Heringshai. Groß und kampfstark – so meisterst du den Drill

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Heringshai angeln. Beste Reviere, passendes Tackle und Praxis-Tipps, damit du den harten Drill mit diesem schnellen, kraftvollen Hai kontrollierst

Zuletzt aktualisiert am 21. März 2026

Der Heringshai gilt als König der europäischen Big-Game-Fischerei. Mit bis zu 3,5 Metern Länge und einem Gewicht von bis zu 230 Kilogramm bietet dieser kraftvolle Räuber selbst erfahrenen Hochseeanglern einen unvergesslichen Drill. Gleichzeitig steht die Art unter erheblichem Druck durch Überfischung und hat sich die Rechtslage für Sportangler in den letzten Jahren deutlich verändert. Dieser Artikel schildert die klassischen Fangerlebnisse des britischen Angelexperten Trevor Housby im Ärmelkanal, erklärt die Biologie des Heringshais und bringt dich auf den aktuellen Stand der Schutzbestimmungen.

Heringshai. Groß und kampfstark - so meisterst du den Drill

Das Wichtigste auf einen Blick

✓ Größter Hai Europas mit bis zu 230 kg Kampfgewicht
✓ Catch and Release ist in den meisten Revieren heute Pflicht
✓ Beste Saison von Juni bis Oktober
✓ Erfahrener Skipper und robuste Ausrüstung sind unverzichtbar
✓ Vorschriften vor jeder Reise unbedingt prüfen


Was ist der Heringshai eigentlich

Der Heringshai (Lamna nasus) gehört zur Familie der Makrelenhaie (Lamnidae) und ist damit ein enger Verwandter des Weißen Hais und des Makohais. Er ist der größte Hai, der regelmäßig vor europäischen Küsten vorkommt.

Sein torpedoförmiger Körper erlaubt Geschwindigkeiten von bis zu 45 km/h. Ein besonders faszinierendes Merkmal ist sein spezielles Blutgefäßsystem (Rete mirabile), das es ihm ermöglicht, die Körpertemperatur 7 bis 10 Grad über der Wassertemperatur zu halten. Diese Fähigkeit teilt er nur mit wenigen anderen Haiarten wie dem Weißen Hai. Dadurch ist er selbst in eiskalten Gewässern ein gefährlicher und aktiver Jäger.

Merkmale auf einen Blick

Merkmal Details
Wissenschaftlicher Name Lamna nasus
Familie Makrelenhaie (Lamnidae)
Maximale Länge bis 3,5 Meter
Maximales Gewicht bis 230 kg
Bevorzugte Wassertemperatur 5 bis 18 Grad Celsius
Höchstalter geschätzt 30 Jahre
Geschlechtsreife erst mit 8 bis 10 Jahren
Fortpflanzung ovovivipar, 1 bis 5 Jungtiere pro Wurf
IUCN-Status gefährdet (Vulnerable, Stand 2026)

 

So erkennst du den Heringshai

Der Heringshai hat eine konisch geformte, leicht abgerundete Schnauze. Die Rückenfärbung ist dunkelblau bis graubraun, der Bauch weiß. Ein sicheres Erkennungsmerkmal ist die zweite Rückenflosse, die genau über der Afterflosse sitzt, sowie die deutlichen seitlichen Kiele am Schwanzstiel. Die Zähne besitzen charakteristische kleine seitliche Höcker.

Häufig wird er mit dem Kurzflossen-Makohai verwechselt. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale auf einen Blick:

✓ Heringshai hat eine abgerundete, konische Schnauze
✓ Zweite Rückenflosse sitzt genau über der Afterflosse
✓ Zähne mit kleinen seitlichen Höckern
✓ Rückenfärbung stumpf blaugrau

Beim Mako hingegen:

✓ Schnauze ist spitz und dolchartig
✓ Zweite Rückenflosse sitzt vor der Afterflosse
✓ Zähne glatt und messerartig
✓ Rückenfärbung metallisch-blau und glänzend


Heringshai. Groß und kampfstark - so meisterst du den Drill

Dies sind die fünf Heringshaie, die Trevor und seine Anglerkollegen vor der Isle of Wight fingen. Die Haie hatten tief geschluckt und konnten nicht mehr zurückgesetzt werden

 

Der Weltrekord und historische Fangreviere

Der aktuelle Weltrekord für Heringshaie stammt aus britischen Gewässern. George Porter fing diesen 211 kg schweren Fisch am 23. Juli 1976 vor Crackington Haven in Cornwall. Die nördliche Küste Cornwalls gilt als historisch ausgezeichnetes Heringshai-Revier. Im Ärmelkanal, besonders rund um die Isle of Wight, waren die Fangzahlen in den 1960er und 1970er Jahren außergewöhnlich hoch.

Damals hielten sich die Heringshai-Rudel in den makrelenreichen Gewässern von St. Catherines Deep auf, direkt vor der südlichen Spitze der Isle of Wight. Angler mussten kaum weit hinausfahren, um auf diese Haie zu stoßen. Heute hat sich die Situation durch jahrzehntelange Überfischung grundlegend verändert.


Trevor Housbys Erlebnisse im Ärmelkanal

Der bekannte britische Angelexperte Trevor Housby schildert in einem seiner Berichte einen Angeltag, der exemplarisch für die klassische Heringshai-Fischerei im Ärmelkanal steht. Seine Beschreibungen sind nicht nur historisch wertvoll, sondern auch lehrreich für das Verständnis moderner Techniken.

Die Gruppe verließ den Hafen von Keyhaven an Bord des Charterboots Gur Mary noch vor Sonnenaufgang. Skipper Ron Cowling führte sie zu den Heringshai-Fanggründen im Ärmelkanal, wo einige Angler beim Fischen über Schiffswracks ihre gehakten Pollacks und Lengfische bereits an Heringshaie verloren hatten.

Fünfundzwanzig Seemeilen vor der Küste machten sie auf dem Echolot einen größeren Schwarm Fische aus. Es stellte sich heraus, dass es Makrelen waren, die bevorzugte Beute des Heringshais. In 10 Minuten waren zwei Köderbehälter gefüllt, genug für einen Angeltag.

Das Anfüttern mit Rubby-dubby

Eine zentrale Technik bei der klassischen Heringshai-Fischerei ist das Anfüttern mit Rubby-dubby. Das ist eine stark riechende Mischung aus Kleie, Fischöl und zerhackten Fischen, meist Makrelen, weil Haie sie gerne fressen. Mit Hilfe grobmaschiger Netze wird das Rubby-dubby über die Bordkante gehängt und erzeugt so eine Duftspur im Wasser, die Haie aus weiter Entfernung anlockt.

Was gutes Rubby-dubby ausmacht

✓ Frisch zubereitete Zutaten verwenden
✓ Mindestens 50 Prozent zerhackte Makrelen oder Heringe
✓ Fischöl großzügig einarbeiten für intensiven Duftausstoß
✓ Kleie als Träger und Volumenspender
✓ Grobmaschige Netzbeutel für langsame Abgabe
✓ Mindestens zwei Netzbeutel in verschiedenen Tiefen platzieren

Heringshai. Groß und kampfstark - so meisterst du den Drill

Haifischangeln anno 1965 „Obwohl wir schon 1965 zum Fang von Heringshaien ähnliche Montagen benutzten wie heute, war unser übriges Gerät (Vollglasbootsruten und Tatler-V‘-Rollen)gemessen am heutigen Standard natürlich altmodisch, auch Echolot besaßen wir nicht

 

Die Montage

Trevor und seine Begleiter verwendeten in den 1960er Jahren folgende Standardausrüstung:

Ausrüstungsteil Details
Schnurstärke 50 bis 80 lb (23 bis 36 kg)
Rollen Multirollen
Haken spitzgeschliffene 10/0er Haken
Vorfach Stahlvorfach, 5 Meter Länge
Schwimmer halb aufgeblasene Luftballons
Köder je zwei ganze Makrelen pro Haken

 

Die Montagen wurden in verschiedenen Tiefen platziert, um einen Ködervorhang zwischen 6 und 18 Metern Tiefe zu erzeugen. Wenige Minuten nachdem die Montagen im Wasser waren, tauchte der erste Hai auf und umkreiste neugierig den Ballon.

Der Fischkontakt

Ein kleiner Heringshai von etwa 30 kg nahm einen der flach angebotenen Köder und schoss damit knapp unter der Wasseroberfläche davon. Nach 10 bis 15 Minuten zeigte sich, dass der Hai am Kiefer gehakt war. Eine kurze Drehbewegung mit dem Gaff löste den Haken, woraufhin der Hai den Kopf nach unten drückte und langsam ins Meer zurückschwamm.

In den nächsten Stunden folgte ein weiterer, deutlich größerer Fisch. Nach 25 Minuten ausdauernder Flucht hatte Housby den Hai längsseits, und Skipper Ron Cowling setzte das große Gaff. Der Hai wog 68 Kilogramm. Innerhalb von vier weiteren Stunden fingen sie drei weitere Haie zwischen 54 und 68 kg. Der letzte und schwerste wog 73 kg. Dieser Drill dauerte 40 Minuten.

Housby bemerkte kritisch, dass alle fünf Haie den Haken tief geschluckt hatten und deshalb nicht zurückgesetzt werden konnten. Das veranlasste ihn bereits damals, an einer Hair-Rig-Montage zu arbeiten, die ein sicheres Catch and Release ermöglichen sollte.

Ein bequemer Harness ist beim Drill eines Heringshais unerlässlich. Der Fisch ist ein kraftvoller Schwimmer, der zwar nur selten springt, aber entsprechend lange und ausdauernde Fluchten macht.


Heringshai. Groß und kampfstark - so meisterst du den Drill

Ein bequemer Harness ist für den Drill des Heringshais unerlässlich. Der Fisch ist ein kraftvoller Schwimmer, der zwar nur selten springt, dafür aber entsprechend lange und ausdauernde Fluchten macht

 

Verbreitung und Lebensweise des Heringshais heute

Der Heringshai kommt im gesamten Nordatlantik vor, von Makaronesien und Bermuda bis nach Grönland und Nordnorwegen. Man findet ihn auch in der Nordsee, gelegentlich im Skagerrak und Kattegat bis in die westliche Ostsee. Im Mittelmeer ist er ebenfalls verbreitet, nicht jedoch im Schwarzen Meer. Auf der südlichen Halbkugel sind Heringshaie rund um Südaustralien, Neuseeland, Südafrika, das südliche Südamerika und in subantarktischen Gewässern heimisch.

Der Heringshai bevorzugt kühles Wasser zwischen 5 und 18 Grad Celsius. Er ist pelagisch, hält sich also hauptsächlich im offenen Wasser auf und nähert sich nur selten der Küste. Wanderungen von mehreren tausend Kilometern wurden dokumentiert. In Südengland markierte Heringshaie wurden später in Nordnorwegen, Dänemark und Spanien wiedergefunden.

Beutespektrum des Heringshais

✓ Makrelen und Heringe als Hauptnahrung
✓ Dorsche und andere Bodenfische
✓ Kopffüßer wie Tintenfische
✓ Gelegentlich kleinere Haiarten
✓ Jagd sowohl im Freiwasser als auch in Bodennähe


Heringshai. Groß und kampfstark - so meisterst du den Drill

Rubby-dubby ausbringen. Rubby-dubby ist eine Mischung aus Kleie, Fischöl und zerhackten Fischen (meist Makrelen, weil Haie sie gern fressen). Man erzeugt damit eine Duftspur, die Haie anlockt. Mit Hilfe grobmaschiger Netze kann man das auszubringende Rubby-dubby ungefähr einteilen

 

Schutzstatus und aktuelle Rechtslage

Warum der Heringshai unter Schutz steht

Die Bestandssituation des Heringshais hat sich in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verschlechtert. Bis 2010 wurden allein im Nordostatlantik jährlich über 20.000 Tonnen kommerziell gefangen. Hinzu kommt erheblicher Beifang in der Langleinenfischerei sowie die Auswirkungen des Zusammenbruchs von Beutefischbeständen wie Hering und Makrele.

Die langsame Fortpflanzungsrate macht die Art besonders anfällig. Erst mit 8 bis 10 Jahren wird der Heringshai geschlechtsreif, und ein Weibchen bringt pro Wurf nur 1 bis 5 Jungtiere zur Welt. Diese biologischen Besonderheiten bedeuten, dass sich überfischte Bestände nur sehr langsam erholen können.

Die IUCN stuft den Heringshai weltweit als gefährdet (Vulnerable) ein. Die Bestände im Nordostatlantik gelten sogar als stark gefährdet, im Mittelmeer ebenfalls. Stand März 2026 hat sich an dieser Einstufung nichts verbessert.

Was gilt für Sportangler

Seit 2010 gilt für EU-Schiffe ein kommerzielles Fangverbot für Heringshaie in EU-Gewässern. Seit 2021 ist dieses Fangverbot EU-weit nochmals verschärft worden. Für Sportangler gelten in den meisten Gebieten strenge Auflagen mit verpflichtendem Catch and Release.

Vor jeder Reise unbedingt prüfen

☐ Aktuell gültige nationale Vorschriften im Zielrevier recherchieren
☐ Fischereibehörde des Ziellandes kontaktieren
☐ Charterbootbetreiber nach aktueller Rechtslage befragen
☐ Lizenz- und Genehmigungspflichten klären
☐ Zulässige Ausrüstung prüfen (Haken, Vorfach, Gaff)
☐ Catch-and-Release-Vorschriften kennen
☐ Meldepflichten für Fangereignisse prüfen

Die Rechtslage unterscheidet sich zwischen Irland, Großbritannien, Frankreich, Norwegen und anderen atlantischen Anrainerstaaten zum Teil erheblich. Im Zweifel wende dich an die zuständige nationale Fischereibehörde des Ziellandes.


Heringshai. Groß und kampfstark - so meisterst du den Drill

Ein schöner Heringshai kommt in Bootsnähe nach oben. Einen Hai muss man richtig gaffen – gleich unter dem Kiefer -,damit man ihn weitgehend unverletzt zurücksetzen kann

 

Wo angelt man heute noch auf Heringshai

Revierbewertung

Nordküste Cornwalls und irische Westküste

★★★★★ Bewertung Fangchance
★★★★☆ Bewertung Zugänglichkeit
★★★☆☆ Bewertung Bestandsdichte im Vergleich zu historischen Werten

Cornwall gilt historisch als bestes britisches Revier, und vor allem die irische Westküste bietet auch 2026 noch gute Chancen auf Heringshaie. Die Gewässer sind kalt und nährstoffreich, Makrelenschwärme locken die Haie an die Oberfläche. Erfahrene lokale Charterboote operieren von Kinsale, Baltimore und Killybegs aus.

Ärmelkanal und Isle of Wight

★★★☆☆ Bewertung Fangchance
★★★★★ Bewertung Infrastruktur
★★☆☆☆ Bewertung Bestandsdichte im Vergleich zu historischen Werten

Obwohl die Bestände nicht mehr mit den 1960er Jahren vergleichbar sind, werden im Ärmelkanal weiterhin Heringshaie gefangen, vor allem im Sommer und Frühherbst. Ports wie Weymouth, Poole und Keyhaven bieten Charteroptionen.

Nordsee und Skagerrak

★★☆☆☆ Bewertung Fangchance
★★★★☆ Bewertung Infrastruktur
★★☆☆☆ Bewertung Bestandsdichte

In den Sommermonaten werden Heringshaie immer wieder vor Dänemark und Südnorwegen gesichtet und gelegentlich von Hochseeanglern gefangen. Gezielte Heringshai-Touren sind selten, Beifang beim Hochseeangeln auf andere Arten kommt vor.

Schottland und Hebriden

★★★★☆ Bewertung Fangchance
★★★☆☆ Bewertung Zugänglichkeit
★★★★☆ Bewertung Wildnischarakter

Die Gewässer vor der schottischen Westküste bieten auch 2026 noch realistische Fangchancen, besonders auf Charterbooten mit erfahrenen Skippern. Das Revier gilt als weniger befischt als Cornwall und bietet entsprechend höhere Chancen auf ungestörte Haie.

Saison auf einen Blick

✓ Juni bis Oktober als Hauptsaison
✓ Juli und August als absoluter Höhepunkt
✓ September oft mit den größten Exemplaren
✓ Frühmorgens und abends höchste Aktivität


Heringshai. Groß und kampfstark - so meisterst du den Drill

Der Kopf eines Heringshais (Lamna nasus)

 

Moderne Fangtechnik und Ausrüstung

Gerät für den Heringshai

Auch wenn sich die Ausrüstung seit den Tagen von Trevor Housby grundlegend modernisiert hat, bleiben die Grundprinzipien gleich. Entscheidend ist robustes Gerät, das einem langen Drill standhalten kann.

Ausrüstungsteil Empfehlung
Rute Bootskampfrute, Klasse 30 bis 50 lb
Rolle große Multirolle mit zuverlässiger Bremse
Schnurstärke 15 bis 30 kg Tragkraft
Vorfach Stahlvorfach oder Fluorocarbon, 80 bis 100 lb, 3 bis 5 m
Haken widerhakenloses Design für Catch and Release, Größe 8/0 bis 10/0
Harness unbedingt erforderlich für lange Drills

 

Empfohlene Ausrüstungschecklist vor dem Angeltag

Angelgerät

☐ Rute auf Beschädigungen geprüft
☐ Rollenbremse eingestellt und getestet
☐ Schnur auf Abrieb und Knoten geprüft
☐ Stahlvorfach auf Korrosion kontrolliert
☐ Haken auf Schärfe und Widerhakenstatus geprüft
☐ Widerhakenloses Modell für Catch and Release montiert
☐ Harness angelegt und Verbindungen getestet

Anfütterung und Köder

☐ Ausreichend Rubby-dubby vorbereitet
☐ Frische Makrelen als Köder besorgt
☐ Grobmaschige Netzbeutel griffbereit
☐ Eimer für Chum-Zubereitung an Bord

Sicherheit und Werkzeug

☐ T-Bar-Hakenlöser vorhanden
☐ Langzange mindestens 40 cm an Bord
☐ Kevlar-Handschuhe griffbereit
☐ Erste-Hilfe-Set mit Druckverband
☐ Scharfes Messer zum Leinentrennen im Notfall
☐ Kamera für Dokumentation bereit
☐ Messband für Längenmessung ohne Auswägen

Heringshai. Groß und kampfstark - so meisterst du den Drill

Heringshai (Lamna nasus) hatte einen Haken an der Angel

 

Köder und Anfüttern

Frische Makrelen sind nach wie vor der bevorzugte Köder. Sie werden meist als ganzer Fisch oder als halbierter Fisch angeboten. Wie schon zu Housbys Zeiten ist das Anfüttern mit einer Rubby-dubby-ähnlichen Mischung die effektivste Methode, um Haie heranzulocken. Heute wird dieser Lockstoff oft als Chum bezeichnet und besteht ebenfalls aus einer Mischung aus gehacktem Fisch, Fischöl und Kleie.

Catch and Release richtig umsetzen

Da Catch and Release heute in den meisten Gebieten verpflichtend ist, kommt dem schonenden Umgang mit dem Fisch höchste Bedeutung zu.

Schritt für Schritt zum sicheren Zurücksetzen

☐ Hai an der Seite des Boots halten, nicht an Bord bringen wenn möglich
☐ T-Bar-Hakenlöser bereithalten
☐ Haken mit ruhiger Bewegung entfernen
☐ Kein Anlangen am Schwanz oder an den Flossen
☐ Hai nicht aus dem Wasser heben wenn möglich
☐ Falls doch an Bord, sofort auf feuchtem Tuch oder Matte ablegen
☐ Drill kurz halten um Erschöpfung zu minimieren
☐ Warten bis der Hai kontrolliert und kräftig abtaucht
☐ Freilassung dokumentieren wenn Meldepflicht besteht


Heringshai. Groß und kampfstark - so meisterst du den Drill

Heringshai (Lamna nasus)

 

Sicherheitshinweise beim Heringshai-Angeln

Auch wenn dokumentierte Angriffe des Heringshais auf Menschen im Vergleich zu anderen großen Haien sehr selten sind, bleibt er ein kraftvolles Wildtier, das beim Angeln potenziell gefährlich werden kann. Scharfe Zähne, ein kraftvoller Schwanz und raue Haut (Hautzähne) sind ernste Gefahren auf engem Raum.

Sicherheitscheckliste für den Umgang mit dem Heringshai

☐ Niemals die Hand in Maul- oder Kopfnähe bringen
☐ Immer Kevlar- oder Lederhandschuhe tragen
☐ Langzangen von mindestens 40 cm verwenden
☐ Ausreichend Abstand beim Einholen halten
☐ Bei Sprüngen ins Boot sofort Abstand halten
☐ T-Bar-Hakenlöser griffbereit haben
☐ Erste-Hilfe-Set mit Druckverband an Bord
☐ Scharfes Messer zum Durchschneiden der Leine im Notfall
☐ Nie allein angeln, mindestens ein erfahrener Mitangler an Bord


Biologische Besonderheiten im Detail

Der Heringshai ist eine der wenigen Haiarten, die ihre Körperwärme regulieren können. Dieses Merkmal, bekannt als regionale Endothermie, ermöglicht ihm schnelle Reaktionen auch in sehr kaltem Wasser und macht ihn damit zu einem hocheffizienten Räuber in Gewässern, in denen andere große Raubfische kaum überleben würden.

Die Fortpflanzung erfolgt ovovivipar: Die Eier entwickeln sich im Mutterleib, und die Jungtiere schlüpfen intern, bevor sie geboren werden. Die Paarungszeit in europäischen Gewässern findet im Spätsommer statt. Die Tragzeit beträgt rund 8 bis 9 Monate. Neugeborene Heringshaie sind bereits rund 75 cm lang.

Biologische Besonderheiten auf einen Blick

✓ Endothermie ermöglicht Jagd in eiskaltem Wasser
✓ Schwimmgeschwindigkeit bis 45 km/h
✓ Körpertemperatur bis 10 Grad über Wassertemperatur
✓ Geschlechtsreife erst mit 8 bis 10 Jahren
✓ Nur 1 bis 5 Jungtiere pro Wurf
✓ Lebenserwartung bis 30 Jahre
✓ Wanderungen von mehreren tausend Kilometern dokumentiert

Der Heringshai kann in Gruppen von mehreren hundert Tieren auftreten, was allerdings zunehmend selten geworden ist. In den Sommermonaten wird er immer noch gelegentlich vor Dänemark gesichtet.


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Kosten und Planung einer Heringshai-Angelreise

Eine Angelreise auf Heringshai ist kein Spontanvorhaben. Folgende Kostenpunkte sollte man für 2026 einplanen:

Kostenblock Ungefährer Rahmen
Anreise (Flug und Mietwagen) 300 bis 800 Euro
Unterkunft für 5 bis 7 Tage 300 bis 700 Euro
Charterboot (pro Tag) 150 bis 400 Euro je nach Anbieter
Köder und Chum 50 bis 100 Euro
Angelerlaubnis (wo erforderlich) 20 bis 50 Euro
Ausrüstungsleihgebühr 30 bis 80 Euro pro Tag

 

Das Gesamtbudget für eine einwöchige Reise mit 2 bis 3 Angeltagen liegt realistisch zwischen 1.000 und 2.500 Euro pro Person.

Planungscheckliste für die Reisevorbereitung

☐ Reisezeitraum festlegen (Hauptsaison Juni bis Oktober)
☐ Zielrevier wählen und aktuelle Vorschriften recherchieren
☐ Charterboot frühzeitig buchen, beliebte Boote sind oft Monate im Voraus ausgebucht
☐ Lokalen Skipper nach aktueller Rechtslage befragen
☐ Eigene Ausrüstung auf Tauglichkeit prüfen oder Leihausrüstung organisieren
☐ Reiseversicherung mit Deckung für Sportfischerei abschließen
☐ Angelschein und alle erforderlichen Dokumente zusammenstellen
☐ Wetterfenster beobachten und flexible Anreisetage einplanen


Verwandte Reviere und internationale Angelziele

Trevor Housbys Berichte über den Heringshai im Ärmelkanal stehen exemplarisch für eine ganze Welt der internationalen Big-Game-Fischerei. Wer neben dem Heringshai weitere Hochseefischarten erleben möchte, findet weitere Inspirationen in der Welt des internationalen Angelns:

Revier Zielfisch Bewertung
Irische Westküste Heringshai, Blauhai ★★★★★
Cornwall, Großbritannien Heringshai, Thunfisch ★★★★★
Lough Ree, Irland Hecht, Barsch ★★★★☆
Traun, Österreich Salmoniden ★★★★★
Kanektok River, Alaska Chinook-Lachs ★★★★★
Fluss Ebro, Spanien Wels ★★★★☆
Florida Keys Tarpun ★★★★★

Heringshai. Groß und kampfstark - so meisterst du den Drill

Lamna cornubica = Heringshai (Lamna nasus)

 

Häufig gestellte Fragen zum Heringshai

Ist der Heringshai gefährlich für Menschen

Es sind aus europäischen Gewässern einzelne Angriffe auf Menschen dokumentiert, jedoch handelt es sich dabei um seltene Ausnahmeereignisse. Der Hai könnte in küstennahen Gewässern Schwimmer mit Beute verwechseln. Beim Angeln ist das größte Risiko der unkontrollierte Drill eines großen Exemplars auf engem Raum an Bord.

Darf ich in Deutschland auf Heringshaie angeln

Heringshaie kommen gelegentlich in die Nordsee, werden dort aber kaum gezielt geangelt. Das EU-weite kommerzielle Fangverbot gilt seit 2010. Für Sportangler sind die Bestimmungen je nach Gewässer und Land unterschiedlich. In deutschen Küstengewässern gibt es keine nennenswerte gezielte Sportfischerei auf diese Art. Für Reisen in andere Länder müssen die dortigen aktuellen Vorschriften sorgfältig geprüft werden.

Warum ist der Weltrekord von 1976 bis heute nicht gebrochen worden

Der Weltrekord von George Porter mit 211 kg aus dem Jahr 1976 spiegelt das damalige Überangebot an großen Heringshaien wider, das durch Jahrzehnte der Überfischung zerstört wurde. Heutige Bestände bestehen im Durchschnitt aus deutlich kleineren Exemplaren. Zudem wird in vielen Revieren heute ausschließlich Catch and Release praktiziert, was die Möglichkeit eines offiziellen Gewichtsrekords grundsätzlich ausschließt.

Was ist Rubby-dubby und wo bekommt man es

Rubby-dubby ist ein Lockfuttermittel aus zerhackten Fischen (meist Makrelen), Fischöl und Kleie. Es erzeugt eine Duftspur im Wasser, die Haie aus weiter Entfernung heranzieht. Man kann es selbst herstellen oder bei spezialisierten Meeresangel-Ausstattern kaufen. Oft bieten Charterboote in klassischen Heringshai-Revieren das Material bereits an Bord an.

Ab welcher Erfahrung empfiehlt sich das Heringshai-Angeln

Das Angeln auf Heringshaie ist nichts für Anfänger. Aufgrund der Drillstärke, der Notwendigkeit korrekter Hakenentfernung und der Sicherheitsanforderungen sollte man bereits Erfahrung in der Meeresangelei haben. Ein erfahrener Skipper und erfahrene Mitangler sind beim ersten Mal Pflicht.

Empfohlene Vorerfahrungen

✓ Mehrere Angeljahre auf See absolviert
✓ Erfahrung mit großen Meerestieren (Haie, Rochen, großer Thun)
✓ Kenntnis des richtigen Harness-Einsatzes
✓ Sicherer Umgang mit Langzangen und Hakenlösern
✓ Erste-Hilfe-Grundkenntnisse


Warum der Heringshai Schutz verdient

Der Heringshai ist kein Fisch, der sich durch kurze Schonzeiten oder minimale Schutzmaßnahmen erholen lässt. Seine späte Geschlechtsreife, die geringe Fruchtbarkeit und sein langsames Wachstum machen ihn zu einem der verletzlichsten Großfische im Nordatlantik. Jahrzehnte kommerzieller Überfischung haben die Bestände nachhaltig geschädigt.

Dass Trevor Housby und seine Gruppe 1965 an einem einzigen Tag fünf Haie zwischen 30 und 73 kg fingen, ohne weit hinausfahren zu müssen, ist heute unvorstellbar. Diese Fangerlebnisse sind ein Dokument vergangener Artenvielfalt und Bestandsdichte, die wir durch falsche Bewirtschaftung verloren haben.

Nachhaltiges Catch and Release, die Unterstützung von Meeresschutzgebieten und das Einhalten aller aktuellen Vorschriften sind nicht nur gesetzliche Pflichten, sondern Ausdruck des Respekts gegenüber einer faszinierenden Art.

Was jeder Angler beitragen kann

✓ Nur mit widerhakenlosem Haken angeln
✓ Catch and Release konsequent umsetzen
✓ Drill so kurz wie möglich halten
✓ Hai niemals auf trockenem Bootsdeck ablegen
✓ Fang und Größe in wissenschaftliche Datenbanken melden
✓ Meeresschutzorganisationen finanziell unterstützen
✓ Andere Angler über nachhaltigen Umgang informieren


Weiterführende Links und Ressourcen

Für aktuelle Informationen zur Rechtslage und zum Schutzstatus des Heringshais empfehlen sich folgende Quellen:

✓ IUCN Rote Liste mit aktuellem Status von Lamna nasus unter www.iucnredlist.org
✓ Bundesamt für Naturschutz zu Schutzmaßnahmen unter www.bfn.de
✓ Rote Liste Zentrum Deutschland unter www.rote-liste-zentrum.de
✓ Shark Trust mit aktuellen Forschungsberichten unter www.sharktrust.org

Für weitere Artikel rund um das internationale Angeln und die Fischarten der Meere findest du auf Angelstunde.de ausführliche Guides zu Themen wie Hochseeangeln, Meeresraubfische und nachhaltige Fangtechniken.

Heringshai. Groß und kampfstark - so meisterst du den Drill

Heringshai Infografik

 

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