Beim Posenfischen Bisse erkennen und richtig deuten

Beim Posenfischen Bisse erkennen und richtig deuten

Artikel von Angelstunde in Angelbasiswissen

Wer genau hinsieht, kann beim Posenfischen Bisse erkennen, die er niemals zuvor bemerkt hat, Angler haben für Bisse viele Bezeichnungen

Wenn man beim Posenfischen Bisse erkennen möchte und nur darauf wartet, dass die Pose untertaucht, muss man bisweilen als Schneider nach Hause gehen. Angler haben für Bisse viele Bezeichnungen: heftig, scheu und spitz, Heber, Zupfer, Runs und viele andere. Obwohl Fische häufig von einem Tag auf den anderen ihre Fressgewohnheiten ändern, ist es meist die Köderpräsentation des Anglers, die so ein unterschiedliches Verhalten der Pose auslöst.

 

Beim Posenfischen Bisse erkennen und richtig deuten



Beim Posenfischen Bisse erkennen, über dem Grund

Angenommen, das Gerät ist fertig aufgebaut und zum Fang auf Rotaugen und Barsche ausgerichtet. Das Wetter ist mild, und man möchte den Köder deshalb zuerst über dem Grund anbieten, weil man sich dort mehr Bisse erhofft.

 

Nimmt ein Fisch den Köder, nachdem sich die Pose ausgerichtet hat, kann er sich auf drei verschiedene Weisen verhalten:

 

1. nach oben oder 2. nach unten schwimmen (unabhängig von der Seitwärtsbewegung) oder 3. auf der Stelle stehen bleiben.

 

Schwimmt der Fisch nach unten, wird die Pose wegtauchen. Schwimmt er so weit nach oben, dass er dabei ein Blei anhebt, steigt die Pose weiter aus dem Wasser. Bleibt er jedoch auf der Stelle stehen, was bei Rotaugen und Barschen selten der Fall ist, wird sich die Pose kaum oder gar nicht bewegen.

 

Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass der Köder schon beim Absinken genommen wird. Dies ist häufig der Fall bei aktiven Fischen wie Rotaugen, Barschen oder Rotfedern, gelegentlich selbst bei Karpfen oder Brassen. So etwas kann immer dann passieren, wenn eine abgestufte Bebleiung gewählt wurde, so dass der Köder sehr langsam absinkt. Beißt dabei ein Fisch, hält er das absinkende Blei auf, und das Austarieren der Pose wird verzögert.

 

Beim Posenfischen Bisse erkennen und richtig deuten

Kanalexperte Lew Nightingale benutzt Pfauen-feder-Waggler („Straight Peacock“). Posen mit eingesetzter feiner Spitze („Insert Waggler“) leisten vorsichtig beißenden Fischen wenig Widerstand.

 

Beim Posenfischen Bisse erkennen, am Grund

Wenn Fische nur bodenliegende Nahrung aufnehmen, muss der Köder natürlich auch dort angeboten werden. Dies ist besonders bei Grundfischarten wie Brassen, Schleien, Karpfen oder auch großen Rotaugen in kaltem Wasser der Fall. Nimmt ein Fisch den Köder, kann er nicht mehr nach unten schwimmen (es sei denn, man fischt auf steil abfallendem Grund), sondern er muss am Grund entlang schwimmen, oder nach oben, oder auf der Stelle stehen bleiben. Falls er am Boden entlang schwimmt, wird die Pose zur Seite wandern, wie es beispielsweise bei kleinen Brassen häufig vorkommt. Je nachdem wie schnell ein Fisch den Köder aufnimmt und abzieht, kann die Pose dabei auch vollständig abtauchen. Ein Fisch, der den Köder weit genug anhebt, um ein Blei zu bewegen, lässt die Pose aufsteigen.

 


Grundfische

Große Grundfische wie Brassen, Schleien oder Karpfen sind häufig so mit dem Gründeln beschäftigt, dass sie einen Köder erst dann bemerken, wenn sie direkt über ihm sind. Beim Gründeln stehen die Fische fast senkrecht im Wasser, und dabei kann es passieren, dass sie mit ihren Brust- oder Schwanzflossen die Schnur berühren. Die Pose zittert und zuckt dann ganz merkwürdig. (Erfahrene Angler erkennen und ignorieren diese falschen Bisse.) Manchmal nimmt auch hier ein Fisch zwar den Köder auf, aber er bleibt an derselben Stelle stehen. Erst wenn der Fisch mit dem Köder wegschwimmt, kann der Angler den Biss erkennen und anschlagen.

 

Typische Biss Arten, beim Posenfischen Bisse erkennen

Beim Posenfischen Bisse erkennen und richtig deuten

Das klassische Untertauchen

Das Untertauchen einer Pose wird durch einen Fisch ausgelöst, der den Köder aufnimmt und damit nach unten oder zügig zur Seite wegschwimmt. Aber die Geschwindigkeit, mit der eine Pose untergeht, kann beträchtlich variieren. Kleine Fische, wie Rotaugen, ziehen die Pose häufig sehr schnell unter Wasser, während größere Fischarten, wie Brassen, Schleien und (seltener) Karpfen erst noch mit dem Köder spielen und dann meist langsamer wegschwimmen. Natürlich hat auch die Größe der Pose einen Einfluss: Wenn sie leicht ist, können Fische aller Größen sie ohne Mühe unter Wasser ziehen. Bei größeren Modellen müssen kleinere Fische sich häufig schon abmühen.

 

Beim Posenfischen Bisse erkennen und richtig deuten

Beim Posenfischen Bisse erkennen, Biss beim Absinken

Diese Biss Art tritt auf, wenn ein Fisch den Köder schon beim Absinken aufnimmt, direkt nach dem Einwurf. Beim Absinken einer abgestuften Bebleiung taucht die Pose bei jedem Blei ein Stück tiefer ein, bis das letzte Blei die End Tiefe erreicht hat

(1). Dies erfolgt immer in gleichen Zeitabständen. Wenn nun ein Fisch den Köder während des Absinkens schnappt, wird auch das Blei am Absinken gehindert und somit das Austarieren der Pose verzögert. Bei jeder noch so kleinen Pause oder Unterbrechung (2.) des Austarierens muss sofort angeschlagen werden.

 

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Der Heber (Lift) Beim Posenfischen Bisse erkennen

Dieser Biss wird durch einen Fisch ausgelöst, der den Köder und das Endblei nach dem Austarieren der Montage anhebt. Dadurch hebt sich die Pose ein Stück aus dem Wasser. Wie weit, hängt von der Größe des Endbleis und vom Antennenmaterial ab. So wird ein angehobenes BB-Blei einen dicken Pfauenfederkiel besser sichtbar steigen lassen als ein Nr. 8-Blei an gleicher Pose. Dagegen kann das Anheben eines Nr. 8-Bleis an einer dünnen Tonkinantenne schon deutlich als Biss erkannt werden.

 

Am deutlichsten sind Hebebisse an der Liftmethode zu erkennen. Man fischt mit einem größeren Bleigewicht (BB, 0,4 g; oder AAA, 0,8 g) dicht am Haken. Die Montage etwas tiefer einstellen als die Wassertiefe; nach dem Auswurf die Schnur spannen, bis nur noch ein Stück Antenne aus dem Wasser schaut. Hebt ein größerer Fisch Köder und Blei an, schießt die Antenne aus dem Wasser. Bei kleinen Fischen feinere Montagen verwenden.

 

Überlistet ?

Nur weil man nichts gesehen hat, heißt das nicht, dass die Fische nicht gut fressen. Bei ausgelutschten Maden z. B. muss der Fisch den Köder vollständig im Maul gehabt haben. Nicht aufgeben – sondern die Montage verändern!

 

Zupfer von Kleinstfischen

Beim Posenfischen Bisse erkennen und richtig deuten

Es gibt Tage, da schnellt die Pose unter Wasser, aber jeder Anschlag geht ins Leere. Obwohl diese Bisse gut aussehen, sind sie jedoch am schwersten mitzubekommen. Auslöser dieser Bisse sind häufig sehr kleine Fische, meist Rotaugen, Rotfedern oder kleine Güstern. Sie schnappen nach dem Köder, die Pose taucht unter, aber dann haben sie auch schon wieder losgelassen. Häufig spucken sie den Köder aus, weil sie den Widerstand der Pose spüren.

 

In diesem Fall ist eine feinere vielleicht die Lösung. Falls dies keinen Erfolg bringt, sollte man mit der Position des Endbleis experimentieren. Manchmal muss man aber auch seinen gesamten Ansatz neu überdenken. Beispielsweise kann man statt der Rollenrute die Stipprute zum Einsatz bringen. Oder man kann zu einem größeren Köder wechseln, der für die Kleinfische weniger interessant ist. Manchmal fressen die Fische aber auch einfach schlecht – Schicksal!

 

Beim Posenfischen Bisse erkennen und richtig deuten

Der Abzieher, beim Posenfischen Bisse erkennen 

Manchmal zieht ein Fisch mit der Pose eher ab, als sie sofort unterzutauchen. Das passiert häufig beim Fischen auf Brassen auf oder knapp über dem Grund. Ein typischer Biss äußert sich durch seitliches Abziehen der Pose, bevor sie untertaucht. Wenn man genau entgegengesetzt zur Abzug Richtung anschlägt, sind solche Bisse kaum zu verfehlen. Man darf allerdings die natürliche Drift der Pose (Wind oder Strömung) nicht mit einem Biss verwechseln – sonst wird der Arm lahm vom vielen Anschlagen.

 

Stickposen

Beim Posenfischen Bisse erkennen und richtig deuten

In Flüssen lösen sich Fische häufig vom Grund, um lose absinkendes Futter schon im Mittelwasser aufzunehmen, besonders im Sommer. Passiert dies, sollte man eine Stickpose mit einem Tonkinkiel und abgestufter Bebleiung montieren. Im Gegensatz zu Sticks mit einem Drahtkiel, die sofort nach dem Einwurf senkrecht im Wasser stehen, folgen die Tonkinsticks dem bogenförmigen Absinken der Montage. Sie richten sich dabei aus einer fast waagerechten in eine senkrechte Position auf (1), wobei der direkte Kontakt zum Köder nie verlorengeht. Das bedeutet, wenn ein Fisch den Köder beim Absinken nimmt, geht die Pose normalerweise unter (2). Gerade bei zaghaften Bissen in der Absinkphase sind die sensibleren Sticks mit Tonkinkiel denen mit Drahtkiel unbedingt vorzuziehen.

 

Beim Posenfischen Bisse erkennen und richtig deuten

Gefettet

Stipp-Posen mit Drahtantenne sind zwar sensibel, können aber beim Ausbleien Probleme bereiten. Das kleinste zusätzliche Bleischrot lässt sie oft schon untertauchen. Streichen Sie dann etwas Vaseline auf die Antenne: Das reicht aus, um die Tragkraft der Pose soweit zu erhöhen, dass sie nicht mehr untergeht.

 

 

 

 


Beim Posenfischen Bisse erkennen und richtig deutenPosen Auswahl

So gewaltig muss die Posen Auswahl zu Anfang ja nicht gerade sein. Aber einige Modelle der gängigen Typen sollte man schon dabeihaben und – noch wichtiger – man sollte genau wissen, wie man mit ihnen umgeht.

 

 

 

 


Beim Posenfischen Bisse erkennen und richtig deuten

Egal ob Stickpose mit Draht- oder Tonkinkiel: Nach dem Ausrichten werden Bisse in der Strömung meist durch vollständiges Absinken der Pose angezeigt. Im Stillwasser muss dafür ein Fisch mit dem Köder im Maul davonschwimmen. Im Fließwasser reicht es wegen des Strömungsdrucks aus, wenn ein Fisch den vorbeitreibenden Köder nur ins Maul nimmt. Aber natürlich gibt es Ausnahmen. Besonders an stark befischten Gewässern können Fische sehr misstrauisch werden.

 

Speziell Rotaugen haben ein besonderes Talent entwickelt, mit dem Köder im Maul oft mehrere Meter der abtreibenden Montage zu folgen, ohne die Pose unter Wasser zu ziehen. Aus kurzer Distanz würde man ein merkliches Wanken beobachten können; aus größerer Entfernung muss man schon genau hinschauen – andernfalls zeugen nur ausgelutschte Maden von einem verpassten Fisch.

 

Im Fluss

Die genannten Prinzipien gelten sowohl für das Still- als auch für das Fließgewässer. Im Fluss allerdings kommt die Strömung. als weiterer Faktor hinzu – insofern, als die Pose in Strömungsrichtung abtreibt. Nimmt nun ein Fisch den Köder, würde allein durch den auftretenden Strömungsdruck die Pose untergehen. Gerade in Fließgewässern, die noch nicht überfischt sind, können die Bisse deshalb sehr viel deutlicher ausfallen als in Stillgewässern.

 

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Wellen als Biss Anzeiger

Eine spezielle britische Pose ist der Dibber, eine kurze, kompakte Stipp-Pose, die von britischen Stippanglern für das Fischen mit Castern am Ufer von Seen und Kanälen eingesetzt wird. Der normale Biss äußert sich ebenfalls durch Wegtauchen der Pose. Die Besonderheit kommt bei heiklen Fischen und ruhiger Wasserfläche zum Tragen – oder wenn auf kürzeste Distanz gefischt wird. Geübte Angler können Bisse schon an den kleinen Wellen erkennen, die sich um die Pose ausbreiten, noch bevor diese sich bewegt. Man könnte fast sagen, die Wasseroberfläche erzählt einem, daß man einen Biss hat.