Fischmaul Stellung, was Maulformen über den Fisch verraten ?

Fischmaul Stellung, was Maulformen über den Fisch verraten ?

Artikel von Angelstunde in Angelbasiswissen

Wer sich das Fischmaul näher ansieht, kann an der Form feststellen, wo ein Fisch seine Nahrung sucht, so kann der Angler den Köder richtig platzieren

Ein Blick auf das Fischmaul genügt oft schon, um einiges über die Freß – und Lebensgewohnheiten eines Fisches aussagen zu können. Der Winkel, in dem der Mund zum Kopf steht. Das Vorhandensein von Barteln an den Lippen, Form und Anzahl der Zähne. Ja selbst die Größe des Mauls gibt Aufschluss über die Freßgewohnheiten und die bevorzugte Nahrung des Fisches. All dies liefert dem Angler die nötigen Hinweise, damit er seinen Köder erfolgreich an den Fisch bringen kann.

 

Fischmaul Stellung, was Maulformen über den Fisch verraten ?



Obwohl der Karpfen mit seinen dicht an den Lippen sitzenden, empfindlichen Barteln für die Futtersuche am Grund gut ausgestattet ist, kann er mit seinem vorstülpbaren Maul auch Oberflächennahrung leicht einsaugen. Der Karpfen ist in der Tat so etwas wie ein Allround-Fisch. Dies zeigt sich auch an den vielen unterschiedlichen Karpfenködern, die von Anglern als fängig angesehen werden.

 

Oberfläche oder Boden

Der Körperbau beschränkt die Fische bei ihrer Futtersuche nicht so stark, wie man vielleicht aufgrund der sehr unterschiedlichen Formen annehmen möchte. Die meisten Fische können sich auf verschiedene Ernährungsweisen einstellen, falls einmal die bevorzugte Nahrung knapp wird oder ganz ausbleibt.

 

Mehrzweckmäuler: Karpfen fressen überwiegend am Grund – das Karpfenmaul ist der Nahrungssuche bestens angepasst. Mit seinen beiden Bartel Paaren und den vorstülpbaren Kiefern sucht der Karpfen nach Nahrung und saugt sie dann ein. Als Angler weiß man, dass Karpfen auch im mittleren Wasser den Köder nehmen und sogar an die Oberfläche kommen, um nach Brot und anderen Treibködern zu schnappen.

 

Das Rotauge frisst am Grund und im mittleren Wasser und ist ebenfalls anpassungsfähig. Seine Nahrung besteht aus kleinen, freischwimmenden Krebstierchen; manchmal nimmt das Rotauge Futter auch an der Wasseroberfläche auf. Anders als der Karpfen kann es sein Maul mit der engen, leicht schräg nach oben gerichteten Maulspalte (endspaltiges Fischmaul) nicht vorstülpen, auch hat es keine Barteln.

 


Kopf runter – Schwanz hoch:

Der Brassen ist schon stärker auf die Nahrungssuche am Fluss – oder Seegrund spezialisiert, kann jedoch auch im mittleren Wasser nach Futter suchen. Sein Maul lässt sich wie eine dicke Röhre ausfahren, um Zuckmücken Larven, Schnecken und Muscheln aus dem Schlamm aufzusaugen. Auf diese Weise arbeiten sich Brassen Schwärme am Grund entlang, wobei die Köpfe unten bleiben und die Schwänze im flachen Wasser unter der Oberfläche spielen. Selbst die Körperform mit der langen, gut ausgebildeten Afterflosse und der Schwanzflosse mit der etwas längeren unteren Hälfte unterstützt diese Freßstellung: Mit normalen Schwimm Bewegungen wird der Kopf zum Grund gedrückt.

 

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Wie die meisten Süßwasserfische ist auch der Brassen ein Grundfisch: Er hält den Kopf nach unten und den Schwanz nach oben. Sein Fischmaul formt er zu einer Art Röhre – das perfekte Werkzeug, um Zuckmücken Larven, Schnecken und Muscheln mühelos aus dem Schlamm zu saugen.

 

Die Schleie frisst ebenfalls fast ausschließlich am Grund. Ihre Oberlippe ist länger als die Unterlippe und ermöglicht ihr das Gründeln nach Zuckmücken und anderen Insektenlarven.

 

Oberflächenfresser: Fische, die überwiegend an der Oberfläche nach Nahrung suchen, sind selten. Der Laube hat ein stark oberständiges Maul mit ganz vorne sitzenden Lippen – ein großer Vorteil bei der Aufnahme von Krebstierchen und Insekten an der Oberfläche.

 

Die Rotfeder besitzt ein leicht oberständiges Maul mit vorstehender Unterlippe, was ihr das Einsaugen treibender Insekten ermöglicht.

 

Der Hasel frisst zwar an der Oberfläche, doch sein Fischmaul befindet sich an der äußersten Körperspitze. Er jagt Insekten an der Oberfläche mit gehobenem Kopf und tiefliegendem Schwanz – dabei verbraucht er vermutlich mehr Energie als Laube oder Rotfeder mit oberständigem Maul. Dafür kann er auch im mittleren Wasser und am Grund nach Nahrung suchen.

 

Fischmaul Stellung, was Maulformen über den Fisch verraten ?Welcher ist es?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Barteln: Mit diesen hochempfindlichen Organen sucht der Fisch seine Nahrung am Grund. Sie befinden sich zusammen mit dem Maul an der Kopfunterseite. Gründling (zwei Barteln) und Barbe (vier Barteln) sind leicht als Grundfische zu bestimmen.

 

Große Barben haben dicke, fleischige Lippen, die dicht besetzt sind mit Geschmackszellen. Mit ihnen untersucht der Barbe Nahrung (oder AngelköderFischmaul), bevor er sich entscheidet, den Happen ins Maul zu nehmen.

 

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Barbe

Die Barbe hat ein ausgesprochen stark unterständiges Fischmaul. Dies und die langen Barteln zu beiden Seiten der gummiartigen Lippen sind eindeutige Zeichen: Es kann sich nur um einen hochspezialisierten Grundfisch handeln.

 

 

 


Tote Beute: Auch der Wels besitzt Barteln. Das obere, gleich vor den Augen befindliche Paar ist extrem lang und kann Nahrung erkennen, die noch ein gutes Stück entfernt ist.

 

Der Wels hat ein weites, riesiges Maul, mit dem er große Nahrungsbrocken vom Grund aufnimmt.

 

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Der Wels

Der am Grund lebende Wels ist ein Raubfisch, der auch tote Beute nicht verschmäht. In seinem breiten Maul finden große Beutestücke Platz.

 

 

 

 

 

 


Der Aal lebt als Raubfisch, der tote Beute keineswegs verschmäht, ebenfalls am Grund. Er hat zwar keine Barteln, aber einen ungemein hochentwickelten Geruchssinn. Auch das Aal Maul ist groß, und seine Kiefern sind mit dichten Bürstenzähnen ausgestattet.

 

Raubfische: Fischfressende Räuber – allen voran Hecht und Zander – sind natürlich für die Jagd nach kleineren Fischen bestens ausgerüstet. Beide Arten haben lange, mit Zähnen besetzte Kiefern, die sich weit öffnen lassen, um Beutestücke festzuhalten.

 

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Zander

Bei solchen Zähnen dürfte klar sein, wie sich der Zander ernährt – als Raubfisch. Mit den langen Vorderzähnen wird der Beutefisch erst festgehalten und dann in den Zanderrachen hineinmanövriert.

 

 

 

 

 


Kein klares Schema

Der Laube besitzt eine ausgeprägte Afterflosse. Beim Brassen gilt dies als Merkmal eines Grundfressers, aber beim Laube wird die nach unten gerichtete Kraft der Afterflosse durch große Brustflossen ausgeglichen, die dem Kopf Auftrieb geben und ihn an der Oberfläche halten.

 

Saisonbedingt

Jeder Fisch hat seine Freßgewohnheiten, die er den wechselnden Bedingungen anpasst. Hasel, im Sommer als Oberflächenfisch und in mittlerer Tiefe aktiv, wühlen im Winter im Schlamm, wenn es oben kalt wird.