Die Posenausrüstung im Einsatz

Die Posenausrüstung im Einsatz

Artikel von Angelstunde in Angelbasiswissen

Zuerst muß man den passenden Angelplatz finden und lernen, wie die  Posenausrüstung eingesetzt wird

Natürlich will man mit der neuen Posenausrüstung sofort ans Wasser und fischen. Doch zuerst muß man den passenden Angelplatz finden und lernen, wie die Posenausrüstung eingesetzt wird. Nichts ist so entmutigend, wie ein erster Angeltag ohne Fische. Deshalb ist es wichtig, sich vorher Gedanken über den Angelplatz zu machen.

 

Die Posenausrüstung im Einsatz



Hier ist ein guter Fisch im Drill. Der Fisch ermüdet im Kampf gegen die Biegsamkeit der Rute. Der junge Angler hält die Rute perfekt.

 

 

Wo kann man angeln?

Fragen Sie im Angelgeschäft nach einem stehenden Gewässer oder einem langsam fließenden Fluß mit vielen kleinen Fischen. Dort kann man schnell die Grundregeln lernen. Vermeiden Sie zu Beginn schnell fließende Flüsse und Kanäle, da das Angeln dort schwieriger ist. Im Fachhandel wird man Ihnen auch sagen können, welche Genehmigungen Sie brauchen. Für einige Gewässer reicht der Jahresfischereischein, während man für andere eine Tages-Lizenz benötigt und wieder andere Gewässer von Vereinen gepachtet sind.

Ihr Fachhändler kann Ihnen zudem vielleicht besonders gute Stellen empfehlen. Wer Zeit hat, sollte selbst gute Plätze suchen. Halten Sie dabei Ausschau nach überhängenden Bäumen, Wasserpflanzen, Schilf oder Seerosen; denn dort finden die Fische Schutz und Nahrung.

Nähern Sie sich jedem Angelplatz leise! Fische reagieren sehr empfindlich auf Vibrationen und Geräusche. Sie können gut Silhouetten gegen den Himmel erkennen. Gehen Sie vorsichtig und gebückt. Legen Sie Ihre Posenausrüstung leise ab.

 

Posenausrüstung, Leine aufspulen

Um gut werfen zu können, sollte die Sehne die Spule bis auf 1 – 2 mm füllen. Einige Rollen haben flache Spulen, die genau 100 m feine Sehne aufnehmen. Es gibt auch Rollen, die nur tiefe Spulen haben. Wenn Sie also 100 m dünne Sehne, z.B. 0,14, auf eine tiefe Spule wickeln, dann ist diese Spule nicht voll. Das behindert das Werfen erheblich, da die Sehne nicht frei von der Spule abrollen kann.

Deshalb müssen Sie die Spule zuerst mit Isolierband auffüllen, so daß sie nach dem Aufwickeln von 100 m Sehne bis auf 1 – 2 mm gefüllt ist.

 

 

Die Posenausrüstung im EinsatzDie Schnur wird mit einem Clinch-Knoten auf der Spule festgebunden.

 

 

 

 

 

 



Beißzeiten

 Im Frühjahr beißen die Fische meist ganztägig.

 Im Sommer fressen sie am besten am frühen Morgen und am späten Abend – besonders bei warmem Wetter.

 Im Herbst ist die Tageszeit nicht so wichtig. 

 Im Winter erwärmt sich das Wasser normalerweise tagsüber etwas, so daß die Fische am späten Nachmittag zu fressen beginnen.


Ausloten der Tiefe

 Wenn das Senkblei den Schwimmer im Wasser verschwinden läßt (1), dann ziehen Sie den Schwimmer auf der Sehne mit den Blei- schroten nach oben.

 Wenn der Schwimmer noch aus dem Wasser ragt, obwohl das Senkblei auf dem Boden liegt (2), dann schieben Sie den Schwimmer auf der Sehne nach unten. 

 Wenn Sie die genaue Tiefe eingestellt haben, dann ist nur noch die Spitze des Schwimmers sichtbar (3).

Die Posenausrüstung im Einsatz

 

Die Montage der Posenausrüstung

Die Posenausrüstung im EinsatzBevor Sie Ihre Posenausrüstung montieren, müssen Sie den Kescher fangbereit machen. Viele große Fische gehen Anfängern verloren, weil sie den Kescher zusammengeklappt lassen.

Angelrutenhalter: Der Rutenhalter wird am Ufer in den Boden gesteckt, um darauf die Rute abstützen zu können.

Angelrute und Rolle: Die Rute wird so zusammengesteckt, daß die Ringe sich in einer Flucht befinden. Die Angelrolle wird am oberen Ende des Rutengriffs montiert. MatchrutenPosenausrüstung haben meist einen verschiebbaren Rollenhalter. Halten Sie die Rute so, daß Ihre Finger um den Rollenfuß greifen, und der Griff unter dem Unterarm ist.

Angelsehne: Lösen Sie die Rollenbremse, bis sich die Schnur bei geschlossenem Bügel frei abziehen läßt. Achten Sie darauf, daß die Schnur unter dem Bügel läuft. Ziehen Sie die Schnur dann durch die Rutenringe, und vergessen Sie keinen Ring. Dann wird 4 m Leine abgezogen und der Rest montiert.

Schwimmer: Ziehen Sie die Schnur durch die Öse am Ende des Schwimmers. Denken Sie daran, daß der Waggler mit der dickeren Spitze in Flüssen, der Waggler mit Antenne in stehenden Gewässern eingesetzt wird. Beide werden mit insgesamt 4 AAA-Schroten ausgebleit.

Bleischrot: Mit dem größten Teil (ca. 2/3) der Schrote klemmt man den Waggler fest, um gut werfen zu können. Also: Ein AAA-Schrot kommt oberhalb der Öse des Wagglers. Direkt darunter kommen zwei AAA-Schrote. Unterhalb des Wagglers werden die restlichen Schrote verteilt: ein BB, ein Nr. 1, ein Nr. 4, ein Nr. 6 und Nr. 8. Mit einer Schlaufe wird das Vorfach befestigt. Auf das Vorfach kommen die Schrote Nr. 6 und Nr. 8. Auf den Angelhaken wird das Senkblei geklemmt.

 

Einstellen der Bremse

Ziehen Sie die Bremse fest. Biegen Sie dann die Rute zu einem Bogen, während Sie mit Ihrer freien Hand das Senkblei halten, und lösen Sie anschließend die Bremse nach und nach, bis die Bremse langsam Schnur freigibt. So ist sichergestellt, daß die Bremse vor dem Schnurbruch die Leine freigibt.Ausloten der Tiefe

Loten sie zuerst die Tiefe des Gewässers aus, so daß Sie entscheiden können, ob Sie mit Ihrem Köder auf oder über Grund angeln wollen. Mit dem Senkblei auf dem Haken befindet sich das Hauptgewicht am Ende der Schnur, so daß der Unterarmwurf am besten funktioniert. Zielen Sie auf einen 5 bis 10 m entfernten Punkt, wo das Wasser 1 bis 2 m tief ist.

 

Die Posenausrüstung im EinsatzHier wird zur Demonstration ein Fehler gezeigt: Bleischrote sollen nie in den Mund genommen werden. Sie sind giftig. Bleischrote werden mit Flachzangen befestigt.

 

 

 

 

 



Endmontage der Posenausrüstung

Nehmen wir an, Sie haben eine etwa 1,5 m tiefe Stelle etwa 5 m vom Ufer entfernt gefunden. Nehmen Sie das Senkblei ab. Nun muß der Waggler perfekt austariert werden. Wenn der Waggler insgesamt 4 AAA-Schrote trägt und an seinem Fuß 3 AAA-Schrote und 1 BB-Schrot sitzen, bleibt noch: Ein Nr. 1-, ein Nr. 4- und ein Nr. 6- und ein Nr. 8-Schrot. Ein Nr. 4- Schrot entspricht zwei Nr. 6-Schroten. Die kleinen Schrote werden auf das Vorfach geklemmt.

 

Die Posenausrüstung im EinsatzLegen Sie Ihren Kescher immer sofort bereit, und halten Sie ihn in Reichweite. Befestigen Sie dann die Rolle oben am Rutengriff, und halten Sie die Rute unter Ihrem Unterarm. Das Auswerfen benötigt Zeit zum Lernen – bleiben Sie deshalb geduldig, und versuchen Sie es weiter .

 

 

 


Die Posenausrüstung, erster Wurf

Machen Sie einen Probewurf. Das Wurfgewicht befindet sich jetzt am Schwimmer. Deshalb ist ein weicher Überkopfwurf am besten. Halten Sie den Schwimmer etwa 1 m unterhalb der Rutenspitze. Heben Sie dann die Rute, bis sie ungefähr 45 Grad über Ihre Schulter nach hinten zeigt. Halten Sie danach die Schnur mit Ihrem Zeigefinger fest, öffnen Sie den Bügel, und halten Sie das Unterteil des Rutengriffs mit der linken Hand, um eine bessere Kontrolle über die Angelrute zu bekommen. Nach einem weichen Überkopfschwung sollte Ihr Schwimmer auf das Wasser fliegen wie ein Wurfpfeil.

Zielen Sie 1 – 2 m über den Zielpunkt hinaus und schließen sie, wenn der Schwimmer landet, den Bügel. Senken Sie dann die Rutenspitze unter Wasser, und drehen Sie einige Kurbelumdrehungen, um die Schnur unter Wasser zu drücken. So kann der Wind nicht in die Schnur greifen.

Der Waggler soll so bebleit sein, daß nur die rote Antenne aus dem Wasser guckt. Eventuell müssen Sie zur genauen Bebleiung ein oder zwei weitere Schrote Nr. 6 hinzufügen. Ziehen Sie die Schnur wieder ein, und ködern Sie an. Versuchen Sie zunächst, den Haken sanft durch das stumpfe Ende einer Made zu stechen. Dann die Angel erneut auswerfen, und ungefähr ein Dutzend lose Maden mit der Hand um den Schwimmer werfen, um die Fische anzulocken. Sie können aber auch zu Beginn mit einigen Maiskörnern anfüttern.

 

ExDie Posenausrüstung im Einsatzperiment

An einem guten Angelplatz sollten Sie innerhalb einer halben Stunde Ihren ersten Fisch fangen. Wer mit Maden fischt, der kann alle paar Minuten den Köder am Haken erneuern und mit losen zusätzlichen Maden anfüttern.

Gelingt Ihnen dies nicht, setzen Sie den Schwimmer etwa 30 cm tiefer, indem Sie ihn auf der Schnur mit den Bleien nach oben schieben, so daß der Haken auf dem Gewässergrund liegt. Besonders im Winter tendieren die Fische dazu, die Nahrung auf dem Grund zu suchen.

Wenn das nicht funktioniert, versuchen Sie, in flacheren Wasserschichten zu angeln, da die Fische vielleicht weiter im Mittelwasser nach Nahrung suchen. Dies ist besonders im Sommer der Fall. Versuchen Sie aber auch, einen Biß schon im Absinken zu provozieren. Dazu werden alle Schrote dicht unter den Waggler geschoben, nur das 8er Schrot sitzt ca. 45 cm über dem Haken. Diese Methode bringt oft Erfolg. Versuchen Sie, die Ködermontage zu variieren: also zwei oder drei Maden, oder ein Maiskorn und eine Made auf einem 16er-Haken. Experimentieren Sie weiter, und werfen Sie alle paar Minuten einige Maden ins Wasser.

So erkennt man Bisse

Bei einem Biß kann folgendes passieren:

 Die Schwimmerantenne verschwindet, während der Fisch mit dem Köder im Maul davonschwimmt.

 Fische, die den Köder im Sinken nehmen, lassen die Spitze des Wagglers zittern, oder die Spitze richtet sich nicht vollständig auf.

 Die Schwimmerspitze steigt leicht aus dem Wasser, wenn ein Fisch mit dem Köder im Maul nach oben kommt.

 

Die Posenausrüstung im EinsatzAus der Lippe des Fisches wird der Haken vorsichtig ohne Hakenlöser herausgedrückt.

 

 

 

Anhieb und Drill

Wenn ein Fisch anbeißt, nehmen Sie die Rute mit einem festen aber kontrollierten Schwung zurück. Fische, die kleiner als 15 cm sind, kann man so aus dem Wasser heben. Große Fische werden müde gedrillt. Einen großen Fisch sollten Sie immer mit dem Kescher aus dem Wasser heben.

Lassen Sie den Kescher knapp unter der Oberfläche ins Wasser gleiten, ziehen Sie dann den Fisch über das Netz. Die Regel lautet: „Fisch zum Netz und nicht Netz zum Fisch“.
Die Posenausrüstung im Einsatz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landen des Fisches

Fassen Sie nie einen Fisch mit trocknen Händen an, und lassen Sie ihn nie auf trocknem Land zappeln. Dann verliert er seine schützende Schleimschicht und beschädigt Flossen und Schuppen. Tauchen Sie Ihre Hände ins Wasser, ehe Sie den Fisch fest, aber sanft ergreifen.

Sitzt der Haken in der Lippe, können Sie ihn mit den Fingern lösen. Sitzt er im Innern des Mauls, dann benötigen Sie dazu einen Hakenlöser. Auch Angelhaken, die tief sitzen, lassen sich damit leicht entfernen, ohne daß der Fisch ernsthaft verletzt ist. Wichtig ist, daß der Hakenlöser zur Hakengröße paßt.

Versuchen Sie nie, den Haken zu entfernen, indem Sie an der Schnur reißen, da dies den Fisch schwer verletzen kann. Lassen Sie dann den Fisch schnell wieder ins Wasser gleiten.

 

Die Posenausrüstung im EinsatzTauchen Sie den Kescher knapp unter die Wasseroberfläche, und ziehen Sie denn den Fisch über den Kescher.