Kochelsee, zwischen Bad Tölz und Garmisch-Partenkirchen.

Kochelsee, zwischen Bad Tölz und Garmisch-Partenkirchen.

Artikel von Angelstunde in Angeln im Fokus

Der oberbayrische Kochelsee ist zwar weniger berühmt als sein größerer Nachbar, der Walchensee, doch gewährt dieses Gewässer dem Angler geruhsames Fischen

Die sechs Quadratkilometer große Wasserfläche bietet dem Angler nicht nur wohltuende Ruhe und eine phantastische Bergkulisse, sondern darüber hinaus auch besonders gute Angelmöglichkeiten. Zunächst sollte man sich entscheiden, worauf man fischen will, denn davon hängt es ab, wo gefischt wird. Der Kochelsee teilt sich nämlich in zwei Bereiche mit völlig unterschiedlichen Bedingungen. Wenden wir uns zuerst der Südseite zu: Hier befindet sich der wesentlich tiefere Teil des Kochelsees, mit kaltem und sauerstoffreichem Wasser und steil abfallenden Uferpartien. Dies ist die Seite der Raubfischangler; Friedfische werden hier kaum befischt.

 

Kochelsee



Die Blinkerstrecke

Am Ufer der Südseite liegt die Blinkerstrecke, der einzige Bereich des Sees, der zum Spinnfischen freigegeben ist. Die Wanderstrecke führt, vom Felsenkeller unterhalb des Herzogstandes ostwärts bis zum Örtchen Seehof.

 

Wer sich mit verschiedenen tieflaufenden Wobblern ausrüstet, um an den steilen Ufern Bodennähe zu erreichen, und einen Vormittag lang auf der Blinkerstrecke intensiv fischt, „der wird meist mit einem guten Hecht belohnt“, versichert der Schlehdorfer Fischermeister Josef Schretter. Vor allem sollten Sie sich den Einlauf des Walchensee-Kraftwerks vornehmen. Der Vorsprung an der rechten Seite des Kanals gilt als besonders guter Platz für Hechte. Obwohl hier so viel gefischt wird, erweist sich diese Spitze stets als fängig.

 

Außerdem hat man um den Kraftwerkseinlauf auch immer eine Chance auf eine starke Seeforelle, wenngleich dieser Fisch im Kochelsee selten geworden ist.

 

Kochelsee

Der Angler, der auf dem Kochelsee vom Boot aus fischt, hat es am

einfachsten, da am Ufer manche der besten Angelplätze etwas

beschwerlich zu erreichen sind. Doch wer hinausrudert, sollte

mit den hiesigen klimatischen Besonderheiten vertraut sein:

Plötzliche Wetterumschwünge können riskante Situationen

heraufbeschwören.

 


Brotfisch Renke

Auch die Renke, der eigentliche Brotfisch des Kochelsees, wird vorrangig auf der südlichen Hälfte des Kochelsees gefangen. Es gehen regelmäßig stattliche Exemplare dieses hervorragenden Speisefisches an die Angel; eine Renke von vier Pfund ist hier keine Ausnahme.

 

Zum Renken Fischen ist ein Boot von Vorteil, da die Fische im Oberflächenwasser kreuz und quer durch den See ziehen. Während sich dem Uferangler nur dann eine Fangchance bietet, wenn ein Renken Schwarm zufällig seine Angelstelle passiert, kann man mit dem Boot die gesamte Wasserfläche absuchen und den einmal gefundenen Schwarm verfolgen.

 

Die Einheimischen fischen am Kochelsee meist mit natürlichen Ködern wie kleinen Rotwurmstücken, Zuckmücken Larven oder Pinkies, die an feiner Posen Montage mit 12er bis 14er Haken angeboten werden. Als Kunstköder kommen vor allem Nymphen der Größe 10 bis 14 in Betracht; schwarze Muster haben sich hier am besten bewährt.

 

Beste Zeit: der Frühsommer

Beachten Sie, dass nur zwei Haken verwendet werden dürfen. Auch ist das Fischen mit der Hegene im Kochelsee nicht gestattet. Die Fangtiefe variiert mit der Jahreszeit. Zu Saisonbeginn im Mai findet man die Renken relativ flach etwa zwei Meter unter der Oberfläche. Später im Jahr ziehen die Schwärme in tiefere Regionen, und der Fang wird zunehmend schwieriger, da sich die Renke zum Spätsommer hauptsächlich von Plankton ernährt.

 

Der Nordteil des Kochelsees unterscheidet sich deutlich vom Südteil. Im Uferbereich zwischen Schlehdorf und Kochel überwiegen die seichten Regionen. Hier heizt die Sonne das Wasser erheblich stärker auf, als es am tieferen und schattigeren Südteil möglich ist. Ein dichterer Pflanzenwuchs ist die natürliche Folge. Kurzum: Hier hat der Friedfischangler gute Karten.

 

Wer kein Boot hat, muss einen etwas beschwerlichen Fußmarsch durch sumpfiges Gelände auf sich nehmen, um an die interessanten Friedfischfangplätze zu gelangen – aber es lohnt sich. Der Gewässergrund ist hier sehr weich, daher sollte man auf schwere Bleie verzichten und sich auf Posen Montagen beschränken. Weite Würfe sind nicht unbedingt erforderlich. Wer frühmorgens startet und das Wasser aufmerksam beobachtet, kann in Ufernähe gründelnde Schleien oder Karpfen entdecken und so einen fängigen Platz ausfindig machen.

 

Kochelsee

Diese Angler auf dem Kochelsee folgen in Booten den

Renken Schwärmen, die sich bei Saisonbeginn und im

Frühsommer dicht unter der Oberfläche aufhalten.

 

Bootsangler im Vorteil

Später entfernen sich die Fische jedoch häufig so weit aus der flachen Uferzone, dass sie nur noch für den Bootsangler erreichbar sind. Für ihn sind die Schlehdorfer und die Kocheler Bucht gleichermaßen interessant.

 

Die Kocheler Bucht bietet überall gute Angelmöglichkeiten, da sie durchweg flach ist. Mit dem Allroundköder Wurm hat man gute Chancen, Karpfen, Schleien, die häufig vertretenen großen Brachsen und auch Aale oder Forellen zu fangen. Wer es auf Salmoniden abgesehen hat, sollte um den Ein- und Auslauf der Loisach fischen. Von Vorteil ist dabei ein auflandiger Südwind – windstille Sonnentage mit glatter Oberfläche sind wenig aussichtsreich. Der Forellenangler sollte dann eher die SpinnruteKochelsee nehmen und zur Blinkerstrecke fahren. Ein Mepps-Spinner Größe 2 in Gold hat sich gut bewährt.

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