Goldmaid und Kleinmäuliger Lippfisch fressen Parasiten von größeren Fischen

Goldmaid und Kleinmäuliger Lippfisch fressen Parasiten von größeren Fischen

Artikel von Angelstunde in Fischarten

Die Goldmaid wechselt ihr farbiges Kleid und passt es der Umgebung an, sie säubert größere Fische von Parasiten und reinigt deren Wundränder

Goldmaid und Kleinmäuliger Lippfisch haben die Angewohnheit, Parasiten von der Haut größerer Fische abzufressen und deren Wundränder oder Infektionen zu reinigen. Der Gefleckte Lippfisch und die Meeräsche sind dabei bevorzugte Kunden, die sich während der Säuberung friedfertig verhalten. Auch der Mensch nutzt die Dienste von Goldmaid und Kleinmäuligem Lippfisch: In irischen und schottischen Lachsfarmen werden sie zur natürlichen Parasitenbekämpfung eingesetzt.

 

Goldmaid und Kleinmäuliger Lippfisch fressen Parasiten von größeren Fischen



Der Kleinmäulige Lippfisch

Auf dem Rücken ist er grünbraun bis rot, an den Flanken gelblich-braun, und die Bauchseite glänzt silbern. Jede Schuppe weist noch einen schwach blaugrünen Punkt auf, der sich bei den Milchnern in der Laichzeit kräftig violett färbt. Zudem besitzen Männchen und Rogner blaue aderähnliche Linien auf der Rückenflosse und an den Seiten von Kopf und Körper.

 

Der Kleinmäulige Lippfisch kommt im Atlantik von Südskandinavien über Großbritannien bis nach Portugal und Spanien vor. Sein Verbreitungsgebiet ist uneinheitlich; in der südlichen Nordsee fehlt er ganz. Er lebt unterhalb des Gezeitenbereiches in Tiefen zwischen 2 und 25 Meter, zwischen Felsbrocken und in Seegraswiesen von Buchten und Flussmündungen.

 

Goldmaid und Kleinmäuliger Lippfisch fressen Parasiten von größeren Fischen

Eine männliche Goldmaid zeigt ihre Laichfarben und den halbmondförmigen Fleck hinter dem Auge.

 

Die Goldmaid

Sie hat einen etwas hochrückigeren Körper, sehr dicke Lippen und gezackte Kanten an der Hinter- und Unterseite der Kiemendeckel. Ihre Färbung passt sich dem jeweiligen Lebensraum an (Felsen oder Algen). Die Milchner sind grün bis braun rot und haben leuchtend blaue Streifen am Kopf und auf den Kiemendeckeln. Die Rogner sind unscheinbarer, mit braunen oder bläulichen Streifen an Kopf und Kiemendeckeln.

 

Das Zentrum jeder Schuppe ist kräftiger gefärbt als ihre Ränder. Die Goldmaid besitzt einen schwarzen Fleck auf dem Schwanzstiel und einen halbmondförmigen dunklen Fleck am hinteren Augenrand.

 

Genau wie beim Kleinmäuligen Lippfisch verändert sich auch beim Männchen der Goldmaid die Färbung der Schuppen zur Laichzeit. Sie werden leuchtend grün oder blau, und die Flossen sind durchsetzt mit blauen Punkten. Die Goldmaid wird in felsigen oder Pflanzenreichen Küstengebieten bis 30 m Tiefe gefangen. Im Gegensatz zum Kleinmäuligen Lippfisch kommt sie auch in der südlichen Nordsee, im Skagerrak und Kattegat und sogar im westlichen Mittelmeer vor und ist in ihrem westlichen und südlichen Verbreitungsgebiet am häufigsten anzutreffen. Die Goldmaid ist zwar nicht ganz so neugierig wie andere Lippfische; trotzdem ist es Tauchern schon gelungen, sie mit der Hand zu füttern.

 


Goldmaid und Kleinmäuliger Lippfisch besitzen die für ihre Familie typischen starken, kegelförmigen Zähne. Sie können damit kleine hartschalige Tiere wie Muscheln von Algen und Felsen lösen. Der Kleinmäulige Lippfisch ist auf Nahrung geringerer Größe angewiesen und wird häufig in Reusen und Hummerkörben gefangen, weil in ihnen kleine Krebstierchen Unterschlupf suchen. Die Goldmaid dagegen bevorzugt fast ausschließlich Muscheln und Schnecken.

 

Beide Arten werden im 2. oder 3. Jahr geschlechtsreif und laichen während der Sommermonate. Die Männchen wählen eine Felsspalte und bauen darin aus Wasserpflanzen ein Nest von 25 bis 30 cm Durchmesser. Die Weibchen kommen nur zur Eiablage ans Nest. Die Männchen bleiben zur Bewachung des Nestes allein zurück und verteidigen es gegen Eindringlinge und Laichräuber. Zusätzlich erzeugen sie mit den Flossen einen ständigen Wasserstrom durchs Nest, um die Eier mit Sauerstoff zu versorgen. Je nach Wassertemperatur schlüpfen die jungen Fischlarven nach drei bis zwölf Tagen.

 

Goldmaid und Kleinmäuliger Lippfisch fressen Parasiten von größeren Fischen

Kleinmäulige Lippfische

Eine Schule Kleinmäuliger Lippfische in ihrem felsigen, algenbewachsenen Lebensraum. Man beachte die rotrückigen Weibchen mit gelben Flanken und silbernem Bauch. Die Männchen tragen ihr blaugrünes Laichkleid.

 

 

 

 

 

 


Lippfisch-Rekorde

 

Kleinmäuliger Lippfisch

Der Mini-Rekord wird seit 1980 von J. Sanson mit 77 g gehalten. Fangort: Portland Bill, Dorset.

 

Goldmaid

Dieser Rekord von T.R. Woodman besteht seit 1974. Seine Goldmaid wog 318 g; ebenfalls vor Portland Bill gefangen.

 

Vorkommen

Beide Arten entlang der Küsten Großbritannien und Südwest-Skandinaviens; Goldmaid auch an unseren Küsten bis ins Kattegat; Kleinmäuliger Lippfisch bei uns sehr selten.

 

Raffinierte Eindringlinge

Der Milchner lockt reife (Eier tragende) Rogner zu seinem Nest zum Laichen. Gleichzeitig verteidigt er es heftig gegen andere Männchen. Während der Laichzeit gibt es junge Männchen, die weibliche Merkmale tragen. Wahrscheinlich haben sie kein eigenes Nest und wollen so die Nestbewacher täuschen. Häufig gelingt dies; der als Rogner getarnte Milchner dringt in das Nest ein und befruchtet die dort vorhandenen Eier.

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