Die Posenrute im Einsatz

Die Posenrute im Einsatz

Artikel von Angelstunde in Angeltechnik

Wurf, Kontrolle des Gerätes, Anhieb und Drill – diese Grundfunktionen muß eine Posenrute beherrschen. Die heutigen Posenruten sind fast immer der englischen Matchrute nachempfunden.

Die Posenrute im Einsatz, seit Kohlefaser die Glasfaser als Rutenbaumaterial abgelöst hat, ist die Zahl der Ruten dramatisch gestiegen. Jede Saison kommen neue hinzu – die Wahl wird immer schwieriger.

 

Posenrute


Die Posenrute sollte immer der Angelmethode angepasst sein. Wenn Sie sehr kräftige Fische erwarten, wie Schleien, dann brauchen Sie eine kräftige Rute. Dieser Angler angelt hier mit sehr leichtem Gerät auf Rotaugen.

 

Rutenmaterialien

Aktion, Gewicht und das Gefühl, das eine Rute vermittelt, hängen von dem Material ab, aus dem sie gebaut ist. Früher wurden Ruten aus Bambus, Greenhart (ein Hartholz) und Glasfaser hergestellt; heute bestehen sie meist aus Karbonfaser und Kevlar.

Kohlefaser oder Glasfaser: Gehen Sie in einen Angelshop, um die Vorzüge von Kohlefaserruten kennenzulemen. Vergleichen Sie eine Kohlefaser – mit einer Glasfaserrute, die beide die gleiche Länge und die gleiche Aktion haben. Bevor Sie die Rute zusammenbauen, werden Sie merken, daß die Kohlefaserrute sehr viel dünner ist – vielleicht nur 10 mm dick oberhalb des Griffes.

Glasfaserruten können dort doppelt so dick sein. Der geringe Durchmesser der Kohlefaserrute bringt Vorteile im Wind . Denn diese dünnen Rute schneiden einfacher durch die Luft.

Sie werden auch bemerken, wie leicht Kohlefaserruten sind. Das typische Gewicht für eine 12-Fuß-Posenrute (3,6 m) liegt bei Glas zwischen 230 und 290 g; eine 12-Fuß-Kohlefaserrute wiegt zwischen 130 und 170 g. Das macht sich nicht nur beim Auswerfen bemerkbar. Man kann diese leichten Ruten auch stundenlang in der Hand halten, ohne zu ermüden.

Wenn Sie gleichgebaute Posenruten aus Glas – und Kohlefaser in den Händen halten und beide Ruten gleichzeitig nach oben schwippen lassen, werden Sie feststellen, daß die Kohlefaserrute schneller in die Ausgangsposition zurückkehrt. Kohlefaser ist steifer. Am Wasser bedeutet das: Man kann mit der Kohlefaserrute zielsicherer werfen, und der Anhieb ist schneller.

Preisvergleich: Kohlefaser ist viel teurer als Glasfaser. Einige Hersteller lassen sich ihren Namen noch extra bezahlen. Lassen Sie sich davon nicht beirren, sondern wählen Sie eine Rute allein wegen ihrer guten Eigenschaften.

Mischgewebe (Carbon Composites) Manche Kohlefaserruten enthalten Kevlar in ihrer Konstruktion. Kevlar, eine Kombination von Polymeren und Nylon, ist nicht dehnbar und absorbiert Stöße. Es wird deshalb auch für schußsichere Westen verwandt. Kevlar, um Kohlefaser gewickelt, macht die Rute noch etwas steifer. Das ist gut für sehr weite Würfe.

 

Vorsicht Stromschlag!

Kohlefaser ist ein ausgezeichneter elektrischer Leiter. Verwenden Sie nie eine Kohlefaserrute in der Nähe von elektrischen Leitungen. Selbst wenn man die Leitung nicht berührt, kann ein elektrischer Bogen überspringen und fatale Folgen haben

 

PosenruteWachsen

Damit die Rutenhülsen nicht verklemmen, kann man den Einschubteil der Hülse mit Kerzenwachs bestreichen oder mit Graphit eines Bleistiftes. Es gibt auch spezielle Carbonsprays im Handel. Beim Fischen sollte man immer darauf achten, daß sich die Hülsen nicht lösen.


Rutenlänge

Sie können englische Matchruten fürs Posenfischen bis zu 17 Fuß Länge (5,2 m) kaufen. Diese langen Ruten sind aber nur für Spezialisten. Die normale Länge geht von 11 1/2 bis 14 Fuß (3,46 bis 4,2 m). Es ist sehr wichtig, die Rutenlänge der jeweiligen Angelart anzupassen. Allgemein gilt: Je weiter entfernt man fischt, je länger sollte die Rute sein.

Am besten ist es allerdings, die Rutenlänge immer dem jeweiligen Angelplatz anzupassen. Wer unter überhängenden Bäumen fischt, der braucht eine kürzere Rute. Mit einer längeren Rute kann man besser größere Fische drillen – auch wenn sie im Kraut sind. Wenn Sie mit nur einer einzigen Posenrute fischen wollen, dann nehmen Sie eine 13 Fuß (3,9 m) Rute; damit deckt man die meisten Bereiche ab.

Eine 11 1/2 Fuß (3,46 m) Posenrute ist gut geeignet für kurze Entfernungen, wie an Kanal – oder Seeufern mit Wagglern, die zwei bis drei BB Schrote tragen.

Ruten von 12 bis 13 Fuß (3,6 bis 3,9 m) sind gut für mittlere bis lange Distanzen mit der Wagglerpose, 12-Fuß-Ruten (3,6 m), wenn man nicht zu weit werfen muß. Für sehr weite Würfe, z. B. auf die andere Seite eines Flusses, wählt man die 13-Fuß-Rute (3,9 m). Damit wirft es sich leichter, und die Schnur ist beim Anhieb besser aufzunehmen.

Ruten von 14 Fuß (4,2 m) und länger sind brauchbar, wenn man mit der Stickpose (Stick FIoat) in abtreibender Strömung fischt (Trotting). Mit langen Ruten kann man die Schnur besser kontrollieren.

 

Posenrute


Immer zu zweit

Versuchen Sie nie, allein eine verklemmte Rutenhülse zu lösen. Das geschieht besser zu zweit. Beide greifen dabei die Rute mit einer Hand oberhalb und mit der anderen Hand unterhalb der Hülse. Ein stetiger kräftiger Zug sollte jetzt die beiden Rutenteile lösen.

 

 

Posenrute

Ein schwarzer, hartverchromter Ring: Hartchromringe sind zwar nicht so haltbar wie die modernen Einlageringe, aber an Hartchromringen klebt die Schnur nicht so stark. Das ist wichtig, wenn man mit der abtreibenden Pose (Trotting) fischt. Nur wenn die Leine nicht an den Ringen klebt, kann man den Köder genau mit der Strömung präsentieren.

 

 


Posenrute

Ein Einlagenring: Die meisten Einlagen sind aus Siliziumiciumcarbid, einer Keramikmischung, oder aus Aluminiumoxyd. Diese Einlagen sind sehr leicht und sehr hart. Solche Ringe können allerdings ziemlich teuer sein. Ringe mit Keramikeinlagen sind schwerer, und sie kosten nur ein Drittel von dem, was Ringe aus Aluminiumoxyd kosten.

 

 


Aktion und Steifheit

Eine Posen AngelrutePosenrute biegt sich in einem bestimmten Profil, wenn sie unter Druck gesetzt wird. Das nennt man Rutenaktion. Verwechseln Sie nie die Rutenaktion mit der Steifheit einer Rute – Ruten mit verschiedenen Aktionen unterscheiden sich auch in der Steifheit.

Grundsätzlich lassen sich diese Ruten in zwei Aktionsformen einteilen: Spitzen aktion und durchgehende Aktion. Neuere Trends im Rutenbau vereinen allerdings beide Aktionsformen. Es ist wichtig, die Rutenaktion entsprechend der Angelart zu wählen.

Ruten mit durchgehender Aktion haben eine hohle Spitze, die nicht eingespließt ist.

Die Posenrute mit durchgehender Aktion biegt sich bei steigender Belastung von der Spitze bis ins Handteil durch. Sollten Sie nur eine einzige Rute für die ganze Posenfischerei wählen, dann ist eine nicht zu weiche Kohlefaserrute mit durchgehender Aktion die richtige Wahl. Diese Rute ist schnell genug, um plötzliche Bisse zu beantworten; man kann meist Vorfächer bis zu einer Tragkraft von 0,5 kg fischen.

Ruten mit durchgehender Aktion haben weitere Vorteile. Wer mit leichten Wagglern (zwei bis drei BB Schrote) in kurzer Entfernung auf Fische mit einem weichen Maul angelt, kann mit einer solchen Rute verhindern, daß die Haken ausreißen.

Ruten mit Spitzenaktionen biegen sich bei Belastung meist nur im Spitzenteil. Sie sind daher sehr schnell im Anhieb. Einige Ruten mit Spitzenaktion haben eine Vollkohlefaserspitze, die eingespließt ist und die die Spitzenaktion noch „spitzer“ macht. Eine Posenrute mit Spitzenaktion sind ideal für das Angeln in Fließgewässern. Die besten Posen dafür sind die sogenannten Sticks. Mit diesen Posen und der Spitzenaktionsrute kann man auch die schnellen Bisse von Rotaugen und Döbeln beantworten. Es gibt Ruten, die haben eine extrem feine Spitze. Mit dieser dünnen Spitze kann man Vorfächer bis zu einer Tragkraft von 0,4 kg fischen. Die passende Hakengröße dazu ist 24 bis 26.

Es gibt Angler, die mit diesen winzigen Haken ihre ganze Posenfischerei betreiben. Einige Ruten mit Spitzenaktion sind in der Mitte zu steif für einige Angelarten. Wenn Sie mit einer Spitzenaktionsrute auf Brassen fischen, sollten Sie vorsichtig sein: Eine Spitzenaktionsrute, die beim Anschlag „steht“, wird manchen Haken aus dem Maul schlagen.

 

Posenrute

↑ 13 Fuß (3,9 m) Rute – 16 Ringe

Jede Rute muß die richtige Anzahl von Ringen an der richtigen Stelle haben. Zu wenig Ringe lassen die Schnur an der Rute kleben, und die Rute kann sich nicht in ihrer natürlichen Kurve biegen. Zu viele Ringe zerstören die Rutenaktion. An einer 13 Fuß Rute (3,90 m) sollten sich zwei Ringe am Handteil befinden, fünf am Mittelteil und neun (mit dem Spitzenring) am Spitzenteil. Eine 12 Fuß Rute (3,6 m) benötigt einen Ring weniger; eine 1’4 Fuß Rute (4,2 m) benötigt einen zusätzlichen Ring.

 


Eine neue Aktion

In der letzten Zeit gibt es einen Trend zu Ruten mit einer „Hybrid“-Aktion. Wenn diese Ruten gering belastet werden, biegt sich nur die Spitze. Mit dieser Spitzenaktion kann man sehr gut mit dem Stick Float fischen. Wird der Druck auf die Rute größer, biegt sich die Rute bis zur Mitte und manchmal bis ins Handteil durch. Damit ist die Rute auch für größere Waggler und größere Fische geeignet.

 

 

Posenrute

Der Rutengriff sollte zwischen 50 und 60 cm lang sein. Die traditionellen Korkgriffe halten sehr lange. Kork ist leicht und angenehm anzufassen. Synthetische Griffe sind besser zu säubern. Was bevorzugt wird, ist eine Frage des Geschmacks. Schubhülsen, mit denen die Rollen befestigt werden, sind meist aus Aluminium. Hier gibt es aber neue Materialien wie Plastik oder Kohlefaser, die leichter sind und bei kaltem Wetter angenehmer.



Die Armaturen

Die beste Rute wird nur gut arbeiten, wenn Sie richtig beringt ist. Es ist wichtig, daß die Rute den richtigen Ringtyp, die richtige Anzahl und die richtige Position der Ringe aufweist. Die Ringe sollen die Schnur der Rutenaufgabe entsprechend halten. Bei guten Ringen wird die Schnur nicht an der Rute klebenbleiben. Ringe mit Keramik- oder Oxydeinlagen sind wesentlich haltbarer. Außerdem gibt es noch Hartchromringe. Diese Ringe sind von Vorteil, wenn man mit der Rute in der Strömung fischt. Hartchromringe lassen die Schnur nicht so leicht kleben.

 

 

PosenruteEine Posenrute sollte niemals wie ein einfacher Stock benutzt werden. In den Händen eines guten Anglers kann die Rute jeden Biß mit Erfolg beantworten. Wer bei Wind angelt, kann mit der Rute die Leine unter Wasser ziehen, und wer im Fluß angelt, kann mit der Rute die Leine über Wasser halten, so daß das Floß immer richtig abtreibt. Im Drill hilft die Rute, den Fisch am Haken zu halten. Wer die Rute im Drill sehr hoch hält (Bild), hat mehr Kontrolle über einen Fisch, der in das Kraut flüchten will. Um einen Fisch im Drill nicht wegen der großen Wellen eines vorbeifahrenden Bootes zu verlieren, tauchen Sie die Rutenspitze schnell und tief ins Wasser. Fische, die im Drill an der Wasseroberfläche platschen, fängt man besser, wenn man die Rutenspitze gegen die Wasseroberfläche drückt.



Sauberkeit

Viele Angler kümmern sich nie um die Sauberkeit ihrer Ruten. Die Ringe verschmutzen, und, was noch schlimmer ist, sie verkleben mit Lockfutter, das beim Trocknen extrem hart wird. Es rauht die Angelschnüre wie Sandpapier auf. Deshalb sollte jede Rute ab und zu mit warmem Seifenwasser gewaschen werden. Ersetzen Sie kaputte oder eingeschnittene Ringe.

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