Weißfische, Forellen, Aale und Welse lohnen einen Angelausflug zum Fluss Lahn

Weißfische, Forellen, Aale und Welse lohnen einen Angelausflug zum Fluss Lahn

Artikel von Angelstunde in Angeln im Fokus

Zahlreiche Wehre mit ruhigen Abschnitten, aber auch munter dahinströmende Strecken prägen den Fluss Lahn, er ist rund 240 Kilometer lang

Der Fluss Lahn, ein rechter Nebenfluss von Vater Rhein, kommt vom Rothaargebirge und ist rund 240 Kilometer lang. Ab Gießen ist der Flusslauf teilweise kanalisiert. Anglerisch besonders interessant ist der Abschnitt zwischen Wetzlar und Limburg.

 

Weißfische, Forellen, Aale und Welse lohnen einen Angelausflug zum Fluss Lahn



Der Fluss Lahn

Gastangler haben an der Lahn eine Reihe von Beschränkungen zu beachten. So ist ihnen das Spinnfischen untersagt. Außerdem darf nur mit einer Rute gefischt werden, und der Fang von Hechten ist verboten. Doch trotz der Auflagen lohnt sich ein Angelausflug unbedingt. Die Stadt Weilburg bildet aus dem Blickwinkel des Hobbyanglers den Mittelpunkt dieses Lahnabschnitts. Hier ist der Fischerverein Oberlahn beheimatet. Er betreut 42 Fluss Kilometer und gibt über verschiedene Ausgabestellen Erlaubnisscheine aus.

 

Weißfische, Forellen, Aale und Welse lohnen einen Angelausflug zum Fluss Lahn

Zwar ist der Sommer am Fluss Lahn die beste Zeit, doch auch in den kühleren Monaten ist eine ausgezeichnete Angelei möglich. Hier, bei Ahausen, fließt sie gemächlich dahin.

 

Gute Angelstellen

Konkrete Empfehlungen für herausragende Angelstellen am Fluss Lahn gibt es eigentlich nicht. Dennoch fallen die Namen einiger Ortschaften immer wieder dann, wenn sich das Gespräch um kapitale Fänge dreht.

 

Weilburg selbst lockt in erster Linie Friedfisch- und Stippangler an, die vor der historischen Stadtkulisse ebenso idyllische wie fangträchtige Angelplätze vorfinden. Rotaugen, Güstern, Brassen und Nasen gehören hier zu den regelmäßig erbeuteten Fischen. Seltener, aber nach gezieltem Anfüttern durchaus fang bar, sind Karpfen und Schleien. Fast überflüssig zu erwähnen, dass auch der Aal bei Weilburg wie an fast allen Lahnabschnitten heimisch ist.

 

Gewässertipp Hessen

Die Lahn hat nicht nur dem Angler viel zu bieten. Sie durchfließt eine Landschaft voller Sehenswürdigkeiten.

 

Lahnabschnitt bei Stockhausen

Der erste wichtige Angelort der Weilburger Strecke ist der mit mehreren Buhnen gesäumte Lahnabschnitt bei Stockhausen. Von den Buhnen erreicht man mit mittellangen Ruten problemlos die Flussmitte und damit die Standplätze großer Barben und Brassen. Auch Karpfen halten sich hier gern auf, sind aber angesichts der teilweise recht starken Strömung schwer zu fangen. Als sicherste Methode gilt, den Köder – die Palette reicht von Mais über Kartoffel, Teig und Maden bis hin zu Goudakäse (Barben) – mit einer Bodenblei-Montage in der Flussmitte oder an der Stromkante anzubieten.

 

An der Eisenbahnbrücke

„Lahn-Neulinge sollten ihr Glück als erstes an der Eisenbahnbrücke versuchen“, lautet eine Empfehlung, die ortsansässige Angler einem Gastfischer gern mit auf dem Weg geben. Mit der angesprochenen Grundmontage – empfehlenswert ist ein Tiroler Hölzl – oder einer nicht zu kleinen Strompose wird hier keiner als Schneider nach Hause gehen. Das Blei sollte möglichst nah am Haken sein, etwa kurz vor dem Vorfach, damit der Köder rasch auf Tiefe kommt. Bewährt hat es sich, den Köder leicht über den Grund schleifen zu lassen.

 

 

Diese Methode eignet sich für fast alle in der Lahn beheimateten Fischarten, auch Aal und Zander. Als Köder gilt hierbei ein fingerlanger Fischfetzen als unschlagbar. Wer es eher auf die nicht in großen Stückzahlen, aber dennoch regelmäßig anzutreffenden Forellen abgesehen hat, bietet den Köder 10 bis 20 Zentimeter über Grund an.

 

Forellen fangen

Eine gute Stelle für Forellen befindet sich bei Tiefenbach. In der Nähe der Kläranlage mündet ein kleiner Bach in die Lahn. Und da das Wasser ziemlich flach ist, kann man sich mit einer Wathose etliche Meter Richtung Flussmitte vortasten. Entweder versucht man dann, den Forellen mit einer Posen Montage beizukommen, oder man probiert es mit der Flug Angel.

 

Trockenfliegen werden von den Bach- und Regenbogenforellen nur zu ganz bestimmten Zeiten akzeptiert, aber eine per Nass Schnur angebotene Nymphe oder ein dunkler Streamer werden oft geschluckt. Neben den edlen Forellen, die übrigens Gewichte bis zu fünf Pfund erreichen, erbeuten Fliegenfischer auch große Döbel.

 

 

Flugangeln

Flugangler tun gut daran, den Bereich der Wehre aufzusuchen. Hier herrscht eine mäßige Strömung, und der Flussgrund erlaubt ein weitgehend hindernis- und schlammfreies Waten. Eine dieser sehr guten Stellen befindet sich am Stauwehr zwischen Kirschhofen und Odersbach südlich von Weilburg. Auch Ansitzanglern sei dieser Abschnitt empfohlen. Denn mit einer Posen Montage und Maden oder einem Tau Wurm als Köder lassen sich die Forellen mindestens ebenso gut überlisten wie mit der Flug Angel.

 

Und: Oberhalb des Wehres befindet sich ein guter Angelplatz für den Ansitz auf Aal. Fast identische Verhältnisse findet man am Fürthfurther Wehr. „Wer hier regelmäßig mit Tauwurm oder Fischfetzen angelt“, berichtet ein einheimischer Grundangler, der oberhalb des Wehres seinen Stammplatz hat, „wird früher oder später einen dicken Aal landen.“ Und eine konkrete Geräteempfehlung gibt er dem Gastangler auch gleich mit auf den Weg: „Vier Meter lange Rute mit Spitzenaktion und 20er bis 25er Hauptschnur.“

 

Unterhalb des Wehres

Der Bereich unterhalb des Wehres bietet dazu einen krassen Kontrast. Hier herrschen wahre Wildwasserbedingungen; kräftiges Gerät und eine tragfähige Pose sind unabdingbar, um in der starken Strömung eine Forelle zu erbeuten. Ein Stück weiter stromab folgt noch eine weitere Staustufe. Auch dahinter herrscht eine kräftige Strömung, in der aber gute Aussichten bestehen, Forellen oder Zander zu fangen.

 

Die nächste nennenswerte Station Richtung Rheinmündung ist Villmar, und auch hier bietet sich dem Angler das vertraute Bild: Stauwehr, davor ruhiges, träge fließendes Wasser, und unterhalb starke, nach Regenfällen sogar reißende Strömung. Von der Spitze des Schleusenkanals bestehen gute Aussichten, Friedfische zu fangen. Besonders beliebt aber ist der aufgewühlte Teil unterhalb des Wehres. Hier finden sich die Flugangler ein, für die es zwar mühsam ist, Forellen oder Döbel an den Haken zu bekommen, doch ein Drill in der Strömung an einer Fliegenrute ist ein unvergessliches Erlebnis.

 

Der kanalisierte Teil

Nur wenige Kilometer weiter wurde die bis hierhin so kontrastreiche Lahn in geordnete Bahnen gezwängt und strebt ab Steeden kanalisiert weiter. Doch vorher gibt es für Angler noch einen Höhepunkt: Runkel. Denn hier zeigt
sich die Lahn von ihrer romantischsten Seite, bahnt sich ihren Weg vorbei an der malerischen Stadtkulisse und bietet interessante Fischwaid. Ab hier kommt auch eine weitere Fischart zu den in der Lahn vertretenen Arten hinzu: der Wels. Zwar stammen regelmäßige Fangmeldungen meist von weiter stromab, aus der Gegend um Limburg, doch auf Wels versierte Angler sollten ruhig versuchen, dem urigen Grundräuber nachzustellen. Gängige Köder sind der Fischfetzen oder ein Bündel Tauwürmer an einem großen Einzelhaken, Größe 1/0 und größer.

 

Weißfische, Forellen, Aale und Welse lohnen einen Angelausflug zum Fluss LahnLandschaftlich zauberhafte Abschnitte

Der Angler im Einklang mit der Natur, in Harmonie mit Sonne und Wasser. Die Lahn weist landschaftlich zauberhafte Abschnitte auf.

 

 

 

 

 

 


Methoden am Wehr

Für das Fischen unterhalb des Wehres noch einiges Grundsätzliche zum geeigneten Gerät, zu Ausrüstung und Köder. Die durchschnittliche Breite am Fluss Lahn im besprochenen Abschnitt variiert zwischen 20 und 60 Meter; die Ufer sind
unterschiedlich beschaffen – mal seicht und relativ gut zugänglich, mal steil und stark bewachsen.

 

Auf jeden Fall gehört deshalb ein langer Unterfangkescher zur Ausrüstung. Die Rutenlänge sollte zwischen 3,50 und 4,50 Meter Länge liegen. Stippfischer sind mit einer Kopf Rute um fünf Meter gut beraten. 20er Hauptschnur und 15er Vorfach sind eine Universallösung, mit der man auf fast alle Lahnfischarten angeln kann. Der gezielte Ansitz auf Wels erfordert natürlich eine entsprechend kräftige Geräteabstimmung.

 

Mit der Fliegenrute

Wer’s mit der Fliegenrute versuchen möchte, benötigt eine leichte Ausrüstung mit einer 6er Nass Schnur. Mit welcher Methode Sie auch an der Lahn fischen wollen, nehmen Sie auf jeden Fall reichlich Ersatzhaken, Vorfachmaterial, Wirbel, Posen und Schrotbleie mit. Denn Hänger sind aufgrund der vielen Seerosenfelder, Gesteinsbrocken auf dem Flussgrund und Fadenalgen nicht eben selten.

 

Zu den Ködern: Maden dürfen auf keinen Fall im Gepäck fehlen. Ebenso universell einsetzbar ist der Tauwurm, der aber bei hohem Wasserstand offenbar an Attraktivität einbüßt. Last not least seien noch die Mistwürmer erwähnt. „Will auf Maden oder Tauwurm absolut nichts beißen“, erzählt der Aalangler vom Fürthfurther Wehr, „wirken die stinkenden Roten manchmal Wunder.“

 

Informationen zum Fluss Lahn

 

Beschränkungen

 

Für Gastangler ist das Spinnfischen und das Angeln mit Köderfischen verboten.

 

Hechte dürfen von Gastanglern nicht entnommen werden.

 

Pro Angler ist nur eine Rute zugelassen.

 

Fischfetzen dürfen bis zu einer Länge von fünf Zentimetern verwendet werden.

 

Die Fische

Forelle, Aal, Karpfen, Wels, Schleie, Zander, Döbel, Nase, Weißfische, Barbe

 

Die beste Zeit

Ganzjährig, besonders aber im Sommer

 

Mindestmaße

Karpfen 35 cm, Schleie 30 cm, Forelle 25 cm

 

Schonzeiten

Forelle: 15. Oktober bis 15. März, Zander: 1. April bis 31. Mai

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