Rolling leger das rollende Grundblei, eine Angelmethode aus England

Rolling leger das rollende Grundblei, eine Angelmethode aus England

Artikel von Angelstunde in Angeltechnik

Rolling leger (das rollende Grundblei) nennt der Engländer eine Angelmethode, die auf dem Kontinent nur von Spezialisten angewandt wird

Rolling leger ist eine aufregende Technik, mit der man Fische fangen kann, die auf keine andere Methode ansprechen. Barben-, Döbel- und Rotaugenexperte Andy Orme führt vor, wie man sie optimal einsetzt. Das „rollende Grundblei“ ist eine der effektivsten Angelmethoden in Fließgewässern; sie hat allerdings einen etwas anrüchigen Ruf, weil sie in Forellenbächen von Schwarzfischern angewendet wurde. Aber lassen wir uns von einem britischen Angler in die Geheimnisse des echten Rolling leger einführen.

 

Rolling leger das rollende Grundblei



Über Andy Orme

Andy Orme hat schon so manchen guten Fisch gefangen, darunter eine Barbe von 6,1 kg, einen Döbel von 2,4 kg und ein Rotauge von 1,25 kg. Er hat schon zahlreiche Angelbeiträge verfasst.

 

Werden bewegte Köder in Fließgewässern mit dem rollenden Grundblei angeboten, ist dies eine absolut sichere Fangmethode auf Döbel, Barben und Rotaugen. Es eignet sich für jede Strömungsgeschwindigkeit, für schnell oder gemächlich dahinfließende Gewässer.

 

Und trotzdem wird das rollende Grundblei (Rolling leger) heutzutage nur von einer verschwindend geringen Zahl von Anglern eingesetzt.

 

Mit Hilfe eines rollenden Grundbleis kann man den Köder ganz natürlich über den Fluss Grund holpern lassen. An vielen Stellen ist das mit einer Pose unmöglich. Entweder, weil die Wassertiefe schwankt oder die Fließgeschwindigkeit am Grund höher bzw. niedriger ist als an der Oberfläche – oder weil das Wasser dort sogar in die umgekehrte Richtung fließt, wie dies manchmal in Wehrkesseln der Fall ist. Oder die Fische stehen im Schutz von Wasserpflanzen, unter eintauchenden Ästen oder Büschen.

 

Rolling leger das rollende Grundblei

Sein sechster Sinn hatte es diesem Angler verraten, dass unter den überhängenden Ästen Barben oder Döbel sein mussten. Nun blieb nur noch, den Köder am Haken an die richtige Stelle bringen.

 

Die idealen Plätze

Wo das Flussbett mit Pflanzen oder Felsbrocken bedeckt ist, kann man das rollende Grundblei nur schwer oder gar nicht einsetzen, weil die Montage von der Strömung ständig in irgendwelche Hänger getragen wird. Der ideale Platz zum Fischen mit dem Rollblei ist ein hindernisfreier Fluss Abschnitt mit gleichmäßigem Kiesgrund, möglichst mit einem Schwarm hungriger Fische am unteren Ende!

 


Es mag banal klingen, aber mit dem rollenden Grundblei fängt man nur dann etwas, wenn die Fische bewegte Köder nehmen. Folglich sind grundsätzlich die Sommermonate dafür am besten geeignet, weil in dieser Zeit die Fische den Fluss Grund nach Freßbarem absuchen.

 

Im Winter sind unbewegte Köder meist fängiger. Allerdings kann man mit dem rollenden Grundblei gerade an kalten Tagen eine Angelstelle nach Fischen absuchen: Hat man sie gefunden, lässt sich das Rolling leger im Handumdrehen mit etwas Blei in ein festliegendes Grundblei verwandeln.

 

Umgekehrt kann man natürlich auch mit geringem Aufwand ein wenig Blei wegnehmen und die festliegende Grundbleimontage ins Rollen bringen. Man sollte also flexibel vorgehen und beides probieren, das fixierte Bodenblei und das rotierende Grundblei, bis man die beste Methode für den Tag gefunden hat.

 

Rolling leger das rollende Grundblei

 

Ohne Spezialgerät

Um mit dem rollenden Grundblei fischen zu können, benötigt man kein spezielles Gerät – man nimmt dieselben AngelrutenRolling leger, Rollen und Schnüre wie beim normalen, unbewegten Quivertip-Angeln (Zitterspitzen-Angeln) auf Barben, Döbel oder Rotaugen. Man braucht auch keine besonderen Rigs. Die einzige Besonderheit, auf die man achten muss, ist das Gewicht des Bleis.

 

Die richtige Größe des Bleis ist das A und 0 beim Angeln mit dem rollenden Grundblei. Das Blei darf nicht so schwer sein, dass es auf dem Grund liegen bleibt, nicht so leicht, dass es von der Strömung fortgespült wird.

 

Man sollte stets einen ausreichenden Vorrat an Arlesey-Bomben (Birnenbleien) sowie einige BB-, AAA-Bleie und SSG-Bleischrote dabeihaben. Bei schneller Strömung benötigt man unter Umständen eine 40-g-Arlesey-Bombe, während man in ruhigerer Strömung vielleicht mit einigen BB-Schroten auskommt Manchmal genügen ein oder zwei über dem Birnenblei angebrachte Schrotbleie, und schon holpert das Blei korrekt über den Grund, ohne von der Strömung mitgerissen zu werden.

 

Rolling leger das rollende Grundblei

Andy Orme taucht gerne in Flüssen, um seine Lieblingsfische dann zu fotografieren. Diese Barben hatten sich zwischen Felsbrocken zusammengeschart.

 

Arlesey-Bomben rollen manchmal allzu leicht davon. Daher sollte man immer einige dabeihaben, die man zu Hause in einem Schraubstock seitlich etwas abgeflacht hat.

 

Als Köder eignen sich am besten solche, die den Haken ganz in sich aufnehmen können. Ragt die Hakenspitze aus dem Köder heraus, riskiert man Hänger am Fluss Grund. Klassische Köder für das Angeln mit dem rollenden Grundblei sind Brotpaste für Rotaugen und Döbel, Käse und Käsepaste für Rotaugen, Döbel und Barben sowie Frühstücksfleisch für Döbel und Barben.

 

Rolling leger das rollende GrundbleiFrühstücksfleisch

Frühstücksfleisch eignet sich ausgezeichnet für die Angelei mit dem rollenden Grundblei, weil es den Haken vollkommen umhüllt und er sich somit nicht so leicht verfängt.

 

 

 

 

 

 

 


Regelmäßiges Anfüttern

Für welchen Köder man sich auch entscheidet, regelmäßiges Anfüttern ist bei dieser Methode ebenso wichtig wie beim Angeln mit der Pose. Fischt man zum Beispiel mit Frühstücksfleisch auf Barben, sollte man vor jedem Wurf ein paar Stückchen ins Wasser werfen.

 

Das Schöne am Fischen mit dem rollenden Grundblei ist, dass der Köder meist genau dort landet, wo auch die Lockköder von der Strömung hingetrieben werden.

 

Die Rute hält man wie beim Fischen mit der abtreibenden Pose. Einfach nur auswerfen und sie in eine Astgabel stellen genügt nicht. Die Rute muss hochgehalten werden und sollte in einem Winkel von 45° nach oben zeigen. Auf diese Weise kann man die Bewegung des Bleis lenken und Bisse fühlen.

 

Hat man eine glatte Kiesstrecke gefunden, wirft man das Blei stromauf ein, lässt den Schnurfangbügel offen und reguliert den Schnurlauf mit dem Zeigefinger der Hand, die Rute und Rolle hält.

 

Ist die Montage genau richtig bebleit, sinkt es zum Grund und kullert dann die Fluss Strecke entlang. Sollte es kurz hängen bleiben, lohnt es sich, den Köder eine Minute dort zu lassen, bevor man ihn mit einem kurzen Rucken der Rutenspitze löst. An solchen Stellen bleibt nämlich meist auch das natürliche Futter hängen.

 

Zug- und Ruckeffekte

Das rollende Grundblei (Rolling leger) erzeugt allerlei Zug- und Ruckeffekte, die man leicht für Bisse hält. Im günstigsten Fall macht sich ein Biss als starker, beständiger Zug bemerkbar, den man mit einem Anschlag beantworten kann. Barben beißen oft auf diese Art.

 

Döbel und Rotauge hingegen nehmen den Köder oft ganz behutsam auf, so dass sich der Biss nur als ganz leichter Zug oder als feines , Zucken darstellt. Oder aber das Blei rollt einfach nicht mehr weiter. Manchmal schnellt die Rute auch zurück, und die Schnur wird schlaff: Dann hat ein Fisch den Köder genommen und schwimmt damit stromauf oder direkt auf den Angler zu. Bis man mit zunehmender Erfahrung eine Art sechsten Sinn für den Biss entwickelt hat, kann es keineswegs schaden, wenn man grundsätzlich bei jedem verdächtigen Anzeichen anschlägt.

 

Bisse kann man auf drei Arten erkennen. Man kann entweder die Zitterspitze (Quivertip) beobachten oder den Schnurbogen zwischen Rutenspitze und Wasser, oder man hält die Schnur oberhalb von der Rolle fest und fühlt den Biss mit den Fingern.

 

Rolling leger das rollende Grundblei

 

Fische im Versteck

Alle Fische, besonders die großen, lieben Verstecke. Im Schutz von ausgespülten Ufern, überhängenden Büschen und Bäumen sowie Unterwassergelegen fühlen sie sich vor Raubfischen und Anglern sicher. Mit einem festliegenden Grundblei oder einer Pose kann man einen Fisch dort normalerweise nicht direkt anwerfen.

 

Hier macht sich das rollende Grundblei (Rolling leger) richtig bezahlt: Man wirft es ein klein wenig stromauf ein und lässt es dann direkt in das Versteck des Fisches hineintreiben. Meist muss man ein paar Würfe nacheinander versuchen, bis es richtig klappt. Das zahlt sich jedoch aus, weil Fische, die sich sehr sicher fühlen, besonders sorglos und kraftvoll zubeißen. So sind schon zahlreiche kapitale Barben, Döbel und Rotaugen gefangen worden.

 

Rolling leger das rollende GrundbleiHindernisfreie Kiesstrecke

Bevor man sich an einem so stark bewachsenen Fluss wie diesem für das Rolling leger entscheidet, muss man noch eine hindernisfreie Kiesstrecke finden.

 

 

 

 

 

 


Hüpfmethode

Ist das Blei gerade so schwer, dass es noch in der Strömung liegen bleibt, kann es durch ein kurzes Rucken der Rute in Bewegung versetzt werden. Der Köder wird „hüpfend“ durch die Angelstelle geführt.

 

Rolling leger das rollende GrundbleiGrundangeln mit dem Rollblei

Beim Grundangeln mit dem Rollblei hat man mit einer aktiven, beweglichen Methode meist die besten Fangaussichten. Nur mit dem Allernötigsten (Unterfangkescher auf keinen Fall vergessen!) kann man am Ufer entlangwandern und vermutliche Standplätze erforschen.

 

 

 


Schrotbleie

Klemmt man Schrotbleie nur ganz leicht an die Schnur, lösen sie sich mit etwas Glück, wenn ein gehakter Fisch ins Kraut flüchtet, so dass man nur mit dem Fisch direkt verbunden ist.

 

Rolling leger das rollende GrundbleiZielgenaue Würfe

Zielgenaue Würfe werden früher oder später mit unvergesslichen Drills belohnt und mit Fischen wie diesem üppigen Döbel.