Trockenfliegen, künstliche Fliegen für den Flugangler

Trockenfliegen, künstliche Fliegen für den Flugangler

Artikel von Angelstunde in Angelköder

Der Fliegenfischer muss zuerst herausfinden, welche Fliegenart gerade schlüpft, danach muss er seine Trockenfliegen auswählen

Ein Ausflug in die Welt der Trockenfliegen. Diese beliebten Köder imitieren natürliche Vorbilder, nämlich frisch geschlüpfte Insekten oder Fliegen, die zur Eiablage auf das Wasser zurückkehren. Die für den Flugangler wichtigsten natürlichen Insekten heißen Ephemeroptera (Eintagsfliegen) und Trichoptera (Köcherfliegen). Eintagsfliegen haben aufgestellte Flügel, Köcherfliegen dagegen besitzen zwei haarige Flügelpaare. In Ruhestellung wirken die Flügel der Köcherfliege Dach ähnlich oder dreieckig.

 

Trockenfliegen, künstlichen Fliegen für den Flugangler



Schwimmhaltung

Natürliche Fliegen mit aufgestellten Flügeln berühren die Wasseroberfläche immer nur mit den Beinen. Keine andere Körperpartie kommt mit dem Wasser in Berührung. Bei den meisten künstlichen Trockenfliegen wird diese Schwimmhaltung nachgeahmt.

 

Gewöhnliche KunstfliegenTrockenfliegen berühren das Wasser nur mit den Hechelspitzen und den Schwanzfibern – die Kopfbecheln müssen fest genug sein, um den Haken zu tragen. Manche Trockenfliegen liegen jedoch mit dem ganzen Körper auf der Wasseroberfläche und sollen geschlüpfte und an die Wasseroberfläche aufsteigende Nymphen und Eintagsfliegenlarven imitieren.

 

Trockenfliegen, künstlichen Fliegen für den Flugangler

Die Hecheln und der Schwanz dieser Fliege (eine „Dogsbody“) bewirken, dass sie schwimmt. Nur der Hakenbogen befindet sich unter Wasser.

 


Im zeitigen Frühjahr ernähren sich Forellen von Nymphen; das sind die Larven der noch nicht voll entwickelten Insekten, die im Wasser leben. Fluss Forellen ernähren sich hauptsächlich von schlüpfenden Ein tags- und Köcherfliegen, während in stehenden Gewässern die Forellen neben Insekten auch häufig kleine Fische wie etwa Stichlinge und Barsche nehmen.

 

Trockenfliegen, künstlichen Fliegen für den FluganglerMaifliegen

Zwei Maifliegen an einer Löwenzahnblüte. Man sieht deutlich die aufrechten Flügel und die „Schwänze“.

 

 

 

 

 

 


Der Schlupf

Das Schlüpfen der Fliegen kann man in der Forellensaison täglich beobachten – außer an sehr kalten oder regnerischen Tagen. Doch mit jedem warmen Tag nimmt der Schlupf rasant zu, und die Forellen steigen dann regelmäßig zum Fressen an die Oberfläche. Das kann sogar soweit gehen, daß die Forelle sich ausschließlich an der Oberfläche ernährt.

 

Wenn eine bestimmte Fliegenart in großer Zahl schlüpft, stellen sich die Forellen manchmal auf diese eine Art ein und ignorieren alle anderen Fliegenarten. Nur eine Nachahmung der gerade schlüpfenden Fliegenart kann die Forelle zum Steigen reizen. Und genau darin liegt die Herausforderung des Fliegenfischens.

 

Trockenfliegen, künstlichen Fliegen für den FluganglerKöcherfliegen

Köcherfliegen kommen im Sommer in großen Mengen vor. In Ruhestellung bilden ihre Flügel eine Art Dach.

 

 

 

 

 

 


Der Angler muss nämlich zuerst herausfinden, welche Fliegenart gerade schlüpft. Dann muss er eine Kunstfliege wählen, deren Erscheinung der natürlichen Fliege entspricht.

 

Wenn gerade Köcherfliegen schlüpfen oder mit der Eiablage beschäftigt sind, nimmt man eine Köcherfliegennachbildung von entsprechender Größe und Farbe.

 

Trockenfliegen, künstlichen Fliegen für den FluganglerHerbstäsche

Diese Herbstäsche wurde mit der Fliege gefangen. Trockenfliegen können nicht nur im Sommer, sondern während der ganzen Angelsaison verwendet werden.

 

 

 

 


Schlüpfen Eintagsfliegen, verwendet man eine Trockenfliege mit Kopfhecheln und wählt auch hier die Größe und Farbe dem Original entsprechend.

 

Nicht immer muss eine Trockenfliege Flügel aufweisen: Die Forelle stört sich kaum an fehlenden Flügeln. Meist genügt der nach oben schauenden Forelle der verschwommene Anblick der Hecheln als andeutungsweise vorhandene Flügel. Mit Flügeln gebundene Köcherfliegenmuster sind zwar durchaus fängig, doch viele Angler verwenden keine geflügelten Fliegenimitationen, weil die Flügel einfach nicht notwendig sind.

 

Trockenfliegen, künstlichen Fliegen für den Flugangler

Von links nach rechts: „Grey Duster“, „Little Red Sedge“ und „Pheasant Tail“.

 

Schwimmende Materialien und feindrahtige Haken sorgen dafür, dass die Fliege schwimmt. Wichtig ist auch, dass man die Fliege mit einem wasserabweisenden Fett behandelt, sei es in fester oder in flüssiger Form, damit die Fliege lange Zeit schwimmfähig bleibt. Man muss das Fett jedoch sparsam verwenden, damit die Hecheln nicht verkleben.

 

Trockenfliegen, künstlichen Fliegen für den Flugangler

Red Tag

Die „Red Tag“ ist eine der beliebtesten Äschen Fliegen. Sie kann nass (unter der Wasseroberfläche) oder trocken gefischt werden.

 

 

 

 

 

 


Das Fliegenvorfach sollte nicht eingefettet werden. Tut man es doch, schwimmt es an der Wasseroberfläche und wird für die Forelle sichtbar. Wenn man das Vorfach mit ein wenig Schlamm abreibt, geht es mit Sicherheit unter.

 

Einige in Deutschland fängige Trockenfliegenmuster:

  • Kleine Graue (Hakengröße 14-16); Nachahmung einer Olivfliege.
  • Märzbraune (12-18); Nachahmung einer Eintagsfliege.
  • BWO (Blue Winged Olive) (16-12); ein amerikanisches Muster.
  • Little Red Sedge (12-16); eine gute Suchfliege, wenn keine Fische steigen.
  • Assassine (18-8); unspezifische Nachbildung einer Fliege.
  • Elk Hair Caddis (16- 10); imitiert Köcherfliegen.