Angeln auf Hechte, es gibt drei Hauptfangmethoden

Angeln auf Hechte, es gibt drei Hauptfangmethoden

Artikel von Angelstunde in Angelbasiswissen

So zäh der Hecht  auch aussehen mag – von unerfahrenen Anglern wird das Angeln auf Hechte oft mit falschem Gerät betrieben

Das Angeln auf Hechte wird von vielen Anfängern als eine Art Beigabe zu einem normalen Angel Tag angesehen. Man nimmt halt eine alte Bootsrute mit, hängt einen Köderfisch ins Wasser und wartet ab, „ob sich etwas tut“. Das ist die falsche Einstellung zum Hechtangeln.

 

Angeln auf Hechte, es gibt drei Hauptfangmethoden



Angeln auf Hechte

Hechte schlucken den Haken oft tief, und wenn die Schnur reißt, bleibt der Haken tief im Schlund sitzen – ein qualvoller Tod. Moderne Hechtangler, für die Natur- und Tierschutz keine Fremdworte sind, kennen die Lösung: Den Hecht darf man nicht schlucken lassen.

 

Angeln auf Hechte, es gibt drei Hauptfangmethoden

Als Hakenlöser eignet sich eine Arterienklemme bestens. Moderne, fischfreundliche Angler wie John Wilson verzichten auf eine Rachensperre. Zum Schutz der Hände eignen sich Lederhandschuhe.

 

Angeln auf Hechte, geeignete Fangmethoden

Es gibt drei Hauptfangmethoden auf Hecht: mit der Spinnangel, mit totem Köderfisch und mit lebendem Köderfisch (in Deutschland verboten). Für Hechtneulinge ist das Fischen mit dem toten Köderfisch die leichteste Methode. Dabei muss jedoch selbst eine einfache Ausrüstung zum Angeln mit totem Köderfisch einige Spezialgegenstände enthalten.

 

Die Rute sollte sehr kräftig sein. Am besten eignen sich Ruten mit einer Testkurve von 21/4lb. Die meisten Karpfenruten sind gut geeignet, allerdings kann man mit Ruten, die eine besonders weiche Aktion haben, keine schweren Köder weit auswerfen. Karpfenruten mit progressiver Aktion von etwa 3 m Länge sind ganz brauchbar – noch besser sind jedoch Hechtruten von 3 bis 3,70 m Länge.

 

Die abgebildete Rute hat eine Testkurve von 23/4 lb. Das klingt ungefähr nach der Empfindlichkeit eines Baumstamms, aber gute Hechtruten wie diese besitzen eine ausgezeichnete Spitzenaktion. Mit ihnen lassen sich große Köder auswerfen und kapitale Hechte fangen.

 


Die Hechtrolle sollte deutlich robuster und kräftiger gebaut sein als eine normale Angelrolle. Am leichtesten geht das Hechtangeln mit einer Stationärrolle mit großem Schnurfassungsvermögen, bestückt mit einer Schnur von 4,5- 6,8 kg (0,30-0,35 mm) Tragkraft.

 

Offene Rollen sind zum Hechtangeln besser geeignet als Kapselrollen – beim Drill eines großen Fisches kann sich bei einer Kapselrolle die Schnur auf der Spule verklemmen.

 

Grundausrüstung

Angeln auf Hechte, es gibt drei Hauptfangmethoden

Angeln auf Hechte, es gibt drei Hauptfangmethoden

1 +2. Hechtrute 2 3/4 Ib. TC Ryobi „John Wilson“.

Diese zweiteilige Rute ist 3,7 m lang und eignet sich für Schnüre von 4,5-6 kg Tragkraft. Hochwertige Hechtruten sind nicht billig, aber ihr Geld wert.

3. Spezial-Stationärrolle

zum Fang von Specimen-Fischen. Wichtig ist eine gute Bremse, die plötzliche Hechtfluchten sicher abfängt.

4. Hechtlaufpose

5. Bleistiftförmige Laufpose

6. Stahlvorfach

(für toten Köderfisch)

7. Drillingshakenschützer

zum Vermeiden von Verletzungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Posen und Schnüre

Wer mit einer Pose auf Grund angeln oder den toten Köderfisch frei im Wasser anbieten möchte, braucht Spezialgerät. Hechtlaufposen eignen sich zum Bodenangeln und zum Angeln in beliebiger Wassertiefe gleichermaßen. Bei großen toten Köderfischen (z. B. Heringe oder Makrelen) muß man die Lauf Pose entsprechend groß und mit viel Auftrieb wählen.

 

Eine bleistiftförmige Pose zum Angeln mit totem Köderfisch eignet sich bestens zum Bodenangeln – sie wird mit einem Stopper Knoten oberhalb der Pose und einer Perle in Position gehalten.

 

Die Hauptschnur sollte eine Tragkraft von 4,5-6,8 kg aufweisen und über einen Wirbel mit einem 45-50 cm (multifilen) langen Stahlvorfach von 9 kg Tragkraft verbunden werden. Hechte können eine normale Schnur durchbeißen und entkommen dann mit Drillingshaken im Körper.

 

Den toten Köderfisch befestigt man mit zwei 8er Drillingshaken an der Schnur, die mit einem 7,5 cm langen Stück Stahlvorfach verbunden werden. Den toten Fisch ködert man an die beiden Drillinge an. Um zu gewährleisten, dass der Köder auch bei weiten Würfen nicht wegfliegt, bindet man ihn zusätzlich am Schwanz fest.

 

Angeln auf Hechte, es gibt drei HauptfangmethodenHechte nehmen gerne Stinte,

Rotaugen, Makrelen und halbe Heringe. Man sollte den Köder auch einmal am Grund entlangzockeln, um einen verwundeten Fisch nachzuahmen. Hechte bevorzugen leicht erreichbare Beute.

 

 

 

 

 


Haken in Schwanznähe

Da der Hecht einen Fisch in der Regel vom Kopf her schluckt, sollten die Haken möglichst in Schwanznähe sitzen. Auf diese Weise nimmt der Hecht die Haken nicht so tief. Ein Hecht, der geschluckt hat, ist so gut wie tot. Am besten lässt man nur den Widerhaken an der Hakenspitze stehen, die der Befestigung des Köderfischs dient, und feilt die anderen beiden Widerhaken ab oder drückt sie mit einer Zange zusammen. Der Hecht wird so leichter gehakt, und die Verletzungen sind nicht so schlimm, sollte er doch einmal tief schlucken.

 

Angeln auf Hechte, es gibt drei Hauptfangmethoden

Hab‘ ich dich! Der Drill eines Hechtes, auch eines großen, wird durch richtiges Gerät sehr erleichtert und ist dann auch für den Fisch sicherer.

 

Rachensperre oder nicht?

Der erste große Hecht ist an der Angel – doch wie geht’s nun weiter? Für die Landung benutzt man am besten einen großen, weichmaschigen Unterfangkescher ohne Maschenknoten. Als Hakenlöser eignet sich eine etwa 20 cm lange gerade Arterienklemme. Wer es unbedingt möchte, kann die kräftigen Hechtkiefer beim Hakenlösen mit einer Rachensperre offen halten – einem ziemlich barbarischen Instrument. Überzieht man die scharfen Enden mit Gummi oder Kork, verringert sich die Verletzungsgefahr für das Hechtmaul.

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