Angler Dennis Flack angelt am Fluss Little Ouse in England

Angler Dennis Flack angelt am Fluss Little Ouse in England

Artikel von Angelstunde in Meister-Angler

Angler Dennis Flack hat schon weit über 30 Hasel von einem Pfund Gewicht und mehr aus dem Fluss Little Ouse in England geholt

Angler Dennis Flack. Der Frühling liegt in der Luft, als die Saison am Ufer des Little Ouse bei Brandon zu Ende geht. Nachdem es ein paar Tage lang geregnet hat, ist das Wasser hoch und schnell. Der Fluss läuft jedoch immer noch klar und ruhig zwischen den dunklen, sandigen Ufern.

 

Angler Dennis Flack angelt am Fluss Little Ouse in England



10:30 Uhr Am Schleusentor

Dennis schätzt, dass der Fluss zu viel Wasser führt, um gleich unterhalb des Schleusentors angeln zu können. Sein Freund Mark Stamp denkt wohl ähnlich, denn er hat sich ein gutes Stück flussab aufgestellt. Dennis hängt sich die Angelsachen über die Schulter und geht das Ufer ab, um sich zu erkundigen, wie es bei Mark so läuft.

 

Die örtlichen Angler haben an diesem Stück in letzter Zeit Hasel von deutlich über 300 g gefangen, und als Mark sich am Abend zuvor seine Angelstelle angesehen hatte, konnte er einige gute Fische beim Steigen beobachten. Heute morgen jedoch hatte er es nicht leicht und konnte nur vereinzelt einige kleine Hasel an der mit dem Waggler gefischten Made angeln. Mark schlägt Dennis vor, ein paar Meter unterhalb die Angel auszuwerfen.

 

Angler Dennis Flack angelt am Fluss Little Ouse in England

Montage der Angel am Ufer des Little Ouse bei Brandon in Suffolk. Der geflochtene alte Fischerkorb täuscht. Dennis geht davon aus, dass es der Angler ist, der den Fisch fängt, und keineswegs sein Gerät.

 

11:00 Uhr Warum den Waggler?

Heute scheint ein idealer Tag zum Fischen mit der Stickpose zu sein. Dennoch entscheiden sich Dennis und Mark für den abtreibenden Waggler. Warum eigentlich?

 

Angler Dennis Flack erklärt uns, dass der Grund hier stark verkrautet ist, so dass es häufig zu Fehlbissen kommt. Da diese sich nur schwer von echten Bissen unterscheiden, muss man jedes mal anschlagen. In dem nicht sehr tiefen Wasser führt das ständige Anschlagen mit der Stickpose dazu, dass die Hasel immer weiter flussab verjagt werden bis man sie schließlich ganz aus den Augen verliert.

 

Der Anschlag mit einem Waggler ist mit weniger Lärm verbunden. Damit er einen noch besseren Anschlag setzen kann, verwendet Dennis einen kurzen Insert-Waggler – mit einer leichten Unterbebleiung als Schutz gegen vorzeitiges Untertauchen – und lässt eine Lücke von 2,5 cm Länge zwischen Posen Ende und Fixierschrot frei. Dennis meint, dass die Fische auch bei so klarem Wasser wie heute einen transparenten Plastik-Waggler nicht so leicht sehen. Aus dem gleichem Grund verwendet er gerne eine ungefärbte, durchsichtige Schnur.

 

Angler Dennis Flack angelt am Fluss Little Ouse in England

Angler Dennis Flack

,ist bekannt für die vielen Specimen-Hasel, die er aus dem Little Ouse gefangen hat. Doch an den phantastischen Rekord seines Freundes und Lehrmeisters Billy Clarke, der über 40 Hasel von ungefähr einem Pfund Gewicht aus diesem Fluss geholt hat, kommt der angelnde Landwirt noch immer nicht ganz heran.

 

 

 

 

 

 


11:15 Uhr Rote Köder

Im Laufe der Jahre hat Dennis herausgefunden, dass die Hasel aus dem Little Ouse rötlich gefärbte Maden bevorzugen. Auch Caster sind ausgezeichnete Köder. Sie funktionieren zwar nicht immer, doch wenn man einmal damit fängt, bekommt man die größeren Fische.

 

Angler Dennis Flack ist der Ansicht, dass genauso, wie rote Maden fängiger sind als weiße, die aus roten Maden entstandenen Caster fängiger sind als ihre weißen Brüder, da sich die rote Farbe überträgt.

 

Angler Dennis Flack angelt am Fluss Little Ouse in England

Dennis‘ Waggler-Rig

Hasel beißen recht unbekümmert zu, und Dennis angelte mit einem leicht unterbebleiten Insert-Waggler, der nicht bei jedem Kontakt des Hakens mit Kraut hinabgezogen wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

11:20 Uhr Ein glatter Durchlauf

Dennis Flack nimmt ein paar Handvoll Caster und Maden in die Tasche, hebt die Rute auf und watet einige Meter ins klare Wasser des Little Ouse hinein, ganz im Gegensatz zu seinem Freund Mark Stamp, der auf seinem Gerätekasten am Ufer bleibt.

 

Doch Mark sitzt an der Außenseite einer leichten Biegung mit der Hauptströmung und größten Wassertiefe fast direkt unter der Rutenspitze. An Dennis Angelstelle befinden sich Hauptströmung und tiefstes Wasser hingegen jenseits der Flussmitte. Um sein Gerät richtig zu kontrollieren, muss er im Wasser stehen.

 

In der Hauptströmung beträgt die größte Wassertiefe ungefähr einen Meter. Dennis Flack stellt seine Pose entsprechend den Wasserbedingungen ein und lässt sie versuchsweise einige Male abtreiben. Beim ersten Mal treibt die Pose ungehindert ab, und so bewegt Dennis sie bei jedem Wurf einige Zentimeter an der Schnur hinauf, bis der blanke Haken sich schließlich im Kraut verfängt und die Pose hinab gezogen wird.

 

Als er auf diese Weise die Wassertiefe mit ungefähr 1,2 m bestimmt hat, lässt er die Pose noch einige Male auf verschiedenen Linien abtreiben, um einen möglichst sauberen Durchlauf zu finden.

 

Angler Dennis Flack angelt am Fluss Little Ouse in EnglandHaselschwarm

Nachmittags entdeckte Dennis einen Haselschwarm an einer Angelstelle unterhalb des Schleusentors. Bei Brandon bildet der Little Ouse die
Grenze zwischen zwei englischen Grafschaften. Dennis stand sozusagen in Suffolk und angelte in Norfolk!

 

 

 

 

 

 

 

11 :30 Kein Biss, gar nichts

Bei jedem Wurf füttert Dennis ungefähr ein halbes Dutzend Maden und genauso viele Caster an. Es gibt hier keine besonders großen Haselschwärme, und wenn man Zuviel anfüttert, muss man davon ausgehen, dass die Fische einen Großteil des Futters durchgehen lassen und es schließlich stromab verfolgen, wobei sie sich mehr und mehr aus dem Angelbereich wegbewegen.

 

Anfangs wirft Dennis das Futter direkt nach vorne ins Wasser. Wenn man erst einmal fängt, kann man auch oberhalb oder unterhalb seines Standplatzes einwerfen, je nachdem, wo man die Bisse bekommt. Das Ziel besteht darin, den Schwarm ungefähr 10 m flussab zu konzentrieren – je näher der Schwarm kommt, desto leichter vergrämt man ihn.

 

Dennis beginnt mit einem einzelnen Caster am Haken und lässt die Pose 10 m weit abtreiben. Dabei hält er die Rute hoch, um so viel Schnur wie möglich vom Wasser abzuheben. Hin und wieder hält er die Pose an, damit sich der Köder verführerisch vom Grund abhebt. Nach zehn Minuten ohne Biss ködert er eine rote Made an und lässt die Pose bei jedem Wurf einige Meter weiter abtreiben, um den Endbereich der Angelstelle zu erforschen. „Hat man die Hasel erst einmal gefunden, kann man sie nach und nach anlocken, doch erst muss man sie eben finden“, sagt er. Häufig muss man mehrmals die Stelle wechseln, um sie ausfindig zu machen.“

 

Nach einer halben Stunde tut sich noch immer nichts. Dennis lässt die Pose nun ganze 30 m abtreiben, aber an dieser Angelstelle scheint es keinen einzigen Hasel zu geben – zumindest keinen, der auf Nahrungssuche wäre. Mark hingegen fängt wenigstens ab und zu einen kleinen Fisch.

 

Es wird Zeit, die Stelle zu wechseln. Also probiert Dennis eine kleine Angelstelle etwas unterhalb aus: wieder nichts. Er geht noch weiter flussab: immer noch nichts. Dann versucht er es wieder an der ersten Stelle: Auch das bringt nichts. Vielleicht sind ja alle Hasel an Marks Angelstelle versammelt; jedenfalls fängt der jetzt mit einer geradezu irritierenden Regelmäßigkeit!

 

Angler Dennis Flack angelt am Fluss Little Ouse in EnglandAngler Dennis Flack

Als Dennis die Fische endlich gefunden hatte, gab es kein Zurück mehr, und ein Hasel nach dem anderen wurde gelandet. Gerade hat er sich gegen die Strömung aufgestellt und schwingt einen kleinen, plumpen Fisch an Land. Da das Wasser am Rand so flach ist, hat Dennis den Fischen zuliebe auf einen Setzkescher verzichtet.

 

 

 

 

 

 

13:55 Die Hasel sind gefunden

Dennis begibt sich an eine Angelstelle im flacheren, schnellen Wasser unterhalb des Schleusentors, und nach wenigen Posen Läufen hakt er einen quicklebendigen Hasel, der die rosafarbene Made genommen hat. Der Fisch ist zwar nur klein, aber perfekt geformt und funkelt silbrig, wie dies für Hasel aus klaren Flüssen typisch ist.

 

Hasel aus trüben Flüssen sind dagegen regelrecht blass. Dennis löst vorsichtig den Haken und setzt den Fisch zurück – das Wasser am Ufer ist zu flach, um einen Setzkescher verwenden zu können.

 

Schon nach kurzer Zeit bekommt Dennis nach jedem Wurf einen Biss. Ein Hasel nach dem anderen wird plätschernd und planschend aus dem Schwarm gezogen. Laut Dennis handelt es sich bei den meisten Fischen um kleine Milchner. In dieser Jahreszeit, wenn sie sich auf ihr Laichgeschäft vorbereiten, fühlen sich Männchen und Weibchen unterschiedlich an. Die Männchen sind rau, fast wie ein Kettenhemd, während die Weibchen sich glatt und seidig anfühlen.

 

Er ändert den Köder, um größere Hasel zu fangen, aber das macht keinen großen Unterschied. Ganz gleich, ob er eine einzelne rote Made, zwei rote Maden oder einen Cocktail aus Made und Caster verwendet – er fängt lediglich kleinere Hasel bis knapp 200 g. Doch Dennis ist sich sicher, dass auch größere Fische hier sind – es kommt nur darauf an, lange genug durchzuhalten.

 

Angler Dennis Flack angelt am Fluss Little Ouse in EnglandBeachtliche Exemplare

Hier muss Angler Dennis Flack sich bücken, um den Fang perfekt zu machen – unter den vielen kleinen Haseln fing er nämlich mehr als einmal beachtliche Exemplare, die ein wenig zu groß waren, um einfach an Land geschwungen zu werden.

 

 

 

 

 

 

 

16:00 Uhr

Und tatsächlich: Nachdem er fast zwei Stunden lang regelmäßig kleine Hasel gefangen hat, bekommt Dennis ein beachtliches Exemplar an den Haken, das sich in der Strömung hartnäckig wehrt, bevor es über den Unterfangkescher geführt werden kann.

 

Der Fisch hat einen dunklen Rücken sowie metallische Flanken und ist mit knapp einem halben Pfund sicherlich ein ordentlicher Hasel.

 

Angler Dennis Flack angelt am Fluss Little Ouse in EnglandTop-Zustand

Die Hasel des Little Ouse sind in einem Top-Zustand, sagt Dennis. Vielleicht wird dieser Fisch hier noch zum Rekord Brecher, wenn die Wasserverschmutzung sich künftig im Rahmen hält.

 

 

 

 

 

 

 

Ohne Fleiß kein Preis

Der Little Ouse gibt seine großen Hasel nicht bereitwillig her. Man muss davon ausgehen, dass auf ein Specimen-Exemplar Tausende kleiner Fische kommen. „Ich möchte gar nicht daran denken, wie lange es dauert, einen Hasel von einem Pfund Gewicht zu fangen“, sagt Dennis – und er muss es schließlich wissen, denn er fischt an diesem Fluss seit seiner Kindheit!

 

Angler Dennis Flack angelt am Fluss Little Ouse in EnglandUnd schon wieder ein Hasel für Angler Dennis Flack.

Kleinere Hasel drehen und wenden sich, um den Haken loszuwerden. Man muss die Schnur also vom Anschlag bis zur Landung ununterbrochen straff halten.

 

 

 

 

 

 

 

Die richtigen Haken

Ein gehakter Hasel biegt sich heftig hin und her, um den Haken loszuwerden. Man sollte es ihm nicht erleichtern, indem man kleinere Haken als Größe 20 oder Haken ohne Widerhaken verwendet, meint Dennis.

 

Angler Dennis Flack angelt am Fluss Little Ouse in England

Mark Stamp

,hat die Hasel gleich von Anfang an gefunden und blieb den ganzen Tag an derselben Angelstelle. Schließlich konnte er einen ähnlich guten Fang wie Dennis vorweisen. An dem tiefen Wasser vor seinem Angelplatz konnte er einen Setzkescher verwenden.

 

 

 

 

Angler Dennis Flack angelt am Fluss Little Ouse in England

Dieses herrliche Specimen-Exemplar entschädigte Dennis Flack für einen Nachmittag im Regen. Hasel von über 250 g Gewicht sind normalerweise Weibchen, doch dieser hier ist ein Männchen. Vor der Laichzeit wird die Körperoberfläche der Männchen deutlich fühlbar rau.

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