Fliegenfischen in schottischen Lochs ist etwas Besonderes

Fliegenfischen in schottischen Lochs ist etwas Besonderes

Artikel von Angelstunde in Gewässerkunde

Das Fliegenfischen in schottischen Lochs ist etwas ganz Besonderes, der Angler läßt sich mit dem Boot treiben und führt kurze Würfe aus

Fliegenfischen in schottischen Lochs mit herkömmlichen Nass Fliegen nach schottischer Art ist eine Methode für die Sommermonate, wenn sich das Wasser erwärmt hat und die Forellen im Oberflächenfilm nach schlüpfenden Insekten und nach Landinsekten suchen, die der Wind aufs Wasser geweht hat.

 

Fliegenfischen in schottischen Lochs ist etwas Besonderes



Die Ausrüstung für das Fliegenfischen in schottischen Lochs

Der große Vorteil des Fischens in Loch-Manier: Der Angler bleibt ständig in Bewegung und kann weite, unbefischte Bereiche des Lochs oder der Talsperre abdecken. Dafür benötigt er eine entsprechende Ausrüstung.

 

Fliegenfischen in schottischen Lochs ist etwas Besonderes

Zwei Angler fischen nach schottischer Art auf Bachforellen, allein mit sich, den mächtigen Bergen und dem kalten Septemberwind. Sie lassen das Boot langsam über den See treiben.

 

Die Ruten für das Fliegenfischen in schottischen Lochs

Mit einer langen Rute (10-11 ft/3-3,4 m) kann man die Fliegen beim Einholen besser führen als mit einer kurzen Rute. Mit einer langen Rute lassen sich auch die energischen Fluchten von Regenbogenforellen besser kontrollieren. Da man nicht sehr weit auswerfen muss, empfiehlt sich eine weiche Rute mit einer durchgehenden Aktion. Auch sollte man sich für eine leichte Rute entscheiden, damit man den Wurfarm schont.

 

Die Schnur:

Am besten eignet sich eine WF-6-Schnur, denn schwerere Schnüre landen mit lautem Klatschen auf der Wasseroberfläche. Der Lärm verjagt Fische in ruhigen Wasserzonen und nahe der Oberfläche. In Schottland nimmt man zum traditionellen Loch-Fischen eine schwimmende Schnur und ein langes Vorfach mit drei Nass Fliegen (oder Nymphen). Gelegentlich kommen auch sinkende Schnüre zum Einsatz.

 

Wenn sich die Forellen jedoch nicht an der Oberfläche blicken lassen, versucht man es mit einer langsam sinkenden Schnur, um so mehrere Fuß unter dem Oberflächenfilm die Fliegen anzubieten.

 

Vorfach und Fliegen:

Besonders nützlich sind Nylonvorfächer aus Monofilen, die extra stark und durchsichtig sind, also hohe Tragkraft bei kleinem Durchmesser bieten. Wenn das Vorfach richtig zusammengestellt ist, gibt es weniger Schnurverwicklungen. Die Schnurlänge zwischen Fliegenschnur und Springerfliege (der ersten Fliege) sollte 1,8 – 3 m betragen, wobei eine Monofil Schnur von 4,5 kg Tragkraft (etwa 0,25 mm) zum Einsatz kommt. Je weiter die Fliegen von der Fliegenschnur entfernt sind, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass die Forelle vor der Schnur erschrickt.

 


Zwischen Springerfliege und Mittelfliege setzt man ein Schnurstück von 1,2 m Länge und 3,2 kg Tragkraft (etwa 0,20 mm) ein. Die Mittelfliege wird mit der Endfliege durch ein 1,2 m langes Stück Monofil Schnur von 2,7 kg Tragkraft (etwa 0,18 mm) verbunden. Die einzelnen Schnurstücke weisen immer eine geringere Tragkraft als das zuletzt angeknüpfte Schnurstück auf, damit sich die Wurfbewegung besser auf das gesamte Vorfach überträgt.

 

Die Schnurabschnitte und die kurzen Seitenarme aus Monofil Schnur zum Anknüpfen der Springer- und Mittelfliege werden durch bewährte Knoten wie Double-Grinner-Knoten (Bild) oder Chirurgenknoten miteinander verknüpft. Bei Seitenarmen von 10 cm Länge gibt es etwas weniger Verwicklungen. Will man sie weitgehend vermeiden, sollte man eine schwerere und auch größere Fliege an der Vorfachspitze verwenden. Durch das zusätzliche Gewicht legt sich das Vorfach besser aufs Wasser, und das Fliegentrio bleibt getrennt.

 

Ist es windig, tanzen die Fliegen bei hohem Wellengang auf und ab, und die Forellen sehen sie unter Umständen nicht. Dann sollten Sie eine schwerere Fliege an der Spitze verwenden, beispielsweise ein bebleites Fliegenmuster.

 

Fliegenfischen in schottischen Lochs ist etwas Besonderes

Double-Grinner:

Dies ist ein starker Knoten zur Herstellung von Seitenarmen. Das zur Fliege weisende Ende muss etwa 10 cm lang sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Einholen

Der wichtigste Aspekt des Fischens nach Schotten-Art besteht darin, der Springerfliege Leben einzuhauchen: Sie soll ein Insekt nachahmen, das verzweifelt versucht, dem oberflächenfilm zu entkommen. Empfehlenswert sind buschige Fliegen, die man an der Wasseroberfläche zum Boot zurückführt. Während man die Schnur einholt, hebt man die Rute aus der Waagerechten allmählich in die Senkrechte.

 

Forellen sehen sehr gut und legen weite Strecken zurück, um eine gut geführte Springerfliege abzufangen. Manchmal werden sie durch die Bewegung der Springerfliege angezogen, nehmen aber dann eine der anderen Fliegen – meist die Fliege an der Spitze, die tiefer im Wasser liegt und ihnen zuerst vors Maul kommt. Wenn beim Einholen die Fliegen das Boot erreicht haben, wartet man fünf Sekunden, bevor man wieder auswirft. Es kann nämlich sein, dass der Fliegenkombination doch eine Forelle gefolgt ist, wenn auch für den Angler unsichtbar. Unwillige Forellen lassen sich gelegentlich umstimmen, wenn man die Einholgeschwindigkeit verändert. Denn manchmal jagen sie nur schnell eingeholte Fliegen, manchmal nur langsam eingeholte. Forellen ändern ihr Verhalten von Tag zu Tag und von Stunde zu Stunde.

 

Fischen auf schottische Art

Fliegenfischen in schottischen Lochs ist etwas Besonderes

Diese Methode ist in den Sommermonaten vielversprechend, wenn die Forellen an der Oberfläche schlüpfende Insekten oder Fischbrut fressen.

Dabei werden eine buschige Springerfliege und zwei Naßfliegen 5-10 m weit ausgeworfen und die Springerfliege über die Wasseroberfläche geführt.

 

Fliegenfischen in schottischen Lochs, verräterische Anzeichen

Die schottische Methode lässt sich erfolgreich an grauen, verhangenen Tagen und während der Dämmerung anwenden. Im Zwielicht sind Forellen weniger misstrauisch und kommen häufiger an die Wasseroberfläche.

 

Beim Driften mit dem Boot muss man ständig nach steigenden Forellen Ausschau halten. Nicht immer verraten sie sich durch einen Wirbel an der Oberfläche. Sie können so sanft aufsteigen, dass die Oberfläche nur ganz leicht gestört wird. Auf jeden Fall sollte der Angler die Fliege an dieser verdächtigen Stelle auswerfen.

 

War der Wurf erfolgreich und hat der eine Angler im Boot einen Fisch gehakt, sollte der andere weiterfischen und die Wasseroberfläche sehr genau nach Anzeichen für Fresstätigkeit absuchen. Denn wo eine Regenbogenforelle ist, tauchen oft noch weitere auf. Es ist immer wieder erstaunlich zu beobachten, wie aus träge fressenden Forellen an der Oberfläche plötzlich äußerst aggressive Raubfische werden, sobald eine Kombination aus Kunstfliegen vor ihren Nasen vorbeigezogen wird.

 

Fliegenfischen in schottischen Lochs ist etwas Besonderes

Starker Wind behindert das Auswerfen, doch er sorgt auch für Wellen: Die Lichtstrahlen werden gebrochen und dringen nicht so tief ins Wasser ein. Die schlechten Sichtverhältnisse locken die Forellen an die Oberfläche.

 

Driftgeschwindigkeit

Weht ein stärkerer Wind über das Loch oder den Stausee, treibt das Boot recht schnell ab. Um die Driftgeschwindigkeit zu verlangsamen, wirft man einen Treibanker aus. Er sieht wie ein kleiner Fallschirm aus und wölbt sich im Wasser entsprechend auf. Dadurch erhöht er den Widerstand und bremst das Boot ab.

 

Durch Hindernisse am Ufer, etwa durch eine Baumgruppe oder ein Gebäude, kann der Wind abgeblockt oder geteilt werden, wodurch sich ruhige Bahnen auf der Wasseroberfläche bilden. Dort sammeln sich ertrunkene oder an der Oberfläche festhaftende Fliegen schnell an. Manche Insekten haben bei ruhigem Wasser Schwierigkeiten, der Haftung der Oberflächenspannung zu entkommen. Die Forellen zögern natürlich nicht lange und nutzen das reiche Nahrungsangebot aus.

 

Traditionelle Naßfliegen zum Fliegenfischen in schottischen Lochs

Fliegenfischen in schottischen Lochs ist etwas Besonderes

Obere Reihe (von links): Invicta, Bloody Butcher, Black Pennell, Coachman. Untere Reihe: Mallard and Claret,Teal and Silver, Silver March Brown.

Bei ruhigem Wasser sehen die Forellen die Fliegen deutlich, daher muss man imitierende Muster wie Nymphen oder Naßfliegen wie Invicta oder Black Pennell verwenden; bei starkem Wellengang gut sichtbare große Fliegen nehmen.

 

Im Windschatten

An schönen Tagen kann man beobachten, wie sich die Forellen gegen den Wind durch diese ruhigen Gassen vorarbeiten, und man kann dann mit schönen Fängen rechnen.

 

Allerdings bleiben den Forellen in diesen ruhigen Wasserbereichen Fliegenschnur und Vorfach kaum verborgen. Deshalb empfiehlt es sich, am Rand der im Windschatten liegenden Zonen anzuwerfen und das Vorfach und die Fliegen im gekräuselten Wasser zu platzieren, wo sie weniger auffallen.

 

Das Fischen nach schottischer Art ist wahrscheinlich die anspruchsvollste des Forellenfischens überhaupt. Aber häufiges Werfen, wirkungsvolle Führung der Fliegen und ständige Wachsamkeit werden auch reichlich belohnt.

 

Fliegenfischen in schottischen Lochs ist etwas Besonderes

Eine Regenbogenforelle schüttelt sich an der Wasseroberfläche und will sich nicht geschlagen geben. Der Unterfangkescher liegt griffbereit im Boot, wie es sich gehört.

 

Fliegenfischen in schottischen Lochs Für Profis

Beim Fliegenfischen immer Schutzbrille tragen!

 

An windigen Tagen besser zwei statt drei Fliegen verwenden, dann bekommt man weniger Verwicklungen.

 

An großen Talsperren oder Lochs nach Mauerseglern und Schwalben Ausschau halten, die Jagd auf schlüpfende Insekten machen. Häufig ist ein Schwarm Regenbogenforellen nicht weit entfernt.

 

Fliegenfischen in schottischen Lochs ist etwas Besonderes

Bachforellen wie dieses Pärchen – gefangen mit Nass Fliegen an einem schottischen Loch – stehen bei vielen Salmoniden Anglern ganz oben auf der Wunschliste. Die silberfarbenen, mit Granulat gemästeten Teichforellen kann man mit diesen schlanken, sehr scheuen und wilden Forellen nicht vergleichen.

 

Sonniger Typ

Bei Sonne nimmt man Fliegen mit silber- oder goldfarbenen Körpern (Bloody Butcher, Silver Invicta oder Teal and Silver). Diese Fliegen locken Forellen eher an die Oberfläche als Muster mit dunklen Körpern.

 

Driften

Forellen verteilen sich nicht gleichmäßig in einem großen, stehenden Gewässer; deshalb muss man sich ständig bewegen, um sie aufzuspüren. Wenn man einen Forellenplatz gefunden hat, lässt man das Boot immer wieder über die Stelle hinwegtreiben, bis die Forellen misstrauisch werden und ins tiefere Wasser fliehen. Will man zum Ausgangspunkt zurück, sollte man einen großen Bogen um den Angelbereich machen, um die Fische an der Oberfläche nicht zu verjagen.