Die richtige Waggler-Wahl für den Fluss ist wichtig

Die richtige Waggler-Wahl für den Fluss ist wichtig

Artikel von Angelstunde in Angeltechnik

Ganz gleich, an welchem Fluss man angelt, die richtige Waggler-Wahl hängt entscheidend vom Angel Erfolg oder Misserfolg ab

Die richtige Waggler-Wahl; Wo immer man fischt, ob an einem breiten, einem schmalen, ob an einem schnell oder einem langsam fließenden Fluss, ein Waggler-Sortiment sollte man immer dabei haben. Keine andere Pose passt sich diesen unterschiedlichen Gegebenheiten so gut an wie der Waggler.

 

Die richtige Waggler-Wahl für den Fluss ist wichtig



Die richtige Waggler-Wahl

Mit einem kompletten Waggler-Sortiment ist man bestens ausgerüstet, um sowohl sehr langsam als auch schnell fließende Gewässer zu befischen, und zwar in jeder Entfernung bis zu 40 m und auch dann, wenn ein garstiger Wind flussab bläst. Hingegen beschränkt sich der Einsatz von Posen mit durchgehender Schnurführung (Stick-, Balsa- und Avon-Posen), die also immer oben und unten befestigt sind, grundsätzlich auf schneller fließende Gewässer.

 

Die richtige Waggler-Wahl für den Fluss ist wichtig

Im Sommer lohnt es sich, einige Schrotbleie zur Pose hin zu verschieben. So sinkt der Köder langsamer, wenn die Fische schon beim Absinken beißen.

 

Waggler-Wahl Grundtechniken

Die Grundtechniken des Posen-Angelns, also Bleibeschwerung, Auswerfen und vor allem Posen Führung, sind beim Waggler leichter zu beherrschen als bei Posen mit durchgehender Schnurführung. Die einzige Einschränkung beim Waggler-Angeln besteht darin, dass man mit diesen Posen im fließenden Wasser den Köder nicht zurückhalten kann wie dies mit der Stickpose oder der langen Stipprute möglich ist.

 

Waggler können aus verschiedenen Materialien gefertigt sein, etwa aus Balsaholz, Sarkandarohr (indisches Schilf) oder Plastik. Die meisten Angler bevorzugen jedoch Waggler aus Pfauenfederkielen, denn sie sind äußerst leicht. Zum Fluss Angeln benötigt man ein Sortiment von Geraden (Straight)Wagglern – mit und ohne Antennen (Insert) – mit einer Tragkraft von 2 AAA bis 4 AAA. Waggler mit einem Posen Körper (Bodied) kann man auch verwenden, sie sind jedoch eigentlich nur zum Distanzfischen an stehenden Gewässern oder in Entwässerungsgräben gedacht.

 


Die richtige Waggler-Wahl für den Fluss ist wichtig

Die richtige Waggler-Wahl für das Fischen im Fluss

Zum Flussfischen benutzt man Gerade (Stielförmige oder Straight) Waggler. Solche mit einem Insert (Einsatz) eignen sich für langsam fließende Gewässer im Sommer (1, 2). Waggler ohne Insert verwendet man bevorzugt bei schneller Strömung im Winter (3, 4).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Waggler-Wahl ohne Insert

Waggler ohne Insert (ohne Antenne) haben eine dickliche Spitze und zeigen deshalb Bisse beim Absinken nicht so gut an. Andererseits sind sie gerade deshalb zum Fischen auf Grund im schneller fließenden Wasser geeignet. Sie werden nicht so leicht hinabgezogen (außer bei Bissen!) – selbst beim Fischen in Übertiefe, wenn man sie mit etwas weniger Blei beschwert. Man setzt sie hauptsächlich im Winter ein, wenn der Fluss eine stärkere Strömung hat und die Fische in Grundnähe gefangen werden.

 

Vier einfache Waggler-Rigs zum Fluss Angeln

Die richtige Waggler-Wahl für den Fluss ist wichtigFür Flüsse mit stärkerer Strömung: Rig für Köderaufnahme beim Absinken oder im mittleren Wasser.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die richtige Waggler-Wahl für den Fluss ist wichtigFür Flüsse mit schwächerer Strömung. Rig für Köderaufnahme beim Absinken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die richtige Waggler-Wahl für den Fluss ist wichtigEin Rig, das ein schnelles Absinken des Köders ermöglicht, besonders in Flüssen, die einen erhöhten Wasserstand haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die richtige Waggler-Wahl für den Fluss ist wichtigDamit der Köder in langsam fließenden und Hochwasser führenden Flüssen sicher zum Grund absinkt. Er wird meist im Winter eingesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Waggler-Wahl mit Insert

Waggler mit Insert haben dünnere Antennenspitzen, die Bisse beim Absinken deutlich anzeigen; sie werden jedoch leicht unter Wasser gezogen, wenn in Übertiefe bei starker Strömung gefischt wird. Daher setzt man sie bevorzugt im Sommer ein, wenn der Fluss träge fließt und die Fische im Oberwasser stehen.

 

Die richtige Wagglergröße hängt von drei Dingen ab: Je stärker der Wind weht, je weiter man auswirft und je mehr Blei an der Schnur klemmt, desto größer muss die Pose sein. Es gibt jedoch eine gute Regel, die besagt, dass man im Zweifelsfall lieber ein BB mehr rechnen sollte – das gilt auch für das Fischen an stehenden Gewässern. Dann kann man nämlich, wenn man nicht gerade hart am anderen Ufer fischt, den Fangbereich überwerfen und die Pose langsam wieder hineinziehen. Auf diese Weise sinkt auch die Schnur – falls erforderlich – besser ab. Wer sich in der Tragkraft nach oben verschätzt, hat dann eine kleine Reserve an Wurfgewicht, falls der Wind auffrischt oder die Fische weiter hinausziehen. Die Länge des Wagglers ist wichtig. Grundsätzlich gilt: je stärker der Wind, desto länger die Pose, wenn die Schnur absinken soll. Die Pose kann dann bis zu 30 cm lang sein. Lange Posen behindern jedoch den Anschlag, wenn flach gefischt wird, so dass man manchmal Kompromisse eingehen muss.

 

Die richtige Waggler-Wahl für den Fluss ist wichtigOffene Stationär Rollen,

bieten gegenüber Kapselrollen beim Wagglerangeln einige Vorteile: Man kann mit ihnen weiter auswerfen, und die Schnur gräbt sich beim Drill eines großen Fischs nicht in die Spule ein.

 

 

 

 

 

 


Den Waggler auswerfen

Wenn die Pose auf das Wasser trifft, muss die Schnur gestreckt sein, damit Pose, Schrotblei und Haken nicht als verwurstelte Perücke im Wasser landen. Wird hart am anderen Ufer gefischt, verhindert das Abbremsen der Schnur, dass die Pose laut klatschend ins Wasser eintaucht – und die Fische verjagt.

 

Die richtige Waggler-Wahl für den Fluss ist wichtigKapselrollen

Manche Angler bevorzugen Kapselrollen, weil es mit ihnen selbst bei starkem Wind selten zu Perücken kommt. Auch gehen beim Schließen des Aufnahmestifts weniger Fische verloren als beim Schließen eines Schnurfangbügels.

 

 

 

 

 


Sinkende Schnur

Eine sinkende Schnur empfiehlt sich immer dann, wenn es nicht absolut windstill ist und der Fluss keine oder nur eine geringfügige Strömung hat. Auch eine ganz leichte Brise kann die treibende Schnur erfassen und die Pose bewegen. An fließenden Gewässern sollte man sinkende Schnüre nur dann verwenden, wenn der Wind flussab weht. Bei solchen Windverhältnissen bildet die Schnur vor der Pose einen Bogen, wodurch die Pose zu schnell fortgezogen wird.

 

Eine sinkende Schnur, die auch in Deutschland angeboten wird, heißt „Special English“ von TUBERTINI (Vertrieb Mosella). Auch bei sinkenden Schnüren tritt dieser Bogeneffekt bei flussab wehendem Wind manchmal auf. Man kann ihn verhindern, indem man stromab wirft – je stärker der Wind, desto weiter stromab sollte man werfen. Nach dem Auswerfen und Absinken der Schnur lässt man den Schnurfangbügel offen (bei Stationär Rollen) bzw. den Schnurfangstift gelöst (bei Kapselrollen) und lässt die Schnur ablaufen, während die Pose flussab treibt. So bewegt sich die Pose in einer geraden Linie flussab und beschreibt keinen Bogen zum Ufer hin.

 

Die richtige Waggler-Wahl für den Fluss ist wichtig

 

Schwimmende Schnur

Eine schwimmende Schnur verwendet man bei Windstille oder wenn der Wind gegen die Strömung weht, und sei er noch so leicht. Dabei wirft man leicht stromab und lässt, wie beschrieben, die Schnur von der Rolle laufen. Einen leichten Bogen kann man tolerieren; ausgleichen muss man ihn erst, wenn er so groß ist, dass mit dem Anschlag der Schnurbogen nicht mehr überwunden werden kann. Der Schnurbogen wird bis 1 m vor der Pose ausgeglichen, damit Pose und auch Köder sich nicht bewegen.

 

Die richtige Waggler-Wahl für den Fluss ist wichtigSteve Gardener

Hier kommt Steve Gardener ein Sommerhasel entgegen. Er benutzt einen Balsaholz- Waggler, ein gerader Peacock- (Pfauenfederkiel-) Waggler mit feinem Insert ginge auch.

 

 

 

 

 

 


Bleibeschwerung

Die richtige Bleibeschwerung beim Fluss-Waggler sind einfache, aber flexible Schrotmuster. Bei einem Waggler müssen etwa 90% der Gesamtbebleiung als Stabilisierung gleich unterhalb der Posenbasis angebracht werden, wobei eine kleine Schnurlücke freigelassen wird, damit die Pose beim Anschlag sauber umkippt. Je stärker die Strömung, desto mehr Schrot muss man entlang der Schnur verteilen. Die vier abgebildeten Rigs sind für die meisten Situationen gut geeignet. Man fischt zunächst exakt in der gewünschten Tiefe und verteilt dazu die Schrotbleie in gleichmäßigen Abständen zwischen Pose und Haken, wobei etwa 40 cm Schnur zwischen dem letzten Schrotblei und dem Haken freibleiben. Dann kann man, je nach Beißlaune der Fische, die Tiefe verändern und die Schrotbleie verschieben.

 

Im Sommer lohnt es sich manchmal, etwas flacher zu fischen oder einige Schrotbleie weiter nach oben in Richtung Waggler zu schieben, damit der Köder langsamer absinkt. Wenn kleine Fischchen wie Lauben schon im Oberwasser oder in mittlerer Tiefe über den Köder herfallen, bringt man die Schrotbleie in halber Höhe zwischen Pose und Haken gebündelt an. Im Winter lohnt sich ein Versuch in Übertiefe. Bei starker Strömung verwendet man dazu einen Waggler ohne Insert und entfernt ein oder zwei Bleie, damit die Pose unterbebleit ist und nicht hinabgezogen wird.

 

Die richtige Waggler-Wahl für den Fluss ist wichtigPeacock-Waggler

An langsam fließenden Flüssen zeigt ein gerader Peacock-Waggler mit feinem Insert Bisse beim Absinken gut an, da der Fisch das unterste Schrot dabei anhebt.

 

 

 

 

 

 


Passend

Einige Angler glauben nicht, dass man für die verschiedenen Arten des Posen Angelns immer die entsprechende Rute benutzen muss. Ob die Rute nun eine gespließte Spitze oder eine durchgehende Aktion hat, wichtig sei, dass die Rute zum Angler passt – und die Art und Weise, wie gefischt wird.

 

Die richtige Waggler-Wahl für den Fluss ist wichtig

Meisterangler Dave Harrell fischt am sommerlichen Warwickshire Avon auf Döbel und Hasel und rechnet mit Bissen beim Absinken. Nicht jeder Angler kann so gut sein wie Dave Harrell. Doch wer die Grundlagen einmal beherrscht, kann eigentlich nur noch besser werden.

 

Sinkmittel

Damit eine Schnur schneller sinkt, weicht man sie eine Woche lang in einer Lösung mit „Frosch“- Spülmittel ein („Frosch“- Tenside sind zu 98% abbaubar). Oder: durch ein Tuch mit Spülmittel ziehen oder mit Sinkspray für Schnüre einsprühen.

 

Die richtige Waggler-Wahl für den Fluss ist wichtigSetzkescher

Ein Setzkescher voll schöner Rotaugen. Im Sommer, wenn die Flüsse wenig Wasser führen und langsam fließen, lassen sich die Fische nur weitab vom Ufer in der stärksten Strömung fangen; dann kommt der Waggler zum erfolgreichen Einsatz.

 

 

 

 

 

 

 

 


Erst anfüttern

Dave Hinton rät, erst anzufüttern und dann auszuwerfen. So sinkt der Köder inmitten des Lockfutters ab. Das ist im Sommer wichtig, wenn die Fische in den oberen und mittleren Wasserschichten fressen. Es empfiehlt sich, zwei Rutenhalter zu verwenden, damit man die Rute ablegen, die Angelstelle anfüttern und die Rute schnell wieder aufnehmen kann. Auch ein Ersatzkatapult sollte man für alle Fälle mitbringen.

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