Angeln auf der Nordseeinsel Helgoland, Gerhard Hocke berichtet

Angeln auf der Nordseeinsel Helgoland, Gerhard Hocke berichtet

Artikel von Angelstunde in Angeln im Fokus

Helgoland liegt 70 km vor der Küste, hier kommen Fischarten vor, die in deutschen Gewässern sonst kaum zu fangen sind z.B. Hornhecht, Makrele und Meeräsche

Gerhard Hocke berichtet von einem spannenden Angelausflug nach Helgoland. Voller Erwartung stehen wir auf dem Deck der Fähre. Während wir noch über Gerätemontagen fachsimpeln, erscheint die Insel und zeigt sich von ihrer schönsten Seite: Glutrot leuchtet uns die Steilküste aus der blauen See entgegen. Die Landung gestaltet sich etwas umständlich, aber durchaus interessant. Die Fähre geht nämlich 1 km vor der Insel vor Anker, und wir steigen um in die offenen Börteboote, welche die Passagiere in den Hafen befördern. In kluger Voraussicht haben wir das sperrige Gepäck wie das Zelt, den Räucherofen und die langen Brandungsrutenhalter schon vorab auf die Reise geschickt.

 

 

Angeln auf der Nordseeinsel Helgoland



Hinüber zur Düne

Von der Insel setzen wir zur Düne über, auf der wir unseren diesjährigen Angelurlaub verbringen wollen. Dann schnell das Zelt aufgestellt, und gleich runter zum Dünenhafen. Mit der SpinnruteHelgoland fangen wir am ersten Tag noch einige kleinere Dorsche.

 

Das Angeln auf Helgoland lässt sich vielseitig gestalten. Neben vielen Küstenangelmöglichkeiten gibt es Hochseeangelfahrten auf Dorsch und Makrele, sogar Ausfahrten auf Hai werden angeboten.

 

Doch wir bleiben zunächst an Land. Die Top-Stelle auf der Düne, die i-Punkt-Mole, ist zu unserer Enttäuschung wegen Sanierungsmaßnahmen gesperrt. Doch wir haben Glück und finden andere fängige Stellen, vor allem die Außenmole des Dünenhafens. Hier verbringen wir die meisten Abende beim Ansitz auf Plattfisch und Aal. Weitere gute Plätze auf der Düne liegen unterhalb der i-Punkt-Mole und am Dünendamm.

 

Wer auf der Insel selbst bleibt, findet gute Brandungsangelmöglichkeiten und Molenangelmöglichkeiten an der Süd- und der Ostmole am Südhafen des Unterlandes. Beachten Sie, dass nur die Außenseiten der Molen beangelt werden dürfen!

 

Die Liste der Fischarten, die von Land aus gefangen werden können, ist lang:

 

Dorsch, Wittling, Flunder, Scholle, Kliesche, Steinbutt, Aal, Aalmutter, Stöcker (Bastardmakrele), in den Sommermonaten außerdem Hornhecht, Makrele und sogar Meeräsche.

 

Angeln auf der Nordseeinsel Helgoland

Angelausfahrt mit einem der offenen Börteboote, die sonst die Touristen aus den großen Fahrgastschiffen auf die Insel bringen – anlegen können die Fährschiffe dort nämlich nicht.

 

Hier geschützt: der Wattwurm

Der beste Naturköder für die meisten Fischarten ist der Wattwurm, der allerdings auf Helgoland nicht mehr gegraben werden darf. Wir haben vorgesorgt und für die ersten Angeltage Wattwürmer mitgebracht, die wir ständig mit frischem Seewasser versorgen.

 


Wem dies zu auf-wendig ist, der findet in Sandspierlingen einen guten Ersatzköder. Man fängt sie am Strand mit einem kleinen Kescher. Je nach benötigter Größe sind sie ganz, halbiert oder als Fetzen geschnitten zu verwenden. Im übrigen sind Fetzen der weißen Unterseite von Plattfischen oder Makrelenfetzen gute Köder.

 

Auf Dorsch, Wittling, Plattfisch, Aalmutter und Aal fischt man meist mit der Bodenbleiangel, mit Bleigewicht zwischen 40 und 120 g, je nach Strömung bzw. Brandung – und einem Paternostersystem mit zwei Butthaken.

 

Häufen sich die Hänger im steinigen Grund oder machen Krabben das Angeln unmöglich, kann man den Köder mit einer gut sichtbaren Pose auch über dem Grund anbieten, denn weite Würfe sind oft gar nicht nötig.

 

Hornhechte werden ebenfalls mit der Pose befischt

Der Fetzenköder sollte in 1 bis 2 m Tiefe angeboten werden. Dorsch, Hornhecht und Makrele lassen sich auch gut an der mittelschweren Spinnrute mit kleinen Pilkern oder Blinkern zwischen 20 und 60 g fangen.

 

Beim Dorschfang ist es entscheidend, den Köder in Grundnähe zu führen, während der Hornhecht nur im Oberflächenwasser auf den Blinker geht.

 

Einige Male haben wir Glück und erwischen einen Makrelenschwarm. Dann heißt es ausprobieren und den Köder in unterschiedlichen Tiefen führen. Für diesen Fall sollte man ein Makrelenvorfach mit Federhaken in der Tasche haben, an deren Ende ein Pilker befestigt wird.

 

Auf dem Weg zum Dünenhafen begegnen uns zwei Meeräschenangler mit drei schönen Fischen zwischen 40 und 50 cm, die sie mit Brotflocken gefangen haben. Für den Meeräschen Fang benötigt man ultrafeines Gerät. Mit einer kleinen durchsichtigen Wasserkugel, Haken der Größe 12-14 und einer 0,18er Schnur kann man die vorsichtigen Fische überlisten.

 

Angeln auf der Nordseeinsel Helgoland

Angeln in der gleißenden Nachmittagssonne. Auch bei gutem Wetter empfiehlt sich immer eine Öljacke: Zu schnell kann das Wetter umschlagen.

 

Hochseeangeln

Die Boote für die Ausfahrten zum Hochseeangeln legen von der Insel aus ab – kein Problem für uns: ein Anruf, und Klaus Block holt uns am nächsten Tag von der Düne ab.

 

Während der dreistündigen Ausfahrt fangen wir so viel Dorsch, daß wir den Großteil dem Käpt’n überlassen. Die Dorsche sind deutlich größer als von Land, der größte liegt bei 10 Pfund. Außerdem fangen wir zwei Köhler und einige Makrelen beim Einholen im Mittelwasser.

 

Die Angelfahrten werden übrigens nicht mit Kuttern, sondern den offenen Börtebooten gemacht; entsprechende Kleidung ist ratsam, außerdem sollte man seefest sein. Leihangeln sind an Bord erhältlich. Der Käpt’n Klaus Block erzählt uns über das Haiangeln. Der Hundshai, auch Grundhai genannt, kommt im Sommer mit den Makrelenschwärmen. Die Fanggründe liegen weiter von der Insel entfernt. Die durchschnittliche Größe liegt bei 1,2 mund 10 bis 15 kg, die größten Exemplare bei 40 kg. Entsprechend kräftig muss das Gerät sein.

 

Wer keine Leihrute nehmen will, sollte eine Bootsrute um 20 lbs mitbringen, bestückt mit einer Multirolle und einer 30-lbs-Leine, geflochten oder monofil. Montiert werden Bleie um 500 g und ein Makrelenfetzen am Haken der Größe 6/0. Ein wenig Glück muss man allerdings haben: An guten Tagen wird pro Boot etwa ein Hai gefangen.

 

Informationen zur Insel Helgoland

 

Fischarten

Dorsch, Flunder, Scholle, Aal, Kliesche, Steinbutt, Aalmutter, Stöcker (Bastardmakrele), Wittling, Köhler, Schellfisch, Hundshai, Meeräsche

 

Mindestmaße

Es gelten die gesetzlichen Mindestmaße. Die wichtigsten für Helgoland sind: Dorsch 30 cm, Scholle und Flunder 25 cm, Steinbutt 30 cm, Aal 35 cm.

 

Angeln auf der Nordseeinsel Helgoland

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