Bootsfischen auf dem See, Graham Marsden gibt Tipps

Bootsfischen auf dem See, Graham Marsden gibt Tipps

Artikel von Angelstunde in Gewässerkunde

Graham Marsden hat sich auf das Bootsfischen spezialisiert, Er verrät uns wie man Fische in großen offenen Gewässern findet

Das Bootsfischen im offenen Wasser eines Sees kann ein entmutigendes Unterfangen sein. In der Regel findet man nichts als eine riesige Wasserfläche vor, die abgesehen von etwas Uferbewuchs keinerlei Merkmale aufweist, aus denen man auf Fischstandorte schließen könnte. Doch viele Arten halten sich im offenen Wasser auf, besonders bei Seen, an deren Ufern viel Betriebsamkeit herrscht. Auch dort, wo es am Ufer sehr ruhig zugeht, bevorzugen manche Fische (besonders Brassen) die Futtersuche im offenen Wasser.

 

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Das Fischen vom Ufer hat sicherlich seine guten Seiten, aber in punkto Beweglichkeit geht doch nichts über einen Kahn. Damit lässt sich auch an Stellen fischen, die vom Ufer aus nicht zu erreichen sind.

 

Bootsfischen auf dem See

Moderne Angelgeräte und Angeltechniken ermöglichen zwar sehr weite Würfe, das Distanzfischen ist jedoch nach wie vor problematisch. Bootsfischen ist bedeutend einfacher, und man kann Techniken anwenden, die beim Distanzfischen vom Ufer aus unmöglich sind.

 

Kähne mit flachen Böden eignen sich zum Bootsfischen am besten. Sie sind stabil, sicher und haben meist eine bequeme Sitzgelegenheit. Ihr einziger Nachteil besteht darin, dass sie nicht gerade leicht zu manövrieren sind, besonders bei starkem Wind.

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Kahn oder Ruderboot

Hat man keinen Kahn zur Verfügung, kann man auf ein Ruderboot ausweichen. Zwar sind Ruderboote nicht so stabil und bequem wie Kähne, doch lassen sie sich leichter manövrieren.

 

Leisetreten: Ganz gleich, welchen Boots Typ man verwendet, auf jeden Fall sollte der Boden mit einem Stück Teppich ausgelegt sein. Damit erreicht man, dass der Schall gedämpft wird und die Fische nicht so leicht erschrecken.

 

Ankern: Verankert man das Boot an beiden Enden, kann es sich nicht drehen. Zwei Betonblöcke mit eingelassenen Ringschrauben reichen als Anker vollkommen. Jeder Block sollte zwischen 10 und 15 kg schwer sein und an einer Nylonleine befestigt werden. Die Ankerleinen sollten zwei Meter länger sein als die tiefste Stelle im See.

 


Sicherheit: Beim Bootsfischen muss man sich immer mit Bedacht bewegen. Nicht unnötig aufstehen, nie im Boot herumalbern und stets eine Schwimmweste tragen. Selbst die flachsten Gewässer können gefährlich sein. Ist das Wetter dann auch noch stürmisch, sollte man auf gar keinen Fall hinausfahren.

 

Bevor man sich auf die Suche nach dem Fisch machen kann, muss man etwas über seinen Lebensraum in Erfahrung bringen.

 

bootsfischenAuch aus der schönsten Uferregion macht sich der Fisch nur wenig. Die offene und einförmige Wasserfläche weit draußen verbirgt die größeren Schätze – dort finden sich oftmals kapitale Exemplare.

 

 

 

 



Tiefenkarte:

Sie kann außerordentlich nützlich sein. Oft werden Tiefenkarten im Angelgeschäft angeboten. Will man selbst eine Karte anfertigen, benutzt man dazu ein EcholotBootsfischen. Die einfachen Geräte mit Anzeigeuhr, die nur die Tiefe messen, reichen zu diesem Zweck vollkommen aus. Alternativ kann auch einen Senker und eine Pose verwenden: Die Ergebnisse sind ebenso exakt, nur dauert das Ausloten mit dieser Methode natürlich sehr viel länger.

 

Um die Karte zu erstellen, muss man zunächst einige markante Punkte am Ufer suchen. Beispielsweise Bäume, Kirchturmspitzen, Strommasten oder Hügel. Dann bringt man das Boot zwischen zwei gegenüberliegenden Punkten in Position, so dass es auf einer gedachten Linie zwischen diesen bei den Punkten liegt. Die Position kann man nun fixieren, indem man zwei weitere Punkte zur Orientierung am Ufer sucht, deren gedachte Verbindungslinie in einem rechten Winkel zur ersten Linie steht. Nun lotet man am Kreuzungspunkt dieser Linien die Tiefe aus und trägt den Wert in die Seekarte ein. Die Orientierungspunkte müssen ebenfalls auf der Karte verzeichnet sein. So kann man den See systematisch auf rastern.

 

bootsfischenGraham Marsden setzt einen großen Brassen vorsichtig in den See zurück. Es erfordert sorgfältige Planung und viel Geduld, um solche Fische sicher ins Boot zu bringen.

 

 

 

 

 

 

 



Wozu dient die Karte?

Den Angler interessiert natürlich die genaue Beschaffenheit des Seegrunds, insbesondere solche Merkmale, die sich vom ebenen Grund abheben.

 

Häufig findet man beispielsweise beckenartige Vertiefungen und Kanten, an denen der Seegrund plötzlich abfällt. Dies sind natürliche Futterzonen und Durchgangsbereiche für viele Fischarten. Brassen, Schleien, Rotaugen und Karpfen lieben alle solche Stellen. Von diesen Fischen werden wiederum Hechte und Barsche angelockt, die die Kanten und Vertiefungen als Deckung nutzen, um ihre Beute anzugreifen.

 

Die gewünschte Beute: Die Fischart, auf die man angelt, entscheidet über den Köder und die Technik. Es hat keinen Sinn, auf Schleien zu fischen, wenn es nur wenige in dem betreffenden See gibt. Wie trifft man also seine Wahl? Eine Möglichkeit besteht darin, sich bei den einheimischen Anglern, Wasserwarten und Gerätehändlern nach den vorherrschenden Fischarten zu erkundigen. Alternativ beobachtet man das Wasser so oft wie möglich während der ersten beiden Stunden nach Tagesanbruch und notiert sich, welche Fischarten sich an der Oberfläche wälzen. So findet man auch gleich heraus, wo die Fische sich aufhalten. Hat alles andere versagt, kann man auch mit einem Allerweltsköder wie Maden auf Verdacht fischen und sich überraschen lassen.

 

Der Ruf des Wassers: Viele Wasser haben einen besonderen Ruf, wenn sich in ihnen bestimmte Fischarten häufig fangen lassen – man spricht dann bezeichnenderweise von Karpfen-, Schleien- oder Forellenseen.

 

Fischen an der Kante:

Angelplätze mit deutlich ausgeprägten Abbruchkanten lassen sich vom Boot aus hervorragend befischen. Dazu geht man in einigem Abstand zur Kante im flachen Wasser vor Anker, so dass man das tiefe Wasser mit der Pose noch bequem erreichen und lose anfüttern kann, ohne von den Fischen gesehen zu werden. Hat man einen Fisch gehakt, zieht man ihn so schnell wie möglich über die Kante nach oben, so dass der Schwarm nicht vertrieben wird.

 

Gewässer ohne besondere Merkmale: Wo es keine deutliche Kante gibt, hält man zum Fischstandort möglichst viel Abstand. Der Abstand zu den Fischen richtet sich nach der Weite, die man mit dem Futterkatapult erzielen kann. An vollkommen einförmigen Gewässern, die keinerlei Hinweise auf Fischstandplätze geben – kein Wälzen an der Oberfläche und kein Wühlen im Schlamm – ist es ratsam, erst einmal mehrere Tage lang an der Angelstelle anzufüttern, bevor man mit dem eigentlichen Hakenköder zu fischen beginnt.

 

bootsfischenEin Junimorgen, kurz nach Tagesanbruch. Das Boot liegt an der angefütterten Stelle vor Anker, und der erste Fisch ist gefangen – eine solche Schleie vielleicht. Da schlägt das Anglerherz doch gleich höher!

 

 

 

 

 

 



Die richtige Technik für den See

Das Angelgerät richtet sich nach der gewünschten Fischart, doch für Rotaugen, Rotfedern, Brassen, Schleien, Karpfen und Barsche ist das Posen Angeln mit gleichzeitigem Anfüttern immer eine gute Kombination.

 

Bei ruhigem Wasser eignen sich Insert-Waggler am besten, bei starkem Wind Driftbeater-Posen. Die Schnurstärke sollte bei Friedfischen je nach der zu erwartenden Fischart zwischen 0,12 und 0,25 mm liegen. Normalerweise verwendet man Maden, Caster, Mais, Brot oder auch Köderfische auf Hecht.

 

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Seen wie diesen hier gibt es zuhauf – sie warten nur darauf, befischt zu

werden. Die besten Erfolge in einem Angelrevier lassen sich erreichen,

wenn man sich auf ein bestimmtes Wasser konzentriert und dann auch

genügend Zeit nimmt, um es wirklich gut kennenzulernen.

 

Vorbereitung

Im Boot sollte das wichtigste Gerät schon vor Angelbeginn in Reichweite liegen. Durch diese einfache Maßnahme lässt sich unnötiges Schaukeln vermeiden, wenn man in die Nähe der Fische gelangt.

 

Tipp

Hat man ein interessantes Bodenmerkmal ausgemacht, markiert man die Stelle mit einem kleinen Styroporklotz an einem Grundblei (ca. 60 g). Die Markierung lässt sich mit der Tiefenkarte wiederfinden. Platziert man die Boje etwas vom Bodenmerkmal entfernt, kann man den Bereich anfüttern und gewiss sein, dass der Köder später direkt auf dem Grundfutter liegt.