Glatthai, der Nördliche und Südliche, Unterscheidungsmerkmale, Vorkommen

Glatthai, der Nördliche und Südliche, Unterscheidungsmerkmale, Vorkommen

Artikel von Angelstunde in Fischarten

Der Nördliche und der Südliche Glatthai sind typische Kleinhaie, die aber immer noch Größen bis zu zwei Meter erreichen können

Mit ihren langen, schlanken, stromlinienförmigen Körpern und den breiten, rechtwinklig abstehenden Brustflossen sind der Nördliche und der Südliche Glatthai typische Kleinhaie, die aber immer noch Größen bis zu zwei Meter erreichen können. Glatthaie werden zur Familie der Blauhaie gerechnet, mit denen sie viele Gemeinsamkeiten haben. In europäischen Gewässern kommen von den 30 Arten nur zwei vor:

 

Glatthai, der Nördliche und Südliche, Unterscheidungsmerkmale, Vorkommen



Der Nördliche und der etwas kleinere Südliche Glatthai.

Man kann die Glatthaie von allen anderen Haifischarten an ihren Zähnen unterscheiden. Das Markenzeichen der meisten Haie sind lange, scharfe, meist dreieckig geformte Zähne mit sägeartigen Rändern oder lange, dünne und dolchartige Zähne – Glatthaie jedoch haben flache, runde Zähne in bei den Kieferhälften zum Zermalmen von Schnecken, Muscheln und Krebsen. Man bezeichnet sie auch als „rochen-zahnige“ Haie: Ihre Kiefer ähneln in der Tat dem abgeflachten „Zahnteppich“ des Rochens.

Glatthai, der Nördliche und Südliche, Unterscheidungsmerkmale, Vorkommen

 

Abgesehen von ihren Zähnen besitzen Nördliche und Südliche Glatthaie alle anderen üblichen Merkmale eines Haifischs: einen langen, schlanken, stromlinienförmigen Körper, eine eingekerbte, asymmetrische Schwanzflosse, zwei große Rückenflossen, eine Afterflosse und breite Brustflossen, die steif vom Körper abstehen. An jeder Körperseite finden sich fünf Kiemenöffnungen über dem Brustflossenansatz und ein auffälliges Atemloch, das direkt hinter den Augen liegt.

 


Beide Glatthaiarten haben einen gräulich gefärbten Rücken und einen cremefarbenen Bauch. Der Südliche Glatthai, auch Grundhai genannt, ist jedoch mit kleinen weißen, sternähnlichen Punkten übersät, die kleiner sind als die Pupille des Auges. Der Nördliche Glatthai hat diese weißen Flecken nicht.

 

Glatthai, der Nördliche und Südliche, Unterscheidungsmerkmale, Vorkommen Dieser schöne Nördliche Glatthai wog 9 kg. Über seine Lebensweise ist nicht viel bekannt – wie der Südliche Glatthai wandert er wahrscheinlich im Sommer ins flachere Wasser und Richtung Norden. Er ist auch vor HeIgoland anzutreffen.

 

 

 

 

 

 


Unterscheidungsmerkmale

Obwohl die beiden Haifischarten einander so ähnlich sehen, daß man sie nur schwer auseinanderhalten kann, unterscheiden sich ihre Laich- und Brutgewohnheiten erheblich. Beide Glatthaie gehören zu den echt lebendgebärenden Haien.

 

Der Südliche Glatthai ist ovovivipar, d. h., die Jungen entwickeln sich innerhalb des Mutterleibs im Ei und ernähren sich nur vom Eidotter. Es werden bis zu 28 Junge gleichzeitig ausgetragen, die jeweils etwa 30 cm lang sind.

 

Der Nördliche Glatthai ist dagegen vivipar:

Die Jungen entwickeln sich im Mutterleib, bekommen aber in der späteren Entwicklungsphase ihre Nahrung direkt von der Mutter. Die Dottersäcke der Eier treten mit der Gebärmutterwand der Mutter in Verbindung und bilden eine „falsche“ Plazenta. Dieses Phänomen ist bei Fischen nur sehr selten zu beobachten.

 

Der Nördliche Glatthai bringt bis zu 15 Junge zur Welt, die ebenfalls 30 cm lang sind. Die Jungfische beider Arten werden im Sommer geboren. Beide Glatthaiarten fressen fast ausschließlich Schalentiere. Mit ihren abgeflachten Zähnen sind sie bestens ausgestattet, um hartschalige Tiere zu verspeisen.

 

Große Südliche Glatthaie werden auch mit Einsiedlerkrebsen in großer Anzahl fertig und machen sich nicht einmal die Mühe, sie aus ihrer Wellhornschale zu holen, sondern fressen sie ganz und gar. Beide Haiarten ruhen meist bei Tag und gehen in der Nacht auf Nahrungssuche, wobei sie dicht über dem Grund schwimmen. Beide Arten sind für den Menschen völlig ungefährlich.

 

Glatthai, der Nördliche und Südliche, Unterscheidungsmerkmale, Vorkommen Kein kapitaler Südlicher Glatthai, aber die kleinen sternartigen Tupfen kann man deutlich erkennen. Der Südliche Glatthai kommt wesentlich häufiger vor als der Nördliche. Er ist ein Küstenbewohner, den man über sandigem oder kiesigem Meeresgrund in bis zu 70 m Tiefe antrifft.

 

 

 

 

 

 


Glatthai-Rekorde

 

Südlicher Glatthai

  • Vom Boot: Ein Fisch von 2,7 kg, gefangen 1969 von A. T. Chilvers vor Heacham, Norfolk.
  • Vom Ufer: Ein Fisch von 7,937 kg, gefangen 1988 von G. A. Hazell bei Sowley

 

Nördlicher Glatthai

  • Vom Boot: Ein Fisch von 2,7 kg, gefangen 1980 von R. Grady vor Maplin Sands, Essex.
  • Vom Ufer: Ein Fisch von 10,488 kg, gefangen 1972 von D. Carpenter bei Bradwell on-Sea, Essex.

 

Vorkommen

Der Südliche Glatthai kommt in britischen Küstenbereichen und geschützten, sandigen Flußmündungen, im gemäßigt warmen Ostatlantik sowie im Mittelmeer vor.

 

Der Nördliche Glatthai ist im Ostatlantik vertreten, von den Kanarischen Inseln entlang den europäischen Küsten bis Helgoland.

 

Feiner Unterschied im rauen Detail

An den Hautzähnen kann man beide Arten auseinanderhalten, aber die Unterschiede sind sehr fein. Die schildförmigen Hautzähne liegen eng beieinander. Beim Südlichen Glatthai ist jeder Hautzahn fasf so breit wie lang, beim Nördlichen sind sie fast zweimal so lang wie breit. Hautzähne ragen aus der Haut heraus, bestehen aus Zahnbein und sind von Zahnschmelz überzogen. Deshalb fühlt sich die Hai-Haut wie Sandpapier an.

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