Der Angler und sein Image

Der Angler und sein Image

Artikel von Angelstunde in International Angeln

Die britischen Angler gelten in ihrer Haltung zur Natur als vorbildlich. Einer von ihnen, Allen Edwards, sagt hier, wie Angler ihr Image verbessern können. Nach seiner Meinung müssen passionierte Angler besonders gegen Ignoranz und Egoismus vorgehen.

Jeder Angler träumt davon, einen Tag am sauberen, ruhigen Wasser zu verbringen, in dem es viele gesunde Fische gibt. Deshalb ist die Pflege des Gewässers und ihr Schutz für jeden passionierten Angler so wichtig.

Angler in Großbritannien haben konsequent den Weg gezeigt, wie man gegen den Gebrauch schädlicher Fischmethoden, Umwelt – und Gewässerverschmutzung vorgehen kann. Was die Angler sonst noch tun können, um die Situation zu verbessern, das erzählt Allen Edwards.

 

Angler Image


Eine Drossel hat sich in einem weggeworfenen Stück Angelschnur verfangen und starb

Gefährliche Angelschnur

Wer mit sehr dünnen Schnüren von geringer Tragkraft fischt, der mag das als besondere „sportliche“ Herausforderung ansehen. Doch ist dies in den meisten Fällen extrem gedankenlos und schadet der Umwelt. Der Drill von Fischen an zu dünnen Schnüren führt zwangsläufig zum Bruch der Leine. Der Fisch ist verloren, und was viel wichtiger ist, auch die Leine. Die dünne Nylonschnur kräuselt sich, ballt sich zusammen und wird zur Todesfalle, in der Vögel qualvoll zu Tode kommen können. Die ultrafeine Angelschnur zwingt den Angler auch, den Fisch viel länger als nötig zu drillen. Der Fisch wird unnötigem Stress ausgesetzt. Eine ähnliche Gefahr bilden beköderte Haken, die einfach in der Natur liegengelassen werden.

 

Angler ImageAn diesem herrlichen Angel See wurde aus einem Stück weggeworfener Angelschnur eine Todesfalle. Selbst viel kürzere Enden von Angelschnur können leicht zu Todesfallen werden

 

 

 



Der Stress im Setzkescher

Stress ist auch ein Problem, wenn zu viele Fisch im SetzkescherDer Angler und sein Image gehalten werden. Einige Arten, wie Barben oder Karpfen, sollten niemals in einem Setzkescher gehalten werden. Außerdem können sich die Rückenflossen der Fische leicht im Netz verfangen, so dass die Fische sich verletzten. Jeden Fisch sollte man immer mit einem nassen Tuch anfassen (oder, wenn es gar nicht anders geht, mit nassen Händen), und ihn so schnell und so vorsichtig wie möglich ins Wasser zurücksetzen. Schließlich sollte man, auch wenn es nicht verboten ist, nicht mehr als 2 Ruten gleichzeitig benutzen.

 


Wer drei oder mehr Angelruten benutzt, der wird selten mehr fangen, mit Sicherheit aber ab und zu mehrere Bisse gleichzeitig haben. Kein Angler kann mit der nötigen Sorgfalt mehrere Fische an mehreren Ruten gleichzeitig fangen.

 

So lauten Allen Edwards‘ Forderungen für die moderne Angelei, die auch in England noch nicht alle erfüllt sind, besonders was den sorgfältigen Umgang mit dem lebenden Fisch angeht. In Kontinental-Europa ist der Gebrauch von Setzkeschern umstritten.

 

Der Müll am Ufer

In der Öffentlichkeit wird oft bemängelt, dass Angler ihren Müll am Ufer zurücklassen. Auch diese Kritik enthält ein Körnchen Wahrheit. Das größte Problem bilden zurückgelassene Dosen. Dosen, die Angelmais, Tierfutter, Frühstücksfleisch oder Bier enthalten, haben nach dem Öffnen sehr scharfe Kanten. Solche Dosen gefährden nicht nur Menschen.

 

Eine Dose, in der sich noch Futter befindet, lockt Tiere an, die sich an ihr verletzten können. Jeder Angler sollte diese Dosen vom Ufer wegräumen, auch wenn es nicht seine eigenen sind.

 

Angler ImageLeere Mais- und Frühstücksfleischdosen, ein Plastikbeutel: Wenn Sie am Ufer die Abfälle anderer Angler finden, dann räumen Sie diese Abfälle weg. Die scharfen Kanten der Dosen können viele Tiere, die nach Nahrungsresten in der Dose suchen, ernsthaft verletzen.

 

 

 



Schutz der Uferpflanzen

Weniger offensichtlich aber ebenso zerstörerisch ist die Unsitte, Pflanzen am Ufer zu zertrampeln. Angler wollen sich dadurch einen bequemen Angelplatz schaffen. Aber: Hier wird ein Teil der Natur zerstört. Hinter den niedergetretenen Pflanzen findet der Angler zudem keinen Sichtschutz gegen die Fische. Ein Angler, der sich am Ufer verbirgt, fängt mehr. Diese Vorschläge erfordern kaum Aufwand. Wer ihnen folgt, der kann das Angeln nur verbessern.

Allen Edwards

Angler ImageAllen Edwards ist Angler und Journalist in Großbritannien. In dem großen Angellexikon „Collins Encyclopedia of Angling“, schrieb er den Teil über das Friedfischangeln. Er ist auch einer der Autoren des Angelbuchs für Anfänger „Fishing for Beginners“.

 

In Großbritannien gibt es Dutzende von Angelzeitungen. Auch Fernsehen und Rundfunk berichten regelmäßig über das Fischen. Allen Edwards war der Angel-Korrespondent für BBC Radio Nottingham.

 

Hauptsächlich arbeitet er jedoch für die ACA, die „Anglers‘ Co-operative Association“. Diese Vereinigung wurde gegründet, um gegen Umweltverschmutzung zu kämpfen und die Interessen der Angler zu schützen. Allein im Sommer 1990 hat die ACA 43 Strafverfahren gegen Umweltverschmutzer in Gang gebracht. Die meisten der 43 Verfahren hat die ACA gewonnen. Die Adresse: ACA, 23 Castlegate, Grantham, NG31 6SW, England.

 

Angler ImageUnter dem Angelschirm sitzt Meisterangler Tom Pickering, Großbritanniens bester Matchangler und Einzelweltmeister des Jahres 1989. Pickering steht ganz oben auf der Liste von Allen Edwards als einer der rücksichtsvollsten und verantwortungsvollsten Angler.

 

Pickering vertritt die Auffassung, dass bei jedem Angler schon in der Einstellung zum Angeln der Schlüssel zum Erfolg in der Praxis liegt. Er sagt: „Fischen ist immer eine Freude, selbst unter dem Wettkampfdruck. Wer sich immer die Freude am Angeln bewahrt, der macht die Sache richtig und auch für andere erfreulich. „

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