Leominstead Lake See im südenglischen New Forest

Leominstead Lake See im südenglischen New Forest

Artikel von Angelstunde in International Angeln

Trevor Housby besucht einen umgestalteten, 1,8 Hektar großen Leominstead Lake See, ein reizvolles und gut befischbares Forellenwasser

Der Leominstead Lake liegt im südenglischen New Forest in der Nähe der Stadt Lyndhurst. Er wurde im 18. Jahrhundert angelegt und war damals ein gepflegtes Wässerchen, aus dem sich die Herrschaften des Minstead Manor Estate mit Fischen versorgten. Doch wie so viele Gewässer dieser Art wurde der See mit der Zeit vernachlässigt.

 

Leominstead Lake



Eine der Hauptattraktionen des Sees ist der Fang solcher wilden Bachforellen, die natürlich zurückgesetzt werden.

 

Leominstead Lake See in England

In den 70er Jahren unseres Jahrhunderts übernahm der gebürtige Pole Leo Jarmal den See. Aus einem verlandeten, von Buschwerk überwucherten Häufchen Elend schuf er ein 1,8 ha großes, landschaftlich reizvolles und gut befischbares Forellenwasser.

 

Mit seinem gesunden Besatz wurde der Leominstead schon nach kurzer Zeit zum Mekka für Forellenangler, und die Prominenz der englischen Angelszene stand bald Schulter an Schulter mit blutigen Anfängern. Was Leo betraf, so war er nie um eine Ausrede verlegen, wenn ihm der Sinn nach einem Fest stand, also lud er die Angler immer zur Saisonwende zum An- bzw. Abangeln ein. Damals war Leominstead, wie alle Forellengewässer, während der Schonzeit für Edelfische für das Angeln gesperrt, d. h. von Ende Oktober bis zum 1. April. Das Ein- und Ausläuten der Forellensaison wurde zur Tradition, und so traf man sich regelmäßig, um gemeinsam die ausgezeichneten Angelmöglichkeiten, das gute Essen und die Geselligkeit zu genießen.

 

Leominstead LakeUnd wieder taucht eine schöne Forelle aus dem Flachwasser des Leominstead auf. Der See wird täglich besetzt und bietet im Sommer wie im Winter durchweg gute Angelmöglichkeiten.

 

 

 

 

 

 



Forellen ganzjährig

16 Jahre lang kümmerte sich Leo um den See. Dann setzte er sich zur Ruhe, und der Leominstead wurde von Alf Branscombe und seinem Sohn Neil übernommen. Die einzigen größeren Veränderungen, die von den beiden vorgenommen wurden, waren die Einführung einer ganzjährigen Forellenfangzeit und die Einrichtung einer Imbißausgabe mit kalten und warmen Speisen in der am Seeufer gelegenen Angelhütte. Doch die ganzjährige Saison war noch lange kein Grund, auf die Partys beim An- und Abangeln zu verzichten !

 


Die letzte Saisoneröffnung war wieder ein typisches Seefest. Der Leominstead wird täglich mit großen Regenbogen- und Bachforellen besetzt, die sich zu den bereits vorhandenen wilden Bachforellen gesellen. Am Ufer scharten sich Forellenprofis und Gelegenheitsangler.

 

Leominstead LakeKescherhilfe auf dem Bootssteg. Ein nicht angelnder Gast kann pro Tageskarte mitgebracht werden, die Ruten darf man jedoch – verständlicherweise – nicht untereinander teilen.

 

 

 

 

 

 


Das Angeln begann um 9:30 Uhr, und schon nach wenigen Minuten bog sich ein halbes Dutzend AngelrutenLeominstead Lake unter dem Zug rasanter, sprungfreudiger Regenbogenforellen. Der See war mit Forellen von einem bis acht Kilogramm Gewicht besetzt, so dass ein heißer Angel tag bevorstand.

 

Bis zum Mittag hatten die meisten Angler ihren Fisch gefangen. Manche erreichten sogar schon ihr Fanglimit. Ein Redakteur aus London fing bei seinem ersten Flugangelversuch gleich drei kräftige Forellen (er gebärdete sich dabei wie ein Löwenbändiger mit einer Ochsenpeitsche). Dann war es Zeit zum Mittagessen, und alles zwängte sich in den „Kraal“.

 

Der Tisch bog sich unter den Leckereien – Reh, Huhn, Chili con Carne und andere Köstlichkeiten. Wein, Bier und Whisky flossen in Strömen, und die Angler, die nur einmal in der Saison zusammenkamen, berichteten von ihren vergangenen und geplanten Angelexpeditionen.

 

Leominstead LakePeter Cockwill, der zur Prominenz an dieser Angelanlage zählt, liebt die Atmosphäre und die unterhaltsamen Geschichten, die fester Bestandteil der Saisoneröffnungsfeste am Leominstead sind.

 

 

 

 

 

 



Anglerlatein

Dann begann, wie gewöhnlich, das Erzählen. Forellen in Kaschmir, Lachse in Alaska und vor der Halbinsel Kola, Meerforellen vor den Falklandinseln. Es fiel schwer, wieder ans Fischen zu gehen … doch draußen warteten noch viele gute Fische. Der Leominstead hatte wieder einen herrlichen Saisonauftakt erlebt – ganz im Sinne von Leo, der im Alter von 80 Jahren gestorben ist.

 

Leominstead LakeRegenbogenforellen wie diese 5,8-kg-Schönheit werden von Alf und Neil Branscombe täglich eingesetzt.