Bissanzeiger, Elektronische-Bissanzeiger

Bissanzeiger, Elektronische-Bissanzeiger

Artikel von Angelstunde in Angeltechnik

Mit dem richtigen Bissanzeiger erkennen, was sich unter Wasser an der Angel tut, neben der Pose gibt es viele anderer Möglichkeiten der Bissanzeige

Nur in klarem oder flachem Wasser kann man einen Fisch bei der Köderaufnahme beobachten – so dass man weiß, wann man anschlagen muss. Meist aber sind die Bedingungen nicht ideal. Dann kann man nur mit dem richtigen Bissanzeiger erkennen, was sich unter der Wasseroberfläche an der Angel tut. Neben der Pose gibt es eine Vielzahl anderer Möglichkeiten der Bissanzeige. Allen ist jedoch eines gemeinsam: Sie zeigen den Zeitpunkt, in dem der Fisch den Köder im Maul hat.

 

Bissanzeiger, Elektronische-Bissanzeiger


Spürangeln an einem stark bewachsenen Fließgewässer. Hier fühlt der Angler mit den Fingern der linken Hand die Bisse. Diese Methode ist gut geeignet für das Pirschangeln – wenn man mehrere Angelplätze befischen will.

 

Welcher Bissanzeiger ist der richtige?

Es geht nicht nur darum, zu erkennen, wann der Biss erfolgt, man muss auch Zeit haben, um den Anschlag zu setzen. Sobald ein Fisch zu viel Widerstand spürt, wird er den Köder loslassen – und der Anhieb geht ins Leere. Deshalb muss der Bissanzeiger sowohl der Fischart als auch dem Gewässertyp angepasst sein.

 

Die einfachste Art der Bisserkennung ist das Spürangeln. Die Schnur wird zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten. So spürt der Angler jeden Zupfer. Der Köder kann mit einem Blei oder ohne an der „freien Schnur“ (Freelining) angeboten werden. Diese Methode ist besonders gut an Fließgewässern geeignet, wenn der Köder „natürlich“ am Grund treiben soll. Man kann Schnur nachgeben und gleichzeitig Bisse erkennen. Der rollende Köder am Grund funktioniert allerdings nicht mit statischen Bissanzeigern wie zum Beispiel der Zitterspitze, denn diese erfordern immer eine konstante Schnurspannung.

 

Beobachten Sie den Schnurbogen, wenn Sie die Schnur halten. Spannt sich die Leine, hat ein Fisch den Köder genommen. Ein großer Vorteil dieser Methode ist die Mobilität des Anglers, da man nur mit einer Rute fischt und Rutenhalter sowie anderes umfangreiches und damit hinderliches Gepäck nicht erforderlich sind. So können längere Flussabschnitte leichter etwa nach großen Döbeln oder Barben abgesucht werden.

 

Der Teigballen ist ein einfacher und guter Bissanzeiger beim Fischen in stehenden Gewässern. Eine Viertelscheibe Weißbrot wird um die Schnur zwischen Rolle und Leitring gedrückt. Die Schnur wird so weit heruntergezogen, dass der Teigballen etwa 30-45 cm unter der Rute hängt. Das Gewicht des Ballens ist ausreichend, um die Schnur leicht auf Spannung zu halten. Die Art der Bisse ist abhängig von der Fischart und ihrem momentanen Beißverhalten. Ein Fisch, der wegschwimmt, zieht den Teigballen nach oben. Bewegt sich der Fisch mit dem Köder im Maul auf den Angler zu, fällt der Teigballen nach unten. Weil der Biss erst über die ganze Schnur durch die Rutenringe übertragen wird, bevor er den Bissanzeiger erreicht, fühlt der Fisch einen größeren Widerstand als bei einem Bissanzeiger, der an der Rutenspitze sitzt. Die Teigballen-Methode ist daher geeignet für weniger sensibel beißende Fischarten wie Karpfen, große Brassen, Aale oder Barsche. Ein Vorteil ist, dass der Ballen bei einem Anhieb meist von der Schnur fliegt. Das bedeutet aber, nach jedem Auswurf den Teigballen zu erneuern. Wind lässt den Bissanzeiger schwanken, was das Erkennen von Bissen erschwert. Abhilfe schafft ein Marmeladenglas, in das der Teigballen gehängt wird. Am besten eignet sich diese Methode jedoch für ruhiges Wetter.

 

Bissanzeiger Der Teigballen – einfach, aber wirkungsvoll. An einem stillen Sommermorgen gibt es kaum etwas Aufregenderes als einen Teigballen, der stetig in Richtung Rute steigt.

 

 

 

 

 


Plastik-Klappverschlüsse: Gute Bissanzeiger sind Klappdeckel von Shampooflaschen. Der Vorteil gegenüber dem Teigballen besteht darin, dass der Flaschendeckel nach dem Anschlag auf der Schnur bleibt und nicht erneuert werden muss. Da die Schnur bei einem Biss frei durch die Öse des Klappverschlusses läuft, kann mit offenem Schnurfangbügel gefischt werden. Durch Einkleben von Bleischroten in den ‚Plastikdeckel läßt sich der Bissanzeiger unterschiedlichen Verhältnissen anpassen.

 

Bissanzeiger Klappdeckel von Plastikflaschen sind billige Bissanzeiger. Gegenüber dem Teigballen haben sie den Vorteil, dass die Schnur frei von der Rollenspule laufen kann, wenn der Fisch mit dem Köder davonschwimmt.

 

 

 

 


Bissanzeiger an der Rutenspitze

Diese Biss AnzeigerBissanzeiger setzen dem Fisch weniger Widerstand entgegen als andere Modelle. Aber sie wurden für Fische gebaut, die mit dem Köder nicht sofort weit wegschwimmen, wie z. B. Rotaugen, Güstern oder kleine Brassen. Schleien und Karpfen bringen solche Bissanzeiger zu schnell zum Maximalausschlag und biegen häufig schon die Rute, bevor man Zeit hat, anzuschlagen. Für diese Fische sollte man daher einen anderen Bissanzeiger verwenden.

 

Die Schwingspitze (Swingtip) eignet sich vorzüglich für stehende und langsam fließende Gewässer. Sie wird aus Bambus, Glas- oder Kohlefaser hergestellt. Mit einem flexiblen Verbindungsstück – meist ein Silikon-Gummischlauch oder Nylon – ist sie an der Rutenspitze befestigt. Über einen Adapter wird das Gummi oder Nylon mit der Rutenspitze verbunden: Das kann ein Spitzenring mit einem Gewinde sein oder ein Nippel, über den der Gummischlauch geschoben wird. Die Schwingspitze hat einen oder mehrere Ringe, die die Schnur führen. Die Rute wird waagerecht im Winkel von 45° zum Ufer aufgestellt, so dass die Schwingspitze knapp über der Wasseroberfläche hängt. Dieser Bissanzeiger eignet sich besonders für das Fischen auf Rotaugen, die an anderen Bissanzeigern häufig nur kurze schnelle Zupfer produzieren. Der größte Nachteil der Schwingspitze liegt in ihrer Windempfindlichkeit. Und starke Strömung bringt zu viel Spannung. Bisse können so nur schwer erkannt werden.

 

Bissanzeiger Die Schwingspitze hat etwas an Popularität gegenüber der Zitterspitze eingebüßt. Sie wird jedoch gegenwärtig von Anglern wiederentdeckt, die es in stehenden Gewässern auf scheu beißende Rotaugen und Brassen abgesehen haben. Ihr Vorteil ist, dass sie dem Fisch kaum Widerstand entgegensetzt. So können selbst vorsichtige kurze Zupfer sauber angeschlagen werden.

 

 

 


Die Zitterspitze (Quivertip) ist die universellste Form eines Bissanzeigers an der Rutenspitze. Sie kann zum Fang fast aller Fischarten, vor allem aber von Brassen, Döbeln und Barben eingesetzt werden. Die Zitterspitze ist einfach eine feine, dünne Verlängerung der Rute. Sie kann entweder fest mit der Rute verbunden sein, aufgesteckt oder mit einem Schraubgewinde in den Endring der Rute eingeschraubt werden. Zitterspitzen sind 20-60 cm lang. Die dünnsten – und flexibelsten – Spitzen sind für stehende Gewässer. Die dicksten und steifsten für mittel – bis schnellfließende Flüsse.

 

Das wichtigste ist, die richtige Spannung in die Zitterspitze zu bekommen. Bei zu wenig Spannung werden die Bisse nicht rechtzeitig erkannt. Zuviel Spannung – und der Fisch spürt den Widerstand und lässt den Köder fallen. Bisse äußern sich unterschiedlich: Da gibt es das hartnäckige Zittern oder Zupfen eines Rotauges oder eines Barsches, den behutsamen Zug eines kleinen Brassen, das Rütteln eines Aals und das plötzliche kräftige Ziehen eines Döbels oder einer Barbe. Die Auswahl der passenden Spitze, der richtige Aufbau und das Lesen der Bisse erfordern einige Erfahrung.

 

Die Federspitze (Springtip) ist vergleichbar mit der Zitterspitze, nur verbindet hier eine Feder die Spitze mit der Rute. Im Gegensatz zur Zitterspitze – wo die Spannung stetig zunimmt, wenn ein Fisch sie krummbiegt – klappt die Federspitze bei einem Biss um. Das macht sie extrem sensibel. In stehenden oder langsam fließenden Gewässern ist sie deshalb eine gute Wahl für scheu beißende Fische wie z. B. Rotaugen und kleine Brassen. Nicht zu empfehlen sind Spitzen, die sowohl als Feder- als auch als Zitterspitze benutzt werden können.

 

Populäre, hochentwickelte Formen des Bissanzeigers sind der Kletteraffe (Monkeyclimber) und der elektronische Bissanzeiger. Sie können einzeln oder gemeinsam benutzt werden. Beide sind für Fische entwickelt worden, die nach dem Biss viel Schnur nehmen, wie Karpfen, Aal und Hecht. Daher wird mit offenem Schnurfangbügel gefischt.

 

Bissanzeiger Federspitzen arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip wie Zitterspitzen, mit einem Unter-schied: Zieht ein Fisch an der Spitze, nimmt die Spannung nicht stetig zu, sondern durch die Feder klappt die Spitze bei einem gewissen Zug um.

 

 

 

 

 


 

Mit offenem Schnurfangbügel

Der Kletteraffe basiert auf dem Prinzip des Teigballen-Bissanzeigers. Er besteht in der Regel aus einem Plastikkörper – dem Affen -, der frei auf einem dünnen, nicht rostenden Stahlstab gleitet. Der Stab ist 45-90 cm lang und wird auch Nadel (Needle) genannt. Er wird unter der Rute zwischen Rolle und Leitring senkrecht in den Boden gesteckt. Der Affe gleitet an zwei Führungen auf dem Stab auf und ab. Die Schnur läuft durch eine Aussparung in der Mitte des Affen. Sie wird so weit abgezogen, daß der Affe etwa 45 cm unter der Rute hängt. Der Schnurfangbügel der Rolle steht offen.

 


Ein Fisch, der mit dem Köder vom Angler wegschwimmt, lässt den Affen auf dem Stab emporklettern. Schwimmt ein Fisch auf den Angler zu, rutscht der Affe auf dem Stab herunter. Beim Anhieb fliegt der Affe zur Spitze des Stabes, und die Schnur wird augenblicklich freigegeben. (Eine Verbreiterung am Ende des Stabes verhindert das Wegfliegen des Affen.

 

Bissanzeiger Wenn man eine Auswahl von Zitterspitzen verschiedener Härte besitzt, kann man sich sowohl Still- als auch Fließwassersituationen optimal anpassen. Das Geheimnis des guten Zitterspitzenangelns liegt in der richtigen Spannung der Spitze. Ein gewisses Maß an Spannung ist zur Bisserkennung vonnöten – aber nicht zu viel.

 


Elektronische Bissanzeiger setzt man häufig zusammen mit Kletteraffen ein und hat dadurch sowohl eine optische als auch eine akustische Bissanzeige. Je nach Fabrikat läuft die Schnur über ein Rad oder hinter einem kurzen Drahtarm am oberen Ende des Bissanzeigers. Ein Schnurzug löst den Alarm aus.

 

Bissanzeiger Wenn mit zwei elektronischen Bissanzeigern an zwei Ruten geangelt wird, sollten beide unterschiedlich justierbare Tonlagen haben. Stellt man die Bissanzeiger immer in gleicher Weise auf, erkennt man an den unterschiedlichen Tonlagen ohne Schwierigkeiten, welche von beiden Ruten diesmal einen Biss hat.

 

 

 

 


Rutenspitze

Häufig wird die Rutenspitze als Bissanzeiger in Fließgewässern unterschätzt. Viele Matchruten besitzen heute extrem feine Spitzen, die zum Erkennen von heftig beißenden Fischarten wie Döbel oder Barben gut geeignet sind. Man stellt die Rute (stromaufwärts gerichtet) so auf, dass Boden und Rute einen Winkel von etwa 45° bilden. Matchruten sind meist länger als Leger-Ruten. Das hilft, Fische in hindernisreichem Wasser leichter zu drillen.

 

Bissanzeiger

Bissanzeiger auf dem Rutenunterteil

Bei schlechtem Wetter kann man einen Bissanzeiger direkt am Rutenunterteil befestigen. Mit einem Angelschirm schützt man den Bissanzeiger vor dem Wind – und sich selbst auch. Da die Endringe der Anzeiger nicht geschlossen sind, können sie schnell ausgetauscht werden.

 

 


Tipp

Nächtliches Bodenbleiangeln ist häufig die beste Methode, um kapitale Fische zu fangen. Um Bisse zu erkennen, verwendet man ein Knicklicht – ein Plastikröhrchen, das mit zwei verschiedenen Flüssigkeiten gefüllt ist. Durch Knicken der Röhre werden sie vermengt, und die einsetzende chemische Reaktion bringt sie zum Leuchten. Man befestigt ein Licht am Ende des Bissanzeigers mit Klebe- oder Gummiband.

 

Bissanzeiger Kletteraffen werden auf einem Stab geführt, daher sind sie auch bei Wind einsetzbar. Der Stab muss glatt sein, damit der Affe gleitet.