Marlin angeln. 9 Arten, Reviere, Kosten und Komplett-Guide

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Alles über den Marlin – dem König der Weltmeere. Arten, Angeltechniken, Ausrüstung, Weltrekorde und ein einzigartiger Erfahrungsbericht

Zuletzt aktualisiert am 15. März 2026


Wer einmal einen Marlin an der Angel hatte, vergisst diesen Moment niemals. Der Fisch schießt aus dem Wasser, tanzt auf der Schwanzflosse und kämpft mit einer Kraft, die selbst erfahrene Hochseeangler an ihre Grenzen bringt. Kein Wunder, dass der Schwertfisch bei Big-Game-Anglern weltweit als der ultimative Gegner gilt.

In diesem umfassenden Guide erfährst du alles Wichtige über Marlin – von den verschiedenen Arten über die besten Angelreviere bis hin zur richtigen Ausrüstung. Außerdem teilen wir einen unvergesslichen Erfahrungsbericht direkt aus dem Pazifik vor Baja California.

Marlin angeln. 9 Arten, Reviere, Kosten und Komplett-Guide

Was ist ein Marlin eigentlich

Der Marlin gehört zur Familie der Istiophoridae und zählt zu den beeindruckendsten Hochseefischen der Welt. Das auffälligste Merkmal ist das verlängerte Oberkiefer-Schwert, der sogenannte Bill, nach dem die gesamte Gruppe der Schwertfische benannt ist.

Die Schwertfische leben in den tropischen und subtropischen Gewässern aller Weltmeere. Sie bevorzugen Wassertiefen von 20 bis 200 Metern und halten sich bevorzugt dort auf, wo verschiedene Meeresströmungen aufeinandertreffen. An solchen Stellen sammeln sich Beutefische wie Makrelen, Thunfische und Tintenfische, die die Hauptnahrung des Schwertfischs bilden.

Zur Jagd nutzt der Marlin seinen Bill als tödliche Waffe. Er schlägt mit dem Schwert in einen Beuteschwarm, betäubt oder verletzt dabei mehrere Fische gleichzeitig und frisst die getroffenen Tiere anschließend in Ruhe.

Die wichtigsten Merkmale des Marlins auf einen Blick

✓ Verlängerter Bill (Schwert) am Oberkiefer als Jagdwaffe ✓ Stromlinienförmiger Körper für extreme Geschwindigkeit ✓ Leuchtend blaue Körperstreifen, die sich im Erregungszustand intensivieren ✓ Fähigkeit zur Temperaturregulierung von Gehirn und Augen ✓ Vorkommen in allen tropischen und subtropischen Weltmeeren ✓ Zu den schnellsten Fischen der Welt gehörend


Die 9 Arten im Überblick

Es gibt insgesamt neun anerkannte Arten innerhalb der Schwertfisch-Familie. Sie unterscheiden sich erheblich in Größe, Verbreitungsgebiet und Erscheinungsbild.

Rang 1 – Schwarzer Marlin (Istiompax indica)

Bewertung ★★★★★ – Schwierigkeitsgrad für Angler

Der Schwarze Marlin ist die absolut schwerste Marlinart der Welt. Ausgewachsene Weibchen können über 500 kg auf die Waage bringen. Das Big-Game-Weltrekordexemplar wurde 1953 vor der Küste Perus gefangen und wog sagenhafte 707,61 kg (1.560 lbs). Der Schwarze Marlin lebt vor allem im Indischen Ozean und im Pazifik, besonders vor Australien und Neuseeland gilt er als begehrtester Zielfisch überhaupt.

✓ Schwerste Marlinart weltweit ✓ Bis zu 707 kg Rekordgewicht ✓ Hauptrevier: Australien, Neuseeland, Indischer Ozean ✓ Beste Saison: September bis Dezember vor Cairns

Besonderheit: Im Gegensatz zu anderen Marlinarten kann der Schwarze Marlin seine Brustflossen nicht anlegen, was ihn von allen anderen Arten eindeutig unterscheidet.

Rang 2 – Blauer Marlin (Makaira nigricans)

Bewertung ★★★★★ – Kampfstärke und Sportlichkeit

Der Blaue Marlin ist der bekannteste Vertreter seiner Familie und besiedelt alle tropischen und gemäßigten Ozeane. Er ist der einzige Marlin, der regelmäßig im Atlantik, im Pazifik und im Indischen Ozean vorkommt. Männchen bleiben deutlich kleiner als Weibchen und überschreiten selten 150 kg. Weibchen hingegen erreichen Gewichte jenseits der 400 kg.

✓ Einzige Art in allen drei großen Ozeanen ✓ Spektakulärster Kämpfer unter allen Marlinarten ✓ Wiederholte Sprünge und akrobatische Drehungen im Drill ✓ Hauptreviere: Azoren, Kona, Madeira, Cabo San Lucas

Der Blaue Marlin gilt als der sportlichste aller Marline. Er springt wiederholt aus dem Wasser, vollführt akrobatische Drehungen und kämpft bis zur vollständigen Erschöpfung.

Rang 3 – Gestreifter Marlin (Kajikia audax)

Bewertung ★★★★☆ – Häufigkeit und Zugänglichkeit für Einsteiger

Der Gestreifte Marlin ist die häufigste Art im östlichen Pazifik und rund um Cabo San Lucas der am häufigsten geangelte Marlin überhaupt. Er erreicht Längen von bis zu 2,40 m und Gewichte von etwa 270 kg, ist damit deutlich kleiner als seine schwarzen und blauen Verwandten.

✓ Häufigste Marlinart im östlichen Pazifik ✓ Ideal für den Einstieg ins Big-Game-Angeln ✓ Leuchtend blaue Körperstreifen als unverwechselbares Merkmal ✓ Bis zu 270 kg und 2,40 m Länge

Das auffälligste Merkmal sind die leuchtend blauen Streifen entlang des Körpers, die sich im Erregungszustand intensivieren und wie Neonlichter aufleuchten können. Gestreifte Marline gehören zu den agilsten Kämpfern und sind für ihre langen Sprungreihen bekannt.

Rang 4 – Weißer Marlin (Kajikia albida)

Bewertung ★★★★☆ – Schutzbedürftigkeit und Seltenheit

Der Weiße Marlin ist die kleinste atlantische Marlinart und erreicht Gewichte von maximal 80 kg. Er bevorzugt warme Gewässer und wandert saisonal zwischen den Tropen und gemäßigten Breiten. Im westlichen Atlantik, besonders vor der Küste der US-Ostküste, hat er unter Sportanglern Kultstatus.

✓ Kleinste atlantische Marlinart ✓ Kultstatus an der US-Ostküste ✓ Fast ausschließlich Catch-and-Release ✓ Unter besonderem Schutz in mehreren Regionen

Rang 5 – Segelmarlin (Istiophorus platypterus)

Bewertung ★★★★★ – Geschwindigkeit und visuelle Wirkung

Streng genommen ist der Segelmarlin kein klassischer Marlin, sondern gehört zur Gattung der Segelflossen-Speermarline. Mit seiner riesigen, fächerartigen Rückenflosse ist er aber so unverwechselbar, dass er in keiner Marlin-Aufstellung fehlen darf. Er gilt als der schnellste Knochenfisch der Welt und soll Geschwindigkeiten von bis zu 110 km/h erreichen können.

✓ Potenziell schnellster Knochenfisch der Welt ✓ Unverwechselbare Segelflosse als Erkennungsmerkmal ✓ Hauptreviere: Karibik, Indischer Ozean ✓ Sprungfreudigster Kämpfer unter allen Billfish-Arten

Ränge 6 bis 9 – Pazifischer Weißer Marlin, Roundscale Spearfish, Longbill Spearfish, Shortbill Spearfish

Bewertung ★★★☆☆ – Bedeutung im Sportangeln

Diese vier Arten runden die Marlin-Familie ab. Sie sind deutlich seltener und spielen im Sportangeln eine untergeordnete Rolle. Der Roundscale Spearfish wurde erst 2013 endgültig als eigenständige Art anerkannt und wird noch immer häufig mit dem Weißen Marlin verwechselt.


Marlin angeln. 9 Arten, Reviere, Kosten und Komplett-Guide

Warum Marlin angeln so besonders ist

Marlin angeln ist die Königsdisziplin des Hochseeangelns. Kein anderer Fisch vereint Größe, Geschwindigkeit, Sprungfreude und schiere Kraft in dieser Form.

Spektakuläre Kämpfe – Die Schwertfisch springen meterhoch aus dem Wasser, rasen mit bis zu 80 km/h durch die Oberfläche und setzen ihre volle Körperkraft gegen Rute und Angler ein. Kämpfe dauern routinemäßig 30 Minuten bis mehrere Stunden.

Enorme Größe – Selbst der kleinste Marlin wiegt mehr als die meisten anderen Sportfische. Die großen Arten übertreffen mit mehreren hundert Kilogramm alles, was Angler aus Süßgewässern kennen.

Seltene Naturschauspiele – Ein Marlin, der seine blauen Leuchtstreifen aktiviert und einen Köder attackiert, ist eines der beeindruckendsten Erlebnisse der Hochseefischerei.

Weltweite Reviere – Von Mexiko über Australien bis Portugal gibt es weltweit faszinierende Ziele für jeden Reisetyp und jedes Budget.

Nachhaltige Praxis – Catch-and-Release hat sich im Schwertfisch-Angeln global durchgesetzt. Der Fisch wird nach dem Kampf behutsam wieder freigelassen.


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Xiphias gladius, Azoren

 

Erfahrungsbericht – Großwildjagd in Cabo San Lucas

Berichterstatter Roy Marlow, Big-Game-Angler und Berater der Firma Daiwa

Für Big-Game-Fischer zählt der Marlin zu den größten Herausforderungen überhaupt. Ich hatte als Mitarbeiter einer Angelgeräte-Firma den Auftrag bekommen, eine neue Ausrüstung für die stärksten Fische der Weltmeere zu testen.

Mit einer 30-lbs-Ausrüstung sollte ich auf die gestreiften Marline fischen. Bei einer Länge von 2 m und einem Gewicht von bis zu 270 kg sind sie die kleinen Verwandten der schwarzen Marline. Die Großwildjagd begann in Cabo San Lucas, an der Spitze der Baja California im Norden Mexikos. Dieser Hafen bietet einen ausgezeichneten Zugang zu dem Gebiet, in dem der Golf von Kalifornien in den Pazifik übergeht. Die Fischgründe dort sind hervorragend.

Bei Sonnenaufgang am nächsten Morgen rasten wir mit 30 Knoten auf die offene See zu. Im Köderbehälter waren Makrelen, alle knapp zwei Pfund schwer. Ich hatte darauf bestanden, mit lebenden Köderfischen zu angeln, da ich nicht den ganzen Tag mit der Schleppangel fischen wollte.

Der Plan war einfach. Ausschau halten nach einem ruhenden Schwertfisch, dessen Flossen knapp aus der Wasseroberfläche ragen, dann einen künstlichen Schleppköder über das Schwert des Fisches laufen lassen, damit er reagiert. Dann der nervige Teil – das Warten, bis der Marlin beißt.

„Marlin! Marlin!“ kam der Ruf von der Brücke. Zwei Fische steuerbord voraus! Bis zu diesem Moment war ich völlig cool gewesen.

Ich wollte mich zwingen, nicht in Panik zu geraten. Aber jetzt schoss mir das Adrenalin in die Glieder. Dabei habe ich in meinem Leben schon eine Menge großer Fische gefangen – ein Marlin würde doch wohl nicht soviel anders sein. Beide Fische folgten den Ködern. Ich zog eine Makrele auf den Haken und ließ sie in Richtung der aufgeregten Schwertfische los.

Was jetzt passierte, hatte ich noch nie gesehen. Das hatte auch in keinem Buch gestanden. Beide Schwertfische schossen auf die Makrele zu. Dann leuchteten sie plötzlich wie eine Neonreklame. Blaue Linien blitzten entlang ihrer Körper auf. Sie legten die letzten 50 m in wenigen Sekunden zurück, und einer der beiden zerschmetterte mit seinem Schwert die Makrele. Ich schlug nicht an, sondern ließ den Köder heraus, und der größere Marlin biss.

Anhieb! Reiner Instinkt war das. Zeit zum Überlegen hatte ich jetzt nicht mehr, nur hundert panikartige Gedanken blitzten durch meinen Kopf. Würde mein neu erlernter Bimini-Twist-Knoten halten? War die Rolle groß genug? Für solche Sorgen war es nun zu spät. Ich hatte einen der mächtigsten Fische der Weltmeere an der Angel, und der schoss momentan in einer Geschwindigkeit davon, die jeder Vorstellung spottete.

Die Leine rannte von der Rolle. Der Schwertfisch tanzte mit der Schwanzflosse auf dem Wasser. Er schoss aus dem Wasser und zog in weniger als zehn Sekunden 200 m Sehne ab. Mein Herz klopfte bis zum Hals.

Ich hatte keine Vorstellung davon, ob die Rute das aushalten würde. Dann ging der Schwertfisch zum Angriff über. Ein langer Kampf hatte begonnen. Mit aller Kraft legte ich mich ins Zeug. Aber der Fisch war zu stark. Es gab keine Chance, in den Kampfstuhl zu kommen. Ich hatte die Rute nur in meinen Händen und im Bauchgurt. Ein Kampf Fisch gegen meine Armmuskeln.

Nach 30 Minuten war ich überzeugt davon, dass meine Arme um einige Zentimeter länger geworden waren. Aber die Rute hatte gehalten, und der mächtige Schwertfisch lag längsseits des Bootes. Es war ein stattlicher Fisch, der in der Maulspalte gehakt war. Schnell hatte er seine Freiheit wieder und tauchte ab. Auf dieser Reise fing ich noch viele weitere Schwertfische, und jedes mal wurde meine Ausrüstung erneut auf die Probe gestellt. Aber nichts kam meiner ersten Begegnung mit diesem leuchtend blauen Gladiator der Meere gleich.


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(Tetrapturus albidus) in North Carolina

 

Die besten Angelreviere weltweit

Top 1 – Cabo San Lucas (Mexiko)

Bewertung ★★★★★

Cabo San Lucas an der Spitze der Baja California ist wohl das bekannteste Schwertfisch-Revier der Welt. Hier treffen der Pazifik und der Golf von Kalifornien aufeinander, was zu einer außergewöhnlichen Konzentration von Beutefischen führt.

✓ Gestreifte Schwertfisch von Juli bis November in enormer Dichte ✓ Blaue Marline vor allem von September bis November ✓ Unzählige IGFA-Rekorde vorzuweisen ✓ Pflichtstation für jeden ernsthaften Big-Game-Angler ✓ Hervorragende Charter-Infrastruktur für alle Budgets

Top 2 – Cairns (Australien)

Bewertung ★★★★★

Cairns vor der australischen Nordostküste ist das Mekka für alle, die den Schwarzen Marlin jagen. Die Großkampffisch-Saison läuft von September bis Dezember. In dieser Zeit stehen die Schwarzen Schwertfische in atemberaubender Dichte vor dem Great Barrier Reef.

✓ Weltrekordgewässer für den Schwarzen Marlin ✓ Fische über 400 kg keine Seltenheit ✓ Saison September bis Dezember ✓ Professionelle Charterboote mit langjähriger Erfahrung ✓ Kombination mit Great-Barrier-Reef-Erlebnis möglich

Top 3 – Azoren (Portugal)

Bewertung ★★★★☆

Die Azoren im mittleren Atlantik gelten als eines der besten Reviere für Blaue Marline in Europa. Der Nordatlantikstrom sorgt für ideale Bedingungen von Mai bis Oktober.

✓ Bestes europäisches Revier für Blaue Marline ✓ Nachhaltiges Revier mit strengem Catch-and-Release ✓ Internationale Turniere mit langer Tradition ✓ Gute Flugverbindungen aus Deutschland

Top 4 – Kona (Hawaii)

Bewertung ★★★★★

Die Küste vor Kona auf Big Island gilt ganzjährig als exzellentes Blaumarlin-Revier. Kona hat mehr IGFA-Weltrekorde hervorgebracht als fast jedes andere Revier der Welt.

✓ Ganzjähriger Fischbetrieb möglich ✓ Hochsaison Juli bis Oktober ✓ Mehr IGFA-Rekorde als fast jedes andere Revier ✓ Hervorragende touristische Infrastruktur

Top 5 – Madeira (Portugal)

Bewertung ★★★★☆

Madeira im Nordatlantik ist Europas ältestes und traditionsreichstes Blaumarlin-Revier. Seit den 1960er Jahren wird hier Big-Game-Angeln betrieben.

✓ Europas traditionsreichstes Big-Game-Revier seit den 1960ern ✓ Regelmäßig Blaue Marline jenseits der 200 kg-Grenze ✓ Austragungsort internationaler Big-Game-Turniere ✓ Gut erreichbar aus Mitteleuropa

Weitere Top-Reviere

✓ Mauritius (Indischer Ozean) ✓ Los Suenos und Quepos (Costa Rica) ✓ Die Malediven (Indischer Ozean) ✓ Townsville (Great Barrier Reef, Australien) ✓ Vitoria (Brasilien, Atlantik)


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Schwertfisch angeln. Dieser Angler hat einen kleinen Schwertfisch an der Angel. Die Rute ist im Bauchgurt abgestützt. Für große Schwertfische sind Rückengurt (Harness) und Kampfstuhl nötig

 

Die richtige Ausrüstung

Die Rute

Für Schwertfisch angeln werden speziell konzipierte Big-Game-Ruten eingesetzt. Sie sind kurz (1,40 bis 1,80 m), extrem kraftvoll und mit verstärkten Rollenhalterungen ausgestattet.

✓ 30-lbs-Klasse für gestreifte Marline bis 150 kg ✓ 50-lbs-Klasse für Blaue Marline bis 300 kg ✓ 80- bis 130-lbs-Klasse für Schwarze Marline und Großexemplare ✓ Sportlich orientierte Angler bevorzugen grundsätzlich die leichtere Ausrüstung

Die Rolle

Bewertung Qualitätsmerkmale ★★★★★ – unverzichtbar

Big-Game-Rollen für Schwertfisch angeln müssen enorme Belastungen aushalten.

✓ Stufenlose Kraftbremse mit hohem Maximaldruck ✓ Schnurkapazität von mindestens 500 m Backing ✓ Korrosionsbeständige Materialien aus Aluminium oder Titan ✓ Robustes Getriebe mit hohem Übersetzungsverhältnis ✓ Bewährte Marken: Shimano Tiagra, Penn International, Avet, Accurate, Daiwa

Gute Rollen für Schwertfisch angeln beginnen bei etwa 400 Euro und reichen bis über 2.000 Euro für Profi-Ausrüstung.

Schnur und Vorfach

Für Schwertfisch angeln werden heute hauptsächlich geflochtene Schnüre verwendet. Sie haben keinen Dehnungsverlust, was eine direkte Kraftübertragung garantiert, und sind erheblich dünner als Monofilament, was den Strömungswiderstand reduziert.

✓ Geflochtene Schnur für direkte Kraftübertragung ✓ Schweres Monofilament-Vorfach von 100 bis 300 lbs ✓ IGFA-konforme Vorfachlänge und Stärke bei Rekordversuchen ✓ Bimini-Twist-Knoten als bewährteste Verbindung zwischen Schnur und Vorfach

Köder und Anlockmittel

Beim Schwertfisch angeln werden grundsätzlich zwei Methoden unterschieden.

Schleppen mit Kunstködern ist die bei weitem häufigste Methode. Sogenannte Lures werden hinter dem fahrenden Boot hergezogen. Sie erzeugen dabei Luftblasen und Bewegungsmuster, die Schwertfische aus großer Entfernung anlocken. Typische Schleppköder sind aus Kunstharz, Silikon oder Holz gefertigt und 15 bis 40 cm lang.

Angeln mit Naturködern ist die sportlichere Methode. Lebende oder frisch getötete Makrelen, Sprotten oder Tintenfische werden auf spezielle Vorfach-Rigs montiert und entweder geschleppt oder an ruhenden Schwertfischen präsentiert. Diese Methode ermöglicht gezielteres Angeln auf einzelne Fische, erfordert aber mehr Erfahrung.

Kampfstuhl und Rückengurt (Harness)

Für größere Schwertfische sind ein Kampfstuhl und ein Rückengurt absolut unverzichtbar. Ohne diese Ausrüstung ist ein mehrstündiger Drill mit einem 300-kg-Fisch körperlich nicht durchzuhalten. Der Rückengurt wird in spezielle Ösen der Rolle gehakt und verteilt die Kraft des Fisches auf Rücken und Schultern des Anglers statt nur auf die Arme.


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Der Angler sitzt im Kampfstuhl. Er hat den Rückengurt (Harness) in die Rolle gehakt. Bei diesem ultra-schweren Gerät hat der Fisch kaum eine Chance

 

Checkliste – Ausrüstung für die erste Tour

Pflichtausrüstung

☐ Big-Game-Rute in passender Schnurklasse (30 bis 80 lbs) ☐ Big-Game-Rolle mit kraftvoller Bremse und 500 m Backing-Kapazität ☐ Geflochtene Hauptschnur in passender Stärke ☐ Monofilament-Vorfächer in 100 bis 200 lbs ☐ Sortiment Schleppköder (Kunstharz-Lures, 15 bis 40 cm) ☐ Rückengurt (Harness) für mehrstündige Drills ☐ Polbrille gegen Wasserreflexionen

Empfohlenes Zubehör

☐ Kampfstuhl (meist auf Charterbooten vorhanden) ☐ Hakenlöser und Zange für sicheres Haken-Entfernen ☐ Wasserdichte Tasche für persönliche Gegenstände ☐ Sonnenschutz LSF 50+ (Mehrtagestour auf offener See) ☐ Seekrankheitsmittel (zur Sicherheit) ☐ Kamera mit wasserdichtem Gehäuse für Erinnerungsfotos

Vor der Abreise klären

☐ Aktuelle Fangvorschriften des Ziellandes recherchieren ☐ IGFA-Regularien prüfen bei Rekordversuchen ☐ Charterboot mit erfahrenem Skipper buchen ☐ Reiseversicherung mit Hochsee-Deckung abschließen ☐ Angelschein und notwendige Lizenzen besorgen ☐ Catch-and-Release-Technik üben oder erlernen


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Roy Marlow, Roy war der Begründer der berühmten „Leicester Likely Lads“ und schon vor seinem 20. Lebensjahr in der englischen Nationalmannschaft. Heute fischt er kaum noch Wettbewerbe. Er leitet statt dessen einen Angelbetrieb in den Midlands

 

Biologie und Verhalten

Geschwindigkeit und Physiologie

Schwertfische gehören zu den schnellsten Fischen der Welt. Ihre Geschwindigkeit wird auf 60 bis 80 km/h geschätzt, in kurzen Ausbruchsphasen möglicherweise noch höher. Ermöglicht wird das durch einen stromlinienförmigen Körper, kraftvolle Schwanzflossen und eine besondere Fähigkeit zur Körpertemperaturregulierung.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Fischen können Schwertfische die Temperatur ihres Gehirns und ihrer Augen über der Umgebungstemperatur halten. Das verbessert ihre Reaktionsfähigkeit und Sehschärfe erheblich und macht sie zu überlegenen Jägern.

✓ Spitzengeschwindigkeit 60 bis 80 km/h ✓ Gehirn- und Augentemperatur aktiv regulierbar ✓ Schwanzflosse als primärer Antrieb ✓ Stromlinienförmiger Körper für minimalen Wasserwiderstand

Fortpflanzung und Wachstum

Schwertfische wachsen extrem schnell. Gestreifte Marline können in den ersten Jahren bis zu 20 kg pro Jahr zulegen. Weibchen werden deutlich größer als Männchen, da das Wachstum bei Männchen schon in jüngeren Jahren endet. Das Laichen findet in tropischen Gewässern statt. Die Larven treiben zunächst planktisch und entwickeln sich über mehrere Stadien zum adulten Fisch.

Bestandssituation

Mehrere Arten stehen unter erheblichem Druck durch die kommerzielle Fischerei. Besonders Blauer Marlin und Weißer im Atlantik gelten als überfischt. Die IUCN führt den Atlantischen Blauen Marlin auf der Roten Liste als gefährdet (Vulnerable).

Im Sportangeln hat sich Catch-and-Release nahezu flächendeckend durchgesetzt. Internationale Big-Game-Turniere verlangen heute fast ausnahmslos die sofortige Freisetzung aller Schwertfische.


Wie man einen Schwertfisch fängt. (Video)

Angeln und Nachhaltigkeit

Catch and Release als Standard

Schwertfische werden heute von verantwortungsvollen Anglern konsequent zurückgesetzt. Die Überlebensrate ist beim korrekten Umgang mit dem Fisch hoch.

Checkliste für schonenden Umgang nach dem Drill

☐ Drill so kurz wie möglich halten – den Fisch nicht bis zur Erschöpfung kämpfen lassen ☐ Fisch niemals vollständig aus dem Wasser heben ☐ Widerhaken-lose Haken verwenden für einfache Entnahme ☐ Fisch im Wasser neben dem Boot halten und sanft bewegen ☐ Warten bis der Fisch mit kräftigen Flossenschlägen selbst abzieht ☐ Kein Hantieren an Kiemen oder Augen ☐ Fotos nur machen wenn der Fisch noch im Wasser liegt

Artenschutz und internationale Regulierung

Die ICCAT reguliert die Fangquoten für die Fische im Atlantik. Im Pazifik ist die WCPFC zuständig. Beide Organisationen haben in den letzten Jahren strengere Limits eingeführt.

✓ Azoren und Madeira haben vollständiges Entnahmeverbot für die Fische ✓ Viele Turniere weltweit schreiben sofortiges Catch-and-Release vor ✓ IGFA fördert nachhaltige Angelpraktiken aktiv ✓ Artenschutzorganisationen wie The Billfish Foundation setzen sich weltweit ein


Weltrekorde und IGFA-Bestmarken

Art Gewicht Ort Jahr
Schwarzer Marlin 707,61 kg (1.560 lbs) Cabo Blanco, Peru 1953
Blauer Marlin Pazifik 624,14 kg (1.376 lbs) Kona, Hawaii 1982
Blauer Marlin Atlantik 636,00 kg (1.402 lbs) Vitoria, Brasilien 1992
Gestreifter Marlin 224,10 kg (494 lbs) Tutukaka, Neuseeland 1986
Weißer Marlin 82,50 kg (181,14 lbs) Vitoria, Brasilien 1979
Segelmarlin Pazifik 100,24 kg (221 lbs) Santa Cruz Insel, Ecuador 1947

 

Diese Rekorde gelten für die unbeschränkte Allgemein-Kategorie. Für jede Schnurklasse gibt es gesonderte IGFA-Rekorde, die regelmäßig aktualisiert werden. Aktuelle Bestmarken sind auf der IGFA-Website unter igfa.org abrufbar.


Fragen und Antworten rund um den Marlin

Wie viele Arten gibt es

Es gibt neun anerkannte Arten in der Familie Istiophoridae. Dazu gehören Schwarzer Marlin, Blauer Marlin (Pazifik und Atlantik), Gestreifter Marlin, Weißer Marlin, Pazifischer Weißer Marlin, Segelmarlin sowie drei Speerfischarten (Roundscale Spearfish, Longbill Spearfish, Shortbill Spearfish).

Wie schnell ist ein Marlin

Die Fische gelten als eine der schnellsten Fischgruppen der Welt. Gemessene Spitzengeschwindigkeiten liegen bei 60 bis 80 km/h. Der Segelmarlin wird als potenziell schnellster Knochenfisch mit bis zu 110 km/h angegeben, allerdings sind solche Spitzengeschwindigkeiten schwer zuverlässig zu messen.

Wie schwer wird ein Marlin

Das hängt stark von der Art ab. Gestreifte Schwertfische erreichen bis zu 270 kg, Blaue Marline bis über 600 kg und Schwarze bis über 700 kg. Männchen bleiben bei allen Arten deutlich kleiner als Weibchen.

Welche Ausrüstung brauche ich zum Schwertfisch angeln

Für Einsteiger ins Big-Game-Angeln empfehlen sich geführte Chartertouren, bei denen die Ausrüstung gestellt wird. Wer eigene Ausrüstung aufbauen möchte, braucht eine passende Big-Game-Rute, eine leistungsstarke Multiplikatrolle, geflochtene Schnur in 30 bis 80 lbs sowie schwere Monofilament-Vorfächer. Für große Arten sind Kampfstuhl und Rückengurt unverzichtbar.

Darf ich die Schwertfische behalten

Das hängt vom jeweiligen Land und den lokalen Vorschriften ab. In vielen Revieren ist das Entnehmen von Schwertfischen verboten oder auf sehr geringe Quoten beschränkt. Grundsätzlich gilt in der modernen Big-Game-Szene Catch-and-Release als ethischer Standard. Informiere dich vor jeder Reise über die lokalen Fischereigesetze.

Wo kann ich Schwertfisch angeln als Einsteiger

Für Einsteiger sind Chartertouren ab Cabo San Lucas in Mexiko oder von den Azoren ideal. Erfahrene Skipperteams übernehmen die komplette Organisation, stellen Ausrüstung und begleiten dich während des Kampfes. Die Kosten für einen Chartertag liegen je nach Revier zwischen 400 und über 2.000 Euro.


Marlin angeln. 9 Arten, Reviere, Kosten und Komplett-Guide

Ein Angler mit seiner Beute. Solche Bilder sind selten geworden. Schwertfische werden heute zurückgesetzt, um den Bestand nicht zu gefährden

 

Wissenswertes und Rekorde auf einen Blick

✓ Neun Arten von Schwertfischen in den Weltmeeren, kleine Arten ab ca. 40 kg ✓ Der riesige Schwarze Marlin erreicht über 500 kg ✓ Der Big-Game Weltrekord liegt bei 1.560 lbs (707,61 kg), aufgestellt 1953 vor Peru ✓ Mit dem Bill schlägt der Marlin in Beutefisch-Schwärme und frisst die getroffenen Tiere ✓ Schwertfische gehören neben Thunfischen und Haien zu den schnellsten Lebewesen der Weltmeere ✓ Sie erreichen Geschwindigkeiten bis zu 110 km/h, schneller als ein Leopard an Land ✓ Die Schwertfische können die Temperatur ihres Gehirns und ihrer Augen über der Körperkerntemperatur halten ✓ Weibliche Marline werden im Durchschnitt drei- bis viermal schwerer als Männchen derselben Art ✓ Ein einzelnes Marlinweibchen kann bei einem Laichvorgang mehrere Millionen Eier abgeben


Glossar der wichtigsten Begriffe

Bill – Das verlängerte Schwert am Oberkiefer des Schwertfischs, nach dem die gesamte Gruppe der Schwertfische benannt ist.

Big Game – Bezeichnung für das Angeln auf Großfische auf hoher See, typischerweise Marline, Thunfische, Haie und Schwertfische.

Catch and Release – Angelmethode, bei der gefangene Fische nach dem Drill schonend zurückgesetzt werden.

Charter – Gemietetes Sportfischerboot mit Crew und kompletter Ausrüstung.

Harness – Rückengurt, mit dem sich der Angler an der Rolle befestigt, um die Belastung beim Drill auf Rücken und Schultern zu verteilen.

IGFA – International Game Fish Association, weltweite Organisation für Sportangler, die Weltrekorde und Regelwerke für das Angeln auf Großfische verwaltet.

Kampfstuhl – Drehstuhl auf dem Heck eines Sportfischerbootes, mit dem der Angler während des Drills optimal positioniert ist.

Lure – Künstlicher Schleppköder beim Hochseeangeln.

Schleppangeln (Trolling) – Methode, bei der Köder hinter einem fahrenden Boot hergezogen werden.

Bill-Fisch – Sammelbezeichnung für alle Arten mit verlängertem Oberkiefer, also Schwertfische und Segelmarline.


Fazit – Dieser Schwertfisch bleibt ein Traum für jeden Angler

Kein anderer Fisch verkörpert die Faszination des Hochseeangeln so vollständig wie dieser Fisch. Die Kombination aus Größe, Geschwindigkeit, Kampfgeist und dem unvergleichlichen Anblick des leuchtenden, springenden Fisches macht jede Begegnung zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Gleichzeitig trägt jeder Angler eine Verantwortung für diese beeindruckenden Tiere. Catch-and-Release, schonender Umgang nach dem Drill und die Unterstützung von Artenschutzorganisationen sind heute wichtige Grundsätze einer verantwortungsvollen Big-Game-Angelpraxis.

Wer einmal in Cabo San Lucas oder vor Cairns auf Schwertfisch gefischt hat, versteht sofort, warum Roy Marlow seinen ersten Schwertfisch nie vergessen hat. Dieser leuchtend blaue Gladiator der Meere zieht Fischer aus der ganzen Welt in seinen Bann. Zu Recht.


Hinweis. Dieser Artikel enthält Informationen zu Fischarten und Angeltechniken. Beachte stets die lokalen Fischereivorschriften, Schonzeiten und Catch-and-Release-Empfehlungen des jeweiligen Angelreviers.

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Marlin Infografik

 

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