 8) wurde in den Rücken des Fisches gestochen; der untere Drilling sitzt hinter der Kieme. Der untere Hering wurde an Schwanz und Flanke zum Bodenbleiangeln angeködert.

 

Zudem bietet ein beweglicher Ryder-Drilling einen großen Vorteil.

Wenn beide Haken am Vorfach unbeweglich angebracht sind und einer von ihnen an einem knöchernen Teil des Hechtmauls hängenbleibt, ist dadurch auch der andere Drilling blockiert – und baumelt wahrscheinlich nutzlos umher. Der Angler kann ziehen, wie er will, doch wenn der erste Haken festsitzt, bewegt sich der andere auch nicht. Sobald der Hecht das Maul öffnet, rutschen beide heraus.

Wenn der Ryder dagegen beim Anschlag beweglich ist, kann sich der festgebundene Haken immer noch frei zum Ryder hin bewegen – selbst wenn der Ryder am Knochen festhängt. Das liegt daran, dass der unbewegliche Haken direkt an die Schnur geknüpft wird, und die kann direkt durch die Ösen des festsitzenden Ryder rutschen. Der festgebundene Haken wird durchgezogen, bis er eine weichere Maulpartie findet, in der er sich festsetzen kann.

 

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln

Experimente mit Rigs

Das oben beschriebene Rig wird von Barrie Richards als bestes Rig der einfacheren Sorte empfohlen. Doch er experimentiert zur Zeit mit einer Idee, die von seinen Freunden Archie Braddocks und Colin Dyson stammt. Dabei wird ein großer VB-(Vic-Bellars-Haken (Gr. 4 oder 2) verwendet. Ein VB-Haken besteht im Prinzip aus zwei unterschiedlich großen Einzelhaken, die „Rücken an Rücken“ miteinander verbunden sind. Der VB-Haken wird so mit einem Elastikband an den toten Köderfisch gebunden, dass der kleinere Haken im Köderfisch steckt – und der größere herausschaut.

Das Aufbewahren von Rigs

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln. Das Aufbewahren von Rigs aus Drahtvorfächern kann zum Alptraum werden. Der bekannte Hechtangler Ken Whitehead hat die Lösung zu diesem Problem. Einen Vorfachhalter aus Kork.

 

Der Vorteil

Der Vorteil dieses Rigs besteht darin, dass sich der Haken anscheinend ausnahmslos in der Kieferschere des Hechts festsetzt. Dadurch wird das Hakenlösen einfacher – einen im Kiefer sitzenden Haken bekommt man mit einer Lösezange leicht heraus. Barrie verbindet zum Experimentieren momentan VB-Haken mit Kevlar- Vorfächern. Und es werden ständig neue Vorfächer entwickelt!

 

Kopf voraus

Es ist erwiesen, dass Hechte einen ganzen Beutefisch mit dem Kopf voraus schlucken. Deswegen sollte man die Haken immer in Schwanznähe am Köderfisch anbringen. Bei dieser Art der Befestigung kann der Hecht die Haken beim Biss nicht so tief schlucken.

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln. Wenn Haken und Vorfächer in Ordnung sind, steht der Landung eines guten Hechts nichts im Wege. Wer beim Basteln pfuscht, verliert leicht seine Fische – mit einem Maul voller Drillinge.

 

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln. Starkes Zeug

Beim Angeln mit einem Drahtvorfach sollte die Hauptschnur etwa 4,5 bis 5,4 g Tragkraft haben. Barrie Richards empfiehlt, unbedingt ein zweites Drahtvorfach von 30 bis 45 cm Länge zu verwenden. Er sagt, das obere Vorfach sollte theoretisch länger sein als das untere – doch in der Praxis macht das anscheinend keinen großen Unterschied.

 

Haken und Vorfächer zum Hechtangeln, auf Nummer sicher

Wenn der tote Köderfisch fest am Drilling sitzt, kann er sich eigentlich nicht mehr lösen. Wer allerdings einen Weitwurfrekord aufstellen will, kann den Köderfisch mit dem Schwanz am Schnappangel-Rig festbinden, um ganz sicher zu gehen (z. B. mit Kupferdraht).

 

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