Werfen mit der Fliegenrute

Werfen mit der Fliegenrute

Artikel von Angelstunde in Angelbasiswissen

Der Überkopfwurf mit der Fliegenrute, hier lernen Sie die Grundzüge für den richtigen Wurfstil

Beim Werfen mit der Fliegenrute ist Muskelkraft nicht ausschlaggebend für den Erfolg, sondern Geschick. Deshalb kann eine Stunde, die man mit einem guten Wurflehrer verbracht hat, eine Menge Enttäuschungen verhindern. Ob mit oder ohne professionellen Wurflehrer – der einzige Weg, den Wurfstil zu vervollkommnen, ist die Übung mit dem Vorfach, aber ohne Fliege. Der beste Übungsplatz ist der Garten, eine Wiese, aber nie das Wasser.






Zwei Würfe in einem

Jeder Wurf besteht aus zwei Schritten: Rückwurf und Vorwurf. Die Fliegenrute ist so konstruiert, daß sie am besten mit 10 bis 12 m Flugschnur arbeitet. Im ersten Schritt, dem Rückwurf müssen Sie die Schnur vom Boden heben und durch die Luft nach hinten schwingen. Im zweiten Schritt, dem Vorwurf, werfen Sie die Leine nach vorn, so daß die Fliege 12 m vor Ihnen landet. Ziel ist, daß Fliege und Flugschnur so sanft landen, daß kein Klatschen auf dem Wasser die Fische verscheucht.

Shooting

Wenn die Fliege im Wasser gelandet ist und Sie die Schnur etwas eingezogen haben, um den Fischen die Chance auf einen Biß zu geben, müssen Sie erneut auswerfen. Auch das kann man auf dem Trockenen gut üben. Diese Übung gleicht dem zuerst beschriebenen Wurf, nur daß sie jetzt vier Meter Schnur vor Ihren Füßen liegen haben. Machen Sie erst den Rückwurf. Halten Sie die Schnur dabei mit der freien Hand unterhalb des ersten Rutenringes fest. Wenn nach dem Rückwurf die Schnur nach vorn zieht, lassen Sie die Schnur los. So kann man wieder die volle Wurfweite erreichen.
An windigen Tagen sollten Sie üben, in verschiedenen Winkeln gegen den Wind zu werfen. Wer gegen den Wind werfen kann, wird auch an windstillen Tagen der bessere Werfer sein. Diese Grundtechniken sollten so lange geübt werden, bis sie einem in Fleisch und Blut übergehen. Machen Sie Ihre ersten Wüfe am Wasser nie in der Erwartung, einen Fisch zu fangen. Sie werden nur damit beschäftigt sein, die Fliege aus dem Gebüsch zu pflücken.

Wurfschulen

Es gibt in ganz Europa Schulen, in denen man den Wurf mit der FliegenangelruteFliegenrute lernen kann. Informationen finden Sie in einschlägigen Fachmagazinen. Der Unterricht findet meist am Wochenende statt. Wer sich dafür interessiert, sollte seine Angelfreunde nach ihren Erfahrungen fragen. Oft kommen zu den Kursgebühren noch die Kosten für die Angellizenzen hinzu. Einfacher und billiger ist es, im Angelgeschäft zu fragen. Geschäfte, die Angelgeräte für den Fliegenfischer anbieten, geben oft auch Unterricht im Werfen.

 


Weitere Würfe

Der Überkopfwurf mit der Fliegenrute ist nicht der einzige Wurf. Später werden Sie weitere Würfe anwenden wollen – den Rollwurf und den Seitenwurf für etwas schwierige Bedingungen, sowie den einfachen Zug und den Doppelzug, um weiter werfen zu können.


Ohne Fliege

Üben Sie anfangs nie das Werfen mit einer Fliege am Ende des Vorfachs. Zu groß ist die Gefahr, jemanden zu verletzen. Tragen Sie außerdem von Anfang an eine Polarisationsbrille.

Der Überkopfwurf in der Praxis

Werfen mit der FliegenruteZiehen Sie 10 bis 12 m der Flugschnur durch die Rutenringe, und legen Sie diese Schnur vor sich auf die Erde oder aufs Wasser. Halten Sie die Rute zunächst waagerecht, heben Sie den Unterarm bis in die Senkrechte, und halten Sie Ihr Handgelenk steif, so daß es mit dem Unterarm eine gerade Linie bildet. Die Kraft muß während dieser Aufwärtsbewegung leicht und gleichmäßig ansteigen – dann wird sich die Schnur heben und hinter Ihre Schulter fliegen.


 

Werfen mit der FliegenruteStoppen Sie die Rutenbewegung in der Senkrechten – lassen Sie die Rute nicht nach hinten wegkippen. Ein elastisches Band, um Handgelenk und Rutengriff (siehe kleine Zeichnung), gibt dem Handgelenk den nötigen Halt. Dieser einfache Trick verhindert, daß die Angelrute, zu weit nach hinten kippt.






 

 




Werfen mit der FliegenruteNun müssen Sie der Flugschnur ein bißchen Zeit geben, sich hinter Ihrem Rücken zu strecken. Wenn Sie nicht lange genug. warten, kann sich die Leine verheddern oder umschlagen und Ihnen um die Ohren fliegen.

 

 

 

 

 

 

 


 

Werfen mit der FliegenruteSenken Sie jetzt Ihren Arm, bis die Rute in der Horizontale ist. Halten Sie weiter das Handgelenk steif. Die Aktion der Rute wird die Leine sanft vor Ihnen auf dem Wasser oder auf der Erde landen lassen. Wenn die Leine wie eine Peitsche knallt, haben Sie Ihren Arm zu schnell oder zu weit gesenkt. Die ganze Bewegung muß gleichmäßig, mit einem Minimum an Kraft erfolgen. Bei zu viel Krafteinsatz wird sich die Schnur verheddern, oder die Fliege knallt weg. Aber das richtige Timing kommt immer mit der Übung.