Angeltipps für Wintertage am Graben, Mark Downes gibt Tipps

Angeltipps für Wintertage am Graben, Mark Downes gibt Tipps

Artikel von Angelstunde in Gewässerkunde

Meisterangler Mark Downes gibt Angeltipps für Wintertage am Graben, im Gegensatz zu Flüssen  sind Kanäle auch im Winter befischbar

Angeltipps für Wintertage am Graben. Ist der Kanal zugefroren, kann man das Eis aufbrechen. Es gibt bei uns Hunderte von Kilometern an Kanälen, die oft das ganze Jahr über zu beangeln sind. Und doch werden viele Kanäle im Winter vernachlässigt. Dabei können die Wintertage am „Graben“ eine sehr ergiebige – wenn auch nicht sensationell gute – Angelei bringen.

 

Angeltipps für Wintertage am Graben



Deutliche Veränderungen

Wenn der Herbst zum Winter wird und der erste Bodenfrost das Wasser spürbar abkühlt, ändert sich der gesamte Charakter des Kanals.

 

Am deutlichsten erkennt man dies, wenn man beobachtet, wie das Wassers klarer wird. Was im Sommer wegen des Schiffsverkehrs und der sich immer wieder öffnenden und schließenden Schleusen ein ständig bewegtes, trübes Wasser war, liegt nun klar und unbewegt da – je tiefer der Winter, desto klarer wird das Wasser.

 

Wer im Winter das meiste aus einem Kanal machen will, muss wissen, wie die Fische auf die jahreszeitlich bedingten Veränderungen reagieren und wie man an einem solchen Gewässer vorgeht. Unterscheidet es sich doch in jeder Hinsicht von dem Angelwasser, das man vom Sommer her kennt.

 

Zunächst einmal muss man wissen, auf welche Fische man angeln kann. Grundsätzlich dominieren an Winterkanälen Rotaugen und Gründlinge. Außerdem muss man auch mit Fluss- und Kaulbarschen rechnen. Brassen und Karpfen zeigen sich manchmal, normalerweise jedoch nur an außergewöhnlich milden Tagen.

 

Die Wahl des richtigen Angelplatzes ist an einem Kanal im Winter noch wichtiger als zu allen anderen Jahreszeiten.

 

An den meisten Kanälen gibt es zwei Angelpunkte: nah und weit draußen. Im Sommer wird die nahe Angel gewöhnlich 1- 2 m vom Ufer in 30-45 cm Wassertiefe ausgelegt, während die ferne Angel oft genau gegenüber liegt, über der Abbruchkante am anderen Ufer.

 

Angeltipps für Wintertage am Graben

Angeltipps für Wintertage am Graben. Kein Angler in Sicht. Winterkanäle wirken oftmals nicht gerade einladend, doch wer sich von dem bisschen Schnee und Eis nicht abschrecken lässt, wird fast immer belohnt.

 

Nachts im tiefen Wasser

Bei Nacht und wenn das Wasser abkühlt, versammeln sich die Fische allerdings im tiefen Wasser, wo sich mit der Zeit die meiste natürliche Nahrung ansammelt. Diese Stelle muss man etwa 3-3,5 m vom Ufer entfernt suchen. Je nach Kanal dürfte hier das Wasser 60 -100 cm tief sein – ideal zum Fang von Gründlingen oder Kaulbarschen an der kurzen Stipprute.

 


Angeltipps für Wintertage am GrabenAngeltipps für Wintertage am Graben

Ein Angler bahnt sich mit einem schweren Gewicht an der Hand seinen Weg zu einer zugefrorenen Angelstelle.

 

 

 

 

 

 

 

 

Winter am Kanal

Was die weiter draußen liegende Angel betrifft, so befindet sich die Ecke der Abbruchkante etwa 8 bis 10 m vom eigenen Ufer entfernt. Auch hier kann man im allgemeinen mit 60 bis 100 cm Wassertiefe rechnen. An derartigen Stellen versammeln sich gern die „silbernen“ Fische – hauptsächlich Rotaugen – die sich im klaren Wasser von den Anglern am Treidelweg gestört fühlen.

 

Wie man einen befisch baren Kanal vom Eis befreit

 

Angeltipps für Wintertage am Graben

 

Vorsicht bei seichtem Wasser

Wo das Wasser auf der gesamten Kanalbreite nur etwa 60 cm tief ist, sollte man eher normale Techniken mit Rute und Rolle als eine lange Stipprute einsetzen. Das liegt ganz einfach daran, dass man die Fische leicht verscheucht, wenn man bei dermaßen klarem, flachem Wasser mit einer langen Rute angelt. Bei weniger als etwa 100 cm Wassertiefe eignet sich ein kleiner Waggler meist besser.

 

Fallen die Temperaturen nachts allmählich auf Werte unter Null, bildet sich am Ufer die erste dünne Eisschicht. Jetzt ist das Wasser am kältesten und das Angeln am schwierigsten.

 

Jetzt kann sich auch das Fischen mitten in der Fahrrinne bezahlt machen. Die Fische fressen allerdings gewöhnlich nur für kurze Zeit – und zwar meist zwischen 12 und 14:30 Uhr, wenn es am wärmsten ist.

 

Unter solchen Bedingungen bieten die flachen Abschnitte nur sehr schlechte Fangaussichten, man muss den Kanal wirklich gut kennen und sollte ausschließlich in den tieferen Bereichen fischen. Häufig findet sich das tiefste Wasser bei Brücken. Hat sich am Kanal das erste Eis gebildet, stehen die Fische hier meist dicht an dicht.

 

Angeltipps für Wintertage am Graben

Wenn sich das erste Eis gebildet hat, fischt man am besten mitten im tiefen Wasser der Fahrrinne.

 

Schützende Eisschicht

Überraschenderweise gehen die Fangergebnisse steil nach oben, wenn der Kanal vollständig zugefroren ist. Der frostige Wind bläst nicht mehr auf das Wasser selbst, und das Eis bildet eine Schutzschicht, wodurch die Wassertemperatur sich nicht weiter abkühlt.

 

Je länger der Kanal zugefroren ist, desto mehr Fische verlassen den Brückenbereich und andere Tiefwasserbereiche. Sie bleiben jedoch nach wie vor im tiefen Wasser der beiden Abbruchkanten am nahen und gegenüberliegenden Ufer.

 

Das Problem ist nur: Wie kommt man an sie heran? Dabei ist die Lösung doch so einfach: Man bricht das Eis auf. Ist das Eis nicht dicker als 5 cm, genügt ein schweres Gewicht an einem Stück Schnur oder einer Kette. Man fängt am eigenen Ufer an und schleudert das Gewicht immer wieder hinaus, bis man sich einen befisch baren, eisfreien Bereich geschaffen hat, der bis über die gegenüberliegende Abbruchkante reicht.

 

Ist das Eis jedoch mehr als 5 cm dick, kann man nur ein kleineres Loch aufbrechen, und zwar nicht weiter als 5 m vom Ufer weg. Dadurch beschränkt sich der Angelbereich auf die Abbruchkante am eigenen Ufer.

 

Angeltipps für Wintertage am GrabenAngeltipps für Wintertage am Graben

Zwei knackige Kanalrotaugen – die Belohnung für die Bereitschaft, an einem Tag auszuharren, wo andere Angler den Kanal kaum eines Blickes würdigen.

 

 

 

 

 

 

 

Neugierige Fische

Man sollte eigentlich meinen, der ganze Krach beim Zerschlagen des Eises würde jeden Fisch in Panik davonschwimmen lassen, aber dem ist merkwürdigerweise nicht so. In vielen Fällen lockt das Aufbrechen des Eises die Fische allem Anschein nach sogar eher an, als dass es sie vertreibt – vermutlich weil das Gewicht am Ende des Seils den Grund aufwühlt und damit sowohl Nahrung als auch Schutz verspricht.

 

Allergrößte Vorsicht

Wer sich auf das Eis vorwagt, muss aller größte Vorsicht walten lassen. Ein kleiner Ausrutscher genügt, und schon ist man in den größten Schwierigkeiten. Es ist daher bei Eis und Schnee grundsätzlich empfehlenswert, nicht allein angeln zu gehen. Dann kann man sich gegenseitig beim Aufbrechen der Eisdecke behilflich sein und ist nicht alleine, falls es doch einmal einen Unfall geben sollte.

 

Vor dem Aufbrechen des Eises ist es auf jeden Fall ratsam, sich zu erkundigen, ob es erlaubt ist und auch niemand gestört wird. An einem Kanal hat heftiges Anfüttern und schweres Gerät schon an schönen Sommertagen nichts verloren.

 

Im Winter sind leichtes Geschirr und zurückhaltendes Anfüttern erst recht wichtig. Ohne feindrahtige Haken bis hinunter zu Größe 20 und hauchdünne Vorfächer von höchstens einem halben Pfund Tragkraft geht nichts.

 

Angeltipps für Wintertage am Graben

Angeltipps für Wintertage am Graben. Kanalexperten hoffen nicht auf Fänge durchs Eis – sie wissen einfach, dass sie fangen werden. Hier scheint auch noch die Sonne, und die aufgebrochene Angelstelle friert nicht mehr zu.

 

Die besten Köder

Die besten Köder für Gründlinge, Kaulbarsche und Rotaugen sind Zuckermückenlarven, Würmer, Maden und Pinkies. Auf Rotaugen empfehlen sich auch Caster oder Brotkrume und auf Barsch Wurmstücke.

 

Angeltipps für Wintertage am Graben, Eisbrecher

Für einen wirkungsvollen Eisbrecher füllt man einen Eimer mit Beton und lässt ihn hart werden. Am Henkel des Eimers befestigt man am besten eine Kette, weil die scharfen Eiskanten auch dickere Schnüre im Nu durchschneiden können.

 

Comeback

Der Barsch erlebt an vielen Kanälen ein wahres Comeback. Häufig fressen Barsche auch an sehr kalten Tagen. Als Hakenköder empfiehlt sich ein kleiner Wurm, zum Anfüttern zerhackte Tauwürmer.

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