Der kleine aber feine Weiher

Der kleine aber feine Weiher

Artikel von Angelstunde in Gewässerkunde

Viele Angler lassen die kleinen Weiher links liegen – und verpassen so die Chance auf einen ruhigen, schönen Angeltag mit der Chance auf überraschende Fänge.

Die kleinen, unauffälligen Weiher, an denen man mit leichtem Gerät das ganze Wasser abfischen kann, sind nicht mehr so zahlreich wie früher. Vielerorts wurden sie einfach zugeschüttet. Trotzdem warten noch viele kleine Weiher darauf, aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt zu werden – oder sie sind nur wenigen Anglern bekannt, die ihr Wissen nicht verraten. Wer diese Gewässer sucht und findet, dem offenbart sich eine ruhige, erholsame Fischerei abseits von Lärm und Unrast.

 

Weiher


Wer einen Weiher gefunden hat, der offene und zugewachsene Ufer bietet, wird wahrscheinlich auch eine Vielzahl von Wasserpflanzen und ein reiches Insektenleben vorfinden – also eine gute Nahrungsgrundlage für die Fische.

 

Einen guten Weiher finden

Suchen Sie nach einem Weiher, der offene und bewachsene Ufer hat. Das Wasser eines solchen Weihers bietet eine gesunde Balance zwischen Pflanzen, Insekten und den Fischen.

Vermeiden Sie Weiher, die von Bäumen umgeben sind. Ihr Schatten verhindern das Pflanzenwachstum und damit auch die Insektenentwicklung. Es wird also weniger Nahrung für Fische geben. Bei Weihern, deren Wasser überhaupt nicht verschattet ist, kann es zu einem Überwuchs von Wasserpflanzen kommen, und der Weiher kann im Sommer austrocknen. Bei der richtigen Mischung von Wasserpflanzen und Insekten kann man in einem Weiher eine überraschende Vielzahl von Fischen finden. Die üblichen Arten sind Rotfeder und Schleie, aber es gibt auch Rotaugen, Karauschen, Brassen, Hecht, Barsch, Aal – und natürlich auch Karpfen.

 

Detektivspiel

Viele Angler wissen nichts von der Existenz von Weihern, die direkt vor Ihrer Haustür liegen. Diese kleinen Gewässer, die häufig nicht befischt werden, sind leicht auf den Generalmaßstabskarten zu entdecken. Oft ist es möglich, für wenig Geld, die Jahreserlaubnis – oder sogar die Pacht – für diese Gewässer zu bekommen. Eine Nachfrage beim Besitzer des Weihers lohnt.

 

Erstaunliche Vielfalt

Kapitale Fische kann man in diesen Weihern nicht erwarten, weil das Nahrungsangebot in diesen kleinen Gewässern gering ist. Wenn es nur sehr wenig Nahrung gibt, verbutten die Fische, das heißt, sie wachsen kaum über eine Hungerform hinaus. Das kann auch passieren, wenn es in dem Weiher keine Raubfische, wie Hecht oder Barsch, gibt. Sie verhindern nämlich, daß es bei manchen Arten zu einer Überbevölkerung kommt. In einem guten Weiher kann man Karpfen und Hecht bis zu einer Größe von sieben Pfund erwarten, Schleien und Brassen bis zu drei Pfund und Rotfedern, Rotaugen, Karauschen, der Barsch und der Aal bis zu einem Pfund. Es gibt allerdings auch Ausnahme-Weiher, mit wesentlich kapitaleren Fischarten.

 


Lebenszeichen erkennen

Oft werden vielversprechende Weiher von Anglern ignoriert, weil sie sich nicht die Mühe machen, auf Lebenszeichen von Fischen zu achten. Mit einem Fernglas läßt sich das Wasser leicht beobachten, ohne die Fische dabei zu stören.

Auch die Polarisationsbrille ist sehr nützlich, denn damit kann man unter die Wasseroberfläche sehen. Achten Sie auf Fische bei der Nahrungsaufnahme. Aufsteigende kleine Blasen, die wie auf einer Perlenkette aufgezogen scheinen, verraten meist, daß Karpfen, Schleien oder Brassen auf dem Boden des Sees nach Nahrung suchen. Seerosenblätter, die sich plötzlich bewegen, zeigen, daß Fische dort nach Schnecken und Insekten suchen, trübe Wasserbereiche und Schlammwolken verraten Fische, die dort auf Nahrungssuche waren – oder vor einem unvorsichtigen Angler geflüchtet sind.

Kleine Ringe an der Wasseroberfläche könnte ein Rotauge verursacht haben, das sich einen Nahrungsbrocken gesucht hat, aufsteigende Blasen in der Größe von Stecknadelköpfen sind charakteristisch für Schleien, größere Blasen deuten auf Karpfen oder Brassen. Blasen von Faulgasen steigen dagegen immer von derselben Stelle auf.

 

Wo die Fische stehen

 

FischeStandortTechniken
RotfederSeerosen, offenes WasserWaggler oder Kopfrute
Schleie, Karpfen, Brassennahe am KrautLift-Montage, freie Leine
Rotfedern, kleine Brassen, Barschoffenes Wasserkleine Waggler-Pose oder Kopfrute

 


Wasserpflanzen in Weihern

 

weiher

 

Ähriges Tausendblatt (Myriophyllum spicatum) gedeiht am besten im schlammigen Boden von Teichen und langsam fließenden Flüssen.

Wechselblütiges Tausendblatt (Myriophyllum alterniflorum) wächst vor allem in torfhaltigem Grund.

Hornkraut (Ceratophyllum demersum) findet sich oft seewärts von Laichkrautbündeln.

Krauses Laichkraut (Potamogeton crispus) bildet Laichplätze für Fische.

 

weiherDie Rotfeder ist einer der schönsten Fische, die in einem kleinen Weiher leben. Fischen Sie auf Rotfedern mit sehr leichtem Gerät und einer kleinen Pose, die nur wenige Bleischrote trägt.

 

 

 

 


Weiher sind perfekte Plätze, an denen man die Hektik der Zeit vergißt. Die Angelei kann hier für den Angelanfänger genauso aufregend sein wie für den gestandenen Experten.

 

Das Angeln am Weiher

Es gibt viele brauchbare Angelmethoden am Weiher. Man fischt simpel und wirft nicht weit. Das bietet erfahrenen Anglern eine genußvolle Fischerei und Anfängern die Möglichkeit, ihre Praxis ungestört zu verbessern.

Die Tiefe dieser Gewässer läßt sich am Pflanzenleben im und am Weiher leicht abschätzen: Im Flachwasser findet sich Schilf. Wo das Wasser tiefer wird, gedeihen Seerosen, Hornkraut und Tausendblatt. Die tiefsten Stellen im Weiher sind frei von Wasserpflanzen. Erfolgsköder für Weiher sind Brotpaste, Brotflocke und Brotkruste, Fliegenmaden, Mais und Würmer. Besonders feines Gerät ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Nehmen Sie sehr kleine Posen, dünne Schnüre und kleine AngelhakenWeiher.

Passen Sie Ihre Kleidung der Umgebung an. Der Angler sollte im Ufergestrüpp nicht zu sehen sein. Der Fisch darf den Angler auch nicht hören; tragen Sie keine schweren Stiefel, treten Sie leise auf, und bauen Sie das Angelgerät entfernt vom Ufer auf.

Wenn das Wasser sehr flach ist, empfiehlt es sich, auf Schleien, Karpfen und Brassen mit der freien Leine zu fischen. An der Schnur ist jetzt nur der beköderte Haken. Oberhalb des Hakens wird etwas Grundfutter um die Leine geknetet, um Wurfgewicht zu haben und um die Fische anzulocken. Füttern Sie nur wenig, aber oft an. Anfüttern kann man mit dem gleichen Köder wie am Haken, aber auch mit Semmelmehl.

 

WeiherGrundfutter – Trick

Wer mit der freien Leine (ohne Blei, Pose etc.) fischt, der kann zusätzliches Wurfgewicht an seine Schnur bringen, wenn er das Grundfutter auf die Leine knetet.

 

 

 

 


Mit einer anderen Methode wird knapp neben den Wasserpflanzen auf Schleien, Karpfen und große Brassen gefischt: Die einfache Lift-Methode ist hier am besten. Aber Vorsicht: Fische im Weiher werden leicht überfüttert. Im späten Herbst und im frühen Winter, wenn die Fische nicht so aktiv sind, und wenn das Wasser meistens etwas klarer ist, sollte man nicht mit Semmelmehl anfüttern, sondern mit ein paar lose eingeworfenen Maden, Würmern oder Mais.

 

 

Angeln mit der Lift-Methode

Weiher

 

Ein kleines Pfauenfederfloß nur mit dem unteren Ende an der Schnur mit einem Gummiring befestigen. Ein AAA-Schrot anklemmen.Das Floß etwas tiefer als die Angelstelle einstellen; nach dem Wurf das Floß etwas unter Wasser ziehen. Nach einem Biß nimmt der Fisch mit dem Blei das Floß hoch – es steigt wie ein Lift.

 

WeiherIn dem Wasser eines Weihers, der komplett von allen Seiten mit Bäumen und Büschen zugewachsen ist, kann sich Pflanzen – und Insektenleben nicht entwickeln. Der Weiher wird bald verlanden.

 

 

 

 

 


Die Jahreszeiten

Winter

Die Fische des Weihers liegen im tiefsten Wasser unter dem Kraut verborgen.

Frühling

Wenn sich das Wasser in den ersten warmen Sonnenstrahlen erwärmt, beginnen die Fische im Flachwasser mit dem Laichgeschäft.

Sommer und Herbst

An den heißen Sommertagen suchen die Fische jetzt den Schatten unter Seerosenblättern oder zwischen anderen Wasserpflanzen. Nur in der Dämmerung kommen sie in die Flachwasserbereiche, um Nahrung aufzunehmen. An windigen Tagen im Sommer und Herbst sind die Fische an der Uferseite, auf der der Wind steht.