Die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern – Topgewässer für Raubfischangler

Die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern – Topgewässer für Raubfischangler

Artikel von Angelstunde in Angeln im Fokus

Das herrliche Angelwasser Müritz liegt etwa auf halbem Wege zwischen Berlin und Rostock, besonders der Raubfischangler kommt hier auf seine Kosten

Die Müritz, eigentlich ein Fluss, der sich zu einem See verbreitert, besitzt den typischen Charakter der Gewässer der Mecklenburgischen Seenplatte: So hügelig wie das Umland ist auch der Gewässergrund – die letzte Eiszeit hat hier ganze Arbeit geleistet. Und genau das ist es, was uns Anglern zugute kommt, denn die zahlreichen Scharkanten und Barschberge bieten den Fischen ideale Standplätze.

 

Die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern - Topgewässer für Raubfischangler



Müritz – Topgewässer für Raubfischangler

Der See hat eine durchschnittliche Tiefe von 6 m; an der tiefsten Stelle fällt er auf 31 m ab. Die seichten Uferpartien mit ihren ausgedehnten Gelegegürteln sind für den Angler weniger interessant. Ein 10 km langer Streifen des Ostufers gehört zum Müritz-Naturschutzpark, der nicht befischt werden darf. Fazit: Die Müritz ist ein Gewässer für den Bootsangler.

 

Die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern - Topgewässer für Raubfischangler

Die Müritz ist am besten vom Boot aus zu beangeln, denn die Ufer sind im allgemeinen schlecht zugänglich. 10 Kilometer des östlichen Ufers stehen unter Naturschutz und sind deshalb für den Angler tabu.

 

Viele Bootsvermietungen

In den Ortschaften ist man auf Angler eingestellt: Überall gibt es Boote zu mieten. Man kann aber auch sein eigenes Boot mitbringen. Bei der großen Wasserfläche empfiehlt sich ein nicht zu kleines Motorboot mit Sicherheitsausrüstung. Wer schon einmal bei aufkommendem Sturm auf dem Wasser war, der weiß warum.

 

Der Brotfisch der Müritz ist der Barsch, der ganzjährig gefangen werden kann. Die Hochsaison für den Barschangler beginnt allerdings im August, wenn die Stinte an die Oberfache kommen. Die Barsche stehen unter den riesigen Stintschwärmen und treiben die etwa 4 cm langen Fischchen an die Oberfläche. Für den Angler sind sie durch die angelockten Möwenschwärme leicht auszumachen. Sieht man also Hunderte von Möwen kreischend dicht über Wasseroberfläche kreisen, dann heißt es: nichts wie hin. Die Barsche stürzen sich dann auf alles, was einem Fischchen ähnlich sieht.

 

Problemloses Barschangeln

Die Tiefe der raubenden Fische ist recht einfach herausfinden, indem der Köder in verschiedenen Tiefen angeboten wird. Geeignet sind kleine helle Pilker zwischen 15 und 30 g oder, falls die Barsche flacher stehen, Mepps-Spinner der Größe 2 bis 3 in sämtlichen Farben.

 

Die Zeit der Stintschwärme hält etwa bis Ende Oktober an. Anschließend muss man sich anderer Hilfsmittel bedienen, um die Barsche zu finden. Hier empfehlen sich zur Orientierung eine Tiefenkarte und ein EcholotMüritz, mit dem sich die Barschberge leicht ausmachen lassen.

 


Stellt sich nach zehn Minuten an einer Stelle kein Biss ein, sollte man den Standort wechseln. Allerdings gibt es Tage, an denen mit Kunstködern einfach nichts zu machen ist. Wer zum Barschangeln fährt, sollte also unbedingt eine Rute mit Laufposenmontage und Maden oder Würmer mit aufs Wasser nehmen.

 

Die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern - Topgewässer für RaubfischanglerIdyllisches Gewässer

Die Müritz ist ein idyllisches Gewässer, welches das Herz des Naturfreundes höher schlagen lässt. Der Angler findet hier zahlreiche Fischarten; vor allem Raubfische sind hervorragend vertreten.

 

 

 

 

 

 


Angeln mit der „Wippe“

Haben Sie schon einmal etwas von einer Wippe gehört? Dieses traditionelle mecklenburgische Angelgerät wird von einheimischen Barschanglern immer noch verwendet. Eine sehr kurze Rute wird an der Bordwand so angebracht, dass sie frei beweglich in der Waagerechten liegt. Ein Biss wird signalisiert, indem sich die Spitze absenkt und das Hand teil nach oben wippt. Sollten Sie sich ein Boot leihen, fragen Sie Ihren Vermieter einmal danach und probieren Sie es selbst. Auch beim Aalangeln lässt sich die Wippe anwenden.

 

Die durchschnittliche Größe der Barsche liegt bei einem knappen Pfund. Exemplare bis zwei Pfund sind an guten Tagen immer mit dabei. Beste Angelstellen sind, wie schon erwähnt, die Barschberge, also Untiefen mit weniger als 5 m Wassertiefe mitten im See, zum Winter auch die steilen Scharkanten zwischen 10 und 15 m Tiefe. Ein paar Mark für eine Tiefenkarte zu investieren, die es in den Angelgeschäften in Waren und Röbel gibt, erspart zeitaufwendiges Suchen.

 

Übrigens sind die Barschberge und Kanten auch die richtigen Angelstellen, wenn man auf einen Hecht aus ist. Hechte gibt es hier reichlich, und was für welche! Der bislang größte Fisch von 142 cm wog 39 Pfund und wurde 1990 gefangen. Die Müritz wird für die Hechtangler in den letzten Jahren immer populärer, da sich die Fänge von Stückgewichten jenseits der 20-Pfund-Marke häufen. Der wachsende Hechtbestand hängt offenbar zusammen mit der verbesserten Wasserqualität. Als die Abwässer der Stadt Waren noch bedenkenlos in die Müritz geleitet wurden, hatte dies starke Eutrophierung und getrübtes Wasser zur Folge. Zwar wirkte sich dies positiv auf den Zanderbestand aus, doch die Hechtpopulation ging zurück.

 

Nach Umstellung des Abwassersystems der Stadt Waren ließ der Algenwuchs nach, und das Wasser wurde deutlich klarer. Der Müritz-Zander hat sich seitdem rar gemacht; seinen Platz hat nun der Hecht eingenommen.

 

Zu Saisonbeginn von Mai bis Juni hält der Hecht sich mit Vorliebe in den flacheren Regionen auf. Später verlässt er die Berge und stellt an den Scharkanten den Maränenschwärmen nach, die in tiefergelegenen Wasserschichten durch den See ziehen.

 

Dementsprechend sind die Köder zu wählen. Dem Spinnangler sind anfangs Wobbler und große Spinner zu empfehlen, später im Jahr tieflaufende Köder, schwere Löffel oder Bleikopfspinner. Auch mit dem toten Köderfisch werden große Hechte überlistet.

 

Wie in all den Gewässern von Mecklenburg-Vorpommern ist auch in der Müritz das Schleppangeln seit jeher verboten.

 

Die Aale in der Müritz sind ebenfalls eine anglerische Herausforderung. Sie werden überwiegend im südöstlichen Teil des Sees, etwa auf Höhe der Ortschaft Ludorf, gefangen. Gelegentlich hat man auch einen schönen Spitzkopf als willkommenen Beifang beim Barschangeln. Wer im Winter hier fischt, sollte es im Hafen von Waren oder in der Verbindung von Binnen- und Außenmüritz (im Norden) auf Quappen versuchen. Fischen Sie dort, wo die Einheimischen stehen. Ein Wurmbündel mit dem Bodenblei angeboten ist die übliche Fangmethode.

 

Informationen zur Müritz

Die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern - Topgewässer für RaubfischanglerDie Fische

Barsch, Hecht, Zander, Aal, Quappe (Rutte), Karpfen, Weißfische

 

Mindestmaße

Hecht, Zander und Aal: 45 cm

 

Schonzeiten

Hecht und Zander 1. Januar bis 30. April

 

Hauptfangzeiten

Hecht Mai bis Juni und Oktober bis Dezember; Barsch: August bis Oktober; Aal: Juli bis September; Quappe (Rutte): Februar bis März

 

Beschränkungen

Erlaubt sind 2 Ruten; Nachtangeln (1 Std. nach Sonnenuntergang bis 1 Std. vor Sonnenaufgang) und Schleppangeln sind verboten.

 

Boote

Motorboote sind erlaubt.

Schlagwörter: , ,