Chinook, Lachs, Königslachs, Kanektok River in Alaska Angeln

Alaska gilt als die letzte Wildnis, im Herzen Alaskas liegt der Kanektok, der größte jemals mit der Angel gefangene Chinook-Lachs wog 44,3 kg

Der Chinook hat den Namen King Salmon – Königslachs – wirklich verdient. Hoch oben in Alaska konnte Peter Cockwill ein majestätisches Exemplar haken, das ihm eine königliche Verfolgungsjagd am einsamen Kanektok River bescherte.

Chinook, Lachs, Königslachs, Kanektok River in Alaska Angeln

Den Biss eines Chinook-Lachses kann man nicht verfehlen. Peters Fisch machte sich sofort in einer atemberaubenden Flucht flussabwärts auf den Weg. Er nahm mit rasenter Geschwindigkeit Schnur von der Rolle. Wahrscheinlich hätte Peter den Fisch nicht gefangen, wenn der Guide (Führer) nicht ein Boot für die Verfolgung des Fisches bereit- gehalten hätte.

Der größte jemals mit der Angel gefangene Chinook-Lachs wog 44,3 kg. Da verwundert es nicht, dass man diesen Fisch auch als Köngislachs bezeichnet. Jedes Jahr angle ich am Kanektok River in Alaska, um Fische mit dieser unbändigen Kampfkraft zu fangen. Einer meiner jüngsten Angelausflüge – es war in einem Juli – nahm am Basis Camp, das von Brad Duncan geleitet wird, seinen Ausgang.

Der Fluss war voller Sockeye-, Chum- und Humpback-Lachse, und die mächtigen Chinook-Lachse waren auch da. Am Abend meines zweiten Angeltages stellte ich mich mit der Fliegenrute an einen langen tiefen Pool. Es herrschte ein starker, stromauf wehender Wind, und ich schaute direkt in die Sonne. Ich fühlte, wie meine Teeny Nymphe über den Kiesgrund holperte. Als die Nymphe in der Strömung einen Bogen beschrieb, schien sie mir ein klein wenig anders zu holpern als bisher…

Chinook

Der Kanektok ist so klar, dass man die Lachse unter der Wasseroberfläche beobachten kann. Als Peters Chinook flussab schoss, konnte man seine rote Färbung deutlich sehen. Dieser Chinook kam richtig in Fahrt, als er die Hauptströmung spürte – Chinook-Lachse sind schnelle und ausdauernde Kämpfer.

Die Erfahrung lehrt, dass man jede Veränderung, die auf einen Fisch hindeuten könnte, mit einem Anschlag quittieren sollte. Also tat ich das. Für den Bruchteil einer Sekunde glaubte ich an einen handfesten Hänger – doch dann geriet ich leicht in Panik, als ein schwerer Doppelschlag in der Rute mir signalisierte, dass ich einen großen Fisch gehakt hatte. Ich war sicher, dass mir ein Stück harter Arbeit bevorstehen würde. Ein Chinook reagiert nach dem Biss mit langen Fluchten und viel Kopfschütteln. Und er kann den Arm des Anglers durch langes Quer stehen in der Strömung stark strapazieren.

 

 

Chinook

Bärenhunger

In jenem Juli war Peter nicht der einzige geschickte Lachsfischer in Alaska. Im Katmai National Park führten die Braunbären ihre ausgezeichneten Fangtechniken vor. Gemessen an ihrer Größe sind Bären unglaublich behende. Sie fangen die Fische, indem sie sie mit ihren Tatzen ergreifen. Die ziehenden Lachse werden von den Bären mit Vorliebe gefressen.

Eine rasante Flucht

Im Sommer ist der Kanektok River glasklar, und man kann die Königslachse an ihrer hellroten Färbung erkennen, die sie wenige Tage nach dem Eintritt ins Süßwasser annehmen. Mein Königslachs kam beim Drill mehrmals an die Oberfläche.

Die Bremse an meiner Rolle war hart eingestellt, und die Rute bog sich fast zum Kreis, als der Fisch sich langsam zum Ende des Pools hin bewegte. Dann fühlte er die schneller werdende Strömung und raste flussab. Die Schnurreserven auf meiner Rolle schmolzen nur so dahin. Ich hatte in kürzester Zeit über 130 m Schnur verloren, doch Brock Richardson, der mir als Guide (Führer) zugeteilt worden war, hatte schon ein Boot an meiner Seite klargemacht. Es war kein Problem, hineinzuspringen und wieder Schnur aufzunehmen, und so verfolgten wir den mächtigen Fisch flussab.

Chinook

Der Griff an die Schwanzwurzel: Wenn der Lachs müdegedrillt ist, ergreift normalerweise der Guide (Führer) den Fisch mit den Händen an der Schwanzwurzel, um ihn zu landen. Peter kann seine Lachse auf diese Weise allerdings selbst landen. Viele Angler gehen in Alaska nur mit einem Führer auf Tour.

Nach einem halben Kilometer hatte ich vorübergehend keinen Kontakt zum Fisch. Ich stieg an einer Kiesbank aus und zog ihn quer gegen die Strömung, um ihn ins flache Wasser zu zwingen. Der Kampf war zu Ende, als der Fisch am Rand der Kiesbank antippte, was mir Gelegenheit gab, ihm entgegenzulaufen und ihn mit der Hand an der Schwanzwurzel zu packen.

Ich setze die Fische, die ich während meiner Angeltouren in Alaska fange, grundsätzlich zurück. Rasch löste ich den widerhakenlosen Haken und hielt den Fisch für ein Erinnerungsfoto hoch. Dann stützte ich meinen Lachs im tieferen Wasser etwas, damit er etwas Kraft sammeln konnte. Nach meinem Kampf mit dem gut 16 kg schweren King hatte ich schon einige Mühe, ihn hochzuheben.

Chinook

Alaska gilt als die letzte große Wildnis. Im Herzen Alaskas liegt der Kanektok.

 

Die Krönung des Tages

An diesem Tag hatte ich schon einen Sockeye, einen Chum, einen Humpback, einen Dolly- Varden-Saibling, eine Arktische Äsche und eine Regenbogenforelle gehakt. Somit hatte ich alle sieben Fischarten gefangen, die man im Juli in Alaska antreffen kann.

Das Fliegenfischen ist immer von großem Reiz, aber kein Fisch kommt dem Königslachs, diesem ausdauernden Kämpfer, gleich!

Chinook

Peter musste seinen Chinook-Lachs eine Zeitlang im Wasser stützen, bevor dieser aus eigener Kraft wieder davonschwimmen konnte.

 

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