Karpfenangeln in Holland

Karpfenangeln in Holland

Artikel von Angelstunde in International Angeln

Nach einem 14 tägigen Angelurlaub in den Niederlanden berichtet der britische Karpfenspezialist John Culley begeistert von der Menge und Größe der Karpfen.

Karpfenangeln in Holland, nur ab und zu wurde die Stille der Nacht von dem klatschenden Geräusch eines steigenden Fisches unterbrochen. Unsere Boilies lagen auf einem Bett von Mais direkt neben den Wasserrosen. Plötzlich zuckte meine Rutenspitze – einmal, zweimal. Ein Karpfen versuchte, den Haken aus seinem Maul zu schleudern. Ich griff die Rute, die Fluchtmontage (Bolt Rig) hatte ihre Arbeit getan, den großen Karpfen gut gehakt. Nun mußte ich nur noch dafür sorgen, daß der Karpfen nicht in die Wasserpflanzen flüchtete .

 

Karpfenangeln


Die Niederlande sind mit dem Auto schnell zu erreichen. Für den Angler ist dieses Land immer eine Reise wert.

Überall Fische

Wir befinden uns in den Niederlanden: Überall Wasser, das zum Karpfenangeln einlädt, von sehr großen Seen bis zu kleinsten Kanälen, alles ist voll von Fischen. Es gibt Rotaugen, Rotfedern, Brassen, Zander und alle Arten von Weißfischen, die hier zu kapitalen Größen heranwachsen. Und natürlich gibt es Karpfen zum Karpfenangeln.

 

Ein Angelurlaub

Wir drei hatten den Angelurlaub bei einem Spezialbüro gebucht. Jeder von uns bekam vom Reisebüro die niederländische Angellizenz, die für die meisten Kanäle gilt, und eine Karte, in der örtliche Angelgeschäfte und die Gewässer eingezeichnet waren, für die man eine Extralizenz braucht. Aber keine Angst, selbst neben dem Campingplatz, auf dem wir wohnten, gab es Gräben mit Karpfen bis zu 25 Pfund! Die Karpfen werden von den niederländischen Anglern nicht speziell beangelt. Es gibt im gesamten Land nur eine Handvoll von Karpfenspezialisten. Das heißt: Hier braucht man keine komplizierten Montagen und keine zum Karpfenangeln besonders dünne Schnur – die meisten Karpfen sind noch nie in ihrem Leben gehakt worden.

 

Nachtfischen

Nachdem wir tagsüber mit nur sehr geringem Erfolg gefischt hatten, entschlossen wir uns, die Taktik zu wechseln. In der Dämmerung gab es ein paar Bisse, aber erst in der Nacht ging es richtig los. Wir fischen in unserem Lieblingsgraben, direkt neben den Seerosen, und hier fingen wir so kapitale Fische, daß wir mit kräftigem Gerät arbeiten mußten. Wir nahmen eine HauptschnurKarpfenangeln von 4,5 kg Tragkraft (10 lb), und selbst damit verloren wir ein paar Fische.

Wir fanden schnell heraus: Die besten Köder waren Boilies auf einem Bett aus Mais. Nur die kleinen Brassen waren lästig, wenn man zuviel Mais nahm. Wir fütterten mit einer Büchse Mais und vielen Boilies an. Nach jedem Biß wurden Boilies nachgefüttert. Bei dieser Nachtangelei konnten wir in den zwei Wochen 50 Karpfen mit einem Gewicht von bis zu mehr als 30 Pfund fangen. Die meisten lagen zwischen 4 und 13 Pfund, einige kamen jedoch an die 20-Pfundgrenze heran.

 


 

KarpfenangelnKarpfenangeln wie im Bilderbuch: Unter den alten Holländer-Windmühlen ist die traditionelle Angelei vom Boot aus möglich.

 

 

 

 


Zander – überall Zander

Wenn wir in den Entwässerungskanälen auf Karpfen fischten, fingen wir auch etliche Zander von bis zu fünf Pfund. Zander sind in Holland so verbreitet wie die Karpfen, aber nur in den großen Seen wachsen sie zu kapitalen Fischen heran. In diesen großen Seen kann man dann Zander bis zu 9 kg fangen!

Die holländischen Angler scheinen sich nicht sonderlich für die große Anzahl dieser kapitalen Zander zu interessieren. Bei der nächsten Angelreise in die Niederlande werden wir uns diesen Zandern widmen. Und das wird bald sein!

 

Karpfenangeln, ein Vergnügen

Karpfen und Zander sind nicht die einzigen Fischarten, die in den Niederlanden in großer Zahl vorkommen. Es gibt fast alle Arten, speziell aber Rotaugen, Rotfedern und Brassen. Diese Fische werden mit Standard-Methoden gefangen, wie z.B. Fliegenmaden an der Posenangel. Oft fallen die großen Fische allerdings auch auf Mais herein.

 

Maden mitbringen

In Holland werden die Maden meist nur in kleinen Portionen verkauft; außerdem sind sie manchmal recht teuer. Wer zum Anfüttern literweise Maden braucht, sollte sie von zu Hause mitnehmen.

Die Maden müssen immer kühl aufbewahrt werden, z. B. in einer Camping-Kühlbox, die man mit einer Reihe von Kühl-Akkus ausstattet. Kühl-Akkus kann man in Hotels oder Pensionen neu frieren lassen.