Polaroiding, das Angeln mit einer Polarisationsbrille

Polaroiding, das Angeln mit einer Polarisationsbrille

Artikel von Angelstunde in International Angeln

Mit einer Polarisationsbrille, (Polaroiding) sucht Peter Gathercole auf der Hochebene von Tasmanien nach großen Bachforellen

Polaroiding, die Lagunen in der Hochebene von Tasmanien haben schon etwas Besonderes an sich. Zum einen werden die Forellen dort sehr groß, zum anderen kann man sie mit der Methode des Polaroiding fangen.

Polaroiding, das Angeln mit einer Polarisationsbrille


Angeln mit einer Polarisationsbrille

Polaroiding ist bedeutend leichter zu beschreiben als anzuwenden. Man braucht
dazu nämlich nur eine Polarisationsbrille, mit der die Wasseroberfläche „entspiegelt“ wird und der Angler die Fische problemlos ausmachen kann. Er watet mit seinem breitkrempigen, bis über die Augen herabgezogenen Hut durch flache, kristallklare Lagunen und hält Ausschau nach fressenden Forellen.

Polaroiding, das Angeln mit einer Polarisationsbrille

Einmal so richtig ausspannen! Das ist in Tasmanien kein Problem. Rob Sloane erholt sich beim Pirschangeln auf Forellenschatten inmitten einer fast unberührten Natur.

Meinen ersten Vorgeschmack auf diese Angelmethode bekam ich an einer Lagune namens O’Dells in Begleitung der beiden besten Polaroider von ganz Tasmanien, Jim Allen und Dr. Rob Sloane. Unser Angelwasser lag fernab jeder Zivilisation. Die letzten zwei, drei Meilen ließen sich nur mit dem Hubschrauber oder aber zu Fuß bewältigen. Wir entschlossen uns für den Fußmarsch.

Polaroiding, das Angeln mit einer Polarisationsbrille

Jim Allen hakt eine gute Bachforelle an der O’Dells- Lagune in Tasmanien. Er trägt natürlich die unverzichtbare Polarisationsbrille.

Nachdem wir uns mit Wathosen in voller Montur auf den Weg gemacht hatten, nahmen einige Wallabys (eine Art Känguruh) vor uns Reißaus. Bei der sengenden Hitze fiel uns ein Stein vom Herzen, als wir endlich die kühlen Wasser der O’Dells-Lagune erreichten.

Polaroiding, das Angeln mit einer Polarisationsbrille

Jim ignoriert eine wunderschöne Regenbogenforelle und fischt weiter. Die besten Bedingungen für das „Polaroiding“ sind ein klarer Himmel mit hochstehender Sonne.

 

 

Pirsch auf Schatten

Jim versuchte sein Glück sofort auf eigene Faust, während Rob bei mir blieb. Schon bald klopfte er mir auf die Schulter. „Fische!“ Selbst als er mit dem Finger auf sie deutete, konnte ich die Fische noch immer nicht sehen.

Seine Red-Tag-Trockenfliege war im Nu ausgeworfen. Ich beobachtete einen Schatten, den ich schon zuvor gesehen hatte und über den ich mir weiter keine Gedanken gemacht hatte. Er stieg an die Oberfläche – und verwandelte sich auf
wundersame Weise in eine Bachforelle, die nach der Fliege schnappte. Ein herrlicher Forellenmilchner von fast vier Pfund.

Polaroiding, das Angeln mit einer Polarisationsbrille

Eine von Rob Sloane gefangene Regenbogenforelle. Wir hatten eine Rute von 9 ft (2,75 m) mit schwimmender Schnur (AFTMA 6) sowie Trockenfliegen und Nymphen.

So allmählich dämmerte es mir. Der Trick war, nach einem „verdächtigen“ Schatten zu suchen und abzuwarten, ob er sich bewegt.

Als Rob und Jim nur wenige Meter entfernt standen, fiel mir etwas auf, das wie ein guter Fisch aussah, der auf mich zu schwamm. Ich musste nicht weit auswerfen, um ihm die Fliege vorzusetzen. Als sie landete, bewegte sich der Schatten bis auf wenige Zentimeter auf sie zu.

Polaroiding, das Angeln mit einer Polarisationsbrille

Eine Bachforelle aus dem klaren Wasser der O’Dells-Lagune. Fische wie dieser haben Peter Gathercoles erste „Polaroiding“ Expedition in die Hochebene von Tasmanien zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.

 

Ärger auf tasmanisch

Im selben Moment beförderte Jim eine kleine braune Nymphe in meine Richtung. Zu meinem enormen Ärger drehte der Fisch plötzlich ab und nahm Jims Fliege, sowie sie auf dem Wasser landete. Nach einem heftigen Kampf hatte er eine
ausgezeichnete Bachforelle von 2,7 kg.

Wie habe ich mich für Jim gefreut. Von da an hatte auch ich mehr Glück und wurde beim Polaroiding zunehmend geschickter. Ich fing mehrere Fische bis zu einem Gewicht von etwa 2,7 kg.