Hecht Angeln mit künstlichen Ködern, Barrie Rickards berichtet

Hecht Angeln mit künstlichen Ködern, Barrie Rickards berichtet

Artikel von Angelstunde in Angeltechnik

Barrie Rickards hat schon vor vierzig Jahren mit dem Hecht Angeln  begonnen, hier verrät er uns einige Geheimnisse seines Erfolgs

Viele Angler wissen gar nicht, wie erfolgreich sich mit der Spinnangel Hecht angeln lässt. Veraltete Vorstellungen halten sich hartnäckig. Zwar stimmt es, dass mit Spinnködern gefangene Fische im Durchschnitt kleiner sind als andere (ca. 3 kg). Andererseits fängt man auch viele große Fische mit der Spinnangel, und man fängt damit vor allem mehr Fische.

 

Hecht Angeln mit künstlichen Ködern



Hecht Angeln mit künstlichen Ködern

1993 wurden in Deutschland vier der fünf größten Hechte mit künstlichen Ködern gefangen! Und wenn auch die Spinnangelei im Sommer und Herbst sicher am erfolgreichsten ist, bringt sie selbst im Winter gute Ergebnisse.

 

Zum Uferangeln eignet sich eine Rute von ca. 2,70 m Länge. Damit lassen sich zwei Probleme beim Hecht Angeln – was die Länge der Rute betrifft – miteinander vereinen: Einerseits gehören Schilf und Binsen nun einmal zum Wasser dazu; die Rute sollte also schon 2,70 m lang sein, damit man den Uferbewuchs überbrücken kann. Andererseits erfordern überhängende Bäume eine kurze Rute, die sich nicht so leicht im Astwerk verfängt.

 

Hecht Angeln mit künstlichen Ködern

Hungrige Hechte können vielleicht alles andere – aber nicht einem attraktiven Spinner widerstehen. Dieser Hecht hat den Spinner instinktiv angegriffen.

 

Die richtige Rute zum Hecht Angeln

Zum Bootsangeln oder für kurze Würfe an kleinen Bächen ist eine Rute von 1,80 m Länge oft ideal. Kohlefaserruten sind nicht schwer und lassen sich leicht transportieren. Aber auch Teleskopruten mit fertig montierter Rolle und Schnur sind praktisch.

 

Man benötigt keine kräftige Rute wie für das Angeln mit totem Köderfisch. Auch eine durchgehende Aktion ist oft nicht erforderlich. Eine relativ steife Rute mit einer Spitzenaktion und einer Testkurve von 1 3/4-2 Ib ist hervorragend.

 

Das Angebot an Stationär Rollen ist mittlerweile kaum noch zu überschauen. Auf schwere Rollen kann man getrost verzichten – ein Schnurfassungsvermögen von 100 m von einer Leine, die 6,8 kg (ca. 0,33 mm) trägt, reicht aus.

 

Das Fischen mit Multirollen ist reinstes Vergnügen – man kann mit ihnen zwar nicht so weit werfen wie mit Stationär Rollen. dafür sind sie präziser. Die Bedienung der Multirolle ist einfach, und jeder halbwegs begabte Angler hat nach einer halben Stunde den Dreh heraus.

 


Rechtshänder, die folglich ihre Rute beim Drill mit der rechten Hand halten möchten, sollten sich eine Multirolle mit einer Linkskurbel kaufen. Rechtshänder werfen nun einmal mit der rechten Hand besser und zielgenauer – man kann nicht mit derselben Hand die Rute halten und kurbeln!

 

Hecht Angeln mit künstlichen KödernDer Begriff Spinnfischen bezeichnet alle Angelformen mit künstlichen Ködern, nicht nur die Angelei mit Spinnern, die ein rotierendes Blatt aufweisen. Das Bild zeigt einen Wobbler, der ein Fischlein täuschend echt imitiert.

 

 

 

 


Vorteil der Multirolle

Einer der großen Vorteile der Multirolle besteht darin, dass man bereits beim Auftreffen des Spinnköders auf die Wasseroberfläche voll in Aktion ist, sich also von Anfang an völlig konzentrieren kann. Viele Hechte greifen in der gleichen Sekunde zu, in der der Spinner auf das Wasser auftrifft – man muss also wachsam sein.

 

Schnüre für das Spinnfischen haben gewöhnlich zwischen 4,5 und 6,8 kg Tragkraft (um 0,30 mm). Stahlvorfächer sollten mindestens 30 cm lang sein. Auf Stahlvorfächer von 15 cm Länge sollte man tunlichst verzichten: Hechte von 7 kg aufwärts können den Spinner samt Vorfach schlucken. Von den im Handel angebotenen Vorfachdrähten eignen sich die weicheren, biegsameren Ausführungen; dünnes Drahtmaterial ist häufig ein wenig steif.

 

Bei Drahtvorfächern sollte man auf die etwas teureren Ausführungen zurückgreifen. Besonders Stahlvorfächer aus den neuen multifilen Drähten haben sich bewährt, und auch die Tragkraftangaben stimmen.

 

Hecht Angeln mit künstlichen KödernIn der oberen Bildhälfte sieht man eine Reihe von Buzzern, darunter befinden sich Löffel (Blinker). Auf dem runden Klotz am unteren Bildrand sieht man verschiedenartige Spinner.

 

 

 

 

 

 


Sonderzubehör

Beim Spinnfischen kann das Verdrehen der Schnur manchmal zum Problem werden, besonders beim Fischen mit Achsenlöffeln (Spinner von „Mepps“). Meist sind die durchsichtigen Anti-Drall-Plättchen jedoch überflüssig. Wer häufig Achsenlöffel benutzt, kann am Vorfachende ein Wye-Blei einsetzen. Damit lässt sich Schnurdrall wirkungsvoll begegnen, und als Bonus bekommt man zusätzlich Wurfgewicht.

 

Ein richtiger Hechtspinnangler zieht niemals ohne Unterfangkescher los. Am besten eignen sich Rundnetze von ca. 75 cm Durchmesser. Feinmaschige Kescher sind weniger empfehlenswert: Die Haken können sich in ihnen zu leicht verfangen. Man ist dann unter Umständen eine halbe Stunde lang damit beschäftigt, sie wieder zu entflechten – keine schönen Aussichten für den Fisch. Am besten, man benutzt ein weiches, nicht geknotetes Netz mit einer Maschenweite von 12-25 mm.

 

Unverzichtbar ist auch ein Rucksack, in dem eine Thermoskanne, Essen und warme Kleidung Platz finden, im Winter natürlich auch Handschuhe. Die richtigen Gerätschaften sind für Hechtspinnfischen das A und O. Das eigentliche Auswerfen und Einholen ist das geringste Problem. Dennoch gilt es dabei einiges zu beachten. Zuerst muss man überlegen, wo der Hecht stehen könnte und dann auswerfen. Die Wahl des richtigen Spinnköders hängt sehr von Jahreszeit und Angelstelle ab. Oft ist die eigene Erfahrung der beste Ratgeber. Man sollte sich Gedanken machen über die Sichtverhältnisse im Wasser, über mögliche Hänger, Pflanzenwuchs und wahrscheinliche Standtiefe der Hechte.

 

Ausrüstung zum Spinnfischen auf Hecht

Hecht Angeln mit künstlichen Ködern

1 & 2 Spinnrute 3 Stationärrolle 4 Multirolle: Gut sind Rollen, die sich für Rechts-und Linkshänderbetrieb eignen.

5 & 6 Wobbler: Sie eignen sich für das Fischen im tiefen und flachen Wasser.

7 & 8 Barrie’s Buzzer: Nicht nach jedem Angler ist ein Spinnköder benannt. Nach Barrie Rickards schon!

9 Stahlvorfach: zur Verbindung von Spinnköder und Hauptschnur. 10 & 11 Löffel

 

Verschiedenen Spinnköder zum Hecht Angeln

Die verschiedenen Spinnköder verhalten sich beim Einholen sehr unterschiedlich – ein Spinner hat ein kleines, rotierendes Blatt, ein Löffel taumelt beim Einholen, hat jedoch kein Blatt, und ein Wobbler verhält sich beim Einholen mal so und mal so. Um herauszufinden, welche Ausführung, Größe und Farbe für den jeweiligen Fall die beste Kombination ergeben, empfiehlt es sich, den Köder häufig zu wechseln. Grundsätzlich sollte man stets gleichmäßig und langsam einholen und im Winter den Spinnköder möglichst tief führen. Im Sommer lohnen sich auch an der Oberfläche geführte Spinnköder und häufiges Wechseln der Spinntiefe. Bleibt gleichmäßiges Einholen ohne Erfolg, kann man auch einmal einen etwas eigenwilligeren Einholstil ausprobieren.

 

Hecht Angeln mit künstlichen Ködern

Das Spinnangeln auf Hecht ist vor allem in den Monaten, wo das Wasser klar ist, eine fängige Angelmethode. Die hungrigen Hechte werden dann durch die Bewegungen der farbenprächtigen Spinnköder rasch angelockt. Das Bild zeigt einen Wobbler.

 

 

 

 

 


Erfolg an „unmöglichen“ Stellen

Oftmals sind gerade jene Stellen einen Versuch wert, die nie ausprobiert wurden – nicht selten lauern dort große Fische. Mit Buzzern, die nur einen Einzelhaken aufweisen, kann man auch zwischen Bäumen und Seerosen fischen. Glaubt man den Standplatz eines guten Fisches ausgemacht zu haben, sollte man erst ein halbes Dutzend Würfe in der näheren Umgebung ausführen – nicht zu nahe am eigentlichen Standplatz. Der Hecht hört das ständige Einklatschen des Spinners, und wird dieser dann in seiner unmittelbaren Nähe eingeworfen, ist er schon neugierig und wartet nur noch darauf zuzuschnappen. Die Devise lautet kurz gesagt: erst denken, dann handeln; immer mobil und flexibel sein. Und vor allem: die Spinnangel nur dann auspacken, wenn der Hecht mit Wahrscheinlichkeit· auf Futtersuche ist, nicht wenn alle anderen Methoden versagt haben.

 

Hecht Angeln mit künstlichen KödernBarrie Rickards benutzt beim Spinnfischen kaum Drallschutz-Montagen wie „Anti-Kink“-Plättchen – mit Ausnahme des Wye-Bleis. Barries Freund Ken Whitehead hingegen hält Anti-Drall-Schaufeln für ein Muss.

 

 


Rekorde

Bei Rügen wurde 1993 ein 23,7 kg Hecht mit einem Blinker gefangen. Der britische Rekord Hecht (20,3 kg) wurde mit einem Spinner gefangen. Barrie Rickards hat es in zweieinhalb Jahren mit der Spinnangel auf 25 Hechte über 9 kg gebracht.

 

Hecht Angeln mit künstlichen KödernDieser Hecht ist auf die taumelnde Aktion eines typischen Löffels hereingefallen.

 

 

 

 

 

 

 

 


Neugierige Hechte

Interessant auf dem Markt der Spinnköder sind die „Buzzer“, die in keiner Weise einem verletzten Fischchen ähnlich sehen. Dafür bemerken Hechte aber schon aus einiger Entfernung die von einem Buzzer beim Auswerfen und Einholen verursachte Unruhe im Wasser und werden neugierig.

 

Rig für die Hechtspinnangel

Hecht Angeln mit künstlichen Ködern

Mit einem Wye-Blei lässt sich das Verdrehen der Schnur verhindern. Es ist auch als zusätzliches Wurfgewicht hilfreich. Bei dem abgebildeten Spinnköder handelt es sich um einen Blinker – beim Einholen taumelt er wie ein verletztes Fischchen durchs Wasser.

Schlagwörter: , ,