Matchangler Andy Love am Flüsschen Mole in der englischen Grafschaft Surrey

Matchangler Andy Love am Flüsschen Mole in der englischen Grafschaft Surrey

Artikel von Angelstunde in Meister-Angler

Wenn Matchangler Andy Love, Kapitän des DAM-Dorking- Teams, am Flüsschen Mole  angelt, ist der Erfolg geradezu unvermeidlich

Das Flüsschen Mole in der englischen Grafschaft Surrey ist ein Paradies für Spezialisten, wie Matchangler Andy Love. Es ist ein kalter, nebliger Novembermorgen. Leichter Nieseiregen hat dem Mole genau die richtige Wasserfarbe verliehen, ohne den Wasserstand oder die Fließ Geschwindigkeit zu erhöhen. Andy bevorzugt diese Strecke in der Nähe von Dorking: Lange, flache Kiesstrecken wechseln ab mit Gumpen und Biegungen. Am Mole werden regelmäßig Wettkämpfe veranstaltet; die Platzmarkierungen sind so gesetzt, dass die Angelstellen mit der größten Wassertiefe und der besten Uferdeckung gegeneinander abgegrenzt sind. Fischarten: Döbel bis 1,8 kg, Rotaugen bis 450 g und Hasel bis 280 g, Hechte, Barsche und gelegentlich Brassen – und massenhaft Gründlinge und Elritzen.

 

Matchangler Andy Love am Flüsschen Mole in der englischen Grafschaft Surrey



Matchangler Andy Love

Andy arbeitet als Techniker bei der britischen Telecom. In seiner Freizeit ist er Teamchef von „DAM Dorking“. Diese Mannschaft ist schon seit vielen Jahren eines der erfolgreichsten englischen Teams und hat bereits fünfmal das“ Winter League“-Finale gewonnen. Andy selbst hat schon in vielen offenen Wettkämpfen gesiegt. Zu seinen größten Erfolgen zählt er die „LAA Themse“-Meisterschaft, die er gleich zweimal hintereinander für sich entscheiden konnte – und zwar an derselben Angelstelle!

 

9:30 Uhr Mit der Stickpose

Matchangler Andy Love entscheidet sich für Platz 98. Hier läuft eine flache Kiesstrecke aus; das überhängende Gebüsch und ein abgestorbener Baumstumpf lassen die Stelle döbelträchtig erscheinen. Döbel sind schreckhaft, besonders in schmalen und nicht sehr tiefen Flüssen. Hier gibt es nichts Wichtigeres als Tarnung und Deckung. Also macht Andy sich ganz klein und montiert seine Angelsachen in einiger Entfernung vom Ufer. Die Fische hier mögen in der Regel bewegte Köder lieber als unbewegte, erklärt uns Andy.

 

Daher bleibt die Kopfrute in der Tasche. Die kleine Stickpose ist heute genau richtig: Es herrscht Windstille, das Wasser ist nicht sonderlich tief und die Wurfweite nur gering. Andy wählt eine Stickpose ,,4 No.4″ mit Drahtachse und orangefarbener Spitze. Durch die Drahtachse kann der Anschlag unauffällig gesetzt werden – im flachen Wasser ganz wichtig -, und die orangefarbene Spitze hebt sich gegen den dunklen Hintergrund ab.

 

Andy montiert ein Vorfach von 680 g Tragkraft: dünn genug, um Bisse zu bekommen, und stark genug, um kleine bis mittlere Döbel von möglichen Hängern weg zu forcieren. Dazu einen 19er Haken, der genau in einen Caster passt.

 

Matchangler Andy Love am Flüsschen Mole in der englischen Grafschaft Surrey



Am Flüsschen Mole

Matchangler Andy Love beim Fischen am Flüsschen Mole, unterhalb des Box Hili. Für ihn ist dies die beste Strecke am Fluss.

 

Bei Windstille, geringer Wassertiefe und Wurfweite hält Matchangler Andy Love eine Stickpose ,,4 No 4″ für das Fischen an Platz 98 für schwer genug. Durch die Schrotverteilung kann er den Köder natürlich präsentieren, sowohl bei abtreibender Pose als auch beim Anziehen der Pose zum leichten Abbremsen und Anheben des Köders. Es kommt nicht so auf die Schrotabstände an Verpasst man Bisse, schiebt man das unterste Schrotblei näher zum Haken – bleiben sie aus, schiebt man es weiter vom Haken weg.

 

Es überrascht uns, dass Andy trotz der hängerreichen Angelstelle einen widerhakenlosen Haken verwendet. Doch Andy meint, ein solcher Haken könne beim Anschlag sauberer gesetzt werden und werde sich nur in den seltensten Fällen aus dem knorpeligen Döbel Maul lösen, vorausgesetzt, man hält die Schnur straff.

 

Andys Stickposen-Montage

Matchangler Andy Love am Flüsschen Mole in der englischen Grafschaft Surrey

 

Andy hat einen Liter Caster, einen Liter Hanf und einen halben Liter Maden gekauft. Caster sind gute Hakenköder, wenn man sie zusammen mit Grundfutter aus Castern und Hanf verwendet. Maden ziehen zwar leicht Elritzen an, doch man sollte stets einige als Reserveköder dabeihaben. Andy gibt einige Köder in seine Schürzentaschen, hängt sich den Hakenlöser um den Hals und bringt sein Geschirr am oberen Ende der Angelstelle in Position.

 

Matchangler Andy Love am Flüsschen Mole in der englischen Grafschaft Surrey

Praktisches Hekenetui

Andy bindet seine Haken zu Hause und bewahrt sie in deutlich beschrifteten Umschlägen in seinem praktischen Hakenetui auf. Die Vorteile des Etuis liegen auf der Hand: Man findet rasch den gewünschten Haken, die Vorfächer verheddern sich nicht, und die Haken sind vor Rost geschützt.

 

 

 

 


10:00 Uhr Sparsam anfüttern

Nach einigen Probeläufen hat er auch schon die Tiefe an der nahen Uferseite herausgefunden: etwa 1 m. Er stellt die Pose so ein, dass der Hakenköder leicht über den Grund holpert, und füttert bei jedem Wurf zwanzig Hanfsamen und zehn Caster an. „Am Anfang sollte man sehr sparsam anfüttern“, meint Andy. „Man muss erst ein Gefühl für die Beißlaune der Fische bekommen. Später, wenn es nicht richtig läuft, kann man immer noch reichlicher anfüttern.“

 

Andy rechnet mit ersten Bissen am Auslauf der Angelstelle, wo die Strömung sich beruhigt, bevor das Wasser um den Baumstumpf fließt. Er hofft, dass die Fische allmählich mutiger werden und sich stromauf vorarbeiten, um das Futter schon beim Abtreiben abzufangen.

 

Matchangler Andy Love am Flüsschen Mole in der englischen Grafschaft Surrey Stickpose

Andy verwendet eine Stickpose mit Drahtstab für einen sauberen Anschlag. Die orangefarbene Spitze ist auch vor einem dunklen Hintergrund sehr gut zu erkennen.

 

 

 

 


10:30 Uhr Der erste Döbel

Nach etwa zehn Minuten taucht die Pose ab, und ein kleiner Hasel kommt zum Vorschein. Dann verpasst Andy einen guten Biss. Der nächste Wurf bringt eine Elritze – auch beim Fischen mit Castern kann man ihnen nicht aus dem Weg gehen. Andy stellt die Pose flacher ein, und schon hat er einen Döbel gehakt.

 

Als der Haken sitzt, forciert Andy sofort den Drill, um den Fisch so schnell wie möglich aus der hängerträchtigen Zone wegzubekommen. Der Drill wird durch einen großen Ast erschwert, der quer über dem Fluss liegt. Als der Döbel dieses Hindernis passiert hat, bleibt nur noch der Weg in Andys Unterfangkescher. Der Fisch wiegt knapp 700 g. Andy fängt noch einen Hasel, eine Elritze und einen kleineren Döbel. Dann nieselt es, und die Beißtätigkeit lässt nach. Andy füttert immer noch an und experimentiert mit der Tiefeneinstellung seiner Montage. „Immer weiterfüttern, immer wieder die Tiefe verstellen, und wenn ein neuer Schwarm aufkreuzt, kann jeder Wurf einen Fisch bringen“, sagt Andy unverdrossen.

 

Schließlich wird er belohnt. Fast hinter dem Baumstumpf hakt er einen Döbel von knapp einem Pfund, manövriert ihn um das Hindernis herum und führt ihn über den UnterfangkescherMatchangler Andy Love. Gut gemacht!

 

Matchangler Andy Love am Flüsschen Mole in der englischen Grafschaft Surrey Matchangler Andy Love

Vor einem Baum kann Andy fischen, ohne dass die Döbel seine Umrisse gegen den Himmel sehen. Nur im Stehen kann man die Stickpose mit Erfolg einsetzen. Den aus dem Wasser ragenden Setzkescher benutzt Andy auch als Rutenablage.

 

 

 

 

 


13:30 Uhr Döbel in der Sonne

Plötzlich scheint die Sonne. Wie auf Bestellung schnappt sich ein knapp kiloschwerer Döbel den Hakenköder und bemüht sich nach Kräften, möglichst viel von dem Baumstumpf zwischen sich und dem Unterfangkescher zu lassen. Doch Andy kann den Fisch schon bald überlisten und über den Kescher führen.

 

Matchangler Andy Love am Flüsschen Mole in der englischen Grafschaft Surrey

Typischer Mole-Döbel

Am Morgen hatte Andy im Regen noch zu kämpfen, aber nachmittags scheint dann doch die Sonne, und die Döbel kommen in Freßlaune. Hier landet er gerade einen typischen Mole-Döbel: fett, fit und voller Kampfkraft.

 

Fische aus kleinen Flüssen sind oft in besonders guter Verfassung, so auch dieser: fett, fit und makellos. Andy schätzt, dass viele der Fische hier noch nie an der Angel waren. Bei der Beliebtheit dieses Reviers kann das nur bedeuten: Der Besatz ist außergewöhnlich gut.

 

Matchangler Andy Love am Flüsschen Mole in der englischen Grafschaft Surrey Andys Lieblingsfische

Döbel sind Andys Lieblingsfische. Das kann man auch gut verstehen – gibt doch das Angelflüßchen solche schönen Exemplare her.

 

 

 

 

 

 


14:00 Uhr Jede Menge Döbel

Andy füttert nun stärker an, und bald stehen die kiloschweren Döbel geradezu Schlange, um von ihm gefangen zu werden. Die Bisse setzen bereits auf halber Strecke ein; die Fische sind so arglos, daß sie sich gegenseitig die lose angefütterten Caster und Hanfsamen streitig machen.

 

Matchangler Andy Love am Flüsschen Mole in der englischen Grafschaft Surrey

Döbel im Kescher

Wieder ein Döbel im Kescher! Für gute Fänge kann zwar keiner garantieren, aber eine schöne Landschaft sowie Ruhe und Erholung findet der Angler am Mole allemal.

 

Die Kombination aus ständigem Anfüttern und ruhigem Verhalten hat sich bezahlt gemacht, doch Andy macht auch die leicht gestiegene Wassertemperatur für die plötzliche Steigerung der Beißtätigkeit verantwortlich. Ein erfolgreicher Angel Tag !

 

Matchangler Andy Love am Flüsschen Mole in der englischen Grafschaft Surrey

Döbel, Rotaugen und Haseln

Schließlich kann sich Andy über diese schöne Strecke aus Döbeln, Rotaugen und Haseln von insgesamt mehreren Kilo Gewicht freuen.

 

 

 

 

 

 

 

 


Anfüttern

Andys Grundsatz: Immer anfüttern, auch wenn die Fische nicht beißen. Ab und zu jedoch unterbrechen, damit die Fische im unteren Bereich der Angelstelle Gelegenheit haben, dem weiter oberhalb am Grund liegenden Futter entgegenzuschwimmen.

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