Es gibt nichts Aufregenderes als den Kampf mit einem Sailfisch

Es gibt nichts Aufregenderes als den Kampf mit einem Sailfisch

Artikel von Angelstunde in International Angeln

Der Sailfisch wird zwar nicht so groß wie ein Marlin, aber an leichtem Geschirr bringt er einen doch ins Schwitzen, wie Graeme Pullen erfahren hat

Der Sailfisch (auch Sailfish oder Fächerfisch) mit seiner riesigen, fächerförmigen Rückenflosse wird bis zu 50 km/h schnell. Wenn er seine Beute verfolgt, verstaut er die Rückenflosse zusammengefaltet in einem Spalt seines Rückens – so wird er schnittig wie ein Torpedo.

 

Es gibt nichts Aufregenderes als den Kampf mit einem Sailfisch



Sailfisch

Kaum ein Meeresbewohner kann einem Sailfisch ausweichen, wenn er mit seinem schwertähnlichen, todbringenden „Schnabel“ in einen Schwarm kleiner Fische stößt. Sailfische können Angler zum Wahnsinn treiben. Manchmal verfolgen sie den Köder eine halbe Ewigkeit, um sich schließlich nur den Schwanz des sorgfältig angeköderten Fetzenköders zu schnappen. Dabei verstehen sie es meisterlich, dem Angelhaken auszuweichen.

 

Auch das Schleppangeln mit künstlichen Ködern verläuft nicht viel anders. Der Sailfisch geht auf den Köder los und wird immer wütender darüber, dass es ihm nicht gelingen will, diese grellgefärbte Beute zum Stehen zu bringen.

 

Große Boote, kleine Boote – bei Sailfischen macht das keinen Unterschied. Nur muss man es dem Skipper rechtzeitig sagen, wenn man die Beute lebend zurücksetzen will. Sonst wird sie nämlich im Nu festgezurrt, wie dieser Sailfisch.

 

Der Jelly Belly

So nervenaufreibend dieser Fisch auch ist – wenn man erst einmal einen an der Angel gehabt hat, vergisst man das nie mehr. Mein Angelkamerad Adrian und ich jagten einmal Sailfische vor der Küste Ostafrikas, von einem winzigen Boot aus, das Greg Foster gehörte, einem einheimischen Fischer.

 

Wir hatten drei Schleppangeln mit Fetzenköder nach kenianischer Art an den Auslegern befestigt, als ich beschloss, einen amerikanischen Jelly-Belly-Kunstköder durchs Kielwasser zu schleppen. Wir nahmen Kurs auf das tiefe Wasser, doch als wir gerade den Schutz des Riffs verließen, fiel mir auf, daß meine Rute sich immer wieder leicht bog. Zuerst glaubte ich, die Schnüre seien verheddert. Eine kurze Kontrolle ergab jedoch nichts Ungewöhnliches. Merkwürdig … Wieder zog es an meiner Rute, und wieder kein Fisch. Ich rief dem Skipper zu, er solle etwas mehr Fahrt aufnehmen, damit wir dem Fisch – wenn es überhaupt einen gab – den Jelly Belly wegnehmen konnten.

 


Das würde ihn vielleicht zu einem entschlossenen Angriff reizen. Greg wunderte sich: Einem Fisch den Köder wegnehmen, das war ihm neu. Ein Sailfisch müsste es doch mit seinen 50 km/h locker mit einem Kutter von 10 Knoten aufnehmen können.

 

Es gibt nichts Aufregenderes als den Kampf mit einem SailfischEin Akrobat stellt sich vor – der Saiffisch.

Sprünge aus dem Wasser und Tänzeln auf der Schwanzflosse hält er lange durch. Der Angler muss aufpassen, daß er die Schnurverbindung zu dem fliegenden Gegner nicht verliert.

 

 

 

 

 

 

 

 


Leben kommt in die Rute

Kaum hatte das Boot Fahrt aufgenommen, machte auch schon die Angelrute in der Halterung einen Satz. Die Rolle kreischte, als sich der Fisch selbst hakte und flüchtete. Ich überließ Adrian den Anschlag, der an diesem Tag zum ersten Mal auf Sailfische angelte. Schon bald stellte er fest, daß sich Sailfische beim Drill überwiegend in der Luft aufhalten. An leichtem Geschirr legen sie sich mächtig ins Zeug, und man

 

kann nicht viel dagegen tun. Adrian hielt sich an dem springenden, wirbelnden Silbertorpedo fest und wartete, bis er sich beruhigt hatte. Dann begann das langwierige Ein Kurbeln der Schnur. Aufregend sind sie zwar, aber nicht unbesiegbar, und schließlich war der Fisch bezwungen. Doch er hatte noch eine Überraschung für uns parat. Als hätte ihn jemand an eine Steckdose angeschlossen, glühte der Fisch plötzlich kupferfarben auf, und die Flanken blitzten Neon Blau – ein überwältigendes Erlebnis.

 

Es gibt nichts Aufregenderes als den Kampf mit einem Sailfisch

Kampf im Stehen: Graeme hat einen Sailfisch gehakt. An leichtem 20- oder 30-lb- Geschirr zeigen diese wunderschönen Raubfische, was sie können. Das 50-lb-Gerät (22,7 kg) wäre zu grob.

 

Überflieger

Es gibt nichts Aufregenderes als den Kampf mit einem Sailfisch, der über die Kopfhöhe des Angers hinausspringt. Also: Leichtes Geschirr verwenden und dem Akrobaten zusehen. Wenn der Kampf vorbei ist, muss man den Fisch nicht töten. Zurückgesetzte, markierte Fische geben Aufschluss über die Wanderstrecken und tragen zum Erhalt der Bestände bei. Afrikanische Skipper töten den Fang. Sagen Sie dem Skipper vorab, daß Sie den Fisch zurücksetzen wollen.

 

Es gibt nichts Aufregenderes als den Kampf mit einem Sailfisch

Silberne Schönheit: Der Atlantische Sailfisch in seinem Element, dem Ozean. Er wird bis zu 45 kg schwer. Sein Vetter im Pazifik wird größer; er erreicht bis zu 90 kg.

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