Karpfenruten zum Karpfenangeln in verschiedenen Variationen

Karpfenruten zum Karpfenangeln in verschiedenen Variationen

Artikel von Angelstunde in Angeltechnik

Das Karpfenangeln ist einer der spezialisiertesten Bereiche des Süßwasserangelns, und es stehen dafür zahlreiche Karpfenruten zur Verfügung

Es gibt sehr viele Karpfenruten auf dem Markt, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Zwar passen sich die meisten Ruten den verschiedensten Angelsituationen gut an, doch muss man eben zum Treibangeln mit Brotkruste an Uferbereichen eine andere Angelrute wählen als zum Fischen mit Boilies auf Distanz.

 

Karpfenruten zum Karpfenangeln in verschiedenen Variationen



Karpfenruten die Materialien

Als Karpfenruten kommen gespließte Bambusruten, Glas- oder Kohlefaserruten oder Ruten aus gemischten Fasermaterialien in Frage. Kohlefaser ist das leichteste und festeste Material und wird am häufigsten für Karpfenruten verwendet. Es wird aber auch mit anderen Materialien kombiniert eingesetzt.

 

Neben den Kombinationen aus Kohlefaser und Glasfasern werden auch andere Materialien in die Oberfläche der Blanks eingearbeitet, um ihnen bestimmt Eigenschaften zu verleihen. So wird manchmal Silikonkarbid zusammen mit dem Kohlefasermaterial verwendet und mit Bor behandeltes Wolfram in manche Blanks eingearbeitet. Kevlar ist ein synthetisches und unglaublich festes Material, das häufig in eine – nicht so reißfeste – Kohlefasermatte eingewoben oder um diese herumgewickelt wird.

 

Karpfenruten zum Karpfenangeln in verschiedenen Variationen

Mit einer Kombination aus zwei identischen Ruten kann das Karpfenangeln losgehen. Ob man mit einer oder mehreren Ruten angelt – irgendeinen Rutenhalter braucht man. Biss Anzeiger ist der altbekannte Kletteraffe in Verbindung mit Optonic Biss Anzeigern.

 

Variationen einer Rute

Die Aktion der Karpfenruten wird durch drei wichtige Faktoren beeinflusst. Beim Kauf der Rute muss man auf die Verjüngung (engl.: taper), die Kraft und Länge der Rute achten.

 

Die Verjüngung des Blanks reicht von „langsam“ bis „schnell“. Eine langsame Verjüngung ergibt eine weiche, durchgehende Aktion und eine sanfte, allmählich einsetzende Biegung entlang der gesamten Rutenlänge, wenn sie unter Belastung steht. Eine schnelle Verjüngung fuhrt zu einer Spitzenaktion, so dass die Biegung hauptsächlich im oberen Drittel der Rute auftritt. Zwischen diesen beiden Extremen sind alle möglichen Verjüngungsformen denkbar.

 

Die Kraft eines Blanks mißt man anhand der Testkurve (TC, von engl.: test curve). Darunter versteht man die Kraft, die erforderlich ist, um die Rutenspitze in einen Winkel von 90° zum Griff zu verbiegen; die dazugehörige Maßeinheit sind englische Pfund. Je größer die Testkurve, desto weniger biegsam ist die Rute. Eine durchschnittliche Karpfenrute hat eine Testkurve von 1 3/4 bis 2 lb (0,8 bis 0,9 kg).

 

Die Länge einer Karpfenrute liegt meist zwischen 3 und 4 m. Normalerweise nimmt man für das Angeln im unmittelbaren Uferbereich eine kurze Rute und für das Fischen auf größere Distanzen eine lange Rute.

 

Wie man diese unterschiedlichen Ruteneigenschaften nun kombiniert, hängt von den Gegebenheiten am Angelwasser ab. Wer häufig weiche Köder auswirft (z. B. Brotkruste), benötigt eine weichere, flexiblere Rute als für schwere Köder wie z. B. Boilies. Eine weiche Rute fängt Ruckbewegungen beim Wurf besser ab, so dass weniger Köder vom Haken fliegen.

 


Große Distanz

Beim Fischen auf große Distanz, besonders mit schweren, harten Ködern, benötigt man eine viel schnellere Spitzenaktion und mehr Kraft. Eine weiche Rute kann nicht genügend Spannung aufbauen, um damit ein Rig über eine weite Strecke kraftvoll hinauszuschleudern. Eine kräftige Rute mit einer steifen Spitze ermöglicht auch genauere Würfe und einen sichereren Anschlag auf große Entfernung, da die Biegung der Rute den Anschlag nur begrenzt abfängt. Mit einer langen Rute kann man weiter auswerfen als mit einer kurzen Rute. Außerdem lässt sich damit die Schnur vom Wasser abheben, was dem Anschlag zugute kommt. Normalerweise braucht die Rute nicht länger als 3,90 m (13 ft) lang zu sein, und für die meisten Angler ist eine Länge von 3,65 m (12 ft) eine guter Kompromiss zwischen sicherem Auswerfen und leichter Handhabung.

 

Kurze Distanzen

Auf kurze Distanzen gibt es zwischen dem Angler und dem kämpfenden Karpfen weniger Schnur. Eine lange Schnur dehnt sich und fängt so Ruckbewegungen auf, ohne gleich zu reißen. Auf kürzere Entfernungen muss die Rute wie ein Stoßdämpfer wirken. Dafür eignen sich eine weiche Aktion und eine niedrige Testkurve.

 

Karpfenruten zum Karpfenangeln in verschiedenen Variationen Eine gute Karpfenrute muss flexibel genug sein, um auch den Widerstand eines großen Karpfens auf kurze Distanz auszuhalten. Je weniger flexibel die Rute, desto schwerer muss die Schnur sein.

 

 

 

 

 

 

 


In Uferzonen

In Uferbereichen kann eine lange Rute unpraktisch sein. Zum Pirschangeln in dicht bewachsenen Uferzonen ist eine Rute von 3,05 m (10ft) Länge perfekt. Für normales Angeln vom Ufer ist eine Rute von 3,3 m (11 ft) Länge praktisch allen Situationen gewachsen. Eine Testkurve von 1 1/2 bis 1 3/4 Ib (0,7 bis 0,8 kg) ist richtig.

 

Das andere Extrem des Karpfenangelns ist das Bodenbleiangeln mit Boilies in Entfernungen von über 100 m. Dafür benötigt man eine 3,65 bis 3,95 m (12 bis 13 ft) lange Rute mit – schneller Aktion und einer Testkurve von 2 1/2 bis 3 Ib (1, 1 bis 1,4 kg). Die meisten Ruten und Situationen liegen zwischen diesen Extremen. Eine Karpfenrute muss so viele Schnurlaufringe haben, dass die Schnur beim Auswerfen nicht gegen die Rute klatscht. Ruten zwischen 3,35 und 3,65 m (11 bis 12 ft) Länge haben insgesamt 9 oder 10 Schnurringe.

 

Karpfenruten zum Karpfenangeln in verschiedenen Variationen Die Rute biegt sich durch! Mit dem richtigen Angelgerät kann man heftig kämpfende Karpfen sicher drillen; die kleineren Exemplare sind auch für Anfänger eine gute Einführung in den Sport.

 

 

 

 

 

 


Die Rutenringe

Wenn Rute und Schnur belastet werden, darf die Schnur an keinem der Ringe einen spitzen Winkel bilden. Wenn dies doch passiert, nutzt sich die Schnur rasch ab und kann reißen. Dieser Winkel hängt von der Anzahl und Position der Ringe ab. Die Positionierung der Ringe wiederum hängt von der Aktion der Rute ab. Eine Rute mit ausgeprägter Spitzenaktion biegt sich an der Spitze am stärksten durch und benötigt daher die meisten Ringe im Spitzenbereich.

 

Die Ringe selbst können ein oder zwei Stege aufweisen. Ringe mit zwei Stegen sind stabiler und verbiegen sich nicht so leicht. Andererseits ist bei zwei Stegen etwas mehr Metall am Blank befestigt, was das Durchbiegen der Rute unter Belastung beeinträchtigt. Letztendlich ist dies eine Frage des persönlichen Geschmacks.

 

Der Griff einer Karpfenrute ist im allgemeinen 75 cm lang und geteilt (es gibt zwei separate Griffteile anstatt eines durchgehenden Griffteils von 75 cm Länge). Manche Angler bevorzugen die herkömmlichen Korkgriffe, während anderen die modern aussehenden synthetischen Griffe angenehmer sind.

 

Als Rollenhalter dient gewöhnlich eine Schraubmontage. Dabei muss man darauf achten, dass die Rolle gut befestigt wird, damit sie nicht verrutscht.

 

Karpfenruten zum Karpfenangeln in verschiedenen Variationen Ein Wildkarpfen in Bestzustand

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wartung und Pflege

Zum Ende einer jeden Saison (oder mindestens einmal im Jahr) sollte man die Rute mit einem weichen Tuch und etwas Seifenlösung abreiben. Den Griff schrubbt man sauber und läßt ihn trocknen. Beschädigungen erkennt man an einer sauberen Rute leichter. Stellen, an denen der Lack abblättert, bessert man aus. Auch die Ringe müssen überprüft werden:

 

Man ersetzt alle Ringe mit gesprungener Beschichtung und befestigt sehr lockere Ringe neu. Ringe, die nur etwas locker sind, kann man mit einer Lackschicht wieder festigen. Wer seine Ruten gut pflegt und notfalls auch repariert, wird viele Jahre lang Freude am Karpfenfischen haben. Voraussetzung ist allerdings, dass man von vornherein Qualität gekauft hat.

 

Karpfenruten zum Karpfenangeln in verschiedenen Variationen Ein schön gefärbter, 8,2 kg schwerer und völlig beschuppter Spiegelkarpfen

 

 

 

 

 

 

 

 


Leicht ist gut

Eine zu schwere Rute zu verwenden, ist ein unnötiger Fehler. Wer nicht weiß, welche Verjüngung und Testkurve er nehmen soll, sollte sich eher für eine leichtere entscheiden. Dass eine Rute biegsam ist, hat einen Grund: Sie muss als Stoßdämpfer wirken. Je leichter die Rute und je weicher die Aktion, desto besser kann sie dies. Da die Rute bei Anschlag und Drill schon viele Zug- und Ruckbewegungen abfängt, kann man auch dünnere Schnüre verwenden.

 

Karpfenruten zum Karpfenangeln in verschiedenen Variationen Ein Lederkarpfen (12,2 kg), über den sich ein junger Specimenjäger freut. Mit der richtigen Rute kommt man mit solchen Fischen gut zurecht.

 

 

 

 

 

 

 


Beim Kauf beachten

Wer eine Rute kauft, sei es eine neue oder gebrauchte, sollte überprüfen, ob die Ringe festsitzen und richtig fluchten und ob die Beschichtung nicht beschädigt ist. Auch der Rollensitz muss mit den Ringen fluchten, und die Feststellschraube muss sich leicht drehen lassen. Man achte auf verschlissene Ringbindungen.

 

Gleiche Ruten

Wer mit mehr als einer Rute angelt, sollte identische Ruten verwenden. So kann man bei jedem Biß immer gleich stark anschlagen. Auf diese Weise gewinnt man beim Fischen Routine und macht weniger Fehler.