Parkteiche haben oft einen erstaunlich guten Fischbestand

Parkteiche haben oft einen erstaunlich guten Fischbestand

Artikel von Angelstunde in Gewässerkunde

Parkteiche sind Anziehungspunkte für Modellbootfreunde, Bootfahrer – und für Angler, der Fischbestand ist oft erstaunlich gut

Früher wurden Parkteiche nur von wenigen eingeweihten Anglern beachtet, doch es hat sich herumgesprochen, dass sie hervorragende Angelmöglichkeiten bieten. Einer der Gründe für die Beliebtheit von Parkteichen ist die Tatsache, dass sie leicht zu erreichen sind. Die Möglichkeit, in der Nähe des eigenen Heims fischen zu können, ist für jeden Angler attraktiv.

 

Parkteiche haben oft einen erstaunlich guten Fischbestand



An vielen Parkteichen ist das Rotauge der Brotfisch. Mit einer leichten Posenangel und sehr leichter Schrotbebleiung kann man diesen beliebten Fisch in Mengen fangen.

 

Schön und fischreich

In den meisten deutschen Großstädten gibt es nicht nur sehr schöne, sondern auch sehr fischreiche Parkteiche. Die häufigsten Fischarten in Parkteichen sind Rotaugen, Brassen, Karpfen, Schleien, Barsche, Hechte und auch Aale. Wie man sich denken kann, sind Specimenexemplare eher selten, und dennoch erreichen die Fische ganz beachtliche Größen.

 

Friedfische können in diesen künstlichen Gewässern zu Rekord Größen heranwachsen – an Stellen, die nicht befischt werden. Und Raubfische wie der Hecht erreichen in größeren Gewässern leicht 20 Pfund. Was für die meisten flachen, stehenden Gewässer gilt, trifft auch auf Parkteiche zu: Man befischt sie am besten im Sommer.

 

Wer befürchtet, im Sommer herrsche an den Teichufern lärmendes Gedränge, sollte sich überlegen, daß es eigentlich nur an Wochenenden und in der Woche an besonders schönen Tagen größere Menschenmassen hierherzieht. Frühmorgens und spätabends ist sowieso Ruhe.

 

Auch im Winter sollte der Angler Parkteiche nicht aus dem Blick verlieren. Natürlich wird man nach einer langen Frostperiode nicht gleich einen riesigen Fang machen, aber wenn man sich einen milden Tag aussucht, kommt man doch auf seine Kosten.

 

Parkteiche haben oft einen erstaunlich guten Fischbestand

Parkteiche gibt es im ganzen Land. Sie bieten einen guten und billigen Angelsport und sind leicht zugänglich. Besonders als Trainingsrevier für Jungangler sind sie geradezu ideal geeignet.

 


Genau hinsehen

Die typischen Parkteiche gibt es nicht. Manche von ihnen haben abwechslungsreiche Uferlinien und sind schon fast so groß wie ein See. Andere sind nichts anderes als große Becken. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Sie sind nicht sehr tief. Die meisten wurden künstlich geschaffen, manche durch Aufstauen von Flüssen oder Bächen. Da auf vielen Teichen Boot gefahren wird, sind sie aus Sicherheitsgründen kaum tiefer als 1 m.

 

Der Aufenthaltsort der Fische ist in einem Teich besonders schwer zu bestimmen. Selbst die wenigen typischen Stellen, die nach allen Regeln der Gewässerkunde gut sein müssten, weisen nicht unbedingt Fische auf.

 

Gewöhnlich gibt es nur wenig Pflanzenwuchs in einem Teich. Er fehlt besonders dort, wo Wasservögel zahlreich sind oder Ruderboote umherzufahren pflegen. Wenn man doch einmal interessante Krautbetten oder Seerosenbeete findet, ist das Wasser dort meist zu flach für Fische. Auch unter überhängenden Bäumen, wo es sonst mit Sicherheit Fische gibt, sind in einem Teich nicht unbedingt der Bereich, wo sie sich aufhalten.

 

Die Uferregionen von Inseln sind in jedem Teich eine nähere Untersuchung wert, da hier häufig Karpfen vorbeiziehen. Doch auch hier gilt, dass Parkteiche meist keine ausreichende Tiefe für Fische aufweisen.

 

Parkteiche haben oft einen erstaunlich guten FischbestandNicht immer sind Parkteiche kleine Betonbecken. Manchmal sind es auch große natürliche Gewässer, an denen man leicht vergisst, dass man sich in der Stadt befindet.

 

 

 

 

 


Die Suche nach dem Fisch

Wie findet man also den Fisch? Zunächst einmal sollte man an das Naheliegende denken: Wenn man mit anderen Anglern spricht, findet man schnell die besten Angelplätze heraus. Sollten doch einmal keine Angler am Teich unterwegs sein, umrunde man den Teich zu Fuß und halte nach steigenden oder gründelnden Fischen Ausschau.

 

Wenn es gar keine Anzeichen für Fische gibt, sollte man sich eine Stelle suchen, an der der Wind – und sei er noch so leicht – von vorn kommt und nicht von hinten. Der Wind treibt nämlich Nahrung und warmes Oberflächenwasser zum Ufer. Das gilt übrigens für alle stehenden Gewässer.

 

Wenn man seine Angelstelle ausgewählt hat, stellt sich die Frage, wie weit draußen man angeln soll. In der Morgen- und Abenddämmerung, wenn der Park verlassen ist, legen viele Fische ihre natürliche Scheu ab und ziehen direkt in die Uferzonen, um nach Nahrung zu suchen. Tagsüber, wenn die Ufer von Spaziergängern bevölkert sind, bleiben die meisten Fische lieber vom Ufer weg, und je flacher das Wasser ist, desto weiter draußen stehen sie.

 

Manche Parkteiche sind überall gleich tief. Wenn man jedoch sorgfältig das Wasser auslotet, findet man häufig leichte Senken. An solchen Stellen ist der Schlamm besonders dick, und das macht sie für Schleien, Karpfen und Brassen interessant, die dort nach Zuckmückenlarven gründeln. Findet man keine Vertiefung, fischt man am besten so weit draußen, dass man noch bequem werfen und anfüttern kann.

 

Parkteiche haben oft einen erstaunlich guten Fischbestand

Dieser Jungangler versucht sein Glück mit der Grundangel. Für die meisten Parkteiche ist jedoch eine leichte Posenangel in Verbindung mit regelmäßigem Anfüttern die bessere Methode.

 

 

 

 

 


Flache Uferzonen

Andere Teiche haben flache Uferzonen, an denen der Grund allmählich abfällt und in einiger Entfernung vom Ufer wieder eben verläuft. Durch sorgfältiges Ausloten kann man diesen Punkt finden (häufig gibt es dort eine schwach ausgeprägte, aber erkennbare Abbruchkante). Dies ist eine natürliche Futterstelle.

 

Für das Fischen an Teichen braucht man keine besondere Ausrüstung, Technik oder Köder.

 

Große Fische wie Hechte und Karpfen sprechen auf die üblichen Köder und Fangmethoden an. Brot ist ebenso gut wie Boilies zum Karpfenangeln geeignet und kann auch auf größere Brassen, Rotaugen und Schleien eingesetzt werden. Brot ist an solchen Stellen fängig, an denen es an Enten verfüttert wird. Doch aufgepasst: Dieselben Enten interessieren sich unter Umständen mehr für Ihren Köder als die Fische!

 

Für gemischte Fänge mit unterschiedlich großen Fischen sind Maden und Caster als Köder besser geeignet. Im Sommer füttert man am besten mit Hanfsamen und Caster an und benutzt als Hakenköder einen Caster – Maden ziehen leicht zu viele kleinere Fische an.

 

Im Winter, wenn die kleinen Fische kein besonderes Problem darstellen, ist eine quicklebendige Made fängiger als ein unbeweglicher Caster.

 

Wo das Wasser im Uferbereich tief genug ist und nicht zu viele Ausflügler in der Nähe sind, sollte man die Stipprute einsetzen. Doch normalerweise benötigt man eine AngelruteParkteiche mit Rolle, um die Fische zu erreichen.

 

Das Bodenbleifischen ist zwar eine Möglichkeit, doch fast immer ist der Waggler die beste Methode, besonders im Sommer, wenn man die Fische schon beim Absinken des Köders zum Anbiss reizen möchte. Der Waggler sollte gerade sein und einen feinen Einsatz aufweisen (Insert-Waggler); der Haken muss auf 30 cm Übertiefe eingestellt werden. Entlang der Schnur benötigt man nur eine sehr leichte, gleichmäßig verteilte Schrotbebleiung – höchstens drei oder vier Schrotbleie Nr. 10. Auf diese Weise sinkt der Köder langsam ab. Wenn der Biss nicht schon beim Absinken erfolgt, kann man den Hakenköder auch am Grund entlangzockeln.

 

Parkteiche haben oft einen erstaunlich guten Fischbestand

Ein Angler greift nach dem Unterfangkescher, um eine schöne Schleie aus einem Parkteich zu landen. Wo das Wasser bereits in Ufernähe relativ tief ist, ist die Stippangel gut geeignet. An den meisten Parkteichen benötigt man allerdings einen Waggler, um die Fische zu erreichen.

 

Beliebte Parkteiche

In vielen der öffentlichen deutschen Parks gibt es Teiche. Stellvertretend für alle seien hier zwei genannt.

 

Der berühmteste deutsche Parkteich ist die mitten im Stadtzentrum gelegene Hamburger Außenalster, die so groß ist, dass auch Ausflugsschiffe darauf verkehren. Die Alster ist ein hervorragendes Friedfischgewässer. Es gibt einige schöne, verkrautete Uferbereiche, die wirklich gute Schleien beherbergen.

 

Die Besonderheit der Alster: Man braucht nur den Fischereischein und darf vom Boot aus fischen. Und – worüber nur wenige reden: In der Alster fangen Hechtspezialisten vom Boot aus kapitale Exemplare.

 

Ähnlich schöne Gewässer, die landschaftlich reizvoll liegen, gibt es auch in vielen anderen deutschen Städten, wie zum Beispiel in Berlin.

 

Eine ganz andere Fischerei bieten kleine Parkteiche. Stellvertretend sei hier Glückstadt genannt. In der Altstadt, aber auch in manchen Neubaugebieten gibt es viele kleine Gewässer, von denen einige hervorragend besetzt sind, so dass sie an schönen Wochenenden viele Angler anziehen

 

Natürlich: Gewässer wie die Glückstädter sind in der Hand von (meist sehr preiswerten) Vereinen. Jedem Jungangler kann man da nur den Tipp geben: Es lohnt sich, in einen solchen Verein einzutreten, weil man vor der Haustür fischen kann.

 

Parkteiche haben oft einen erstaunlich guten FischbestandFische in Parkteichen können recht groß werden, wie diese Schleie beweist. Solche Fische bieten an leichtem Geschirr einen schönen Sport und können problemlos gelandet werden, da Parkteiche kaum Hänger aufweisen. Natürlich müssen das Angelgerät ausgewogen und die Knoten richtig geknüpft sein.

 

 

 

 

 


 

Für alle Bürger

Stadtparks sind für alle da, nicht nur für Angler. Der Angler steht schnell im Mittelpunkt, wenn er an einem Parkteich angelt. Deshalb sollte man seine Angelsachen auch immer so aufgeräumt halten, dass sie Spaziergängern nicht im Weg liegen. Vor dem Angeln muss man Unrat oder alte Angelschnüre aufsammeln und entsorgen.

 

Ruderboot-Bonus

Ruderboote werden an den meisten Gewässern von Anglern ungern gesehen, an flachen Parkteichen jedoch nicht. Wenn sie Abstand vom Ufer halten, und das tun sie meist, können Boote dazu beitragen, dass die Fische in Wurfweite kommen. Was die Modellbootfreunde betrifft: Sie suchen sich lieber die sehr flachen Buchten aus – Bereiche, die für Angler ohnehin nicht interessant sind.