Fischen in Hafenbecken, Hafenanlagen, traditionelles Revier

Fischen in Hafenbecken, Hafenanlagen, traditionelles Revier

Artikel von Angelstunde in Gewässerkunde

Das Fischen in Hafenbecken in großen Städten wie Hamburg bietet ausgezeichnete Angelmöglichkeiten und riesige Fischvorkommen

Fischen in Hafenbecken; Wir machen einen Ausflug nach London. Dort zeigt uns Les Hammond, wie man die fischträchtigen „Docklands“ befischt. Süßwasserhäfen haben schon immer riesige Fischvorkommen beherbergt. Selbst früher, als an den Kais noch eine Schiffsladung nach der anderen gelöscht wurde und ständig Öl und anderer Unrat an der Oberfläche schwamm, gediehen die Fische bestens.

 

Fischen in Hafenbecken, Hafenanlagen, traditionelles Revier



Fischen in Hafenbecken, schwierig: den Fisch finden

Das Beangeln von Süßwasserhäfen ist eine Wissenschaft für sich. Der Angler muss nicht nur den Fisch finden, sondern auch herausbekommen, wie und was er am liebsten frisst. Dafür gibt es so gut wie keine Anhaltspunkte.

 

Überhängende Bäume, Seerosenbeete, Krautbänke und andere untrügliche Hinweise auf Fischstandorte sucht man hier vergebens. Im günstigsten Fall bieten ausrangierte Maschinen oder festgemachte Boote dem Fisch Schutz, vor allem aber auch gesunkene Boote und versunkene Kräne. Im Zuge der Sanierung der englischen Docks (Hafenbecken) werden diese Boote und Kräne allerdings nach und nach gehoben. Für die Fische bedeuteten sie Sicherheit – für den Angler hingegen Hänger.

 

Früher hat mancher Londoner Dockarbeiter seine Erholung direkt am Arbeitsplatz beim Angeln gefunden. Mittlerweile jedoch ist es um die meisten Docks still geworden; die rege Bautätigkeit hat mit der Hafenwirtschaft selbst kaum noch etwas zu tun. Doch die Fische sind immer noch da!

 

Fischen in Hafenbecken, Hafenanlagen, traditionelles Revier

Vor den Londoner Docks

Zwei britische Angler vor den Londoner Docks. Beachtenswert ist der interessante Rutenhalter des rechten Anglers.

 

Fischen in Hafenbecken, tiefe Wasser

Da die Docks gebaut wurden, um große Schiffe aufzunehmen, sucht man dort flaches Wasser vergebens. Die meisten von ihnen sind mindestens 4 m, einige sogar 12 m tief.

 


Aus anglerischer Sicht könnte man ein Dock als eintöniges Betonloch beschreiben, dessen Wände steil abfallen und an einem mehr oder weniger ebenen Grund enden. Die Wasserfläche beträgt mindestens ein Hektar, ist jedoch bisweilen sehr viel größer.

 

Süßwasserhäfen werden von allen möglichen Fischarten bewohnt. Häufig findet man dort riesige Schwärme von Brassen, Rotaugen, Schleien, Rotfedern, Hechten und Barschen, in manchen von ihnen sogar riesige Karpfen.

 

Selbst typische strömungsliebende Fische wie Döbel oder Hasel können zahlreich vertreten sein. Manche Londoner Docks weisen große Haselbestände auf, die zweifellos von der Themse und anderen Flüssen, mit denen die Londoner Docks in Verbindung stehen, dorthin gelangt sein müssen.

 

Trotz der etwas kahlen Beschaffenheit dieses Lebensraums sind die Fische gewöhnlich in prächtiger Verfassung und wohlgenährt, was auf einen reichhaltigen Speiseplan hinweist. Auch in Deutschland bieten Hafenanlagen ausgezeichnete Angelmöglichkeiten. In manchen Fleeten des Hamburger Hafens werden regelmäßig große Hechte, Barsche und Zander gefangen. Es gibt Hafenstrecken, die bekannt sind für ihre Zanderbestände.

 

Aber zurück nach London. Eine wichtige natürliche Nahrungsquelle für diese Fische sind die Algen, die man immer massenhaft an den Dockmauern vorfindet. Daher braucht man gar nicht so weit vom Rand des Docks zu fischen. Auch Süßwassergarnelen finden sich häufig im Bereich der Dockmauer; sie sind ebenfalls eine ausgezeichnete Nahrungsquelle für Dockfische.

 

Wer als Neuling am Dock angeln möchte, sollte zuerst mit einem Senkblei die Wassertiefe ausloten. Als Startpunkt eignen sich Zugänge aller Art, z. B. der Eintrittsbereich von Kanälen oder die Verbindung zum Hauptfluss. Oft halten sich gerade hier viele Fische auf. Stellen, die irgendeine Form von Schatten oder Abdeckung bieten, sind auch einen Versuch wert.

 

Im Sommer sammeln sich Fische in der wärmsten Wasserschicht, die sie im Becken finden können. Diese liegt zwischen der Wasseroberfläche und der halben Wassertiefe. An sehr heißen Tagen sieht man die Fische manchmal direkt an der Wasseroberfläche umherziehen.

 

Wenn in den kälteren Monaten die Temperaturen sinken, begeben sie sich ins tiefere Wasser, wobei sie sich an sehr kalten Tagen auch direkt am Grund aufhalten. Sie ziehen jedoch nicht fort. Das ist der Vorteil der Hafenbecken.

 

Für das Fischen von der Kaimauer bieten sich drei Angelmethoden an: die lange Kopfrute mit fester Schnurlänge, die Gleitpose mit Rute und Rolle sowie Swimfeeder mit Quivertip-Rute.

 

Lange Stipprute

Die lange StippruteFischen in Hafenbecken eignet sich am besten zum Fischen in gleichbleibender Tiefe. Im Sommer, wenn die Fische meist im Oberwasser auf Nahrungssuche sind, ist eine leicht bebleite Pose gut geeignet – so sinkt der Köder langsam in die gewünschte Wassertiefe ab. Wenn die Fische tiefer stehen, eignet sich ein Rig mit einer Bleiolive und mehreren Schrotbleien darunter.

 

Die Gleitpose ist zur Fischsuche im Sommer wie im Winter praktisch unschlagbar – mit ihr kann man den Köder direkt absinken lassen . Mit einer Gleitpose sollte man immer ein etwas größeres Schrotblei verwenden (zwischen Nr. 1 und BB), damit man eine verlässliche Anzeige für Bisse hat, die beim Absinken erfolgen.

 

Bei dieser Methode ist es wichtig, dass der Stopper Knoten ordentlich geknüpft ist: Die Enden dürfen nicht kurz abgeschnitten werden, damit die Schnur frei durch die Schnurlaufringe läuft. Der Knoten lässt sich leicht auf eine bestimmte Tiefe einstellen, wenn die Fische alle in derselben Tiefe auf Nahrungssuche sind.

 

Fischen in Hafenbecken, Hafenanlagen, traditionelles Revier

Fischen in Hafenbecken

Beim Fischen in Häfen muss sich der Angler erst an die weiten Wasserflächen gewöhnen. Natürlich muss man sich vor dem Fischen vergewissern, dass das Wasser an der Angelstelle nicht verschmutzt ist.

 

Einen Futterteppich anlegen

Zu diesem Zweck sollte man einen Swimfeeder in der offenen Ausführung verwenden, wobei man das offene Ende mit Paniermehl und einzelnen Hakenködern verschließt. Mit dieser Methode wirft man jedes Mal an dieselbe Stelle. So entsteht ein Futterteppich, der umherschweifende Fische beschäftigt. Wenn man die Rollenkurbel wiederholt um etwa ein Viertel dreht und so den Köder über den Grund zockeln lässt, kann man den Fisch häufig zum Biss verleiten.

 

Die besten Köder

Große Maden sind der beste Allround-Köder, gefolgt von Castern, Brot und Würmern. Brot und Würmer kann man mit dem Swimfeeder gut einsetzen. Am fängigsten sind jedoch die weit häufiger verwendeten Maden und Caster.

 

Beim Fischen mit Maden und Castern müssen ständig einzelne Exemplare als Lockfutter ins Wasser abgegeben werden. Aber nicht viel- ein halbes oder ganzes Dutzend auf einmal ist genug. Wichtig ist, dass Sie alle paar Minuten anfüttern, um die Fische bei Laune zu halten.

 

Tiefe Wasser

Beim Fischen in Hafenbecken muss man vorsichtig sein, da sie wegen ihrer Tiefe sehr gefährlich sind. Man sollte eine Schwimmweste tragen, wenn man kein guter Schwimmer ist, oder mit jemandem angeln gehen, der gut schwimmen kann. Leider kommt es immer wieder zu Unfällen, auch zu schweren. Jungangler sollten nur in Begleitung eines Erwachsenen am Kai angeln.

 

Fische der Londoner Docks

Typische Fische der Londoner Docks: Schleien, Rotaugen, Brassen und Rotfedern wie dieses schöne Exemplar. In den Docks finden sich große Schwärme dieser Fische – ein Angel Tag kann also sehr ergiebig sein.

 

Das Gerät

Les nimmt zum Posenangeln eine 4 m lange Matchrute mit durchgehender Aktion, eine Schnur mit 1,4 kg Tragkraft, Gleitposen Größe 3AAA bis 3SSG, 16er bis 20er Haken und Vorfächer von 0,7 bis 0,9 kg Tragkraft.

 

Süßwasserhäfen in Deutschland

Wer in deutschen Süßwasserhäfen fischen will, sollte den Rat ortsansässiger Angler einholen – sonst kann man lange suchen. Besonders, wenn man auf Raubfische wie Hecht, Zander, Barsch oder Aal aus ist. Barsche sind im Frühjahr recht einfach zu fangen. Entscheidend für den Erfolg ist die Frage nach den Ködern. Für Aal sind Butterkrebse am besten. Beim Hecht empfehlen sich große Löffel. Zander werden in Häfen meist mit Twistern gefangen; in den letzten Jahren auch mit 10 cm langen Gummifischen in Rot.

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