Die Leine bei Hannover hat zu einem fischreichen Fluss entwickelt

Die Leine bei Hannover hat zu einem fischreichen Fluss entwickelt

Artikel von Angelstunde in Angeln im Fokus

Die Leine, die mitten durch Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover fließt, ist von überallher per Auto oder Bahn gut zu erreichen

Die Leine; Häufig sind Gewässer in Großstadtnähe für den Angler nicht besonders reizvoll. Das landschaftliche Umfeld sowie der Fischbestand lassen oft zu wünschen übrig. Anders sieht es aus mit der Leine bei Hannover, zwischen Pattensen und Garbsen. Die gute Wasserqualität (Güteklasse II) macht die Leine zu einem intakten Biotop mit großer Artenvielfalt.

 

Die Leine bei Hannover hat zu einem fischreichen Fluß entwickelt



Angler gegen Industrie

Doch das war nicht immer so. Die Einleitungen der ansässigen Industrie, insbesondere von Zucker-Raffinerien und Papierfabriken, ließ die Belastung des Leinewassers zu Beginn der 80er Jahre so stark steigen, dass es wiederholt zu Fischsterben kam.

 

Dem steigenden Umweltbewusstsein einerseits aber ganz besonders dem Engagement einiger Angler, die sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammenschlossen, ist es zu verdanken, dass heute wieder Forellen in der Leine stehen.

 

Die Leine bei Hannover hat zu einem fischreichen Fluß entwickelt

Auf der Strecke der AG Hannoverscher Angler gibt es vier Wehre, dieses ist bei Döhren: Hier, im sauerstoffreichen Wasser, halten sich schöne Forellen auf.

 

Es werden keine Mühen gescheut

Man scheute keine Mühen und auch keinen Rechtsstreit, um die notwendigen behördlichen Auflagen an die Industrie durchzusetzen. Klärwerke wurden nachgerüstet. So gelang es, den Fluss am Leben zu halten, und innerhalb weniger Jahre hatte sich die Leine erholt. Noch heute setzt sich die „AG Hannoverscher Angler“ vorbildlich für den Umweltschutz an ihrem Gewässer ein. Der von ihnen bewirtschaftete Teil erstreckt sich von Koldingen bei Pattensen abwärts nach Norden durch Hannover bis nach Lohnde in der Nähe von Garbsen.

 

Die durchschnittlich 30 Meter breite Leine schlängelt sich so durch die idyllische Umgebung, dass man an vielen Abschnitten das Gefühl hat, weitab von der Großstadt in unberührter Natur zu fischen. Aber auch die Fischarten, die hier vorkommen; machen die Angelei besonders reizvoll, denn sogar Salmoniden werden regelmäßig gefangen.

 

Salmoniden

Wer auf Bach- und Regenbogenforellen fischen will, tut dies am besten unterhalb der einmündenden Flüsschen, die selbst auch über einen guten Salmoniden Bestand verfügen. Hier gibt es immer „Überläufer“, die sich in der Leine ihren Standplatz suchen. Einheimische fangen ihre Forellen hier mit kleinen Spinnern; aber auch mit treibendem Wurm oder Madenbündel an der Posen Montage. Ein Teil des Forellenbestandes gerät während des Frühjahrshochwassers aus den benachbarten Fischteichen in den Fluss.

 

Wehre ziehen Fische an

Ebenfalls gute Forellenstandplätze sind Wehre. Auf der Strecke der AG Hannoverscher Angler gibt es vier Wehre, und zwar in Döhren, zwei im Stadtgebiet von Hannover und eines weiter unterhalb in Herrenhausen. Die höhere Strömungsgeschwindigkeit und die Sauerstoffanreicherung ziehen die Forellen an.

 


Aber nicht nur Forellen. Unterhalb der Wehre bilden sich ausgedehnte Kiesbänke und Gumpen, hier lassen sich immer Döbel, Rapfen, Hechte, Zander und Barsche fangen. Folglich sind Wehre auch die bevorzugten Stellen für Spinnfischer. Mit einer mittelschweren Spinnrute ist man immer gut ausgerüstet, die Wahl des Spinnköders hängt im wesentlichen vom Wasserstand ab. Besonders in tiefen Gumpen kann das Angeln mit einem toten Fisch am System Erfolg bringen.

 

Die Leine bei Hannover hat zu einem fischreichen Fluß entwickelt

Das Frühjahrshochwasser der Leine – hier in der Nähe von Döhren – sieht zwar trübe aus, doch dieser Eindruck täuscht. Die Wasserqualität ist, im Gegensatz zu früher, heute wieder gut.

 

Zander und Aal

Auch wer mit der Grundangel fischt, sollte die Wehre aufsuchen. Dem Zanderangler bieten sich hier gute Angelstellen. Am Rande des schnellen Wassers stehen in der Regel Kleinfische, die Schutz vor der Strömung suchen. Hier findet auch der Zander einen reich gedeckten Tisch. Er hat seinen Standplatz meist in den tiefen Gumpen; dort lauert er seiner Beute auf. Wer den Verlauf der Strömung genau beobachtet, erkennt mit etwas Erfahrung, wo er die Fische im turbulenten Wasser zu suchen hat und wie er seinen Köder führen muss, damit er den Fisch erreicht.

 

Auch der Aal wird von dem herunterrauschenden Wasser offenbar angezogen. In der Nähe der unterhalb gelegenen Krautfelder kann man an lauen Sommerabenden sehr gute Fänge machen. Karpfen und Schleien allerdings befischt man besser in den langsamer fließenden Regionen der Leine. In dem kurvenreiche Fluß gibt es viele ruhige Flachzonen mit Sandbänken, auf denen die Karpfen nach Nahrung suchen. Anfüttern erhöht die Erfolgsaussichten.

 

Mit dem Swimfeeder

Weißfischangler kommen an der Leine voll auf ihre Kosten. Mit der Strompose oder auch mit allen englischen Bodenbleimethoden, wie z. B. mit dem Futterkorb (Swimfeeder), lassen sich in einem gut angefütterten Gumpen hervorragende Fänge machen. Wichtig ist aufgrund der unterschiedlichen Wassertiefen, den Angelplatz genau auszuloten.

 

Informationen zur Leine bei Hannover

 

Fischarten

Barsch, Hecht, Zander, Aal, Karpfen, Schleie, Bach- und Regenbogenforelle, Weißfische

 

Mindestmaße und Schonzeiten

Abweichungen von gesetzlichen Mindestmaßen und Schonzeiten werden auf der Fischereikarte vermerkt.

 

Beschränkungen

Erlaubt sind 3 Ruten, davon 2 Raubfischruten; Boote sind nicht erlaubt.

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